Information zur Mobilen Waldbauernschule
Der Landesbetrieb HESSEN-FORST betreibt mit finanzieller Unterstützung der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft drei Mobile Waldbauernschulen. Sie bestehen aus einem Zug- und Gerätefahrzeug sowie einem Schulungsanhänger, in dem acht Arbeitsplätze zur theoretischen und technischen Unterweisung eingerichtet sind. Der klimatisierte Schulungsanhänger ist mit modernen pädagogischen Lehr- und Lernmitteln wie Videoanlage, Overhead- und Diaprojektor ausgestattet.
Ziele und Aufgaben der Mobilen Waldbauernschule
1. Motivation der Privatwaldbesitzer zur Erhöhung der Eigenleistung in den privaten Forstbetrieben
Die Arbeits- und Einkommenssituation im Privatwald macht es zunehmend notwendig, dass der Anteil der Eigenleistung der Privatwaldbesitzer in den Betrieben erhöht wird. Diese vermehrte Eigenleistung ist jedoch nur dann wirtschaftlich, wenn der Privatwaldbesitzer eine entsprechende Qualifikation im arbeitstechnischen Bereich erwirbt, die ihm durch eine intensive Schulung vermittelt werden kann.
2. Mehr Arbeitssicherheit bei der Waldarbeit
Die Unfallhäufigkeit in der Forstwirtschaft ist im Vergleich mit anderen Wirtschaftszweigen sehr hoch. Die Häufigkeit tragischer Unfälle mit weitreichenden Folgen ist – insbesondere im Kleinprivatwald – überdurchschnittlich. Daher ist es ganz besonders notwendig, dass die Waldbesitzer eine bessere Ausbildung im forsttechnischen Bereich zur Verringerung des Unfallrisikos erhalten.
3. Bessere Information über moderne Arbeitsverfahren
Im Zuge der Mechanisierung in der Forstwirtschaft ist es eine wesentliche Aufgabe der Mobilen Waldbauernschulen, den Privatwaldbesitzer jeweils über den neuesten Stand der technischen Möglichkeiten zu informieren.
Die Einsatzplanung
Die Mobile Waldbauernschule erstellt die Einsatzplanung nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre. Von ihrem Stützpunkt beim Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg nimmt sie hierzu Kontakt mit den örtlichen Forstämtern bzw. forstlichen Zusammenschlüssen auf und spricht die grobe zeitliche Planung ab. In der Regel melden sich Interessierte bei ihrem Forstamt bzw. Revierleiter. Die durch das Forstamt gemeldeten Teilnehmer erhalten durch die Mobile Waldbauernschule dann eine schriftliche Einladung. Optimal ist ein Teilnehmerkreis von acht Personen.
Das Schulungsangebot
Angeboten werden Lehrgänge zu folgenden Bereichen:
1.a) Umgang mit der Motorsäge und Holzerntetechniken, Unfallverhütung, Fälltechniken (2-tägig)
1.b) Holzsortierung und Holzbringung,Walderschließung (1-tägig)
1.c) Spezialthemen auf Nachfrage
2. Bestandespflege und Forstkulturen
3. Waldbewirtschaftung
Im Regelfall finden die Schulungen von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr statt.
Schulungskonzept
Die Schulungen finden vor Ort statt, die Teilnehmer haben keine langen Anfahrtswege. Der Schulungsverlauf wird flexibel gehalten und nach den Wünschen und Vorkenntnissen der Teilnehmer bzw. nach den Witterungsbedingungen ausgerichtet. Der relativ kleine Teilnehmerkreis bietet pädagogisch optimale Bedingungen und erlaubt die weitgehende Berücksichtigung besonderer Anliegen jedes Teilnehmers. Der Teilnehmer kann sein eigenes Werkzeug und seine Schutzausrüstung überprüfen lassen.
Der Waldbauernbrief
Lehrgangsteilnehmer können sich, nachdem sie die Lehrgänge 1a, 2 und 3 besucht haben, einer Prüfung stellen. Nach erfolgreicher Prüfung wird durch den Landesbetrieb HESSEN-FORST in einem feierlichen Rahmen der Waldbauernbrief verliehen.