Wald erleben

Das Arboretum Main-Taunus

Auf dem Gelände eines ehemaligen Flugplatzes ist in den 80er Jahren das Arboretum Main-Taunus entstanden. Erleben Sie die Farb- und Formenvielfalt der stattlichen Sammlung an Bäumen und Sträuchern und tauchen Sie ein in die Welt der Dendrologie.

Vielfalt zu entdecken

Reisen Sie von den sommergrünen Laubwäldern von Nordamerika, den daran nördlich anschließenden borealen Nadelwäldern bis ins südliche Mitteleuropa. Auch die in den Nadelwäldern im Westen Nordamerikas beheimateten Baumriesen, die Mammutbäume, können Sie im Arboretum finden – nur sind sie bei uns noch (lange) nicht so groß. Aber auch wenn sie noch nicht ganz ausgewachsen sind, können Sie bei Ihrem Besuch über 600 Baum- und Straucharten aus 38 Waldgesellschaften kennen lernen. Sie repräsentieren vier Regionen der gemäßigten Zone der Nordhalbkugel:

  • Westliches Nordamerika
  • Östliches Nordamerika
  • Asien
  • Europa, Kaukasus und Kleinasien

Die Bäume und Sträucher dieser vier Gegenden haben ähnliche Ansprüche an Niederschläge, Temperatur und Jahreszeitenverteilung, sodass wir sie hier nebeneinander anpflanzen konnten.

Streuobstwiesen
Sie prägen das Landschaftsbild in ganz Hessen und sind vor allem auch für den Frankfurter Raum charakteristisch. Früher standen Obstbäume auf breiten Grüngürteln um die Ortschaften herum, säumten die Feldwege und Straßen und prägten unsere Kulturlandschaft. Der „Äbbelwoi” wurde schließlich zum hessischen Nationalgetränk.

Foto einer Wiese mit Streuobs

Streuobstwiese im Arboretum


Durch die intensivierte Landwirtschaft sind die Nutzung des Obstes und damit die Pflege der Wiesen und Obstbäume in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. Streuobstwiesen bieten aufgrund der extensiven Nutzung aber einen Strukturreichtum, der für viele Pflanzen- und Tierarten Lebensraum ist: Insekten, Vögel, Fledermäuse, Marder, Spitzmäuse und oftmals auch selten gewordene Kräuter und Orchideen finden Sie hier.
Die Streuobstwiesen des Arboretums mit ihren alten Kulturarten der heimischen Apfel-, Birnen- und Steinobstsorten werden beweidet, damit sie nicht mit Büschen zuwachsen. Die Bäume erhalten jeden Winter einen Pflegeschnitt.

Sukzessionsflächen
In der Mitte des Arboretums liegen Flächen, die wir nicht bearbeiten oder bepflanzen. So werden sie in den nächsten Jahrzehnten nach und nach von verschiedenen Pflanzengesellschaften besiedelt, was man als Sukzession bezeichnet. Anfangs finden sich Gräser und Kräuter ein – ideale Lebensbedingungen für viele Insekten- und Vogelarten. Im Laufe der Zeit wachsen immer mehr dauerhafte Gehölze, sodass eine Buschlandschaft entsteht. Diese wird sich dann irgendwann zu einem richtigen Wald entwickeln. Kommen Sie vorbei und erleben Sie diese Entwicklung mit.

Feuchtbiotop
Im Westen des Geländes haben wir ein kleines Feuchtbiotop geschaffen, das durch seine kleinflächig wechselnden Strukturen aus Flach- und Steilufern, kiesigem und lehmigem Untergrund sowie einer Insel zahlreiche Lebensräume bietet.
Da hier störungsempfindliche Arten vorkommen, ist dieser Bereich nicht öffentlich zugänglich.

Geologische Sammlung
In zentraler Lage des Arboretums Main-Taunus haben wir eine geologische Sammlung eingerichtet. Dort finden Sie 24 Gesteinsblöcke aus ganz Hessen, die Zeugen der mehr als drei Milliarden Jahre alten Geschichte der Erde sind.

Waldpädagogisches Angebot

Sie wollen Ihren Kindern die Dendrologie, Wald und Natur spielend näher bringen oder das Arboretum nicht alleine erkunden? Das Forstamt Königstein bietet Ihnen auf Anfrage maßgeschneiderte Angebote:

  • den Jahreszeiten angepasste Exkursionen, Experimente und waldpädagogische Angebote für Kindergärten, Schulen und für Erwachsene
  • dendrologische Fachführungen
  • Sonderführungen und Veranstaltungen

Ausgangsbasis aller Veranstaltungen ist das Waldhaus. Es bietet zwei Schulungsräume und beherbergt den Waldkindergarten. Bei größeren Veranstaltungen werden auch die drei Außenstationen für Gruppenarbeiten genutzt.

Interesse? Wir freuen uns auf Ihre Anfrage:
Forstamt Königstein
Tel.: 06174 9286-0
E-Mail: Forstamt Königstein

 

Entstehung des Arboretums Main-Taunus

Das Gelände des heutigen Arboretums Main-Taunus diente vor und während des Zweiten Weltkrieges als Feldflugplatz für die Deutsche Luftwaffe. Bis zur Inbetriebnahme des Frankfurter Flughafens ließen die amerikanischen Streitkräfte hier ihre Maschinen landen und starten. Nach Ende des Besatzungsstatus' wurde die Bundesrepublik Deutschland Eigentümer der Flächen. Sie wurden über viele Jahre von der Bundespost, dem Technischen Hilfswerk und weiterhin der US-Armee genutzt.

Im Jahre 1981 erwarb das Land Hessen eine Restfläche von 76 Hektar zur Schaffung eines ökologischen Ausgleichsraumes im Ballungsgebiet Rhein-Main. Für den Ausbau des Flughafens Rhein-Main wurden Ausgleichsflächen zur Aufforstung gesucht, wofür sich das ehemalige Flugplatzgelände anbot. Es wurden Bunker gesprengt, Beton- und Schotterpisten beseitigt, verdichteter Boden aufgelockert und mit der Aufforstung begonnen.

Dabei legte die damalige Landesforstverwaltung großen Wert darauf, die Belange der Bevölkerung zu berücksichtigen: Daher ist keine einfache Aufforstung aus heimischen Baumarten entstanden, sondern das Arboretum Main-Taunus.

Anfahrt

Mit dem Öffentlichen Nahverkehr
S-Bahn S3/S4
bis Eschborn-Südbahnhof, 20 min Fußweg

Bus Linie 58 oder 810
bis Haltestelle "Sossenheimer Strasse" (Autohaus NIX), dann ca. 6 min. Fußweg


Mit dem Kfz
Von der A 66 kommend
Abfahrt Eschborn: An der Kreuzung "Frankfurter Straße/Elly-Beinhorn-Str." (Autohaus NIX) links abbiegen Richtung Mann Mobilia. Ab dem Kreisverkehr der Beschilderung ARBORETUM folgen bzw. dritte Ausfahrt "Katharina-Paulus-Straße" und dann die nächste Straße „Am Weißen Stein“ rechts abbiegen. Am Ende der Straße befinden sich Parkplätze. Das Waldhaus befindet sich noch etwa 50 m weiter gerade aus auf der linken Seite.

Von der A5 kommend
Abfahrt Eschborn weiter auf Umgehungstrasse Richtung Kronberg bis Abfahrt "Camp Phönix Park" Richtung Mann Mobilia. Ab dem Kreisverkehr der Beschilderung ARBORETUM folgen bzw. erste Ausfahrt "Katharina-Paulus-Straße" und dann die nächste Straße „Am Weißen Stein“ rechts abbiegen. Am Ende der Strasse befinden sich Parkplätze. Das Waldhaus befindet sich noch etwa 50 m weiter gerade aus auf der linken Seite.

Adresse für das Navigationsgerät
Am Weißen Stein
65824 Schwalbach