Energieholz aus
Hessen ersetzt über 60 Millionen Liter Heizöl
Hessen-Forst setzt Rekordmengen an Brennholz ab und
schult 5.000 Selbstwerber
Hohe
Preise für Heizöl und Gas haben im vergangenen Jahr die Nachfrage
nach Energieholz aus Hessens buchenreichen Wäldern auf ein
Rekordniveau steigen lassen: Mit über 300.000 Raummetern verkauften
die 41 hessischen Forstämter dreimal so viel Brennholz wie noch vor
fünf Jahren, teilte der Landesbetrieb mit.
“Diese Holzmenge entspricht dem Heizwert von 60 Millionen
Litern Heizöl”, sagte der Leiter des Landesbetriebes, Michael Gerst.
Außerdem schulten die Forstämter bereits landesweit über 5.000 so
genannte Selbstwerber, die ihr Brennholz im Wald selber mit der
eigenen Motorsäge gewinnen.
Während in einigen waldarmen Regionen Brennholz schon seit
Wochen ausverkauft ist, müssen sich die Bewohner im waldreichen
Hessen keine Sorgen um ihren umweltfreundlichen Brennstoff machen:
Es wächst mehr Holz nach als genutzt wird, Holzreserven gibt es
reichlich. Nach aktuellen Schätzungen von Hessen-Forst könnte
theoretisch sogar doppelt so viel Holz energetisch genutzt werden
wie bisher. Wegen der anhaltend großen Nachfrage wird der
Landesbetrieb zum 1. September 2006 seine Preise leicht erhöhen: Ein
Raummeter Buchen-Brennholz zum selbst Aufarbeiten kostet dann 18
Euro, gesägtes und am Waldweg lagerndes Holz 45 Euro. Damit bleibt
Holz aber weiter ein sehr preiswerter Brennstoff, denn die
vergleichbare Menge von 200 Litern Heizöl würde derzeit rund 120
Euro kosten.
Hessen-Forst verkauft Brennholz sowohl an professionelle
Händler als auch an private Nutzer. Diese sehen den
Brennholzeinschlag häufig als Hobby, bei dem man sich in freier
Natur körperlich betätigen kann. “Unsere Kunden wollen das so.
Deshalb verkaufen wir auch kein fertiges Brennholz, zumal der
Brennholz-Preis unnötig steigen würde, wenn wir das Holz selbst
sägen, spalten und stapeln würden”, betonte Gerst.
Schutz vor Unfällen mit der Motorsäge
Einen
regelrechten Ansturm verzeichnete Hessen-Forst bei seinen Kursen für
Brennholz-Selbstwerber. Mehr als 5.000 Menschen nutzten landesweit
die Gelegenheit und lernten von den Profis von Hessen-Forst den
richtigen Umgang mit der Motorsäge sowie sichere Fälltechniken.
Nahezu alle Kurse waren ausgebucht. Interessenten sollten sich für
die nächste Brennholzsaison bereits jetzt bei den örtlichen
Forstämtern beraten und in die Wartelisten eintragen
lassen.
Hessen-Forst vermarktet auch größere Mengen Energieholz, die
in Form von Hackschnitzeln für Heizwerke, so in Hohenstein bei Bad
Schwalbach oder für eine Schule in Großalmerode, eine waldnahe
Verwendung finden. Außerdem laufen derzeit Projekte mit Planern von
größeren Heizkraftwerken, die aus Energieholz neben Wärme auch Strom
erzeugen wollen.
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