Die naturräumlichen Einheiten des „Hochsauerlandes (Rothaargebirges)“, des „Dilltales“, des „Gladenbacher Berglandes“ und des „Hohen Westerwaldes“ prägen das landschaftliche Erscheinungsbild des Forstamtes.Bei Höhenlagen zwischen 200 und 674 m. ü. NN (Untere Buchen-Mischwaldzone bis Obere Buchenzone), Jahresniederschlägen zwischen 600 und 1100 mm und Jahresdurchschnittstemperaturen zwischen 6° und 8°C ergeben sich vielfältige Standortbedingungen.
Standorte
Große Teile des Forstamtes liegen in den Wuchsbezirken „Südliches Rothaargebirge“, „Westliches und östliches Lahn-Dill-Bergland“, geringere Anteile finden sich noch in den Wuchsbezirken „östliches Westerwald-Vorland“ und „Hoher Westerwald“. Während in den Plateau- und Hanglagen des Westerwaldes überwiegend eutrophe Standorte auf Basalt mit Lößlehm vorherrschen, finden sich im Bereich des Dill- und Dietzhölztals mit deren begleitenden Hanglagen sowie innerhalb des Gladenbacher Berglandes und des Rothaargebietes überwiegend mesotrophe Standorte auf Tonschiefer und Grauwacke. Kleinstandörtlich treten auch Quarzite, Tone, Diabase und Kalke auf.
Zuwachs, Vorrat und Holznutzung
Insgesamt wachsen auf den Waldflächen des Forstamtes Herborn jährlich etwa 6,0 bis 8,0 Vorratsfestmeter (Vfm) je ha (mesotrophe Standorte) bzw. 9,0 – 13,0 Vfm / ha (eutrophe Standorte) zu. Der Gesamteinschlag des Forstamtes lag bisher bei Hiebssätzen zwischen 4,5 und 7,0 Erntefestmeter (EFm) je ha und Jahr bei insgesamt ca.120.000 EFm / Jahr auf der Gesamtfläche des Forstamtes. Damit wurde der jährliche Zuwachs nur zu etwa 65 % genutzt. Hierbei entfallen etwa 14 % auf die Eiche, 43 % auf die Buche, 36 % auf die Fichte und Douglasie und 7 % auf Kiefer.und Lärche.
Zukünftig sollen etwa 80 % des jährlichen Zuwachses genutzt werden. Auf ca. 10 % der Fläche unterbleibt der Holzeinschlag völlig, da diese Flächen unter Naturschutz stehen, andere Schutzfunktionen erfüllen oder wegen geringer Produktivität wirtschaftlich nicht nutzbar sind.
Die durchschnittlichen Verkaufserlöse liegen für alle Waldbesitzarten bei etwa 4,4 Mio.€/Jahr.
Natürliche Waldgesellschaften
Die gut nährstoffversorgten (eutrophen) Standorte im Westerwald und Westerwald-Vorland werden hauptsächlich von Buchenbeständen mit hohen Edellaubholzanteilen (Waldmeister- Buchenwald) eingenommen. Im Bereich des Dilltales und des Lahn-Dill-Berglandes treten auf meist mäßig nährstoffversorgten ( mesotrophen) Standorten Eichenbestände mit Buche und Hainbuche (Hainsimsen-Buchenwald) sowie Kiefern- und Douglasienbestände in den Vordergrund. Die Hochlagen des Westerwaldes und des Rothaargebirges sind überwiegend mit Fichtenbeständen bestockt.