Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Lampertheim  –  Naturschutz

Naturschutz

Der heimische Wald liefert uns einen wertvollen umweltfreundlichen Rohstoff, das Holz. Der Wald ist gleichzeitig der artenreichste Lebensraum in Hessen. Nirgendwo sonst finden sich so viele, oft auch seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemals in Hessen ausgestorbene Arten sind in unsere Wälder zurückgekehrt: Schwarzstorch, Kolkrabe, Uhu, Wildkatze, Biber, Fischotter und Luchs fühlen sich jetzt wieder heimisch. Wie wissen, dass Hessens Wälder für viele Arten ein wertvoller Lebensraum sind. Für beide wichtigen Funktionen des Waldes – die Nutzung und den Artenschutz- übernehmen wir die Verantwortung und berücksichtigen es in unserer täglichen Arbeit.

1. Europäisches Schutzgebietsnetz

Foto Ried Forstamt Lampertheim

Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein

Wir vom Forstamt Lampertheim erarbeiten als Partner der Oberen Naturschutzbehörde Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete. Diese umfassen im Forstamt mit den Flora-Fauna-Habitaten (5.500 Hektar) und den Vogelschutzgebieten (8.600 Hektar) rund 96 Prozent der Staatswaldfläche.
Die durch die obere Naturschutzbehörde veröffentlichten Managementpläne können im Natureg-Viewer des Landes Hessen eingesehen werden.

Das Forstamt betreut außerdem 21 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 1.670 Hektar - davon befinden sich rund 280 Hektar im Staatswald der Rhein-Main-Ebene (4 Prozent der Staatswaldfläche).

2. Naturschutzleitlinie

Wir bewirtschaften den Staatswald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus. Dadurch sind wir in der Lage, Naturschutzanliegen sehr gut in unsere tägliche Arbeit zu integrieren.

Eine wichtige zusätzliche Grundlage für den Naturschutz im Forstamt ist die Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald. Diese enthält vier Säulen:

Säule 1: Naturschutzkodex

Säule 2: Habitatbäume

Säule 3: Kernflächen

Säule 4: Arten- und Habitatpatenschaften

3. Totholz

Viele, oft auch seltene Waldarten, wie holzzersetzende Pilze, Käfer und andere meist un-scheinbare Kleinstlebewesen finden ihren Lebensraum im Totholz. Totholz ist daher ein weiterer wichtiger Stützpfeiler der Biodiversität.
Studien, wie die Bundeswaldinventur, zeigen eine deutliche Erhöhung der Totholzmenge innerhalb der letzten Jahrzehnte. In nahezu allen Beständen ist daher gegenwärtig Totholz in den unterschiedlichsten Dimensionen vorhanden.
Der Schwerpunkt der weiteren Totholzanreicherung im Forstamt wird aber zukünftig in den Habitatbaumgruppen und Kernflächen, sowie schwer zugänglichen Bereichen, wie den Steillagen liegen.

4. Weitere Naturschutzpflegeflächen im Forstamt

Neben den Kernflächen und ausgewiesen Naturschutzgebieten gibt es bei uns im Staatswald Biotope, die wir aus Naturschutzgründen berücksichtigen und nur eingeschränkt bewirt-schaften.

Waldränder
Waldränder bieten vielen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien einen ab-wechslungsreichen, oft sonnigen oder feuchten Lebensraum. Im Idealfall sollen Waldränder stufig aufgebaut und von verschiedenen Strauch- und Baumarten durchsetzt sein, um einer Vielzahl von Arten einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Deshalb bedürfen sie einer be-sonderen Pflege. Dazu werden sie gezielt durchforstet oder aber auch aktiv mit selteneren Gehölzarten angereichert. Im Staatswald des Forstamts sind ca. 200 Kilometer Waldränder kartiert.

Waldwiesen
Waldwiesen sind wertvolle Biotope für vielerlei Pflanzenarten wie Orchideen oder seltene Gräser. Insbesondere innerhalb großer Waldgebiete sind es gerade die eingestreuten Wald-wiesen, die den Waldtieren einen wichtigen Nahrungsraum bieten. Weil diese Waldwiesen aber aus landwirtschaftlicher Sicht oft wenig Beachtung finden, da sie meist wenig ertragreich sind und oft auch schlecht zu bewirtschaften und ebenso schlecht zu erreichen sind, müssen sie durch den Forstbetrieb oft mit besonderem finanziellem Aufwand aktiv offengehalten werden und somit vor dem Zuwachsen bewahrt werden.