Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Darmstadt  –  Heiraten nach Art der Darmstädter Landgrafen

100. Trauung Dianaburg

Einhundertmal das Jawort. Die Dianaburg feiert am 10.06. die Jubiläumstrauung. Bürgermeister Rafael Reißer: „Heiraten nach Art der Landgrafen erfreut sich im Darmstädter Norden großer Beliebtheit. Nach nur knapp vier Jahren haben wir die 100er Marke erreicht.“

Seit Sommer 2012 bietet die Stadt Darmstadt in Kooperation mit HessenForst, Forstamt Darmstadt Brautpaaren die Möglichkeit, sich im restaurierten Jagdpavillon Dianaburg in Kranichstein, dessen Geschichte bis in die Zeit des Landgrafen Ludwig III. zurückreicht, standesamtlich trauen zu lassen. Am Freitag, 10. Juni begeht dieser außergewöhnliche Traustandort nun ein besonderes Jubiläum: um 15 Uhr findet die 100. Hochzeitszeremonie in der Dianaburg statt. Gemeinsam mit dem Brautpaar werden das Standesamt der Stadt Darmstadt und HessenForst dieses Ereignis feiern.

Das glückliche Brautpaar und der Leiter des Forstamts Darmstadt, Hartmut Müller (Foto: Darmstädter Echo)


Bürgermeister Rafael Reißer freut sich über das Jubiläum: „Die Dianaburg für standesamtliche Trauungen zu öffnen, hat sich als großer Erfolg erwiesen. Heiraten nach Art der Landgrafen erfreut sich im Darmstädter Norden großer Beliebtheit. Nach nur knapp vier Jahren haben wir die 100er Marke erreicht. Allein für dieses Jahr sind noch rund zwanzig weitere Trautermine reserviert. Die Dianaburg ist das ideale Angebot für Paare, die eine individuelle Alternative suchen und in idyllischer und zugleich geschichtsträchtiger Kulisse den Bund fürs Leben schließen wollen.“

Der Jagdpavillon Dianaburg ist in erster Linie Heiratswilligen mit Wohnsitz in Arheilgen, Wixhausen oder Kranichstein vorbehalten. Interessenten, die nicht in einem der drei genannten Stadtteile wohnen, können über das Standesamt Darmstadt eine Sondergenehmigung beantragen. Trauungstermine werden an Freitagen im Zeitraum von Mai bis September vergeben. Für Informationen und Fragen rund um das Thema Trauung in der Dianaburg steht das Standesamt Darmstadt unter 06151-132760 oder per Mail an standesamt@darmstadt.de zur Verfügung.

Heiraten nach Art der Darmstädter Landgrafen

"Interessierten Brautpaaren in Darmstadt steht ab August 2012 die Möglichkeit offen, sich standesamtlich in entspannter Atmosphäre und idyllischer grüner Kulisse trauen zu lassen. Zielgruppe sind Brautpaare, die sich eine Zeremonie in individuellem und zugleich geschichtsträchtigem Ambiente wünschen.
Die Stadt Darmstadt in Kooperation mit Hessen Forst Forstamt Darmstadt bieten ab August 2012 in den Sommermonaten an jedem zweiten Freitag im Monat standes-amtliche Termine im restaurierten Jagdpavillon „Dianaburg“ im Kranichsteiner Wald an. Als neuer Standort in Darmstadt möchten wir mit der „Dianaburg“ eine persönliche und außergewöhnliche Alternative bieten, den Bund der Ehe zu schließen“.

Mit dieser Ankündigung wurde am 19.07. 2012 der Traustandort an der Dianaburg im Beisein von Herrn Bürgermeister Rafael Reißer eröffnet.

Wir wussten nicht, wie unser Angebot angenommen werden würde. Würden alle organisatorischen Dinge funktionieren? Wie kommt das besondere Ambiente eines Jagdpavillions im Kranichsteiner Wald bei den Heiratswilligen an? Ein wenig Unsicherheit war schon dabei, als wir im August 2012 mit den Standesamtlichen Trauungen an der Dianaburg begonnen haben, resümiert Hartmut Müller, der Forstamtsleiter des Forstamtes Darmstadt.

Nach nunmehr fast drei Jahren und dem Beginn der vierten Saison kann man ganz eindeutig sagen. Die Dianaburg ist als besonderer Ort für eine standesamtliche Trauung bei den Paaren hier in Darmstadt angekommen. Die Dianaburg läuft zwar dem Hochzeitsturm nicht den Rang ab. Es ist halt ein ganz anderer Ort, die Atmosphäre ist ruhiger und alles ist ein Stückweit intimer, betonen die Bezirksverwalter von Arheilgen und Wixhausen, Herr Schmidt und Herr Henske, die die Trauungen an der Dianaburg durchführen, unisono.

Heiraten im außergewöhnlichen Ambiente des Waldes (Foto: Fotogenstudio)



Hintergrund:

Auf der barocken Parforcesternanlage am Waldrand mit Blick auf das Forsthaus Kalkofen stand ursprünglich das Rokoko-Schlösschen Dianaburg, das der Jagdlandgraf Ludwig VIII. (1691-1768) für seinen Sohn Ludwig IX. für 7.000 Gulden als Geburtstagsgeschenk erbauen ließ. Das 1765 durch den Ingenieuroffizier Jakob Hill errichtete, zweistöckige Gebäude enthielt im Keller eine Küche, im Erdgeschoss einen Speisesaal, der mit einem „Tischleindeckdich“ - Mechanismus ausgestattet war. Im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und die Spitze bildete eine begehbare Dachlaterne.

Nach dem Regierungsantritt 1768, verlegte der Sohn des Jagdlandgrafen, der Soldatenlandgraf Ludwig IX. seinen Wohnsitz nach Pirmasens. Das Rokokojagdhaus an der Dianaburg verfiel. Schließlich wurde es 1808 auf Abbruch an Arheilger Bürger verkauft. Eine physikalische Prospektion im Jahre 2000 ergab, dass alle Reste aus alter Zeit abgetragen worden sind.

Großherzog Ludwig III. (R. 1848-1877), der Erneuerer und Stifter zur Verschönerung der Wälder, ließ bereits vor sei-nem Regierungsantritt 1836 an historischer Stätte das derzeitige Gebäude als einen schlichten achteckigen Biedermeierpavillon errichten. Entsprechend der höfischen Jagdtradition wurden in den, inzwischen nach Westen erweiterten Wald, Schneisen zu einer neunstrahligen Parforcesternanlage geschlagen, deren Namen an die Mythen der griechischen Jagdgöttin Artemis erinnern: Endymion-, Calypso- und Nymphenschneise. Zur Zerstreuung der Waldbesucher gehörte zu der Anlage auch ein Irrgarten.

In gelungener Partnerschaft zwischen dem „Förderkreis Dianaburg e.V.“ - einem Zusammenschluss von Bürgern um Gelder zur Rettung des Gebäudes zu sammeln -, der örtlichen Handwerkerschaft und dem Forstamt Darmstadt wurde die „Dianaburg“ in den letzten Jahren saniert.

Nähere Informationen können Sie dem Flyer "Heiraten in der Dianaburg" [PDF, 1,0 MB]entnehmen.
Bei Interesse oder Rückfragen nehmen Sie bitte direkt mit dem Forstamt Kontakt auf.