Auf der gesamten Landesfläche findet seit 1992 die Hessische Biotopkartierung statt. Daneben weist die Forsteinrichtung auf die Schutz- und Erholungsfunktionen im Bereich der einzelnen Waldabteilungen hin. Es fehlt jedoch an einem überblick über die aus naturschutzfachlicher Sicht bedeutsamen Kleinstrukturen und deren Vernetzungsmöglichkeiten.
Das Forstamt Nidda erarbeitete deshalb Ende der 90iger Jahre eine entsprechende Konzeption.
Es entstand das „Waldnaturschutzkonzept“.
Kernpunkt dieses Konzeptes ist die Erfassung aller naturschutzrelevanten Besonderheiten im Wald.

Aufgenommen wird dabei von bedrohten Tier- und Pflanzenarten über Waldwiesen, Gewässer, Trockenstandorten, Höhlenbäumen, Totholz bis hin zu Biotopen nach § 15d des Hess. Naturschutzgesetzes alles, was aus Naturschutzsicht von Interesse ist. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Einschätzung der örtlichen Situation und dementsprechende Verbesserungs- bzw. Schutzvorschläge. Gleichzeitig werden geeignete Vernetzungsmöglichkeiten aufgezeigt, geplant und umgesetzt.
Mit Hilfe dieses Konzeptes ist es möglich, den Biotop- und Artenschutz noch besser in die Bewirtschaftung des Waldes einzubinden und flächendeckend voranzutreiben. Dies ist sinnvoll und notwendig, denn:
„Unser Wald kann das Uniformierte nicht ertragen; vielgestaltig, arten- und formreich soll er bleiben oder werden. Etwas von Wildnis muss der Wirtschaftswald an sich haben, sonst stirbt seine Natur vor lauter Kultur.“ “Nur die Waldwirtschaft als solche kann Schönheit, Heimat- und Naturschutz verbürgen. Was wirtschaftlich sein soll, muss vor allem naturgemäß sein.“ (Karl Rebell, 1928).
Die Vielgestaltigkeit sowie der Arten- und Formenreichtum in den Waldungen des Forstamtes Nidda lassen sich anhand der Bilder nur ansatzweise erahnen. Aber das Vorkommen gefährdeter Tierarten wie Kammmolch, Laubfrosch, Schwarzstorch, Wanderfalke, Uhu, Schwarzspecht, Hirschkäfer und Großer Abendsegler oder bedrohter Pflanzenarten wie Trollblume, schwertblättriges Waldvöglein, Großblütiger Fingerhut, Kriechende Rose und Pechnelke, um nur einige zu nennen, sprechen für sich.

Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON ):
www.hgon.de