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Ab 2010 fliegen ausländische Gäste von Hessen-Forst und eigene Mitarbeiter, die im Ausland internationale Beratungsdienstleistungen erbringen, "klima-neutral". Nach wissenschaftlichen Kriterien wird die Menge des Treibhausgases CO2 berechnet, die einer Person während ihres Fluges zugerechnet werden muss. Dann wird ermittelt, wie viele Bäume notwendig sind, um diese durch den Flug ausgelöste CO2-Menge aufzunehmen und über Photosynthese in Holz umzuwandeln.
So sind beispielsweise für einen Hin- und Rückflug von Frankfurt nach Peking 62 Buchen zu pflanzen. Ausländische Gäste bekommen hierfür ein Zertifikat, das die Klimaneutralität ihres Fluges bescheinigt.
Die erste Gruppe, die vom stellvertretenden Leiter des Landesbetriebs Detlef Stys, am 11. März in Gießen ein Zertifikat überreicht bekam, ist eine Delegation indonesischer Forstfachleute. Sie tauschen sich vom 6. bis 13. März 2010 mit Fachleuten der Hessischen Forstbehörden und des Landesbetriebes Hessen-Forst in einem Expertendialog zum Thema "Organisation von Verwaltung und Forstbetrieben" aus. Für den Flug von Jakarta nach Deutschland und zurück muss der Ausstoß von 3.390 kg CO2 kompensiert werden. Dafür sind 80 Bäume notwendig.
Die Aufforstungsfläche muss eine Fläche sein, die mindestens seit 1990 kein Wald war, um internationale Anforderungen an die "Zusätzlichkeit" der CO2-Aufnahme zu erfüllen. Die Aufforstungsfläche für die Besucher aus Indonesien befindet sich im Forstamt Wolfhagen. Dort wird, wie an jedem anderen hessischen Forstamt, auf dessen Gebiet CO2-Ausgleichspflanzungen vorgenommen werden können, über jedes vergebene Zertifikat Buch geführt.
Hintergrund: Hessen-Forst Consulting
Hessische Förster haben sich von jeher weltweit und in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit engagiert. Vor mehr als hundert Jahren wurde die Waldbewirtschaftung in Indien und Nordamerika durch die in Hessen geborenen und ausgebildeten Forstleute Wilhelm Schlich bzw. Carl-Alwin Schenck maßgeblich beeinflusst. In den letzten Jahrzehnten wurden zahlreiche Experten zu GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit), CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung), DED (Deutscher Entwicklungsdienst) und FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation) beurlaubt.
Der Name der Hessischen Landesforstverwaltung ist untrennbar mit der Bereitstellung von einheimischem Pflanzmaterial und der Aufforstung der "Grünen Mauer" in China, dem Aufbau der Forstschulen in Brasilien und Kenia, der Einrichtung des kenianischen forstlichen Saatgutzentrums sowie der koreanischen Waldbauernvereinigungen verbunden. 2004 wurde der Sachbereich "Internationale Beratungsdienstleistungen" von Hessen-Forst eingerichtet, um die wertvolle Erfahrung aus diesen und anderen Projekten in größerem Umfang verfügbar zu machen. Seither wurden die Geschäftsbeziehungen zu Partnern in vielen Teilen der Welt intensiviert.
Hessen-Forst ist auch in Indonesien aktiv:
| 2000 - 2004 |
Hessischer Forstmann als GTZ Chief Technical Advisor im Projekt "Stärkung der Managementkapazitäten im Forstministerium", unterstützt die Prozesse des nationalen Waldprogramms. |
| 2005 -
heute |
Wiederkehrende Beratung zur Entwicklung eines Forest Management Systems (FMU System) im Rahmen des gleichen Projektes. |
| 2007, 2008, 2010 |
Jeweils einwöchige Expertendialoge Indonesien / Hessen-Forst in Hessen. |
Für Rückfragen steht Ihnen unsere Pressestelle unter der Rufnummer
0561 / 3167-157 gerne zur Verfügung.
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