Naturschutz

Naturschutz im Forstamt Herborn

Bedingt durch die Lage des Forstamtes zwischen Rothaargebirge und Hohem Westerwald verfügt das Forstamt über eine reiche Naturausstattung. Großflächige, alte Buchenwälder im Schelder Wald bieten seltenen Waldarten wie Schwarzstorch und Bechsteinfledermaus ihren Lebensraum. Die Hauberge nördlich von Haiger werden auch heute noch traditionell als Niederwald genutzt, in dieser Größe einzigartig in Hessen. Hier finden stark bedrohte Vogelarten wie das Haselhuhn geeignete Biotope. In den Waldbereichen der Oberläufe von Dill und Dietzhölze gibt es naturnahe Bachabschnitte auf großer Länge, die beispielsweise der Groppe, einer seltenen Fischart Lebensraum bieten.

Außerhalb des Waldes finden sich auf ehemaligen Gemeindeviehweiden ausgedehnte Halbtrockenrasen, die sich unter anderem durch ihre Orchideenvorkommen auszeichnen.

Ebenfalls durch traditionelle Beweidung sind die großflächigen Borstgrasrasen des Hohen Westerwalds entstanden. Hier befindet sich unter anderem das größte Vorkommen des stark bedrohten Blauschillernden Feuerfalters in ganz Mitteleuropa.

Im Forstamtsbereich liegen 19 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtgröße von 715 ha. Diese werden bereits seit langer Zeit vom Forstamt Herborn auf der Grundlage von Pflegeplänen betreut.

Seit einigen Jahren hat der Naturschutz auf europäischer Ebene zunehmend an Bedeutung gewonnen. Um die biologische Vielfalt in Europa langfristig zu erhalten, wurde das Programm NATURA 2000 entwickelt. Danach waren alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union verpflichtet für bestimmte seltene Lebensräume und Arten Schutzgebiete einzurichten. Dieses sind zum einen die sogenannten FFH- Gebiete (Flora- Fauna- Habitat) und zum anderen die europäischen Vogelschutzgebiete (VSG).

Im Jahr 2008 wurden die NATURA 2000- Gebiete nach Hessischem Landesrecht ausgewiesen. Für überwiegende Waldgebiete, sowie dort wo Naturschutzgebiete in das Netz Natura 2000 integriert wurde, hat Hessen-Forst die Betreuung der FFH- und Vogelschutzgebiete im Auftrag der Oberen Naturschutzbehörden der Regierungspräsidien übernommen. Aufbauend auf von Gutachterbüros vorgenommenen Bestandserfassungen, den sogenannten Grunddatenerhebungen, werden zunächst Maßnahmenpläne entwickelt, die die notwendigen Pflegemaßnahmen für die nächsten 10 Jahre beschreiben sollen. Dabei gilt in Hessen der Grundsatz, dass die Naturschutzziele wo möglich im Einvernehmen mit den Landnutzern auf vertraglicher Basis erreicht werden sollen. Aber auch praktische Maßnahmen werden vom Forstamt umgesetzt. Seien es die Freistellung von verbuschten Halbtrockenrasen oder die Entnahme von nicht standortgerechten Nadelbäumen an Bachläufen.

Für besonders seltene und bedeutende Arten wie dem Blauschillernden Feuerfalter werden spezifische Artenschutzmaßnahmen verwirklicht. Die hohe Bedeutung des Forstamtes Herborn für den Naturschutz spiegelt sich in Zahl und Fläche der hier ausgewiesenen NATURA 2000- Gebiete wider

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Für 13 FFH-Gebiete mit etwas 5200 ha Fläche ist das Forstamt komplett zuständig. Im FFH-Gebiet "Hoher Westerwald" mit weiteren 1970 ha Fläche werden lediglich die Waldflächen und Naturschutzgebietsbereiche durch das Forstamt beplant. Für die Offenlandbereiche hat dies die Landwirtschaftsverwaltung des Landkreises übernommen. Das Vogelschutzgebiet "Hauberge bei Haiger" mit 7681 ha Flächengröße liegt vollständig im Forstamtsbereich, zwei weitere großräumige Vogelschutzgebiete nur teilweise. Die Betreuung der NATURA-2000 Gebiete ist eine Schwerpunktaufgabe des Forstamtes Herborn, die nicht nur im eigenen Forstamtsbereich, sondern auch in den Forstämtern Biedenkopf und Burgwald wahr genommen wird.

Kommunal- und Staatswälder des Forstamtes Herborn sind nach den Grundsätzen des Zertifizierungssystems für nachhaltige Waldbewirtschaftung PEFC (= Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) zertifiziert. Dieses Zertifikat verpflichtet das Forstamt zur naturverträglichen und nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder.


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