Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Darmstadt  –  Kurzportrait

Information

Zeichnung Forstamt DarmstadtDas Forstamt Darmstadt weist eine lange Tradition auf. Sein erster Forstmeister Thilo Allemann ist bereits im Jahr 1559 nachgewiesen. Der Sitz des Amtes befindet sich im Darmstädter Paulusviertel, in einer ehemaligen großherzoglichen Oberförsterei, die von dem Architekturprofessor Karl Hofmann 1902 im Landhausstil erbaut wurde.

Der derzeitige Forstamtsbereich umfasst den Stadtbereich Darmstadt sowie die im Landkreis Darmstadt-Dieburg gelegenen Gemeindebezirke Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Erzhausen, Griesheim, Modautal, Mühltal, Ober-Ramstadt, Pfungstadt, Seeheim-Jugenheim und Weiterstadt.




Aufgaben

Luftbild Forstamt Darmstadt (Quelle: betr. GIS)

Luftbild Forstamt Darmstadt (Quelle: betr. GIS)


Das Forstamt Darmstadt liegt an der südlichen Grenze des Ballungsgebietes Rhein-Main und am nördlichen Ende der Bergstraße. Die Wälder stocken auf den eiszeitlichen Flugsanden der Rheinebene bzw. auf den Ausläufern (Rotliegendes im Messeler Hügelland) und Nordostbereichen des Urgesteinodenwaldes.

Verteilt auf 8 Reviere werden rund 14.600 Hektar Wald betreut. Aufgeteilt nach Besitzarten handelt es sich dabei um 7.464 ha Staatswald (51%), 6.127 ha Kommunalwald (42%) und fast 1000 ha Privatwald (7%). Von der Baumartenverteilung her überwiegt der Laubholzanteil (23% Eiche, 42% Buche, 8% Fichte, 27% Kiefer).







Standortdaten in Kurzform

  • Höhenlage: 88 – 592 m ü. NN
  • Jahresniederschlagsmenge: 480 – 950 mm
  • Wuchsgebiete: Rhein-Main-Ebene und Odenwald
  • Klimafeuchte: schwach subkontinental
  • Nährstoffversorgung: 60% (mittel), 40% (gut)
  • Wasserhaushalt: 70% (frisch), 20% (mäßig frisch), 8% (wechselfeucht), 2% (nass)

Als Einheitsforstamt betreut unsere Dienststelle alle Waldbesitzarten im Gebiet, nämlich Staatswald, Körperschafts- und Privatwald ohne Unterschiede.

Der Darmstädter Wald

Foto von einem Aussichtspunkt, Rundblick über Darmstadt

Rundblick von der Ludwigshöhe (Foto: M. Kalinka)

Darmstadts Wälder haben eine wechselhafte Geschichte. Prägend waren Phasen unkontrollierter Waldnutzung (Bau- und Brennholz, Waldweide, Köhlerei) oder der übersteigerten Jagdleidenschaft der Landgrafen. Zeugnisse aus dieser Zeit sind das Jagdschloss Kranichstein mit seinem Jagdzeughaus, das Saufanghäuschen Alexanderburg, der Jagdpavillon Dianaburg, die Fasaneriemauer und 3 gemauerte Jagdschirme.
Im 19. Jahrhundert entdeckten der Landesfürst und Darmstadts Bürger den Erholungs- und Freizeitwert ihres Waldes. Wanderungen aus der Stadt auf schönen, schattigen Waldwegen, Eisenbahnfahrten in den Odenwald oder die nah gelegene Bergstraße kamen in Mode. Anlagen, die sich in einer Vielzahl von Brünnchen, Tempeln, Hütten, Aussichtspunkten oder Namensbäumen widerspiegeln, gewannen spürbar Einfluss auf die Waldgestaltung. Das Gesetz zur Erhaltung der Naturdenkmäler war das älteste forstliche Edikt.
Die Schönheit des Waldbildes, die Maßregel bei jeder wirtschaftlichen Maßnahme im Wald zu erwägen, wie die Ausführung auf das Landschaftsbild wirke, die Pflege des schönen Waldes durch die Regeln der Waldästhetik und die Einführung der naturgemäßen Waldwirtschaft prägen Darmstadts Wälder.

„Die Zukunft Darmstadts liegt wesentlich in seinem Walde, in seiner Erhaltung, in der stetigen, sorgsamen bis ins einzelne gehenden verständnisvollen Pflege des Forstes in seiner Umgebung, in der Erhaltung des Charakters von Darmstadt als Waldstadt“

(Zitat von C. Wilbrandt, 1902)

Leider ist der Darmstädter Wald von einer Reihe Belastungen betroffen. Dazu zählen unter anderem:

  • Neuartige Waldschäden
  • Zerstückelung durch Verkehrs- und Energietrassen
  • Erweiterung von Bau- und Industriegebieten
  • Insektenkalamitäten (Maikäfer, Kiefernprachtkäfer)
  • Grundwasserabsenkung
  • Klimaveränderung

Privatwald

Die Beratung der Privatwaldbesitzer spielt im Odenwald eine große Rolle (Foto: L. Postl)

Die Beratung der Privatwaldbesitzer spielt im Odenwald eine große Rolle (Foto: L. Postl)

Historisch bedingt weist das Forstamt Darmstadt nennenswerte Privatwaldanteile nur in seinem Odenwaldteil auf. Der Waldbesitz ist dort von einer Vielzahl von Klein- bzw. Kleinstbesitzen geprägt. Die Privatwaldfläche verteilt sich auf 900 bis 1000 Eigentümer, das sind durchschnittlich 1,04 ha je Eigentümer. Um überhaupt einen sinnvollen Nutzen aus dem Wald ziehen zu können, haben sich die Privatwaldbesitzer in einer Forstbetriebsgemeinschaft zusammengeschlossen. Der Zusammenschluss ermöglicht neben dem Verkauf größerer Holzmengen (2.000 Festmeter im letzten Jahr) auch den Einsatz mechanisierter Holzernteverfahren.








Kommunalwald

Foto von gefällten Bäumen, Wertholz Buche

Wertvolles Holz aus dem Kommunalwald (Foto: M. Kalinka)

Eine besonders wichtige Aufgabe im Einheitsforstamt ist die Kommunalwaldbetreuung. Der Holzeinschlag im Kommunalwald betrug im letzten Wirtschaftsjahr ca. 30.000 Festmeter. Wie sich unsere Kommunalwaldbetriebsfläche von 6.127 ha aufgliedert, kann der folgenden Tabelle entnommen werden.

GemeindeHektar
Gemeinde Alsbach-Hähnlein258 ha
Gemeinde Bickenbach141 ha
Stadt Darmstadt2025 ha
Gemeinde Erzhausen51 ha
Stadt Griesheim148 ha
Gemeinde Modautal626 ha
Gemeinde Mühltal357 ha
Stadt Ober-Ramstadt774 ha
Stadt Pfungstadt1058 ha
Gemeinde Seeheim-Jugenheim660 ha
Stadt Weiterstadt29 ha

Wem gehört was im Forstamt Darmstadt

Wald ist nicht gleich Wald – der Wald rund um Darmstadt gehört verschiedenen Waldbesitzern.

Der Wald rund um Darmstadt gehört unterschiedlichen Waldbesitzern.

Der Wald rund um Darmstadt gehört unterschiedlichen Waldbesitzern. (Quelle: betriebliches GIS)

Im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Darmstadt liegen rd. 14600 ha Wald, der jedoch verschiedenen Waldbesitzern gehört:
Über die Hälfte des Waldes – der sog. Staatswald - ist im Besitz des Landes Hessen. Seine Bewirtschaftung ist nach dem Hessischen Waldgesetz dem Landesbetriebs HessenForst übertragen.
Über 6000 ha gehören unterschiedlichen Kommunen. Welche Kommune wieviel Wald besitzt, können Sie in obenstehender Tabelle nachlesen. Weitere etwa 1000 ha Wald – insbesondere im südöstlichen Teil des Forstamtes gelegen - befinden sich im Besitz von fast tausend Privatleuten.

Für die gesetzlich vorgeschriebene Bewirtschaftung der kommunalen und privaten Wälder besteht für die Eigentümer Wahlfreiheit zwischen eigenem Fachpersonal und forstlichen Dienstleistern. Sämtliche Kommunen und fast alle Privatwaldbesitzer greifen für die Umsetzung ihrer selbst gesetzten Bewirtschaftungsziele auf die Mitarbeiter des Forstamtes Darmstadt als Betreuer ihrer Wälder zurück.

Detaillierte Karten zu den Waldbesitzarten in Darmstadt finden Sie hier:
Waldbesitzarten Darmstadt Nord - Maßstab 1:50000 [PNG, 1,6 MB]
Waldbesitzarten Darmstadt Mitte - Maßstab 1:35000 [PNG, 1,6 MB]
Waldbesitzarten Darmstadt Süd - Maßstab 1:50000 [PNG, 1,9 MB]

Die grün eingefärbten Bereiche markieren den Staatswald Darmstadt, die gelb markierten den Kommunalwald. Nicht eingefärbte Waldflächen sind im privaten Besitz.

Wenn Sie weitere Fragen dazu haben, dann können Sie gerne das Forstamt Darmstadt ansprechen!

Wir können auch FSC! Überwachungsaudit zur FSC Zertifizierung im Staatswaldes des Forstamt Darmstadt erfolgreich absolviert.

Die schrittweise Zertifizierung des Staatswaldes nach dem FSC-Zertifikat (Forest Stewardship Council) ist eine Zielsetzung der Hessischen Landesregierung. Der Staatswald des Forstamtes Darmstadt trägt seit 15.Januar 2016 das Label „FSC zertifiziert“.
Am 16.März 2016 wurde es nun aber ernst. Ein Mitarbeiter der Zertifizierungsfirma Imoswiss kam ins Forstamt und begutachtete unsere Arbeit im Büro und vor allem im Wald. Eine gewisse innere Anspannung hatte ich schon vor dem Termin, gibt Forstamtsleiter Hartmut Müller zu. Zwar haben wir uns intensiv mit den FSC- Standards der Waldbewirtschaftung beschäftigt und festgestellt, dass wir nur wenige Kleinigkeiten an der Art unserer Waldbewirtschaftung nachjustieren mussten. Wenn ein Dritter aber dann die Dinge begutachtet, so ist das schon immer noch etwas anderes.

Uns ist hier in Darmstadt wichtig unsere Art der Waldbewirtschaftung transparent darzustellen. Wir haben daher das Überwachungsaudit auf unserer Homepage angekündigt und Interessierten die Möglichkeit gegeben am Audit teilzunehmen. Eine Bürgerinitiative hat dieses Angebot genutzt und eine Vertreterin zur Teilnahme entsandt.

Diskussion über die Waldbewirtschaftung von HessenForst mit Teilnehmern des Überwachungsaudits und dem Auditor von der Firma Imoswiss



Im Rahmen einer Fahrt durch den Darmstädter Ost- und Westwald haben wir verschiedene forstwirtschaftliche Maßnahmen vorgestellt. Die Palette reichte von Maßnahmen der Holzernte über Waldpflegmaßnahmen und Neuanpflanzungen und Waldsanierungsmaßnahmen im Westwald. Uns war es wichtig hier auch Fragen an den Auditor stellen zu können und Vorgehensweisen für die Zukunft zu klären. Es macht keinen Sinn dem Auditor eine rein heile Welt im Wald zu zeigen, die wir im Darmstädter Westwald nicht mehr haben. Wir brauchen Sicherheit damit wir zukünftig bei unserer Waldbewirtschaftung tatsächlich auch die neuen FSC-Standards einhalten.

Die Ergebnisse des Audits werden uns zwar erst noch schriftlich mitgeteilt werden und schließlich auch in zusammengefasster Form auf der Homepage von FSC-Deutschland veröffentlicht.

Eines kann man aber nach dem Abschlussgespräch am Ende des Tages schon klar feststellen. Der Auditor war mit der Waldbewirtschaftung sehr zufrieden. Besonders angetan war er vom hohen Kenntnisstand aller Mitarbeiter in Sachen FSC-Standards resümiert Forstamtsleiter Müller.

Kurzgefasst kann man feststellen: Wir können auch FSC!

Hervorragende Noten für die Staatswaldbewirtschaftung

Vorbildlich bewirtschafteter Buchenwald im Forstamt Darmtadt (Foto: A. Schilling)

Vorbildlich bewirtschafteter Buchenwald im Forstamt Darmtadt (Foto: A. Schilling)

Am Dienstag, den 06.05.2014 überprüfte der TÜV Rheinland die Bewirtschaftung des Staatswaldes im Forstamt Darmstadt mit hervorragendem Ergebnis.
Nähere Informationen können Sie der Pressemitteilung [PDF, 133 KB] entnehmen.