Klima und Vegetation
Wenn man die Vegetation und den Beginn der Baumblüte berücksichtigt, dann besteht naturräumlich von der Rheinebene über die Bergstraße hin zum Odenwald eine zeitliche Differenz von 2 Wochen. Während in den höheren Lagen des Odenwaldes meist noch winterliches Wetter vorherrscht, steht die Bergstraße schon Ende März bis Anfang April in voller Blüte. Hier gedeiht auf den Hängen Wein, im Windschatten der Berge reift Obst jeder Art, auch Mandeln, Aprikosen und Pfirsiche.
Besonders zu erwähnen sind in der Ebene Spargel- und Tabakanbau. Der Spargelanbau in Lampertheim hat eine lange Tradition und ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Erste Spargeläcker wurden hier bereits um 1900 angelegt. Der Tabakanbau fand bereits 1686 erste urkundliche Erwähnung.
Das Waldbild der Ebene ist zweigeteilt. Im nährstoffärmeren Südteil dominiert die Kiefer, im Norden wachsen laubholzbetonte Mischbestände aus Stieleiche, Buche und Edellaubholz. Viele Faktoren gefährden hier den Wald. Grundwasserabsenkung, die seit 1986 andauernde Wald-Maikäferplage, der Eintrag von Luftschadstoffen und eine fortschreitende Flächeninanspruchnahme für Bebauung oder neue Verkehrswege gestalten die Waldbewirtschaftung schwierig.
Im Odenwald hingegen unterscheidet sich das Klima kaum von anderen hessischen Mittelgebirgen. Die Buchenwälder im vorderen Odenwald sind ihres hervorragenden Wuchses wegen berühmt. Eichen, Edellaubhölzer, eine reiche Kraut- und Strauchflora führen in der stark gegliederten Landschaft zu abwechslungsreichen Waldbildern. Auf dem nährstoffärmeren Buntsandstein des hinteren Odenwaldes sind Nadelhölzer dominierend.
Die Tierwelt der Wälder
Eine abwechslungsreiche Landschaftsstruktur bietet eine Vielfalt an Lebensräumen und somit eine artenreiche Fauna.
Besonderheiten der Ebene sind die an das Rheinökosystem gebundenen Vogelarten wie Graureiher, Haubentaucher oder Rohrdommel oder die auf Sandtrockenrasen und Binnendünen lebenden Ziegenmelker und Neuntöter.
Der Odenwald mit vielen Feldgehölzen und Heckenrainen ist die Heimat von kleinen Säugetieren wie Wiesel, Iltis und Marder. Tag- und nachtaktive Greife ziehen ihre Kreise, Fledermäuse segeln in der Abenddämmerung an Waldrändern entlang. An Uferabbrüchen naturnaher Bäche hat sich der selten gewordene Eisvogel wieder eingefunden. An jagdbarem Schalenwild finden sich Reh- und Schwarzwild.

Geschichtliches
Zeugnisse aus der Steinzeit belegen, dass die Bergstraße und der Odenwald schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt waren.
Das einst von Kelten bewohnte Land geriet unter die Herrschaft der Römer. Die Bergstraße war in dieser Epoche als „Via strata montana“ ein wichtiger Handelsweg..
Im Mittelalter gewannen Klöster an Einfluss. Zu erwähnen ist das Kloster in Lorsch, heute Weltkulturerbe. Die so genannte „Königshalle“ ist das einzige aus der Karolingerzeit erhaltene Bauwerk des Klosters.
www.kloster-lorsch.de
Sagen und Dichtung verklären den Odenwald. Er war Jagdgebiet der Burgunder. Nach der Sage erschlug Hagen hier den Recken Siegfried. Auch das Heldenepos „Parsival“ wurde im Odenwald geschrieben.