Naturschutz

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Biotopkartierung

Biotope vor meiner Tür?

Grafik zeigt einen Ausschnitt einer BestandskarteOb Hecken, Quellen, Tümpel, Orchideenbuchenwälder, Streuobst oder Grünland, die hessische Natur ist vielfältig und beginnt oft vor der eigenen Haustür. Von 1992 bis 2006 wurden über 216.000 kleine und größere Biotope von Gutachtern erfasst. Das macht knapp 5 % der hessischen Landesfläche aus.

Hintergrund zur Hessischen Biotopkartierung (HB)

Die Umsetzung der Naturschutzgesetzgebung erfordert eine systematische Inventarisierung der Landschaft unter Naturschutzgesichtspunkten. Bundesweit liefern Biotopkartierungen seit den 70er Jahren hierfür wichtige Grundlagen. In Hessen begann 1992 der zweite Durchgang der Hessischen Biotopkartierung (HB). Dabei handelt es sich um eine selektive Kartierung der aus naturschutzfachlicher Sicht besonders wertvollen Flächen mit methodisch einheitlichem Vorgehen in Wald und Offenland. Ziel der Biotopkartierung ist es, für Hessen eine landesweite Übersicht zur Verbreitung und zum Zustand der naturschutzrelevanten Flächen zu gewinnen und diese Kenntnisse in qualitätsgesicherter, aufbereiteter Form für die Akteure der unterschiedlichen Fachdisziplinen bereitzustellen.

Vor Beginn der aktuellen Biotopkartierung sind Qualitätskriterien festgelegt worden, um eine Trennung in naturschutzfachlich wertvolle und damit kartierwürdige und nicht kartierwürdige Raumeinheiten zu ermöglichen. In der verbindlichen Kartieranleitung sind diese Qualitätskriterien für 77 Biotoptypen definiert (siehe Material). Die detaillierte Beschreibung der Objekte im Gelände z. B. im Hinblick auf ihre Lage im Raum, ihre charakteristische Vegetation, ihre strukturelle Ausstattung sowie ihre Gefährdung erfolgt überwiegend anhand von Codierungen, die eine EDV-technische Auswertung ermöglichen. Die damit auch im Detail gesetzten Vorgaben gewährleisten eine Vergleichbarkeit der erhobenen Daten für die gesamte Landesfläche.

Seit 1992 wurden durch beauftragte Gutachterbüros über 200.000 Biotope und Biotopkomplexe flächenscharf erfasst, standardisiert beschrieben und in Karten im Maßstab 1:25.000 abgegrenzt. Mit dieser Methodik wurde bis Ende des Jahres 2006 die gesamte hessische Landesfläche bearbeitet. Die FENA bzw. ihre Vorgängerinstitutionen haben diese Erfassung seit 1992 begleitet und seit 1996 umfassend koordiniert. Innerhalb der FENA wurden die Ergebnisse im Anschluss inhaltlich und technisch geprüft, bevor die geprüften Daten im Natureg-Viewer veröffentlicht wurden.

Auswertungen der Daten der ersten Kartierjahre zeigen bereits eine Fülle von Erkenntnissen für die unterschiedlichsten naturschutzfachlichen Fragestellungen (Bütehorn & Plachter 1995). Die Darstellung der Ergebnisse zu bestimmten Biotoptypen wie Streuobst (Geske 1998), Sandtrockenrasen (Jaudes 2000) und Fließgewässern (Geske 2000) verdeutlicht die Informationsdichte der Hessischen Biotopkartierung. Im Jahr 2003 bildeten die Daten die fachliche Grundlage für die Vorschläge zur Nachmeldung bestimmter Lebensraumtypen im Rahmen des Netzes Natura 2000. Auch für die Berichtspflicht zu Art. 17 der FFH-Richtlinie dienen die Ergebnisse der Hessischen Biotopkartierung zur Ermittlung der Gesamtfläche der Lebensräume in Hessen sowie ihrer Qualität und Bewertung im landesweiten Überblick.

Hessische Biotopkartierung – jetzt auf einen Blick

Das Servicezentrum der FENA hat die Daten der Hessichen Biotopkartierung geprüft, zusammengestellt und aufbereitet. So klären sich jetzt viele Fragen interessierter Bürger auf einen Blick. Nutzen Sie dazu den Natureg-Viewer unter

http://natureg.hessen.de

Wer darüber hinaus digitalte Sach- und Geodaten (z. B. für Planungen) benötigt, übersendet bitte eine Abgrenzung des Projektgebiets an: naturschutzdaten@forst.hessen.de
Hier erhalten Sie auch Informationen über weitere zur Verfügung stehende Datenquellen, anfallende Bereitstellungkosten etc.