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"Die Erfolge des im Jahre 2001 gegründeten Landesbetriebes Hessen-Forst sind heute offensichtlich", erklärte der Hessische Forstminister Wilhelm Dietzel anlässlich der Herbstsitzung der Betriebskommission in Kassel.
Mit Blick auf den Orkan Kyrill, der im vergangenen Januar insbesondere in Nord- und Mittelhessen starke Schäden hinterlassen hat, betonte Minister Dietzel weiter: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hessen-Forst arbeiten in vorbildlicher Weise das Sturmholz auf und beseitigen die entstandenen Schäden. Die Struktur und die Organisation von Hessen-Forst bewährt sich bei der Bewältigung einer solchen Naturkatastrophe ebenso wie bei der regulären Arbeit zum Wohle des Waldes."
Von den über sechs Millionen Kubikmeter Windwurfholz hat Hessen-Forst bereits rund 90 Prozent aufgearbeitet und vermarktet. Etwa 800.000 Kubikmeter werden auf insgesamt 28 Großlagerplätzen konserviert, um die Versorgung der holzverarbeitenden Betriebe auch in den Folgejahren zu sichern. Nicht zuletzt hierdurch konnte der Holzpreis in Hessen auf einem Niveau stabilisiert werden, das die Vermögensverluste für die von Hessen-Forst betreuten Waldeigentümer in Grenzen gehalten hat.
Besonderes Gewicht legt der Landesbetrieb auf die Pflege und Stabilisierung der Wälder. Rund zehn Prozent des im hessischen Staatswald jährlich zuwachsenden Holzes blieben im Schnitt der vergangenen Jahre ungenutzt. Die regelmäßig durchgeführten Waldinventuren zeigen eine stetige Zunahme des im Wald stehenden Holzvorrates, obwohl im Zuge einer nachhaltigen und multifunktionalen Waldbewirtschaftung mehr Holz als in den früheren Jahren entnommen wird.
"Mit der Bereitstellung von Holz aus nachhaltiger Waldpflege leistet die Forstwirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und schafft Raum für weiteren Holzzuwachs im Wald. Förster betreiben im Wirtschaftswald die effektivste Solaranlage, denn Blätter und Nadeln wandeln das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in Holz um und wirken somit der Erwärmung der Erdatmosphäre entgegen", führte Dietzel weiter aus.
In den letzten Jahren wurden im Staatswald jährlich rund 830.000 junge Bäume gepflanzt, die zusammen mit der natürlichen Waldverjüngung den Grundstein neuer, artenreicher Waldgenerationen bilden. "Auf den Windwurfflächen nutzen wir jetzt die Chance, stabile und widerstandsfähige Kulturen zu begründen. Durch den Erhalt alter Bäume sowie den Schutz wertvoller Waldbiotope wird darüber hinaus das Ziel einer höheren Biodiversität erreicht. Die vielfältigen gesellschaftlichen Anforderungen werden von den Mitarbeitern des Landesbetriebes erfolgreich und nachvollziehbar in unserem naturnahen Wirtschaftswald erfüllt", erläuterte Minister Dietzel.
Die Pflege und Unterhaltung der Waldwege ist ein weiteres Beispiel für eine multifunktionale Waldwirtschaft. Über vier Millionen Euro hat der Landesbetrieb hierfür jährlich im hessischen Staatswald investiert, die im gleichen Maße der Erholung im Wald zugute kommen. Im Rahmen der Beseitigung der längerfristigen Sturmschäden kommen hierfür in den kommenden Jahren auf die Forstämter erhebliche Mehraufwendungen zu.
Neben der Erholung spielt die Bereitstellung von Brennholz als umweltfreundliche, preisgünstige und den Klimaschutz fördernde Alternative zu fossilen Energieträgern in den letzten Jahren eine zunehmende Rolle. Rund 644.000 Kubikmeter (2005: 523.000 Kubikmeter) wurden durch Hessen-Forst im letzten Jahr in Form von Scheitholz vermarktet. Dies entspricht einer Wärmekapazität von über 70.000 Einfamilienhäusern. "Begleitend bieten die Forstämter spezielle Kurse zum Umgang mit der Motorsäge an, mit denen im Jahr 2006 rund 9000 Teilnehmer (2005: 7000 Teilnehmer) durch die Forstwirtschaftsmeister von Hessen-Forst im sicheren Umgang geschult werden konnten", so der Landesbetriebsleiter, Michael Gerst.
Die Regulierung der Wildbestände ist eine wichtige Voraussetzung für die nachwachsende Baumgeneration. So verdeutlicht das Ausmaß der vom Rotwild geschälten Stämme und der vom Rehwild verbissenen Jungpflanzen für den Landesbetrieb die Notwendigkeit einer verstärkten Bejagung, um Wildschäden am Waldvermögen abzuwehren.
Im Rahmen der Jagdnutzung bestehen vielfältige Jagdmöglichkeiten im hessischen Staatswald.
Gäste erlegen den Großteil der Wildstrecke von Hessen-Forst. Darüber hinaus sind zwischenzeitlich mehr als ein Viertel der Jagdreviere im Staatswald an private Jäger verpachtet.
Das aus hessischen Wäldern stammende Wildfleisch stellt ein hochwertiges und gesundes Lebensmittel dar, das bei den Forstämtern unzerteilt oder küchenfertig portioniert erworben werden kann. Eine sehr erfreuliche Entwicklung verzeichnen die Angebote zur Umweltbildung: Sie werden inzwischen so intensiv nachgefragt, dass in diesem Jahr die Zahl von 150.000 Teilnehmern überschritten wird. "Dies zeigt, dass Hessen-Forst mit seinen Spezialisten für Waldpädagogik und mit weiteren Angeboten und Kooperationen auf einem guten Weg ist. Hessen-Forst bietet Kindern und Jugendlichen einen Zugang zur Natur sowie ein Verständnis für die Zusammenhänge von Schutz, Pflege und Nutzung unseres Waldes", betonte der Minister.
Hessen-Forst betreut landesweit 417 kommunale Forstbetriebe mit einer Gesamtfläche von rund 291.000 Hektar. Damit sind 98 Prozent dieser Waldfläche der fachkundigen Betreuung durch Hessen-Forst treu geblieben. Dieses Ergebnis hängt nach Einschätzung des Ministers auch damit zusammen, dass Hessen-Forst den Kommunen gute finanzielle Ergebnisse bescheren konnte.
Im Rahmen der Betreuung zahlreicher privater Waldbesitzer werden außerdem Beratungsleistungen und spezielle Schulungsangebote der drei mobilen Waldbauernschulen mit den Schwerpunkten Holzernte und Arbeitssicherheit intensiv nachgefragt.
"Zum Ende des Jahres wird Hessen-Forst sein ehrgeiziges Programm zur sozialverträglichen Anpassung seines Personalbestands weitestgehend umgesetzt haben. Die Maßnahme wurde im Rahmen der ‚Operation sichere Zukunft' der Hessischen Landesregierung durchgeführt und hatte zum einen das Ziel, ein positives Ergebnis bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes zu erreichen. Zum anderen sollte der Steuerzahler im Rahmen des sonstigen gemeinwohlorientierten Aufgabenspektrums von Hessen-Forst spürbar entlastet werden", so Landesbetriebsleiter Gerst.
Bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes wurde im Jahr 2006 ein Überschuss von rund drei Millionen Euro erzielt. Für die zahlreichen Produkte, die Hessen-Forst darüber hinaus im Auftrag des Landes erbringt, wurde der Haushaltsmittelbedarf seit Bestehen des Landesbetriebes reduziert. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass im Jahr 2005 die Übertragung zusätzlicher Aufgaben, wie beispielsweise das Management des neu gegründeten Nationalparks Kellerwald-Edersee, erfolgte.
Hintergrund:
Die Landesbetriebskommission für Hessen-Forst soll eine dem Wald in Hessen angemessene Ausgewogenheit und Kontinuität in der strategischen Zielsetzung des Landesbetriebes sichern. Sie ist ein unabhängiges Gremium und steht außerhalb der Linienorganisation. Sie analysiert und bewertet den Rechenschaftsbericht und nimmt beratend zu allen Fragen Stellung, die die strategische Zielsetzung des Landesbetriebes betreffen. Hierzu gehören auch Stellungnahmen zum Entwurf des Gesamtwirtschaftsplanes und zu Ergebnisprognosen.
Die Landesbetriebskommission setzt sich zusammen aus
- der/dem Ressortminister/in (Vorsitz),
- je einer/em Abgeordneten der Fraktionen des Hessischen Landtags,
- je einem Vertreter des Fach- und des Finanzressorts,
- einem Vertreter des Personals (auf Vorschlag des Gesamtpersonalrats des Landesbetriebes),
- bis zu insgesamt 4 weiteren Persönlichkeiten insbesondere aus der Wirtschaft, dem Umweltbereich, dem Kommunal- und dem Kleinprivatwald oder der Wissenschaft.
In Kürze steht der Geschäftsbericht 2005/2006 des Landesbetriebes Hessen-Forst zur Verfügung.
Hinweise für die Redaktion:
Für Fragen oder weitere Informationen stehen Ihnen gerne die Mitarbeiter unserer Pressestelle zur Verfügung.
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