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Auch in diesem Jahr sind die “fliegenden Hirsche“ in Hessen
wieder unterwegs. Zuerst hört man nur ein lautes Brummen
und wenn dann eines der bis zu neun Zentimeter langen
Hirschkäfer-Männchen mit ihren eindrucksvollen “Geweihen“
im Garten auf der Terrasse landet, ist das Erstaunen groß.
Wie bei Familie Engel aus Bad Hersfeld, die eines der
kapitalen Tiere auf der Fußmatte am Hauseingang vorfand
(siehe Foto).
“Wie schön, dass der Hirschkäfer in Hessen offensichtlich
wieder etwas häufiger seine schwerfälligen Bahnen zieht“ freut
sich Diplom-Biologe Christian Geske von Hessen-Forst, der
die Aktion “Hirschkäfer gesucht“ seit 2005 betreut.
Damals hatte der Fachbereich Naturschutz von Hessen-Forst
mit Sitz in Gießen landesweit in Tageszeitungen, im
Fernsehen und im Radio um die Meldung von
Hirschkäferbeobachtungen und -funden gebeten.
Und der Erfolg war überwältigend: Über 1000 Rückmeldungen
gingen per Telefon, E-Mail oder Post bei ihm ein.
Insbesondere in Nord- und Mittelhessen konnte so das
Wissen um die Verbreitung der Art in den Wäldern,
Parklandschaften und Gärten deutlich erweitert werden.
Hirschkäfer liebt anspruchsvollen Lebensraum
Überraschend war, dass besonders viele Meldungen aus
sonnigen Gärten und Ortsrändern mit altem Baumbestand
kamen. Offensichtlich nutzt der Hirschkäfer solche Bereiche
auch gerne als Lebensraum. Um den Larven des Käfers eine
Chance zu geben, sollten daher insbesondere besonnte
Baumstümpfe in lockerem Boden nicht gerodet werden,
sondern möglichst lange erhalten bleiben. In den verrottenden
Randbereichen zum Boden entwickeln sich die Larven des
Hirschkäfers fünf bis sechs Jahre lang, bis die eindrucksvollen
Käfer schlüpfen.
Beobachternetz dient als Barometer
Um die landesweiten Bestände des Hirschkäfers auch
weiterhin zu dokumentieren und den Bestand der Tiere
langfristig zu sichern, setzt Hessen-Forst nun auf die Mitarbeit
interessierter Mitbürgerinnen und Mitbürger. In den nächsten
Tagen werden alle, die im Jahr 2005 Hirschkäfer gemeldet
haben, erneut gebeten, am “ersten hessischen Hirschkäfer-
Beobachternetz“ teilzunehmen. “Wir würden uns freuen, wenn
möglichst viele Bürger Lust haben, mit uns gemeinsam dieses
eindrucksvolle Tier dauerhaft zu beobachten“ so Michael
Jünemann, der die Aktion als direkter Ansprechpartner
begleitet.
Die eingehenden Fundmeldungen sollen wie ein Barometer
den Zustand der hessischen Hirschkäfervorkommen
widerspiegeln. Bei Bedarf können dann die
Lebensbedingungen der Art durch gezielte waldbauliche
Maßnahmen der Förster oder spezielle Artenhilfsmaßnahmen
verbessert werden.
Wer in das Meldenetz aufgenommen und jährlich zur Situation
des Hirschkäfers in Hessen informiert werden oder einfach
eine Sichtung melden möchte, kann unter Tel.: 0641/4991-259
oder naturschutzdaten@forst.hessen.de Näheres erfahren.
Hinweis für die Redaktionen:
Bei Bedarf können wir Ihnen für Ihre Region auch
konkrete Informationen zu Verbreitungsschwerpunkten
des Hirschkäfers oder Bereichen mit besonders vielen
Meldern (Schwerpunkte z.B. um Marburg, Fritzlar, Bad
Hersfeld) geben.
Die beigefügten Fotos können kostenfrei mit Nennung
der Bildautoren genutzt werden.
Ihr Ansprechpartner bei Hessen-Forst/ FENA
für Rückfragen zur Aktion:
Diplom-Biologe Christian Geske
Tel.:0641/4991-263
Fax: 0641/4991-260
E-Mail: naturschutzdaten@forst.hessen.de
Download PM Hirschkäfer | Foto 1 | Foto 2
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