Das Forstamt Darmstadt weist eine lange Tradition auf. Sein erster Forstmeister Thilo Allemann ist bereits im Jahr 1559 nachgewiesen. Der Sitz des Amtes befindet sich im Darmstädter Paulusviertel, in einer ehemaligen großherzoglichen Oberförsterei, die von dem Architekturprofessor Karl Hofmann 1902 im Landhausstil erbaut wurde.

Der derzeitige Forstamtsbereich umfasst den Stadtbereich Darmstadt sowie die im Landkreis Darmstadt-Dieburg gelegenen Gemeindebezirke Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Erzhausen, Griesheim, Modautal, Mühltal, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Seeheim-Jugenheim und Weiterstadt.

Darmstadts Wälder haben eine wechselhafte Geschichte. Prägend waren Phasen unkontrollierter Waldnutzung (Bau- und Brennholz, Waldweide, Köhlerei) oder der übersteigerten Jagdleidenschaft der Landgrafen. Zeugnisse aus dieser Zeit sind das Jagdschloss Kranichstein mit seinem Jagdzeughaus, das Saufanghäuschen Alexanderburg, der Jagdpavillon Dianaburg, die Fasaneriemauer und 3 gemauerte Jagdschirme.
Im 19. Jahrhundert entdeckten der Landesfürst und Darmstadts Bürger den Erholungs- und Freizeitwert ihres Waldes. Wanderungen aus der Stadt auf schönen, schattigen Waldwegen, Eisenbahnfahrten in den Odenwald oder die nah gelegene Bergstraße kamen in Mode. Anlagen, die sich in einer Vielzahl von Brünnchen, Tempeln, Hütten, Aussichtspunkten oder Namensbäumen widerspiegeln, gewannen spürbar Einfluss auf die Waldgestaltung. Das Gesetz zur Erhaltung der Naturdenkmäler war das älteste forstliche Edikt.
Die Schönheit des Waldbildes, die Maßregel bei jeder wirtschaftlichen Maßnahme im Wald zu erwägen, wie die Ausführung auf das Landschaftsbild wirke, die Pflege des schönen Waldes durch die Regeln der Waldästhetik und die Einführung der naturgemäßen Waldwirtschaft prägen Darmstadts Wälder.
„Die Zukunft Darmstadts liegt wesentlich in seinem Walde, in seiner Erhaltung, in der stetigen, sorgsamen bis ins einzelne gehenden verständnisvollen Pflege des Forstes in seiner Umgebung, in der Erhaltung des Charakters von Darmstadt als Waldstadt“ (Zitat von C. Wilbrandt, 1902)

Leider ist der Darmstädter Wald von einer Reihe Belastungen betroffen. Dazu zählen unter anderem:
- Neuartige Waldschäden
- Zerstückelung durch Verkehrs- und Energietrassen
- Erweiterung von Bau- und Industriegebieten
- Insektenkalamitäten (Maikäfer, Kiefernprachtkäfer)
- Grundwasserausbeutung
- Klimaveränderung