Naturschutz

Das Forstamt Hofbieber liegt im Biosphärenreservat Rhön und im Landschaftsschutzgebiet "Hessische Rhön" und "Hohe Rhön". In Kooperation mit dem Biosphärenreservat Rhön betreut es 23 Naturschutzgebiete mit insgesamt 1255 ha. die, wie das "Rote Moor", die "Milseburg" und der "Schafstein", die zum Teil von herausragender und überregionaler Bedeutung sind.

Rund 500 ha dieser Flächen sind gleichzeitig Kernzonen in denen jegliche forstliche Nutzung oder andere Eingriffe ausgeschlossen sind. Hier soll sich die Natur ungestört, unter wissenschaftlicher Beobachtung, selbst entwickeln.

Fast alle Naturschutzgebiete überschneiden sich in ihren Flächenabgrenzungen mit den nach EU- Vorgaben ausgewiesenen Natura 2000 Flächen. Aktuell sind im Forstamtsbereich sechs FFH-Gebiete und das Vogelschutzgebiet "Hessische Rhön" ausgewiesen. Ziel dieses europäischen Schutzgebietsnetzwerkes ist die Sicherung der biologischen Vielfalt in Hinblick auf die Art und die Struktur der Lebensräume, auf die wild lebenden Tiere und Pflanzen und deren genetische Information.

Neben diesem "Gebiets-Naturschutz" nimmt der Biotop- und Artenschutz auch bei der regulären naturgemäßen Waldbewirtschaftung einen hohen Stellenwert im Forstamt ein. Durch gezielte Maßnahmen werden Altholzinseln, natürliche Waldgesellschaften, feuchte Wiesentäler, Amphibienteiche, Borstgrasrasen, und Waldinnen- und Außenränder in ihrer Struktur und ihrem Arteninventar verbessert.

Als besonders seltene Arten, die von diesen Maßnahmen profitieren, sind unter anderem der Schwarzstorch, der Rote Milan, das Birkwild, die Kreuzotter, die Wildkatze, etliche Spechtarten und die verschiedenen Waldfledermäuse zu nennen. Auch etliche Pflanzenarten konnten so wieder verstärkt in der Rhön "Fuß fassen". Stellvertretend für viele weitere Arten sind hier der Sonnentau und die Torfmoose in den feuchten Moorbereichen, Orchideenarten wie Fliegenragwurz, Weiße Waldhyazinthe oder das stattliche Knabenkraut auf den trockeneren Kalkstandorten und das grüne Besenmoos und die Hirschzunge auf den kühl-feuchten Standorten der Schlucht- und Hangmischwälder, zu nennen.

Unser Ziel ist es, über die Waldbewirtschaftung den Naturschutz auf der gesamten Waldfläche in eine nachhaltige naturnahe Bewirtschaftung zu integrieren.
Fragen und Anregungen zum Naturschutz in unserem Forstamt können Sie gerne an unseren Funktionsbeamten Naturschutz oder Regionalbetreuer Natura 2000 richten.

Das "Rote Moor"
Das "Rote Moor", das bedeutendste Hochmoor in Hessen, wurde 1979 von der Hessischen Landesforstverwaltung aus Privatbesitz gekauft und als Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt, um es vor der weiteren Zerstörung durch die Torfgewinnung, die seit dem 19. Jahrhundert hier stattfand, zu bewahren. Als einzigartiger Lebensraum wurde das Roten Moor zum Objekt internationaler Forschungsprojekte und kann zu Recht als Keimzelle des 1991 von der UNESCO ausgerufenen Biosphärenreservats Rhön angesehen werden. externer Linkwww.biosphaerenreservat-rhoen.de. Das 315 ha große Naturschutzgebiet liegt an der B278 zwischen Ehrenberg-Wüstensachsen und Bischofsheim.
Besucher können das Moor auf einem ca. 1,5 km langen Bohlenpfad erkunden, der durch das Moorrandgebiet und die in Europa einzigartigen Karpatenbirkenwälder führt. Ein Aussichtsturm ermöglicht einen eindrucksvollen Rundblick über das Moor bis zur Wasserkuppe.

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