Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Frankenberg  –  Kurzportrait

Foto eines Holzschilds im Wald, Forstamt FrankenbergDas Forstamt Frankenberg betreut 19.000 ha Waldfläche, davon 15.000 ha Staatswald, 3.900 ha Kommunalwald und 900 ha Privatwald.

Geografisch gesehen erstreckt sich die Forstamtsfläche von Hatzfeld/Eder im Süden bis zu einer Fläche bei Bad Wildungen. Im Westen wird das Forstamt durch die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen begrenzt. Das großflächig unzerschnittene Waldgebiet mit einem hohen Laubholzanteil von 60 % am Ostrand des Rothaargebirges mit der prägnanten Erhebung "Sackpfeife" ( 674 m) nahe Biedenkopf ist durch die Eder und ihre z. T. tief eingeschnittenen Seitentäler geprägt.

Foto des Gebäudes Forstamt FrankenbergBemerkenswert sind die vier großen Mäander, mit denen die Eder die widerstandsfähigen Grauwacken und Kieselschieferschichten vor dem Austritt aus dem rheinischen Schiefergebirge durchbricht.

Organisatorisch ist das Forstamt in elf Revierförstereien eingeteilt. Die Verwaltung des Forstamtes hat ihren Sitz in einem markanten Gebäude am Goßberg unterhalb des Krankenhauses.

Waldgeschichte

Landschaftliches Panoramabild mit KleudelbergDie ausgedehnten Wälder im Forstamt Frankenberg entgingen im Spätmittelalter aufgrund des Wildreichtums weitestgehend der Rodung. Allerdings führte erhebliche bäuerliche Nutzung und die Holzkohlegewinnung zu einem devastierten Wald mit nieder- bis mittelwaldartigen Buchenbeständen.
Die Nutzung des Battenberger Forstes als landgräfliches darmstädtisches Jagdrevier erfolgte besonders unter Ernst Ludwig Anfang des 18. Jahrhunderts. Er ließ zwei Jagdhöfe (Kröge und Kleudelburg) in dem Rotwildeinstandsgebiet, welches um 1700 als das beste ganz Oberhessens gerühmt wird, errichten. In Battenberg entstand ein Jagdschloss, das noch bis in die jüngste Zeit Sitz der Forstverwaltung war. Ein behauener, mit Inschrift versehener Gedenkstein (Hirschstein) steht an dem Ort, wo ein besonders starker Hirsch erlegt wurde.

Foto eines Geweihs, Skulptur Battenberger Hirsch
Der wohl berühmteste Hirsch Hessens (der Battenberger) wurde 1762 lebend gefangen; dieser Hirsch schob 1765 tatsächlich 32 Enden. Der Name Hof "Fallgrube" ist heute noch augenfälliger Hinweis auf diese jagdliche Vergangenheit.

Obwohl die Waldstreurechte erst 1892 endgültig abgelöst wurden, gelang ab dem beginnenden 19. Jahrhundert durch Naturverjüngung und Pflanzung von Eiche und Buche die Neubegründung des Hochwaldes. Unser Verständnis für die Natur des Waldes als Lebensraum und unser waldbauliches Handeln bedeuten in dieser Tradition, auch Wald und Wild im Einklang zu bewirtschaften.