„Kyrill“ hat in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 auch in den hessischen Wäldern zu stärkeren Windwurf- und Windbruchschäden geführt. Eine erste realistische Einschätzung der Forstämter des Landesbetriebs Hessen-Forst bestätigt die Schadensschwerpunkte in Mittel- und Nordhessen.
In den Höhenlagen des Vogelbergs, den Ausläufern des Rothaargebirges, dem Willinger Upland, dem nördlichen Reinhardswald und den höheren Lagen der osthessischen Mittelgebirge sind die Schäden am höchsten.

Unmittelbar nach Abklingen des Sturms haben die Mitarbeiter von Hessen-Forst gemeinsam mit den Straßenmeistereien damit begonnen, die Land- und Kreisstraßen freizuräumen. Anschließend schneiden sie die wichtigsten Waldwege frei, um den tatsächlichen Schadensumfang annähernd ermitteln zu können.
Kontakt zum örtlichen Forstamt aufnehmen
Die Aufarbeitung des Windwurfs ist äußerst gefährlich und wird daher in vielen Fällen mit Forstspezialmaschinen (Harvester) erfolgen. Die ersten Maschinen arbeiten bereits. Die Waldarbeiter wurden durch spezielle Schulungen eingewiesen, weil in den teils mehrfach übereinander liegenden Bäumen gefährliche Spannungen bestehen. Privaten Waldbesitzern, die ihr Holz jetzt möglicherweise sofort selbst aufarbeiten wollen, wird daher nachdrücklich empfohlen, zunächst mit ihrem Forstamt oder der Forstbetriebsgemeinschaft Kontakt aufzunehmen.
Der Schaden konzentriert sich insgesamt mit dem ganz überwiegenden Teil auf die Nadelbaumart Fichte.
Das genaue Schadensvolumen wird sich erst im Zuge der Aufarbeitung ermitteln lassen. Die erste Erhebung der Forstleute in den betreuten Waldflächen lässt eine Holzmenge von bis zu 4 Millionen m³ erwarten.
„Ich habe daher bereits zu Wochenbeginn den regulären Fichteneinschlag im Staatswald gestoppt“ so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst.
Gute Holzmarktlage begünstigt Absatz von Sturmholz
Die Lage auf dem Holzmarkt lässt erwarten, dass spürbare Preiseinbrüche wie nach den Stürmen „Wiebke“ (1990) und „Lothar“ (1999) vermieden werden können. Europaweit wird in erheblichem Umfang Fichtenholz nachgefragt. Dieser hohe Holzbedarf konnte bisher nicht ansatzweise bedient werden. Damit sind günstige Voraussetzungen für eine zügige Verwertung des Holzanfalls gegeben.
Die relative Verteilung der Windwurfmengen ist der anliegenden übersicht zu entnehmen. Ende der kommenden Woche werden genauere Informationen über die Lage in den besonders betroffenen Regionen vorliegen.
Prozentuale Aufgliederung der Windwurfschäden
nach Landkreisen im von Hessen-Forst bewirtschafteten
und betreuten Waldbesitz
(nach Betroffenheit sortiert, Stand 26.01.2007)
| Landkreis |
Windwurfschäden in Prozent an der Gesamtschadensmenge |
| Landkreis Waldeck-Frankenberg |
16,54 |
| Landkreis Marburg-Biedenkopf |
15,93 |
| Vogelsbergkreis |
12,43 |
| Schwalm-Eder-Kreis |
8,99 |
| Landkreis Fulda |
7,64 |
| Werra-Meißner-Kreis |
7,22 |
| Landkreis Kassel |
6,36 |
| Lahn-Dill-Kreis |
6,32 |
| Main-Kinzig-Kreis |
4,08 |
| Landkreis Gießen |
3,06 |
| Landkreis Herfeld-Rotenburg |
2,76 |
| Landkreis Limburg-Weilburg |
2,64 |
| Hochtaunuskreis |
2,13 |
| Wetteraukreis |
0,99 |
| Odenwaldkreis |
0,95 |
| Rheingau-Taunus-Kreis |
0,68 |
| Main-Taunus-Kreis |
0,60 |
| Landkreis Darmstadt-Dieburg |
0,24 |
| Landkreis Offenbach |
0,20 |
| Landkreis Groß-Gerau |
0,14 |
| Landkreis Bergstraße |
0,10 |
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