Das Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus pflegt in seinem Bereich 7 Naturschutzgebiete
mit Lebensräumen der Flussauen im Rhein über Moorflächen der
Mittelgebirge bis hin zu Waldbachtälern mit angrenzenden blumenreichen
Wiesen und Wäldern. Diese Naturschutzgebiete sind überwiegend auch
Teil des europäischen Naturschutznetzes NATURA 2000, zu dem auch ein Gürtel
alter Buchenwälder im Randbereich der Landeshauptstadt Wiesbaden auf einer
Flächen von etwa 4100 ha gehört. Seltene Tierarten wie Hirschkäfer,
Wildkatzen, Schlingnattern, schwarze und rote Milane, Baumfalke, Wanderfalke,
Schwarzstorch und Uhu leben mit bedeutenden Vorkommen gemeinsam mit den zahlreichen
einheimischen Wildarten in diesen Wäldern.
Zum Forstamt gehört die Regionalbetreuung NATURA 2000. Der Regionalbetreuer,
Herr Worch, ist im Bereich der Forstämter Rüdesheim und Wiesbaden
für das Management von NATURA 2000 Gebieten auf einer Fläche von
etwa 11650 ha zuständig. Er erstellt Pläne und führt Maßnahmen
zur Pflege und zum Erhalt dieser wichtigen Lebensräume durch. 2011 werden
Pläne für Bereiche bei Lorch und an der östlichen Forstamtsgrenze
zwischen Heftrich und Eppstein erstellt. Dazu hält Herr Worch enge Kontakte
zu den ehrenamtlichen Naturschützern und anderen Verbänden und Behörden.
Das Forstamt Wiesbaden- Chausseehaus hat die Patenschaft für die Äskulapnatter
und den Wespenbussard übernommen und Maßnahmen zu deren Förderung
umgesetzt. Dabei wurden Waldwiesen vergrößert und freigestellt,
der Bewuchs aus alten Steinbrüchen entfernt und kleine temporäre
Gewässer angestaut. In dieser Saison planen wir, eine Waldwiese freizustellen
und im Bereich des Forstamtes mehrere kleine Naturschutzmaßnahmen auch
für Demozwecke anzulegen. Unter anderem wird ein beschädigter Tümpel
repariert, Eiablageplätze und Versteckmöglichkeiten für die Äskulapnatter
gebaut sowie ein Winterquartier für Fledermäuse angelegt.
Das Forstamt hat die Stadt Taunusstein bei der Planung einer Naturschutzmaßnahme
in Neuhof beraten. Wir setzen diese Maßnahme, die Beseitigung eines Fichtenbestandes,
in Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde im Rheingau-Taunus-Kreis
um. Dabei verschließen wir auch zahlreiche künstliche Gräben
und vernässen die Fläche wieder. Ein Bachlauf wurde aus seiner engen
Verrohrung durch ein neues, 1m breites Rohr unter einem Weg freigelegt und
kann nun ohne Hindernisse wieder von Wasserlebewesen passiert werden.
Im Auftrag des Regierungspräsidiums Darmstadt hat das Forstamt Planungs-
Organisations- und Umsetzungsarbeiten von Artenschutzmaßnahmen für
die Äskulapnatter und den Edelkrebs übernommen.
Herr Worch nimmt auch als Luchsbeauftragter des Arbeitskreises Hessenluchs
Ihre Feststellungen und Beobachtungen auf und Begutachtet diese Luchsmeldungen
für die Aufnahme in das landesweite Register.
Kontakt:
Reinhold Worch
e-mail: reinhold.worch@forst.hessen.de
Tel.: 0611- 5328024