Sorge um den Wald im Hessischen Ried
Die Wälder des Hessischen Rieds gehören seit vielen Jahren zu den forstlichen Brennpunkten im Ballungsraum Rhein-Main. Gekennzeichnet durch eine hohe Bevölkerungsdichte, eine starke Industrialisierung und ein enges Verkehrswegenetz sind Flächenverbrauch, Zerschneidung der Waldgebiete, Schadstoffeinträge aus der Luft und ein hoher Grundwasserbedarf mit Grundwasserabsenkungen die Folgen.
Der Wald-Maikäfer ist eines der Forstinsekten, die die Waldbäume hier zusätzlich unter biologischen Stress setzen. Auch wärmeliebende Kiefern-Borkenkäfer, Schwammspinner, Kiefern- und Eichenprachtkäfer treten immer wieder in Massen auf, verursachen aber nur lokale Schäden. Die warmen Sandböden fördern das Entwickeln und Überleben der Maikäfer. Aktuelle Bodenuntersuchungen im Frühjahr 2009 zeigen, dass die kritische Grenze für Schäden von 1-3 Engerlingen pro Quadratmeter flächig überschritten ist. Schadensschwerpunkte liegen oftmals in Bereichen mit schon lange bestehender Grundwasserabsenkung.

Der Wald-Maikäfer ist für die Waldeigentümer und Förster ein Schädling, weil seine im Waldboden lebenden Larven, die weißlich-gelben Engerlinge, die Feinwurzeln der Bäume fressen und so insbesondere junge Bäume zum Absterben bringen. Vor allem in den alle vier Jahre auftretenden Hauptflugjahren kommt es bei ungestörter Entwicklung zu erheblichen neuen Eiablagen, bei entsprechend hohen Dichten auch in bisher noch nicht belasteten Wäldern, die den "unterirdischen Kahlschlag" verschärfen. 2010 findet zwischen Groß-Gerau, Darmstadt und Mannheim das nächste dieser Flugjahre mit Millionen von Käfern statt. Die ökonomischen und ökologischen Schäden sind an vielen Stellen im Wald bereits deutlich sichtbar. Der Wald wird örtlich dem unterirdischen Wurzelfraß-Druck nicht mehr standhalten können.
Details zur Dynamik der seit 1986 andauernden Massenvermehrung und zur vierjährigen Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Käfer finden Sie in beigefügtem Flyer.
Download:
Der Waldmaikaefer in der hessischen Rhein-Main-Ebene
(2,7 MB)
Informationen zum Waldmaikäfer-Hauptflugjahr 2010
(400 kb)
Informationen zum Waldmaikäfer-Hauptflugjahr 2010 II
(700 kb)
Bildmotive zum Download:
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