Das Forstamt Groß-Gerau liegt im zentralen Rhein-Main-Ballungsgebiet angrenzend an die Städte Frankfurt und Darmstadt. Es bewirtschaftet eine Waldfläche von 14.000 ha, welche im Eigentum des Landes Hessen sowie der Städte und Gemeinden im Kreis Groß-Gerau und im Mainvorland des Main-Taunus-Kreises steht. Im Einzelnen sind dies die Städte Flörsheim, Gernsheim, Groß-Gerau, Hattersheim, Hochheim, Kelsterbach, Mainz, Mörfelden-Walldorf, Raunheim, Riedstadt und Rüsselsheim sowie die Gemeinden Biebesheim, Bischofsheim, Büttelborn, Ginsheim-Gustavsburg, Nauheim, Stockstadt und Trebur.
Darüber hinaus werden die Wälder verschiedener Firmen und Gesellschaften betreut, so diejenigen der FRAPORT AG, Gesellschaft zur Rekultivierung der Kiesgrubenlandschaft Weilbach mbH, Hessischen Landgesellschaft mbH, Main-Taunus-Recycling GmbH, TICONA GmbH, Sehring Sand und Kies GmbH & Co. KG und der Stadtwerke Mainz AG. Darüber hinaus übernimmt das Forstamt hoheitliche und naturschutzfachliche Aufgaben in den Wäldern der FRAPORT AG sowie im Gebiet der Stadt Frankfurt.
Geologisch erstreckt sich das Forstamt in den Tieflagen der Rhein-Main-Ebene auf 60 km Länge von Gernsheim im Süden bis nach Oberursel im Norden. Historisch gehören weite Bereiche zum mittelalterlich-kaiserlichen Bannforst Dreieich.
Verkehrstechnisch ist das Forstamt sehr gut zu erreichen. Im Zentrum befindet sich Deutschlands größter Flughafen mit einem jährlichen Passagieraufkommen von 50 Mio. Menschen sowie 600.000 Starts und Landungen. Von dort führen 6 Autobahnen sowie etliche öffentliche Straßen und Hauptschienenwege in alle Bereiche des Forstamtes.

Die Wälder sind durch ein feinmaschiges Wegesystem von mehr als 70 lfd.M./ha erschlossen, das sowohl auf die forstwirtschaftlichen Belange als auch auf das Erholungsbedürfnis der mit 1.245 Einwohnern/km2 dichtest besiedelten Region des Landes Hessen abgestimmt ist. Die forstliche Betreuung der Wälder trägt den Freizeitansprüchen von 1 Mio. im Forstamtsbereich wohnenden Menschen durch die Unterhaltung verschiedenster Freizeiteinrichtungen Rechnung. Einen wichtigen Deckungsbeitrag zur Sicherstellung dieser Bedürfnisse liefert die Nutzung des Waldes mit dem Verkauf des darin eingeschlagenen Holzes, welches in kaum einem anderen Forstamt so abfuhrgünstig bereitgestellt werden kann.

Die forstlichen Standorte sind ausgesprochen vielgestaltig. Große Bereiche umfassen noch rezente Aueböden entlang des Rheins sowie nährstoffreiche Böden der ehemaligen Altneckarschlingen mit einer vielgestaltigen Laubwaldvegetation. Hier sind nahezu alle heimischen Laubbäume vertreten, bereichert durch wiedereingebürgerte, ehemals hier heimische Baumarten. In anderen Teilen des Forstamtes dominieren nährstoffärmere Standorte auf Terrassensanden und -kiesen mit nacheiszeitlichen Flugsandüberdeckungen. In weiten Bereichen besitzen diese Standorte noch heute Grundwasseranschluss, so dass dort großflächig Erlenbruchwälder und Eichen-Hainbuchenwälder vertreten sind. Auf den grundwasserfernen Standorten dominieren dagegen Kiefern- und bodensaure Eichen-Waldgesellschaften. Die forstlichen Standorte stellen sich somit ausgesprochen abwechslungsreich dar, von vernässten bis zu extrem trockenen Dünenstandorten, und dies in sehr enger Vergesellschaftung.