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Im Rahmen des ersten Hessischen Waldpädagogik-Forums in Weilburg hat Umweltministerin Silke Lautenschläger heute Absolventen des ersten Ausbildungs-Lehrganges mit dem bundesweit anerkannten "Zertifikat Waldpädagogik" ausgezeichnet. Das 1. Hessische Waldpädagogik-Forum wurde vom Landesbetrieb Hessen-Forst und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald initiiert. "Neben der Fortbildung der waldpädagogischen Akteure freue ich mich, dass das Ziel erreicht wurde, ein interdisziplinäres Netzwerk hessischer Waldpädagogik zu gründen", so die Ministerin.
Eine Vielzahl unterschiedlicher waldpädagogischer Akteure kam am heutigen Mittwoch nach Weilburg, um sich zu informieren. Sie tauschten sich über die aktuellen Entwicklungen in der Waldpädagogik aus. Im Rahmen der Veranstaltung wurden neueste Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Forschung im Bereich Waldpädagogik vorgestellt. Dabei wurden drei zukunftsweisende Praxisbeispiele aus dem schulischen und außerschulischen Bildungsbereich präsentiert.
Hohe Qualität der hessischen Waldpädagogik dauerhaft sichern
"Die verschiedenartigen beruflichen Hintergründe der Waldpädagogen erfordern die Sicherstellung einer einheitlichen und hohen Qualität in der Waldpädagogik", so Michael Gerst, Leiter des Landesbetriebes Hessen-Forst. Die Frage der Qualitätssicherung in diesem Bereich sei von großer Bedeutung, denn kaum ein anderer gesellschaftlicher Aufgabenbereich werde als zentrale Zukunftsaufgabe eingestuft wie die Qualität der Bildung, sagte Gerst in seinem Redebeitrag. Daher habe die Qualitätssicherung das Fortbildungsangebot mit Zertifikat nach sich gezogen. Die Fortbildung richtet sich insbesondere an Pädagoginnen und Pädagogen sowie Forstleute, die sich in der Waldpädagogik engagieren. "Die Zusammensetzung aus unterschiedlichsten Berufsgruppen im Zertifikatskurs fördert den interdisziplinären Austausch und führt zu ausgesprochen positiven Synergieeffekten des voneinander Lernens", hob Gerst hervor.
Gründung des Waldpädagogik-Netzwerkes
Nachdem die ersten der jährlich beginnenden und sich über zwei Jahre erstreckenden Zertifikats-Lehrgänge auch in Hessen erfolgreich durchgeführt wurden, gelte es zukünftig, die Inhalte und Methoden der Waldpädagogik weiter zu optimieren und das Zertifikat dauerhaft zu etablieren. "Hierzu wird das Waldpädagogische Netzwerk Hessen mit seiner regelmäßigen Veranstaltung "Hessisches Waldpädagogik-Forum" einen wichtigen Beitrag leisten und den fachlichen Austausch vertiefen", versprach Gerst.
Hintergrund
In den vergangenen Jahren hat die Waldpädagogik in Hessen als Teil der schulischen und außerschulischen Bildung zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Der Wald als Lernort bietet vielfältige Möglichkeiten und Anreize, so dass ganzheitliche Bildungsansätze ausgesprochen gut umsetzbar sind. Darüber hinaus wirkt das Erleben des Ökosystems und Wirtschaftsraumes Wald weitaus nachhaltiger als das alleinige Lernen im Klassenzimmer. Aufgrund seiner vielfältigen Funktionen und der ausgesprochen langen Wirtschaftszeiträume ist er ein idealer Lernort für die Umsetzung einer "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Ziel der BNE ist es, dass die Individuen Kompetenzen erwerben, um aktiv und eigenverantwortlich die Zukunft gestalten zu können. In diesem Zusammenhang spielen ebenso rationale, emotionale wie auch handlungsbezogene Komponenten und der Erwerb von Urteilsfähigkeit eine entscheidende Rolle. Bildung für nachhaltige Entwicklung dient speziell dem Gewinn von Gestaltungskompetenz.
Diese Erkenntnis hat sowohl Pädagoginnen und Pädagogen als auch Försterinnen und Förster motiviert, sich in der Waldpädagogik zu engagieren. Bereits im Dezember 2000 hat der Gesetzgeber die Waldpädagogik mit Unterstützung der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald als Auftrag im hessischen Forstgesetz verankert.
Nicht nur die Nachfrage nach waldpädagogischen Bildungsangeboten steigt ständig, sondern auch die Zahl der aktiven Waldpädagoginnen und -pädagogen. Verantwortlich für die Umsetzung der Waldpädagogik in Hessen sind der Landesbetrieb Hessen-Forst mit seinen Bildungsangeboten und -einrichtungen sowie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. als Träger der vier hessischen Jugendwaldheime und Anbieter naturschutzfachlicher Fortbildungen sowie vieler praxisnaher Veranstaltungen. Daneben bieten immer mehr Kindertagesstätten und Kindergärten sowie Schulen waldpädagogische Aktivitäten an. Außerdem wächst die Zahl privater Anbieter, die das waldpädagogische Angebot ergänzen.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite:
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