Hessen-Forst zieht nach 20 Jahren positive Bilanz zum Burgwald-Projekt
Der Landesbetrieb Hessen-Forst richtete gemeinsam mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) eine Fachtagung am 06. Oktober 2006 in Wetter (Nordhessen) aus. In Fachvorträgen und Exkursionen wurden die Erfolge dieses langfristigen Projektes zur Einrichtung eines Biotopverbund-System im mittelhessischen Burgwald vorgestellt.
Seit 1986 unterstützt die hessische Forst- und Naturschutzverwaltung Aufbau und Pflege eines Verbundsystemes auf 20.000 Hektar, vornehmlich unzerschnittene Waldgebiete zwischen Frankenberg, Wetter und Kirchhain. Federführend haben sich hier die Forstämter im Burgwald in der Schaffung eines artenreichen, strukturierten Dauerwaldes auf der Grundlage der natürlichen Waldgesellschaft, dem artenarmen Hainsimsen-Buchenwald mit eingemischter Eiche, engagiert.
„Wichtige Weichenstellungen sind seit 1986 in gemeinsamer Anstrengung gelungen“, so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes Hessen-Forst, in seiner Eröffnung der Fachtagung. „Mehr als 3 Millionen Buchen und Eichen wurden gepflanzt. Auf rund 95 Prozent der Waldfläche findet der Waldbesucher heute bis zu 10 Baumarten im Burgwald. Die Forstleute renaturierten 13 Kilometer Bachläufe und pflegten 50 Kilometer Waldinnen- und -außenränder“, so Gerst.
Nach einer Phase der Inventur und der Planung lag der Schwerpunkt bei diesem Projekt in der konkreten Umsetzung von biotopfördernden Maßnahmen.
„Die in den letzten 20 Jahren investierten 1,2 Millionen Euro - überwiegend Landesmittel, aber auch private Spenden von engagierten Bürgern - zeugen von dem gemeinsamen Willen, auf der Gesamtprojektfläche Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Biotope zu realisieren. Dass die alltägliche Kooperation mit den örtlichen Naturschutzverbänden vorzeigbare Lebensräume aus Menschenhand geschaffen hat, sei Verdienst aller Beteiligten“, so Gerst.
Er erinnerte die mehr als 70 Tagungsteilnehmer aus ganz Hessen auch daran, dass die Waldbesitzer im Projektgebiet darauf angewiesen sind, ihren Wald auch weiterhin forstlich zu pflegen und zu nutzen. Nur so können die erreichten Erfolge für die wichtigen Anliegen des Natur- und Artenschutzes gesichert werden.
„Die zukünftigen Ansprüche an den Wald“, so Gerst abschließend „können nur durch eine multifunktional ausgerichtete Waldwirtschaft, die Nutz- Schutz- und Erholungsansprüche gleichermassen berücksichtigt, erfüllt werden.“
Hintergrund:
Das Burgwald-Projekt umfasst ein weitest gehend unzerschnittenes Waldgebiet von etwa 20.000 Hektar.
In diesem sind folgende Vorrangflächen für Naturschutz enthalten (ohne Berücksichtigung von überlappungen):
- Naturschutzgebiete (FFH-Gebiete): 380 Hektar
- Naturwaldreservate: 140 Hektar
- Altholzinseln: 80 Hektar
- Wald ohne regelmäßige Holznutzung: 300 Hektar
- Biotopflächen: 4.300 Hektar
- Vogelschutzgebiet Burgwald 15.000 Hektar
|