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"Das ist hier ein richtiges "Hirschkäfer-Fly-In“ freut sich Thomas Schulz aus Büdingen über die unerwarteten Besucher in seinem Garten. Familie Schulz hatte an einer großen dicken Eiche im Garten einen störenden Ast entfernt. Nun tritt an der Rindenverletzung ein dicker, trüber Baumsaft aus. Und der lockt liebestolle Hirschkäfer in großer Anzahl an.
"Solche so genannten "Saftleckstellen“ sind klassische Plätze für das erste Rendezvous der Hirschkäfermännchen mit den Weibchen“, erläutert der Diplom-Biologe Christian Geske von Hessen-Forst.
Kampf um die Weibchen
Doch wie beim echten Hirsch muss das Männchen sich erst im Duell beweisen. Der Verlierer der Schaukämpfe wird vom Baum geschleudert – der Gewinner darf sich mit einem der wartenden Weibchen paaren. Ganze drei Tage dauert die Paarung. Danach müssen die Weibchen in ihrer kurzen Lebenszeit als Käfer auch noch die Eier an einem geeigneten Ort ablegen.
Mit etwas Glück jetzt in Hessen zu beobachten
Mit etwas Glück können die eindrucksvollen Hirschkäfer jetzt in Hessen gesichtet werden. "Zurzeit bekommen wir aus ganz Hessen die ersten Fundmeldungen rein. Schwerpunkt ist im Augenblick vor allem Südhessen, aber auch aus Marburg, Büdingen und Gelnhausen gibt es die ersten Fotos von kapitalen Hirschkäfern“, berichtet der Förster Michael Jünemann von der Servicestelle für Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA). Fast täglich gehen hier beim Hessischen Hirschkäfermeldenetz E-Mails mit Fotos und Fundhinweisen ein. "Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Hessen uns ihre Hirschkäferfunde mitteilten“, so Jünemann, der die Aktion als direkter Ansprechpartner begleitet. Meldungen können per Telefon unter der Nummer 0641-4991-0 oder per E-Mail unter der Mailadresse "naturschutzdaten@forst.hessen.de“ erfolgen.
Eichen sind bevorzugte Lebensräume
"Hirschkäfer haben zur Zeit Stress mit der Paarung“, erläutert Christian Geske weiter. "Stellen Sie sich vor, Sie leben sechs bis acht Jahre als Larven unter der Erde und haben dann nur wenige Wochen Zeit, als Käfer einen Partner für die Fortpflanzung zu finden.“ An einem sonnigen Waldrand mit alten Eichen fühlten sie sich beispielsweise besonders wohl. Aber auch im eigenen Garten kann für den Hirschkäfer ein Lebensraum entstehen. Ein alter Baumstumpf in sonniger Lage kann auch hier schon nach wenigen Jahren Lebensraum für den Nachwuchs des Hirschkäfers werden. Auch Gartenbäume mit blutenden Rindenwunden können Hirschkäfer anlocken.
Familie Schulz freut sich jedenfalls schon auf weitere spannende Abende mit großem Hirschkäfertheater auf ihrer Terrasse.
Weitergehende Tipps zur Beobachtung und Informationen zu hessischen Hirschkäfern gibt es unter http://www.hessen-forst.de/fena/.
Hinweise für die Redaktion:
Die beigefügten Bilder können unter Nennung des jeweiligen Bildautors gerne verwendet werden.
Für Rückfragen steht Ihnen Christian Geske in der FENA unter der Rufnummer 0641-4991 - 263 (Gießen) gerne zur Verfügung.
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