Naturschutz

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Lebensraum Wald

Perlgrasbuchenwald

Vor 300 Jahren war die Waldfläche in Deutschland und Hessen auf einen kläglichen Restbestand geschrumpft. Die bäuerliche Nutzung des Waldes, der Bergbau, die Holzkohleherstellung, die Glasproduktion und der Siedlungsbau hatten den ursprünglich weit verbreiteten Wäldern schwer zugesetzt. Die Urwälder waren in Deutschland schon lange verschwunden. Geschlossener Hochwald, wie wir ihn heute wieder kennen, konnte nur als herrschaftliches Jagdgebiet überleben. Ansonsten prägten einzelne Hutebäume, meist Eichen und Buchen inmitten intensiv genutzter Weidelandschaften das Landschaftsbild. Die Böden waren verarmt und die fruchtbare Bodenkrume oft erodiert. Einzelne holzbewohnende Käfer, wie der Heldbock, die alleinstehende besonnte alte Eichen mögen, profitierten wahrscheinlich von dieser Nutzungsform. Die typischen Waldbewohner gab es aber nur noch in Restbeständen.

Foto zeigt einen Luchs

Der Luchs ist in die hessischen Wälder zurückgekehrt

Als Ergebnis einer vor 300 Jahren initiierten planmäßigen Forstwirtschaft ist Hessen heute mit ca. 40 % Bewaldung wieder ein Waldland. Unser hessischer Wald produziert den nachwachsenden Rohstoff Holz für vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Für uns Menschen ist er zudem ein Ort der Erholung und Entspannung. Außerdem wirkt er positiv auf das Klima, schützt den Boden und sorgt für reines Grundwasser. Die naturnahe Forstwirtschaft sorgt für kleinflächig strukturierte, vielfältige Waldbestände. Der Wald bietet so gleichzeitig einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen einen wertvollen und nicht zu ersetzenden Lebensraum. Unser forstwirtschaftliches Handeln richtet sich an all diesen Eigenschaften aus und vereint sie zu einem nachhaltigen Nutzungskonzept. Wir sorgen dafür, dass der Wald auch in Zukunft all die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen gleichzeitig erfüllen kann.

Durch die selbstauferlegte Naturschutzleitlinie für den Staatswald in Hessen sind nachvollziehbare Regeln für den Umgang mit diesem sensiblen Lebensraum geschaffen worden.

Logo Biodiversität in HessenDie Auswahl von 25.500 Hektar Wald als „Kernflächen Naturschutz“, das sind 8 Prozent der Staatswaldfläche, die keiner forstwirtschaftlichen Nutzung unterliegen, stellt einen bundesweit einmaligen Meilenstein einer hessischen Biodiversitätsstrategie dar.

Grundgestein, Bodenart, Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit sowie die Lichtverhältnisse beeinflussen die Zusammensetzung eines Waldbestandes. Dies spiegelt sich in den dort vorkommenden Baum- und Straucharten, den Blütenpflanzen, Moosen und Farnen und auch der Tierwelt wieder.

Der Botaniker unterscheidet in Abhängigkeit des Standorts und der pflanzenkonkurrenzbedingten Situation typische Waldpflanzengesellschaften wie Hainsimsen-Buchenwald, Waldmeister-Buchenwald, Seggen-Buchenwald sowie Eichen-Hainbuchen-Mischwälder, Hang- und Blockschuttwälder, Auenwälder, Bruchwälder und unterschiedliche Ausbildungen von Nadelwäldern.

Foto von BuchenwaldDer Wald, wie wir ihn heute in Hessen vorfinden, ist menschengemacht. Er wurde von Förstern und Forstwirten verjüngt, gesäht, angepflanzt und gepflegt. Viele Generationen haben Arbeitskraft und Kapital in diese Wälder gesteckt, um nachfolgenden Generationen nutzbare Waldbestände mit guten Holzqualitäten zu hinterlassen. Diesem hohen Verantwortungsbewusstsein wollen auch wir gerecht werden.

Wir haben durch die geregelte Forstplanung (Forsteinrichtung) entsprechende betriebswirtschaftliche Grundlagen erarbeitet, die uns helfen, immer nur so viel Holz dem Wald zu entnehmen, wie auch jährlich nachwächst. Wir planen und arbeiten daher schon immer auf der Grundlage des heute in aller Munde befindlichen Prinzips der Nachhaltigkeit.