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Quellen sind nicht nur wichtige Wasserspender, sondern auch wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten.
Vor allem in Hessens Wäldern finden sich noch zahlreiche naturnahe Quellbereiche, auf die der Landebetrieb HESSEN-FORST seine besondere Aufmerksamkeit richtet. Das Forstamt Hofbieber übernimmt mit der Patenschaft für den Lebensraum Quelle eine Modellfunktion für den Landesbetrieb HESSEN-FORST. Im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit dem Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen, dem Biosphärenreservat Rhön und dem Verein RhönNatur e.V. wurden von Schülern einer 7. Klasse der Mittelpunktschule Hilders am 28. April Quellbereiche untersucht und aktive Schutzmaßnahmen umgesetzt.
Die Veranstaltung fand im Rahmen einer HESSEN-FORST-Reihe zum "internationalen Jahr der Biodiversität" statt. "Mit dem Jahresprogramm zur Biodiversität möchten wir auf das breite Spektrum an Arten- und Biotopschutzmaßnahmen hinweisen, die der Landesbetrieb HESSEN-FORST mit unterschiedlichen Partnern landesweit umsetzt", erläuterte Frank Scheler, Sachbereichsleiter für Naturschutz in der Landesbetriebsleitung.
Der Landesbetrieb HESSEN-FORST hat Artenpatenschaften ins Leben gerufen, mit denen 40 Forstämter in Hessen langfristige Verantwortung für jeweils eine oder zwei Patenarten bzw. Patenlebensräume übernehmen. Das Spektrum reicht dabei von der Wildkatze über die Kreuzotter bis zum Schwarzstorch und besonderen Lebensräumen wie Hochmoore oder Heideflächen im Wald. Das Forstamt Hofbieber in der Rhön hat sich dabei für die seltene Mopsfledermaus und für die Quellen als Patenlebensraum entschieden.
In enger Zusammenarbeit mit dem Biospärenreservat Rhön wurde so die Ochsenbornquelle renaturiert, indem Einfassung und Drainagen entfernt wurden.
Auf der Grundlage der Kartierung und GPS-Erfassung der Quellen im Forstamtsbereich durch den Landesverband für Höhlen- und Karstforschung werden zukünftig sämtliche Quellen und Quellbereiche im Forstamt Hofbieber im geografischen Informationssystem von HESSEN-FORST digital erfasst und im Gelände mit dauerhaft sichtbaren Markierungen versehen. Bei allen Arbeiten im Wald kann so für die eigenen Mitarbeiter und beauftragte Unternehmen sichergestellt werden, dass bei Holzerntearbeiten Quellen und Quellbereich stets geschont werden.
Hintergrund:
Das Biosphärenreservat Rhön ist eines der am besten untersuchten Gebiete in Deutschland, wenn es um Quellen geht. Im Auftrag der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates wurden bisher annähernd 1600 Quellen in der Rhön untersucht. Die Untersuchungen führt seit 2003 Stefan Zaenker, Vorsitzender des Landesverbandes für Höhlen- und Karstforschung Hessen durch. Stefan Zaenker hat mit weiteren ehrenamtlichen Helfern in ganz Hessen und den angrenzenden Gebieten bereits über 5600 Quellen und Höhlensysteme erforscht.
Neben der Erfassung der genauen Lage und Art der Quellen interessieren sich die Quellenforscher insbesondere für die Tierwelt der Quellen. Es handelt sich dabei oftmals um wenige Millimeter große Arten, die sich auf das Leben im Grundwasser und in den damit in Verbindung stehenden Quellen spezialisiert haben. Zu einiger Berühmtheit hat es dabei die nur etwa zwei Millimeter große Rhön-Quellschnecke gebracht, die weltweit nur in sauberen Quellgewässern in der Rhön, im Vogelsberg und im nördlichen Spessart zu finden ist. Aber auch andere Arten, wie Ruderfußkrebse oder unterschiedliche Insektenlarven tummeln sich in den Quellgewässer. Dabei erfüllen diese Tiere durch ihre Ernährungsweise wichtige ökologische Funktionen im Naturhaushalt. Sie zersetzen Algen- und Pflanzenbewuchs innerhalb der winzigen Bodenkapillaren, in denen das Grundwasser sich sammelt und tragen damit einen wesentlichen Beitrag zur Bereitstellung unseres wichtigsten Lebensmittels, dem Trinkwasser bei. Die gemeinsamen Aktivitäten zum Schutz der Quellen zeigen, dass wirkungsvolle, nachhaltige Naturschutzarbeit am besten in Kooperation mit allen Akteuren auf den verschiedenen Ebenen funktioniert.
Weitere Informationen finden Sie hierzu im Internet:
www.hessen-forst.de
www.biosphaerenreservat-rhoen.de
www.hoehlenkataster-hessen.de
www.rhoen-im-fluss.de
Für Rückfragen und Bildmaterial steht Ihnen unsere Pressestelle unter der Rufnummer 05 61 / 31 67-1 76 / 1 57 gerne zur Verfügung.
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