Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Bad Schwalbach  –  Naturschutz

Waldnaturschutz im Forstamt Bad Schwalbach

Der heimische Wald liefert uns einen wertvollen umweltfreundlichen Rohstoff, das Holz. Der Wald ist gleichzeitig der artenreichste Lebensraum in Hessen. Nirgendwo sonst finden sich so viele, oft auch seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemals in Hessen ausgestorbene Arten sind in unsere Wälder zurückgekehrt: Schwarzstorch, Kolkrabe, Uhu, Wildkatze, Biber, Fischotter und Luchs fühlen sich jetzt wieder heimisch. Wir wissen, dass Hessens Wälder für viele Arten ein wertvoller Lebensraum sind. Für beide wichtigen Funkti-onen des Waldes – die Nutzung und den Artenschutz - übernehmen wir die Verantwortung und berücksichtigen sie in unserer täglichen Arbeit.

1. Europäisches Schutzgebietsnetz

Das Forstamt Bad Schwalbach betreut 15.333 ha staatliche, kommunale und private Forst-betriebsflächen. Davon sind 14.257 ha bewaldet. Wir erarbeiten als Partner der Oberen Na-turschutzbehörde die Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete. Diese umfassen im Forstamt mit den Flora-Fauna-Habitaten (FFH-Gebiete) 577 Hektar und damit rund 4 Prozent der betreuten Waldfläche.

Die durch die Obere Naturschutzbehörde veröffentlichten Managementpläne können im Natureg-Viewer des Landes Hessen eingesehen werden. (Link: http://natureg.hessen.de/Main.html?role=default)

Das Forstamt betreut außerdem 3 reine Naturschutzgebiete (ohne FFH-Überlagerung) mit einer Gesamtfläche von ca. 47,3 Hektar.

2. Naturschutzleitlinie

Wir bewirtschaften den Staatswald und die betreuten Wälder nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus. Dadurch sind wir in der Lage, Naturschutzanliegen sehr gut in unsere tägliche Arbeit zu integrieren.

Eine wichtige zusätzliche Grundlage für den Naturschutz im Staatswald des Forstamts ist die von HessenForst erarbeitete „Naturschutzleitlinie für den Hessischen Staatswald“.
Sie enthält vier Säulen:

Säule 1: Naturschutzkodex

Säule 2: Habitatbäume

Säule 3: Kernflächen

Säule 4: Arten- und Habitatpatenschaften

3. Totholz

Viele, oft auch seltene, Arten wie holzzersetzende Pilze, Käfer und andere meist unschein-bare Kleinstlebewesen finden ihren Lebensraum im Totholz. Totholz ist daher ein weiterer wichtiger Stützpfeiler der Biodiversität.
Studien wie die Bundeswaldinventur zeigen eine deutliche Erhöhung der Totholzmenge in-nerhalb der letzten Jahrzehnte. In nahezu allen Beständen ist daher gegenwärtig sowohl stehendes als auch liegendes Totholz in den unterschiedlichsten Dimensionen vorhanden.
Der Schwerpunkt der weiteren Totholzanreicherung im Forstamt wird aber zukünftig in den Habitatbaumgruppen und Kernflächen sowie in schwer zugänglichen Bereichen, wie den Steillagen liegen. Dies geschieht schwerpunktmäßig in den über 120jährigen Buchen- und Eichen-Beständen. Im laubholzgeprägten Forstamt Bad Schwalbach haben diese Flächen einen Umfang von ca. 3900 Hektar.

4. Weitere Naturschutz-Pflegeflächen im Forstamt

Neben den Kernflächen und ausgewiesenen Naturschutzgebieten gibt es in den von uns betreuten Wäldern Biotope, die wir aus Naturschutzgründen beständig pflegen und nur ein-geschränkt bewirtschaften.

Waldränder
Waldränder bieten vielen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien einen ab-wechslungsreichen, oft sonnigen oder feuchten Lebensraum. Im Idealfall sollen Waldränder stufig aufgebaut und von verschiedenen Strauch- und Baumarten durchsetzt sein, um einer Vielzahl von Arten den geeigneten Lebensraum zu bieten. Deshalb bedürfen sie einer be-sonderen Pflege. Dazu werden sie gezielt durchforstet oder aber auch aktiv mit selteneren Gehölzarten angereichert.
Allein im Staatswald hat das Forstamt Bad Schwalbach 25.000 Meter Waldaußenränder.

Waldwiesen
Waldwiesen sind wertvolle Biotope für vielerlei Pflanzenarten wie Orchideen oder seltene Gräser. Besonders innerhalb großer Waldgebiete sind es die eingestreuten Waldwiesen, die den Waldtieren einen wichtigen Nahrungsraum bieten. Diese Waldwiesen finden bei Land-wirten wenig Beachtung, da sie meist wenig Ertrag bringen, schlecht zu bewirtschaften und ebenso schlecht zu erreichen sind. Sie werden durch die Forstbetriebe oft mit besonderem finanziellem Aufwand aktiv offengehalten und somit vor der Wiederbewaldung durch Suk-zession bewahrt.
Im Staatswald des Forstamtes Bad Schwalbach findet man 37 Hektar Waldwiesen ganz un-terschiedlicher Flächengröße und Form.

Für Rückfragen

Für Rückfragen steht Ihnen unser Forstamtsteam gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner für Naturschutzangelegenheiten ist Herr Jürgen Müller.