Mai 2010

Jie Li, Dieter König (Revierförster Kirchditmold des Forstamtes Wolfhagen) und Chulin He vor einer Hutebuche (v. l. n. r.).
Vom 16.5. bis 28.05.2010 informierten sich zwei chinesische Forstfachleute im Landesbetrieb Hessen-Forst. Der eine Experte ist Mitarbeiter des Zentrums für forstliche Ökonomie, Entwicklung und Forschung und koordiniert die technische Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ); der andere kommt von der Provinzverwaltung auf der Insel Hainan im Süden des Landes und bearbeitet Geoinformation und Satellitenauswertung.
In der ersten Woche ihres Aufenthaltes in der Hessen-Forst-Landesbetriebsleitung bekamen die beiden Kollegen Einblicke in den Aufbau, die Struktur, Aufgaben, wichtige Gesetze und Verordnungen, in die Förderung des Privat- und Kommunalwaldes und die Arbeit der Forstämter und Revierförstereien.
In der zweiten Woche ging es in Gießen um Forsteinrichtung, Datenverarbeitung, Forstgrundstücke und Bewertung.

Nahezu vollkommen zerstörter Flussauenwald im Pamir. Im Vordergrund sieht man bereits fortgeschrittene Dünenbildung.

Degradierter Gebirgsflussauenwald im Pamir/Tadschikistan. Die restliche Vegetation besteht aus Pappel und Weide.
Tadschikistan
Februar-Mai 2010
Hessen-Forst erstellte im Auftrag der GTZ für Tadschikistan eine forstliche Sektorstudie, die der internationalen Gebergemeinschaft Orientierungshilfen bei der zukünftigen Förderung des Forstsektors geben soll. Das nahezu entwaldete Land am Hindukusch hat kaum noch Brennholzressourcen. Die arme Landbevölkerung ist daher gezwungen vermehrt getrockneten Viehdung als Energiequelle einzusetzen. Dieser fehlt wiederum als Dünger auf den Feldern. Die Studie macht deutlich, dass ein nationales Aufforstungsprogramm unter aktiver Einbeziehung der Landbevölkerung eine zwingende Notwendigkeit der Zukunft ist. Voraussetzung ist aber auch, dass man zu nachhaltigen und planmäßigen Beweidungskonzepten übergeht, die den "unbegrenzten Zugang’ zum Wald für jedermann unterbinden.
April 2010
Nationalpark Projekt in Zentral-Vietnam
Hessische Forstleute beraten auch 2010 ein Nationalpark Projekt in Zentral-Vietnam, das von der deutschen Consulting Firma AHT im Auftrag der KfW durchgeführt wird. Schwerpunkt des hessischen Beitrags liegt bei der kommunalen Waldbewirtschaftung, Errichtung und Management von Baumschulen sowie Planung der Aufforstungsarbeiten. Ein besonderes Problem ist das verbreitete Abbrennen von Naturwaldresten, damit auf diesen Flächen schnell wachsende Exoten angebaut werden, von denen man sich höhere Erträge erhofft. Hessische Forstleute müssen dabei viel Überzeugungsarbeit leisten, damit diese Praktiken zukünftig unterbleiben.
Oktober 2009 – Mai 2010
Hessen-Forst führt EU-Twinning Light Projekt in Bulgarien durch
Stärkung des Forstbereichs in Bulgarien bezüglich nachhaltiger Bewirtschaftung nach EU-Standard
Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) führt der Landesbetrieb Hessen-Forst ein Twinning Light Projekt der EU in Bulgarien durch. Ziel dieses 6-monatigen Projektes ist die Unterstützung der bulgarischen Forstverwaltung bei ihren Maßnahmen, die Struktur der Verwaltung zu verändern und damit einhergehend das Forstgesetz zu novellieren. Wesentlich bei der Organisationsänderung ist, dass Pro und Contra der unterschiedlichen Lösungen aufgezeigt werden und damit den Entscheidungsträgern operationale Unterlagen an die Hand gegeben werden. Die Vergleiche mit "best practice“ in Europa zeigen die Handlungsfelder auf. Kernpunkte der Beratung sind a) Wirtschaftlichkeit der unabhängigen Forstbetriebe, b) Anzahl der Forstbetriebe, c) hoheitliche Steuerung (Forstagentur) und c) Inhalt und Umfang des Forstgesetzes. Im Zuge des Projektes werden die Argumente für die verschiedenen Lösungsansätze der Strukturreform zusammengestellt und gleichzeitig Vorschläge zur Neufassung des bulgarischen Forstgesetzes erarbeitet. Es kommen drei hessische und ein österreichischer Kurzzeitexperte zum Einsatz.
Mai – November 2009
Hessen-Forst unterstützt die Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags in Georgien
In Georgien hat ein Experte von Hessen-Forst im Rahmen des überregionalen GTZ-Projektes "Nachhaltiges Management der Biodiversität im Süd-Kaukasus“ Maßnahmen zur Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags beraten. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der georgischen Forstverwaltung wurden Kontrollsysteme vorgestellt, diskutiert, den Verhältnissen angepasst und befinden sich zurzeit in Erprobung.
November 2009
Hessen-Forst berät Waldnutzergruppen in der Mongolei
In Mandal Soum, einer Region im Norden der Mongolei unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) die örtliche Verwaltung und Bevölkerung in der Bildung von Waldnutzergruppen zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Waldressourcen – eine partizipative Waldbewirtschaftung. Neben der forstpolitischen Beratung zur Schaffung entsprechender gesetzlicher Rahmenbedingungen werden die Gruppen vor Ort direkt gefördert. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) bietet das GTZ Programm Schulungen für die örtlichen Gruppen an, um dem großen Fortbildungsbedarf nachzukommen. Die Themen dieser Schulungen reichen von Grundkenntnissen der Gruppenorganisation und Marktwirtschaft bis hin zur Anlage von Baumschulen, Pflanzung und den Prinzipien einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. In den vergangenen zwei Jahren war eine Mitarbeiterin von Hessen-Forst für die Betreuung verantwortlich.
In einem Kurzzeiteinsatz wurde ein Public Private Partnership - Konzept erarbeitet (PPP) um die Vermarktung von Brennholz und Waldnebenprodukten zu fördern. Dazu wurde die Kooperation mit einem Unternehmer gesucht, der das Marketing und den Vertrieb in der Hauptstadt übernimmt. Die Nutzergruppen verdienen dadurch ihr erstes Einkommen aus dem Wald.
Hessen-Forst entwickelt eine kommunale Waldbewirtschaftungsstrategie in Vietnam
Im Auftrag von AHT/KfW beriet ein Experte von Hessen-Forst das Nationalpark Projekt ‘Nature Conservation and Sustainable Natural Resource Management in Phong Nha-Ke Bang National Park’ ’ in Zentral-Vietnam und unterstützte insbesondere die Project Management Unit (PPMU) der Provinz Quang Binh hinsichtlich der Entwicklung einer kommunalen Waldbewirtschaftungsstrategie.

Eine Reihe von Feldbesuchen in ausgewählte Kommunen in der unmittelbaren Nachbarschaft des Nationalparks Phong Nha-Ke Bang dienten dazu die Waldflächen, die für kommunale Waldbewirtschaftung zur Verfügung stehen einzuschätzen und die Ergebnisse der Landnutzungsplanung sowie der Waldallokation zu bewerten. Die Erarbeitung der Waldbewirtschaftungsstrategie berücksichtigte folgende Aspekte: (i) gesetzliche Rahmenbedingungen, (ii) Entwurf von spezifischen Richtlinien, (iii) Identifizierung von Problemkreisen bei der kommunalen Waldbewirtschaftung, (iv) Analyse von möglichen Auswirkungen anderer relevanter Projekte auf nationaler oder Provinzebene, (v) Gestaltung einer Organisationsstruktur.
Hessen-Forst Experte leitet Projektfortschrittskontrolle in Vietnam
Ein Experte von Hessen-Forst leitete eine Projektfortschrittskontrolle (PFK) der GTZ in Vietnam. Aufgabe des Teams, das sich aus drei deutschen und einem vietnamesischen Experten zusammensetzte war die Evaluierung des Projekterfolgs und Entwicklung von Vorschlägen für die Folgephase des Vorhabens. Der Einsatz umfasste Feldbesuche in nordwestlichen Provinzen des Landes sowie Gespräche im Landwirtschaftsministerium als Trägerorganisation.
Hessen-Forst berät Vietnam bei Entwicklung neuer Forstverwaltungsstrukturen und bei der Verbesserung des Forstlichen Beratungsdienstes
Im Rahmen der Einsätze wurden konkrete Vorschläge für einen neuen, auf örtliche Verhältnisse angepassten Verwaltungsaufbaus eines Einheitsforstamtes als Pilotprojekt unterbreitet. Darin enthalten sind konkrete Empfehlungen für Organisationspläne sowie Anregungen für die Bewirtschaftung von Sonderstandorten mit nationaler Bedeutung. Darüber hinaus wurden Vorschläge zur Überarbeitung der bestehenden forstlichen Bewirtschaftungsvorschriften unterbreitet.
Die Durchführung einer Analyse über Weiterbildungsbedarf sowie eines darauf aufbauenden Trainingsprogramms als Multiplikatorenschulung für die Intensivierung und Verbesserung des forstlichen Beratungsdienstes bildete den weiteren Schwerpunkt der Einsätze. Überdies wurden erste Ansätze zur Weiterentwicklung des forstlichen Vermehrungsgutes vorgeschlagen.
Juli und September 2009
Tadschikistan
Zwei Aufträge der GTZ für Hessen-Forst brachten einen Experten in das im Pamir gelegene Projekt ‘Sustainable Rehabilitation and Development of Flood Plain Forests in Gorno-Badakhshan’. Die Aufgaben innerhalb der Kurzzeit-Einsätze konzentrierten sich während des ersten Einsatzes auf die Erstellung eines Business Plan für die Staatsforstverwaltung der autonomen Region Gorno-Badakhshan.
Der zweite Einsatz beinhaltete die Vorbereitung eines neuen Forstgesetzes für Tadschikistan. Das derzeitige veraltete Forstgesetz wurde vollkommen überarbeitet, wobei der erst kürzlich eingeschlagene Weg der Waldbewirtschaftung durch ein neues Konzept der Waldbewirtschaftung durch Kleinbauern mit in das Gesetz aufgenommen wurde. Dieses innovative Instrument (Joint Forest Management) ist im neuen Forstgesetz verankert. Dabei schenkte man insbesondere der vertraglichen Gestaltung mit dem Vertragspartner Beachtung, der verpflichtet ist, den Wald nach mittelfristigen Forsteinrichtungs- und jährlichen Wirtschaftsplänen zu bewirtschaften.
September 2009
Turkmenischer Forstmann besucht den Landesbetrieb
Herr Batyr Mamedov von der turkmenischen Forstverwaltung, besuchte am 21. September die Landesbetriebsleitung von Hessen-Forst in Kassel. Anschließend besichtigte er die staatliche Samendarre und die Baumschule im Forstamt Hanau-Wolfgang. Turkmenistan und der Landesbetrieb arbeiten seit Anfang 2009 auf forstlichem Gebiet eng zusammen.
August 2009
Vietnamesische Delegation besucht ausgesuchte Stationen im Landesbetrieb
Im Rahmen einer zehntägigen Studienreise, die die deutsche Consulting Firma GFA/Hamburg federführend durchführte, besuchte eine vierzehnköpfige Delegation aus Vietnam ausgesuchte Stationen von Hessen-Forst. Forstleute, lokale Politiker und Verwaltungsangestellte aus den nördlichen Provinzen Thanh Hoa und Nghe An informierten sich in den Forstämtern Herborn und Biedenkopf über die Bewirtschaftung des Kommunal- und Privatwaldes. Im FBZ Weilburg wurde den Gästen die Ausbildung der Forstwirte in Hessen vorgestellt.
Juli 2009
Hessen-Forst berät in Äthiopien den Aufbau eines forstlichen Saatgutzentrums
Im Auftrag des äthiopischen Landwirtschaftsministeriums hat im Juli 2009 ein hessischer Experte für forstliches Vermehrungsgut den Aufbau des regionalen Forstsaatgutzentrums Awassa beraten. Aufbauend auf einer Bedarfsanalyse wurden die Auslegung und das Design der Station entworfen und mit den zuständigen Stellen und lokalern Unternehmern diskutiert. Weiterführende Empfehlungen insbesondere hinsichtlich der Qualifizierung des zukünftigen Labor- und Feldpersonals wurden besprochen.
Georgisch-hessischer Expertendialog über nachhaltige Waldbewirtschaftung und Forstpflanzenzüchtung
Vier Direktoren der georgischen Forstverwaltung trafen sich mit hessischen Experten zu einem Erfahrungsaustausch zu nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Forstpflanzenzüchtung. Wiederaufforstung nach Sturm, Jungbestandspflege, Maschineneinsatz und Dokumentation der Holzerntekette standen auf der Tagesordnung ebenso wie Ausbildung, Forstpflanzenanzucht und Samenernte und –lagerung. Zum Vergleich wurde mit der Forstverwaltung Solms-Braunfels ein Großprivatwald besucht.
Experten-Dialog Nationalpark Kellerwald-Edersee – Nationalpark Tam Dao/Vietnam
Eine Woche lang diskutierten vietnamesische Naturschutz-Experten des Ministeriums für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung (MARD) und vom Tam Dao Nationalpark mit ihren Kollegen aus dem Nationalpark Kellerwald Edersee Aspekte der Entwicklung eines Nationalpark-Management Plans sowie die Integration des NP in die regionale/ländliche Entwicklung. Die Besucher hatten ausgiebig Gelegenheit, sich mit lokalen Unternehmern und Politikern auszutauschen und die Einrichtungen des Nationalparks zu besichtigen.
Forstchef der Pamir Region Tadschikistans besucht Hessen-Forst
Eine Delegation tadschikischer Forstleute, darunter der Leiter der Forstabteilung für die unabhängige Provinz Gorno-Badakshan, besuchten vom 12. bis zum 19.Juli den Landesbetrieb. Themenschwerpunkte der Delegationsreise waren: (i) Organisation des Staatsforstbetriebes, (ii) Bewirtschaftung des Staatswaldes, (iii) die staatliche Samendarre im FA Hanau-Wolfgang, (iv) Betreuung des Kommunal- und Privatwaldes und (v) der Nationalpark Kellerwald-Edersee.
Juni 2009
Chinesische Delegation informierte sich im FA Wiesbaden-Chausseehaus
Zwei hochrangige Vertreter der chinesischen Holz- und Forstwirtschaft besuchten am 11.6.2009 im Rahmen einer Einladung des Deutschen Forstwirtschaftsrates das Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus. Die beiden Gäste, Herr Wang Man (2.v.rechts) und Herr Ju Hongbo (rechts) waren sehr beeindruckt vom hessischen Buchenbewirtschaftungskonzept, das an vier Waldbildern eindrucksvoll demonstriert werden konnte. Nachmittags führte das kultur-historische Programm an den Limes. Hier konnte die Waldbewirtschaftung in Harmonie mit den kulturhistorischen Schutzzielen des Limes demonstriert und diskutiert werden.
März 2009 und Juni 2009
Hochrangige philippinische Umweltexperten zu Besuch bei Hessen-Forst
Zwei Delegationen die von dem philippinischen Präsidentenberater für Umwelt und Natürliche Ressourcen und früheren Umweltminister Hon. Sec. Alvarez sowie dem Unterstaatsekretär für praktische Umsetzung geleitet wurden, informierten sich bei Hessen-Forst zu Fragen der Organisationsstrukturen für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Schutz der Biodiversität. Fragen bezüglich Wald und Klimawandel wurden diskutiert. Exkursionen führten ins Forstamt Wolfhagen.
März and Mai 2009
Turkmenistan
Hessen-Forst wurde von der GTZ mit zwei Kurzzeit-Einsätzen beauftragt, das Projekt ‘Sustainable Forest Management in Turkmenistan’ vor Ort zu beraten. Die Beratungsaufgaben des Experten konzentrierten sich auf: (i) Auswahl von Pilotflächen für Aufforstungen, (ii) standortgerechte Aufforstungen und Baumartenwahl, (iii) Baumschultechniken, (iv) Planung einer Samendarre, (v) Vorbereitung eines detaillierten Rehabilitationsplanes für die Pflanzzeiten 2009/2010 und (vi) Problemanalyse hinsichtlich Landnutzungsrechten, Sicherheit des Landeigentums für Individuen, Haushalte und Gemeinden.
Dezember 2008
Georgische Forstleute zu Gast bei Hessen-Forst
Im Dezember 2008 besuchten fünf georgische Forstleute den Landesbetrieb Hessen-Forst.
Dabei konnten sie sich umfassend über die Produktion, Aufbereitung und Vermarktung des
Rohstoffs Holz im Forstamt Wolfhagen informieren. Am Schluss der Delegationsreise stand
der Besuch eines Laubholz-Sägewerks in Nordhessen auf dem Programm. Der Besuch
intensiviert die forst-technische Kooperation zwischen Hessen-Forst und der georgischen
Forstverwaltung.
November 2008
Hessen-Forst unterstützt Georgien beim Wiederaufbau seiner degradierten Wälder
Die Wälder in der Region Dedoplistskaro im Südosten Georgiens leiden unter
jahrzehntelanger Übernutzung, insbesondere durch Brennholzgewinnung und Überweidung.
Windschutzgürtel, die das Ackerland gegen Erosion schützen sollten, fielen in den 90er
Jahren der Brennholzgewinnung zum Opfer. Circa 30 000 Menschen leben in der Region
und nutzen weiterhin die degradierten Wälder, die durch geeignete Maßnahmen unbedingt
rehabilitiert werden müssen. In diesem Zusammenhang entsandte Hessen-Forst im Oktober
2008 einen Experten, um mit der georgischen Forstverwaltung geeignete
Rehabilitierungsmaßnahmen zu diskutieren. Spezifische Vorschläge zielten vor allem auf
folgende Maßnahmen ab: (i) Verbesserung des natürlichen Verjüngungspotenzials in Offen-
Wald-Landschaften, (ii) Förderung der Naturverjüngung in natürlichen Waldgesellschaften,
(iii) Anlage von Windschutzstreifen und (iv) Anpflanzung von Brennholzplantagen. Die
Beratung erstreckte sich auch auf Fragen geeigneter Saatgut-Herkünfte, Qualität der
Baumschulen, Zusammenarbeit mit geeigneten nationalen Partnerorganisationen sowie das
Kostenspektrum der Maßnahmen. Hessen-Forst und die georgische staatliche
Forstverwaltung beabsichtigen ihre Zusammenarbeit im kommenden Jahr fortzusetzen und
noch zu intensivieren.
Oktober 2008
Hessen-Forst berät Reform der vietnamesische Forstverwaltung
Der Expertenaustausch zwischen Hessen-Forst und einer Delegation vietnamesischer
Forstexperten unter der Leitung des für Forsten zuständigen Vize-Ministers Hua Doc Nhi im
Mai 2008 (siehe unten) unterstütze die Überlegungen der vietnamesischen Regierung zu
strukturellen Reformen im Forstsektor. Er gab Anlass zu Beratungsaufträgen an Hessen-
Forst im Rahmen eines GTZ Projektes:
a) Eine vergleichende Studie zur Analyse von Aufforstungsprojekten mit
deutscher Unterstützung (Kreditanstalt für Wiederaufbau, KfW) im Rahmen
der Aufforstungsprogramme der vietnamesischen Regierung seit 1995;
b) Erste Vorschläge zur Vereinigung der Forstverwaltungseinheiten und zur
Verbesserung der forstlichen Dienstleistungen unter dem Dach eines Pilot-
Distrikt-Forstamtes;
c) Vorschläge zur Verbesserung der Leistungen des forstlichen
Beratungsdienstes in zwei Pilotprovinzen.
Die Einsätze der hessischen Experten erfolgten März und September. Die Zusammenarbeit
soll auch 2009 fortgesetzt werden.
Expertendialog Vietnam – Hessen-Forst
Vietnamesische Planungsexperten informieren sich in Hessen zu naturräumlichen
Planungsverfahren

Im September besuchten vietnamesische Planungsexperten aus dem Mekong Delta das
Rhein-Main-Gebiet. Thema der Bildungsreise war, Einblicke in die Koordinierung,
Zusammenarbeit und Beteiligung bei der naturräumlichen Planung zu bekommen. Auch im
Mekong Delta konzentrieren sich vielfältige Nutzungen auf kleinsten Raum was oft zu
Konflikten führt (beispielsweise Zerstörung der Mangrovenwälder durch Aquakultur). Im
Rahmen der Delegationsreise wurden die theoretischen Grundlagen der Planung vorgestellt
und diskutiert. Besuche in ausgewählten Forstämtern, beim Geopark Bergstrasse-Odenwald
und Planungsverband Ballungsraum Frankfurt sollten die Gesamtproblematik an konkreten
Beispielen verdeutlichen. Besonders interessiert waren die Besucher daran, wie
verschiedene Fachbehörden im Planungsprozess zusammenarbeiten, um ein optimales
Ergebnis zu erzielen. Hessen-Forst beabsichtigt, den Dialog mit Vietnam hinsichtlich dieser
Thematik zu intensivieren.

Expertendialog China – Hessen-Forst
Chinesische Forstexperten informieren sich über das hessische
Standortkartierungssystem

Im September organisierte Hessen-Forst einen 10-tägigen Expertendialog mit chinesischen
Forstleuten aus den Provinzen Hainan, Hunan und Fujian. Thema des Dialogs waren
Überlegungen zur Einrichtung eines vereinfachten, vorläufigen
Standortkartierungsverfahrens für die genannten Provinzen auf der Grundlage des
hessischen Systems. Ein solches Verfahren soll den chinesischen Forstämtern und
Beratungsdiensten rasch eine sichere Grundlage für waldbauliche Entscheidungen und
Empfehlungen liefern. Im Rahmen des Besuches wurden in der Forsteinrichtung in Gießen
die theoretischen Grundlagen vorgestellt und diskutiert. Praktische Beispiele
veranschaulichten die Problematik in den Forstämtern Weilburg und Herborn, wo auch die
Betreuung und Bewirtschaftung des Körperschafts- und Privatwaldes durch Hessen-Forst
vorgestellt wurde. Im FA Neukirchen wurden darüber hinaus das Bioenergiekonzept und die
Rolle des Waldes in der Region Knüll, sowie die Zusammenarbeit des Forstamtes mit den
Gemeinden präsentiert.
Expertendialog Indonesien – Hessen-Forst
Die Beratung des Forstministeriums von Indonesien zur Organisation von Forstverwaltung
und Waldbewirtschaftung wurde mit dem Besuch einer zweiten Expertengruppe fortgesetzt.
Teilnehmer waren diesmal auch Vertreter des für die Dezentralisierung zuständigen
Innenministeriums und aus zwei Landkreisen, darunter der Landrat (Bupati) einer Pilotregion
Banjar in Südkalimantan (Borneo). Intensive Arbeitsgespräche mit Vertretern der
Forstabteilungen von HMULV und RP Darmstadt sowie der Landesbetriebsleitung wurden
ergänzt durch einen Besuch bei der FENA, wo die forstliche Planung ausführlich diskutiert
wurde. Ein Besuch im FA Kirchhain zum Thema Kommunal- und Privatwaldbewirtschaftung
rundete die intensive Arbeitswoche ab.
Hessen-Forst berät die Entwicklung eines Standortkartierungssystems in China
Die Forstreformen der vergangenen Jahre haben unzweifelhaft erfolgreich der Entwaldung
und Degradierung entgegengewirkt und zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen für
die ländliche Bevölkerung geführt. Dennoch: der stehende Vorrat ist bei weitem zu gering
und Strukturen sowie Artenzusammensetzung der Aufforstungen sind der Vitalität der
Bestände abträglich.
Die Notwendigkeit einer Neuorientierung in der mittelfristigen Bewirtschaftungsplanung in
Richtung naturgemäßer, integrierter Waldbewirtschaftung ist von den chinesischen
Verantwortlichen erkannt und eingeleitet worden. In diesem Zusammenhang steht der
Auftrag an Hessen-Forst, der von einem GTZ Projekt erteilt wurde: Beratung und
Unterstützung der Entwicklung eines Standortklassifizierungssystems als Grundlage für
waldbauliche Bewirtschaftungsrichtlinien und Artenwahl.
Von Mitte September bis Ende Oktober 2008 waren dafür zwei Experten von Hessen-Forst
in den Provinzen Hunan und Hainan im Einsatz.