Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Darmstadt  –  Besonderheiten

Waldschäden im Hessischen Ried

Die Vitalität der Wälder im Hessischen Ried im Westen der Stadt Darmstadt hat sich in diesem Jahr deutlich verschlechtert. Ursache hierfür sind verschiedene Schadfaktoren, unter anderem das trockene und sehr niederschlagsarme Frühjahr, tlw. hohe Temperaturen im Sommer sowie ein derzeit zum Teil massiver Engerlingsbefall des Maikäfers. In der Kiefer wird diese Situation noch verschärft durch den Pilz Diplodia, den Verursacher des Kieferntriebsterbens. Insgesamt läuft die Schadensentwicklung sehr rasant und führt tlw. zum flächigen Absterben der Kiefer.

Auf folgender Karte [PDF, 1,3 MB] können Sie die geschädigten Gebiete betrachten. Diese Gebiete sind in drei Schadensstufen untergliedert- von einzelnen, geschädigten Bäumen bis hin zu großflächigen Absterbeerscheinungen.

Waldbesitzer sind insbesondere zum Schutz der Erholungssuchenden dazu verpflichtet die Waldbesucher vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen zu schützen (sog. Verkehrssicherungspflicht). Da mit einer Erholung der geschädigten Bäume nicht mehr zu rechnen ist und um einer weiteren Entwertung des Holzes vorzubeugen, müssen sie geerntet werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Holzes fließt direkt in die Sanierung der geschädigten Waldflächen.

Eine Waldsanierung durch Anlage von Kulturen wird überall dort konsequent umgesetzt, wo das Risiko durch den Engerlingsfraß noch tolerierbar ist. Wir pflanzen in den betroffenen Waldbereichen, je nach standörtlichen Gegebenheiten, geeignete Baumarten und konform zum jeweiligen Zertifizierungsstandard.

In den kommenden Wochen werden wir mit der Holzernte beginnen und die geschädigten Bäume entnehmen. Dabei kann es zu Sperrungen einzelner Wege und Pfade kommen. Wir bitten um Verständnis, denn Ihre Sicherheit liegt uns am Herzen. Bleiben Sie bitte auf den Wegen und respektieren die aufgestellten Sperrschilder.

Hessisches_Ried_Schadfaktoren

Hessisches_Ried_Schadfaktoren

Absterbende Kiefern an der Mühlschneise müssen gefällt werden

Die Stadt Darmstadt pflegt gemeinsam mit dem Forstamt Darmstadt die Waldflächen entlang der Mühlschneise westlich von Eberstadt.

„Wir müssen unverzüglich etwas tun um die abgestorbenen Bäume aus dem Waldabteilungen zu bekommen, die Gefahr dass die Bäume auf die Wege stürzen ist zu groß“, erklärt Hartmut Müller, Forstamtsleiter des Forstamtes Darmstadt.

Es gibt mehrere Faktoren warum die Bäume im Bereich der Mühlschneise absterben. Durch das zu trockene Frühjahr sind die Waldbäume stark geschwächt in die Vegetationsperiode gestartet, des Weiteren haben die Maikäferengerlinge in den Waldabteilungen im Bereich der Mühlschneise sehr stark zugenommen, so dass auf großer Fläche die Bäume absterben. Gleichzeitig hat das Kieferntriebsterben in der Fachsprache „Diplodia“ rasant zugenommen. „Wir sind sehr erschüttert über das diesjährige Ausmaß der Schäden“ erklärt Müller. Die Waldbesitzer sind insbesondere zum Schutz der Erholungssuchenden dazu verpflichtet die Waldbesucher vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ästen zu schützen (sog. Verkehrssicherungspflicht). Da mit einer Revitalisierung der geschädigten Bäume nicht mehr zu rechnen ist und um einer weiteren Entwertung des Holzes vorzubeugen, müssen sie nun leider gefällt werden. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Holzes kommt der Sanierung der geschädigten Waldflächen zu gute.

In den nächsten Wochen werden die geschädigten Bäume entlang der Mühlschneise und den Waldwegen die bevorzugt von Waldbesuchern genutzt werden mit Hilfe eines Harvesters entnommen. Dabei versuchen wir ein Großteil der Bäume vom Weg aus aufzuarbeiten. „Der Harvester hat den Vorteil, dass die abgestorbenen Bäume aus Sicht der Unfallgefahr sicher auf den Waldboden gebracht werden können“, so Müller. „Dies läuft sehr pfleglich und es ist eine sichere Methode“ erklärt der Forstamtsleiter. Dabei kann es zu Sperrungen einzelner Wege und Pfade kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis, denn die Sicherheit der Waldbesucher ist wichtig, die Waldbesucher sollten in jedem Falle die aufgestellten Sperrschilder respektieren.

Eine Waldsanierung durch Anlage von Kulturen wird überall dort konsequent umgesetzt, wo das Risiko für die Neuanpflanzungen durch den Engerlingsfraß tolerierbar ist. „Im Waldgebiet an der Mühlschneise müssen wir jedoch auf Grund der aktuell hohen Enger-lingsdichten Pflanzungen zunächst zurückstellen“ erklärt Müller. Die Wurzeln der jungen Bäume würden vom Engerling gefressen. Aktuell haben dort Neuanpflanzungen keine Chance.

Walderhaltung im Hessischen Ried

Foto von Waldschäden im Westwald

Waldschäden im Westwald (Foto: M. Kalinka)


Ungefähr 3000 ha des Waldes liegen im Naturraum Hessisches Ried. Wegen der leichten Böden, dem trocken-warmen Klima und der geringen Niederschläge ist dies ein Gebiet, das infolge des Klimawandels am empfindlichsten reagiert. Zusätzlich zu den Naturfaktoren und den Insektenzügen sind hier die zivilisatorischen Einflüsse wie Grundwasserentnahme, Zerschneidung, Waldbrand und Überdüngung so stark wirksam, dass der Wald abstirbt und versteppt. Darum hat die Hessische Landesregierung ein Walderhaltungsprogramm aufgelegt, um das Schutzwaldsystem im Westen des Ballungsraumes Rhein-Main zu schützen und zu sanieren.

Naturpark Bergstraße-Odenwald

Die Entwicklung der Landschaft als Nah- und Wochenenderholungsgebiet erfolgt in enger Abstimmung mit dem Naturpark Bergstraße Odenwald. Das besonders entwickelte Wanderwegesystem, das die Waldbesitzer pflegen und erhalten, wird durch den Odenwaldclub markiert und in Wanderkarten dargestellt.

Der Waldkunstpfad

"Luftschloss" am Waldkunstpfad (Foto: A. Schilling)

"Luftschloss" am Waldkunstpfad (Foto: A. Schilling)

Im zweijährigen Turnus veranstaltet der Internationale Waldkunstverein gemeinsam mit dem Forstamt ein internationales Waldkunstsymposium mit Arbeitsphase und Ausstellung.14 Kunstschaffende aus 10 Ländern haben 2006 entlang eines Rundweges jeweils in Kooperation mit einem Wissenschaftler oder Spezialisten aus den Bereichen Biologie, Geologie, Architektur oder Forstwissenschaft ihre Werke geschaffen.
Beispielhaft sei das Werk von Anne Berlit aus Deutschland herausgegriffen:

"Das Luftschloss blendet den funktionalen Alltag bewusst aus. Frei von Konventionen dient es der Seele als Rückzugsort,"

wie es die Beschreibung vom Internationalen Waldkunstverein beschreibt.

www.waldkunst.com

Waldtempel, Waldbrünnchen, Namensbäume

Foto mit einem Ruheplatz im Wald

Ruheplatz im Wald am Dachsberg (Foto: M. Kalinka)

In nächster Umgebung Darmstadts finden sich eine Vielzahl gefasster Brunnen und Waldtempel. Alle tragen einen Namen und haben eine Geschichte. Beispielsweise der Georgenbrunnen im Kranichsteiner Forst, welcher nach dem hessischen Prinzen Georg Wilhelm benannt ist oder der Mathildentempel, der den Namen der Gemahlin Großherzog Ludwigs des Dritten trägt.
Der Darmstädter Bürgermeister Ernst Holtzmann hat Tempel und Brünnchen jeweils in einem Buch zeichnerisch dargestellt.

Bemerkenswert ist auch die Darmstädter Namensbaumtradition. Im Großherzogtum Hessen waren bereits im Dezember 1898 alle Oberförstereien beauftragt worden, aus den Gemarkungen ihres Dienstbezirkes von sämtlichen Bäumen, die durch Alter, historische Erinnerungen und Schönheit hervorragen oder aus anderen Gründen von der Bevölkerung geschätzt werden, Verzeichnisse aufzustellen. Die Bäume wurden anschließend mit Namen bezeichnet, diese auf einem Schild an dem Baum angebracht, „damit den Bäumen dauernde Aufmerksamkeit und die erforderliche Pflege zu Teil wird“.

Aktuell hat das Forstamt Darmstadt die Namenspatenschaft bedeutender Persönlichkeiten vergangener Zeiten für 62 Bäume topographisch festgehalten und die Namenspaten in einer Kurzbiographie vorgestellt. Ein Teil dieser Bäume lässt sich durch die Wanderung von 2 ausgewiesenen Wegen aufsuchen.

Jagdschloss und Wildschutzgebiet Kranichstein

Foto eins gemauerten Jagdschirms

Gemauerter Jagdschirm an der Alexanderburg (Foto: M. Kalinka)

Das Jagdschloss Kranichstein, umgeben von Wäldern, Wiesen und Teichen im Norden Darmstadts, wurde im 16. Jahrhundert im Renaissancestil erbaut. Es beherbergt heute ein modernes Jagdmuseum, das zugleich das jagdliche Erbe der Landgrafen des Hauses Hessen-Darmstadt erhält. Eine beeindruckende Waffen- und Trophäensammlung, Gemälde und Tapisserien vermitteln einen Eindruck vom höfischen Jagen im 17. und 18. Jahrhundert. Zudem stellt die Ausstellung die Jagd von der Vorgeschichte bis zur Neuzeit dar.

Für einige Landgrafen z.B. Ludwig VIII, dem „Jagdlandgrafen“ (Regierungszeit von 1739-1768), wurde die Jagd zum prägenden Lebensinhalt. Die höfische Jagd bedingte die Aufrechterhaltung eines großen Wildbestandes, zeitraubender Frondienste und hohe Kosten. Positiv wirkte sich dieses Treiben durch die Neuanlage von Waldflächen im Westen Darmstadts aus. Einflüsse durch einen hohen Wildverbiss, die Ausbeutung der Wälder zur Kostendeckung („Holländerholz“) und das Verbot des Vieheintriebes führten zu Holznot und Hunger.


Ein jagdkundlich historischer Lehrpfad als Museumsstraße, angelegt vom Forstamt durch das angrenzende Wildschutzgebiet sowie das Lehrrevier des Landesjagdverbandes Hessen, widmet sich der Vergangenheit aber auch der Diskussion des Themas „Jagd heute“.

Das Wildschutzgebiet Kranichstein weist eine Größe von 521 ha auf. Im Wildschutzgebiet soll ein Einklang zwischen

  • einer naturgemäßen Waldbewirtschaftung unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten
  • dem Schutz der Landschaft, insbesondere der vorkommenden Wiesenvegetation, den Alteichenbestände und dem Naturschutz
  • dem Anspruch als Naherholungsgebiet und
  • der Erhaltung der vorkommenden Wildarten

gefunden bzw. erforscht werden.
Das Wildschutzgebiet ist Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet.

Darmstädter Seilzugtechnik

Im Bereich des Forstamtes Darmstadt wurde in der Revierförsterei Seeheim Jugenheim mit der Darmstädter Seilzugtechnik (DST) einen neues Arbeitsverfahren für das Zufallbringen bei Sicherheitsfällungen entwickelt. Die DST ist ein innovatives Arbeitverfahren, mit dem es möglich wird, im Bereich der seilwindenunterstützten Fällung Anschlaghöhen für das Zugseil zu erreichen, die sonst nur mit Steigeiseneinsatz oder der Seilklettertechnik (SKT) erreichbar wären und die ein Mehrfaches der mit Schubstangentechniken erreichbaren Verfahren betragen.

Die DST vermeidet zudem die Hauptnachteile von SKT und Steigeisen: die hohen Kosten für Ausbildung und Ausrüstung die dazu führen, dass in den Forstämtern nur wenige "Spezialistenteams" in diesen Techniken geschult werden können. Diese Profis können aber nicht gleichzeitig überall dort sein, wo sie eigentlich gebraucht würden, was in der Konsequenz dazu führt, das "Otto-Normal-Forstwirt" in die Versuchung kommt, die verbotene Alu-Leiter wieder aus dem Schuppen zu holen oder mit fragwürdig geringen Anbindehöhen bei Schubstangeneinsatz zu operieren.

300 Jahre Nachhaltigkeit - Das Hartig Denkmal in der Fasanerie erstrahlt in neuem Glanz

Das Hartig Denkmal in der Fasanerie, ein 166 Jahre alter Sandsteinobelisk nach Entwürfen des Darmstädter Hofbaudirektors Georg Moller. (Foto: M.Kalinka)

Am Mittwoch, dem 30. Oktober 2013 wurde das renovierte Denkmal der Darmstädter Bevölkerung präsentiert. Zum Gelingen der Veranstaltung haben die Kinder des „Waldkindergartens Fasanerie“ maßgeblich beigetragen.

Presseinformation [PDF, 90 KB]
Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung

Einzäunung des „Saufanghäuschen Alexanderburg“ im Kranichsteiner Wald erneuert

Alexanderburg (Foto: M.Kalinka)

Der Kranichsteiner Wald war lange Zeit geprägt von der Jagdleidenschaft der Landgrafen. Zeugnisse aus dieser Zeit sind neben der Alexanderburg das Jagdschloss Kranichstein mit seinem Jagdzeughaus, der Jagdpavillon Dianaburg, die Fasaneriemauer und 3 gemauerte Jagdschirme.
Die ehemals einzig der Jagd dienenden Waldbestände des heutigen Wildschutzgebietes, zeichnen sich durch eine einzigartige Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen und einen damit sehr hohen ökologischen Wert aus. Auf einem rund um das Jagdschloss eingerichteten Lehrpfad, der „Jagdhistorischen Pirsch“, können Interessierte an vielen interaktiven Stationen die Jagd-, Kultur- und Naturgeschichte des Kranichsteiner Waldes erleben.


Die „Alexanderburg“ diente als „Saufanghäuschen“ zu Zeiten der landgräflichen Herrschaft den Dienern der Jagdherren als Unterkunft. Landgraf Ludwig VIII. (1691 - 1768) ließ im 18. Jahrhundert solche Saufanghäuser zur Wildschweinjagd erbauen. Sie standen in sechs- oder achteckiger Form mit Türen, Fenstern oder Luken, die allseitig zu öffnen waren, inmitten eines eingefriedeten Areals, dem sogenannten "Saufanggarten". Dieser Fanggarten war mit einem Staketenzaun umgeben und mit Falltoren verschließbar. Durch "Ankörnen" (Futterspurlegen) wurden die Wildschweine "angekirrt" (angelockt). Waren genug Wildschweine im Fanggarten, verschloss man die Tore und beschoss das Schwarzwild aus dem Saufanghäuschen. Ihren besonderen Namen erhielt die Alexanderburg nach Zar Alexander II. von Rußland, der hier am 1. Juli 1840 während seiner Verlobungsreise auf Wildschweine gejagt hat.

Das Forstamt Darmstadt hat die denkmalgeschützte Alexanderburg in den vergangenen Jahren Zug um Zug restauriert. Um das Bild des historischen Gebäudes zu komplettieren, wurde ein Staketenzaun um die Alexanderburg errichtet.
Der Zaun wurde aus Mitteln der Jagdabgabe durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanziert.