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Waldgeschichte

Der Burgwald ist mit einer Waldfläche von ca. 20.000 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet in Hessen. Ursprünglich gehörte der Wald den Landgrafen von Hessen und wurde ausgiebig zur Jagd genutzt. Hiervon zeugen noch viele Wald- und Wegenamen wie z. B. "Herrenweg" oder "Herrenbänke". In den umliegenden Orten lagen Jagdschlösser (Wolkersdorf, neben dem jetzigen Sitz des Forstamtes Burgwald oder das ehemalige Forstamtsgebäude in Rauschenberg-Bracht), die den hoheitlichen Jagdgesellschaften als Unterkunft und als Ausgangspunkt für die oft mehrtägigen Jagden zu Pferde dienten.

Neben der Jagd wurden die Wälder in der Vergangenheit auch landwirtschaftlich genutzt. Die am Boden liegende Streu wurde auf Karren zum Einstreuen der Viehställe in die umliegenden Ortschaften gebracht und Kühe und Schweine wurden zum Weiden in den Wald getrieben. Dies führte zur Ausprägung einer besonderen Kulturlandschaft mit höchst unterschiedlichen Waldbildern, bei denen sich ausgedehnte Wiesenflächen, intensiv bewirtschaftete Nieder- und Mittelwälder und Waldflächen mit alten, dicken und knorrigen Huteeichen und -buchen abwechselten. Erst in den vergangenen 150 Jahren entwickelte sich der Burgwald durch intensive waldbauliche Behandlung zum Wirtschaftswald moderner Ausprägung mit einem Schwergewicht auf den Baumarten Fichte und Kiefer.

Im Zuge der politischen Entwicklung ging das Eigentum an das Kurfürstentum Hessen-Kassel über bis im Jahr 1866 das Königreich Preußen Besitzer der Waldungen wurde. Nach Gründung des Landes Hessen wurde der Burgwald Staatswald. Von 1920 bis 1938 wurden über 100 ha Staatswald gerodet und in Siedlungsland und landwirtschaftliche Flächen umgewandelt. Diese Entwicklung kehrte sich in den Jahren nach 1950 um, als aus den damals noch gut gefüllten öffentlichen Kassen in großem Stil Privatwald durch das Land Hessen angekauft und in Staatswald überführt wurde.

Eng mit der Geschichte des Waldes sind im Burgwald auch andere historische Ereignisse verknüpft. Auf dem Christenberg in der Gemeinde Münchhausen lassen sich Ursprünge der Besiedlung bis in die Zeit der Kelten nachverfolgen. In den um den Burgwald herum liegenden Dörfern fanden die Hugenotten und Waldenser, Religionsflüchtlinge aus Frankreich in der Zeit nach 1685, Aufnahme. Viele Familiennamen der heutigen Bewohner oder auch Gemarkungsnamen lassen Rückschlüsse auf die französischen Ursprünge zu.

Der vom Forstamt Burgwald betreute Universitätswald Marburg (212 ha) wurde vor über 400 Jahren vom Gründer der Universität, Landgraf Philipp von Hessen, übereignet, um die dort lehrenden Professoren über den Winter mit Brennholz zu versorgen.
Heute dient der Wald der Universität als Einnahmequelle und als Forschungsgebiet der naturwissenschaftlichen Fachbereiche.

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