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Im Rahmen eines Forst- und Holzwirtschaftlichen Kolloquiums verabschiedet Hessen-Forst den langjährigen Abteilungsdirektor Dr. Wolfgang Seidenschnur einen Tag vor Erreichen seines 65. Lebensjahres am 25.02.2010 im Kloster Haydau, Altmorschen. Der Leiter des Landesbetriebs Hessen-Forst, Michael Gerst, würdigt im Kreise von Kollegen, Mitarbeitern und zahlreichen Repräsentanten der Holzwirtschaft vor allem die Tatkraft und Zielstrebigkeit des in Höxter geborenen Forstbeamten. "Diese herausragenden Eigenschaften ziehen sich wie ein roter Faden durch seine 1965 beginnende forstliche Laufbahn“, bilanziert Gerst.
Seidenschnur wächst in Nord-Ost-Hessen in Oedelsheim, Gemeinde Oberweser, auf und ist als Forsteleve im Forstamt Langen, anschließend als Forststudent in Göttingen und Freiburg. Zwischen 1969 bis 1972 verbringt er sein Referendariat im Vogelsberg-Forstamt Konradsdorf, später wird er promoviert am Lehrstuhl für Ertragskunde der Forstwissenschaftlichen Fakultät in Göttingen über "Ergebnisse von Lärchenart und Lärchenherkunftsversuchen der Niedersächsischen Forstlichen Versuchsanstalt“. Von 1975 bis 1979 ist er Hilfsreferent im Referat "Fachangelegenheiten der Forstverwaltung und Liegenschaften“ des hessischen Forstministeriums und zeitgleich kommissarischer Forstamtsleiter in Hofheim. Er bekleidet im Ministerium die Stelle des Referatsleiters für Landschaftspflege, bevor er 1979 bis 2002 Leiter des Forstamtes Melsungen wird. Seitdem ist er bei Hessen-Forst Abteilungsleiter für "Waldbau, Forsteinrichtung, Jagd und Holzverkauf“.
Seidenschnur: Leidenschaftlicher Lehrer und Mentor
Zahlreiche Absolventen des Fachbereichs Forstwirtschaft der Fachhochschule Hildesheim-Holzminden in Göttingen, die heute beispielsweise Reviere leiten, haben in den Jahren 1986 bis 1992 Wolfgang Seidenschnur als "ihren Professor“ für Holzmesslehre und Waldbau durch seine Lehraufträge und Exkursionen kennen gelernt. Seine Dynamik, den hohen Praxisbezug und einen breiten beruflichen Erfahrungsschatz erleben auch viele Beschäftigte der Landesforstverwaltung und des Landesbetriebs, wenn er als Moderator in Forstämtern auftritt. Seidenschnur gibt hierbei regelmäßig vertiefende Fach- und Hintergrundinformationen weiter, zumal ihn vor allem Führung von und der Umgang mit Menschen auszeichnen. "Nicht zuletzt seine Beiträge zur Novellierung der Hessischen Waldbaufibel und die Einführung eines Waldbautrainings setzen Akzente, die nachwirken“, führt Gerst weiter aus.
Hessen-Forst platziert Rohholz in bedeutsamer Dimension am Markt
Unter der Ägide von Hessen-Forst und insbesondere mit Seidenschnurs tatkräftiger Unterstützung werden zwischen 2002 und 2009 durch die betreuten Betriebe rund 30 Millionen Festmeter Rohholz in einem Wert von rund 1,5 Milliarden Euro am Markt platziert. "Für einen Betrieb aus dem Sektor der Urproduktion ist das eine durchaus beachtliche Dimension“, zeigt sich der Landesbetriebsleiter zufrieden. Die Cluster-Studie der HessenAgentur (2007) "Forst und Holz in Hessen“ hatte seinerzeit 11.000 Unternehmen identifiziert, die 57.000 Mitarbeiter beschäftigten und 2004 einen Umsatz von elf Milliarden Euro erwirtschafteten, so dass vor diesem Hintergrund die Leistung Seidenschnurs besonders deutlich wird.
Neu-Ansiedlung von zwei Sägewerken in Hessen
Die mit dem bereitgestellten Rohstoff ermöglichte Gesamtwertschöpfung ist vor allem bei der stofflichen Verwertung des Holzes um ein Vielfaches höher. Daher begrüßt Hessen-Forst auch die Ansiedlung von zwei Sägewerken, die jetzt ihren Betrieb in Hessen aufnahmen, werden schließlich Säge-Nebenerzeugnisse und Waldrestholz zur Energiegewinnung genutzt - sei es als Pellets oder in Kraftwärmekopplung -, so profitierten Waldbesitzer, Haushalte und Klima gleichermaßen.
Nachhaltige Holzmobilisierung
Im Rahmen seiner Tätigkeit schafft Seidenschnur leistungsfähige und straffe Prozesse bei Holzernte und Vertrieb und damit auch die Voraussetzung sowohl für die regionale Wertschöpfungskette als auch die nachhaltige Holzmobilisierung. "Wolfgang Seidenschnur steht als Synonym für zuverlässige Lieferanten-Kunden-Beziehungen. Sein Credo ist ein partnerschaftlicher, von Respekt und Vertrauen getragener Umgang aller Beteiligten.“ Seine Überzeugungskraft habe die Vermarktung des Rohstoffes Holz mit voran getrieben und neue Wege Richtung Italien oder Fernost eröffnet. Dabei habe Seidenschnur auch Krisensituationen, wie zum Beispiel nach den Sturm Kyrill, im Wortsinn "gemeistert“. In seiner Zusammenarbeit mit Mitarbeitern, Kollegen, Kunden und Partnern sei der Forstmann gleichermaßen gewinnend wie fordernd.
Ausgleich von Wald und Wild
Der einst leidenschaftliche Jäger Seidenschnur wendet sich in den letzten Jahren verstärkt dem Schutz des Waldvermögens zu und macht sich konsequent für einen Ausgleich von Wald und Wild stark. Hierzu hat Hessen-Forst in enger Abstimmung mit Hegegemeinschaften, Sachkundigen und Jagdbehörden im Jagdbetrieb der Forstämter die Weichen gestellt.
Nachfolger im Amt: Jörg van der Heide
Ab 1. März 2010 folgt Jörg van der Heide auf Dr. Wolfgang Seidenschnur als Abteilungsleiter. Der gebürtige Korbacher studierte zwischen 1983 und 1987 in Göttingen Forstwissenschaften. Sein Referendariat absolvierte er als Erster seines Jahrgangs im Forstamt Frankenberg in 1988 für zwei Jahre. Im Anschluss daran bleibt er sieben Jahre beim Regierungspräsidium als Dezernent für "Personal, Organisation, Aus- und Fortbildung“, bevor er bis 2007 im Forstamt Diemelstadt tätig ist. 2008 hospitiert er im Fachministerium in Wiesbaden, bevor er seit Oktober 2008 in der Landesbetriebsleitung in Kassel tätig ist, zunächst als Sachbereichsleiter "Holzverkauf II., Technische Produktion und Logistik“, ab kommende Woche als Abteilungsleiter. Van der Heide hat drei erwachsene Kinder.
Die Mitarbeiterschaft des Landesbetriebs Hessen-Forst wünscht Dr. Wolfgang Seidenschnur für den neuen Lebensabschnitt viele Jahre bei bester Gesundheit und hoffentlich mehr Zeit für die Familie, Reisen und seine Hobbies: Sport und Wandern sowie nach wie vor die Jagd und Kleintierhaltung.
Bildunterschrift: Hessen-Forst: Kontinuität beim Stabwechsel, alter und neuer Abteilungsleiter für "Biologische und technische Produktion, Holzverkauf und Jagd“ Dr. Wolfgang Seidenschnur und sein Nachfolger Jörg van der Heide (v. l., Foto: Hessen-Forst).
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