Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Reinhardshagen  –  Aktuelles

Yggdrasil

Malerischer Gesamteindruck – in der zeitlich befristeten Waldgalerie „Urwald Sababurg". (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Malerischer Gesamteindruck – in der tempo-rären Waldgalerie „Urwald Sababurg". (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Kunst im Urwald Sababurg
Das Künstlerpaar Helge Hommes und Saxana machen für knapp zwei Wochen Station im Urwald Sababurg. Vier großformatige Ölbilder entstanden im Freien, bei Eis, Schneeregen und der Kälte – unter reger Anteilnahme der interessierten Bevölkerung und auch der hessenschau. Ihre großformatigen Arbeiten stehen in einem Gesamtkontext Wald und Erhalt der Natur, wie Helge Hommes erklärt. Bis Oktober waren sie zum Beispiel für einige Wochen zum Malen im Hambacher Forst. Dort haben sie zum Abschluss ihres Aufenthalts mit diversen anderen Organisa-tionen zusammen die Protestkundgebung mit über 10.000 Personen gegen die Abholzung des auch Hambi genannten, gut 12.000 Jahre alten Waldstücks mit auf die Beine gestellt.

Ausstellung im Urwald im Herbst 2019 geplant
Die Urwaldriesen des Reinhardswalds haben es ihnen in Nordhessen besonders angetan, die Windparkproblematik ist ihnen nicht verborgen geblieben. Es kann also durchaus sein, dass sie ihre vermeintlich „schönen Künste“ auch politisch nutzen werden. „Vielleicht mit einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung der Wissenschaft, der Kunst, der Politik, der Philosophie, des Forsts und nicht zuletzt betroffener Firmen, wie z. B. RWE im Westen oder hier der Windenergiefirmen“, überlegt der Künstler. Er und seine Arbeits- und Lebensgefährtin Saxana beab-sichtigen, entsprechende Kontakte in der Region aufzunehmen bzw. zu vertiefen. Sicher ist, dass im Urwald Sababurg oder im Reinhardswald eine Ausstellung mit gut 80 Werken geplant ist. Diese werden zum Teil erst noch in den kommenden Monaten ent-stehen und sind als Gesamtkunstwerk zu verstehen, selbst wenn unterschiedliche Bäume, verschiedene Waldbilder, gemalt werden.

Und richtig: Findet sich doch auf dem Bilder-Transportanhänger die selbst gemalte Weltenesche Yggdrasil aus der nordischen Edda. Das Symbol des ersten Baums, der wächst (seitliche Ansicht). Der Weltenbaum, der als größter Baum der Welt sich über alle (neun) Welten erstreckt und sie miteinander bis zum Himmel verbindet. Der namenlose Adler sitzt in ihrem Geäst. Zwischen seinen Augen ein Habicht, Vedrfölnir genannt, gut zu erahnen als (abstrakter) weißer Fleck.

Weltenbaum Yggdrasil. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Weltenbaum Yggdrasil. (Foto: K. Brämer / HessenForst)


Weltenbaum – Baumwelten
Weltenbaum – Baumwelten, ein Gedanke, der nahe liegt, gerade in der mythisch anmutenden Umgebung des Urwald Sababurg. Denn es ist einfach magisch! Dem Urwaldsteig folgend biegt man um die Ecke und sieht zunächst nur die weißen Leinwandrücken der Bilder. Einfach im Laub zwischen den Bäumen stehend. Wie bestellt und nicht abgeholt. Doch schließt man auf und steht den gemalten Baum-riesen vis-á-vis, dann entwickelt sich völlig unvorbereitet eine starke (Anziehungs-)Kraft, die vom Gemälde ausgeht und einen geradezu hineinzieht. Man kann dem Anziehungszauber nicht entkommen. Verstärkt wird diese Wirkung durch das Wechselspiel zwischen der interpretierten Natur des Moments und der über-dauernden Waldumgebung.
Bildtitel wie „DU“ (Helge Hommes) oder „Urwald-Wal“ (Saxana) verweisen auf eine weitere, verborgen liegende Ebene des Austauschs zwischen Bild, Umgebung und BetrachterIn: Ein Wal im (Ur-)Wald, zunächst eher unwahrscheinlich; doch nach einem Moment des Er-Kennens denkbar, einleuchtend, geradezu selbstverständlich, diese Existenz. Oder „DU“: Ich? Der Baum – das Subjekt? Oder ich, die/der BetrachterIn – das Objekt? Wer ist was und was ist wer – auf jeden Fall spannende Fragen in einer Umgebung, in der Bäume Namen tragen wie „Margarete“ oder „Kamineiche“ und damit bereits zum namhaften Subjekt geworden sind.

Margarethe. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Margarethe. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Auch andere KünstlerInnen, die die reizvolle Interaktion zwischen Kunst-Objekt und Natur sowie Öffentlichkeit in ihre Kunstwerke mit einbezogen oder mit dieser Wechselwirkung gespielt haben, fallen einem ein: das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude, die z. B. mit ihren aufgebauten Schirmen in den Wüsten Kaliforniens Großprojekte in den Landschaftsraum fügten und damit sogar gleich den dreidimen-sionalen Raum veränderten. Oder Caspar David Friedrich, der mit seiner Malerei einen transzendentalen Bezug zu Natur und Landschaft suchte; oder Cézanne, der in den Bildern eine parallele Wirklichkeit zur Wirklichkeit sah. Oder, oder, oder…

Neue Impressionen im Frühling
Wie dem auch sei, das Beste kommt zum Schluss: Im April sind Saxana und Helge wieder da und machen erneut für zweieinhalb Wochen im Urwald Sababurg Station. Dann sind die Finger nicht mehr so kalt und der Geruch der Farben wird noch intensiver durchs Geäst wahrzunehmen sein. Wir sind gespannt und freuen uns!

Zwiesprache: Künstlerin Saxanna vor ihrem Bild, führt letzte Pinselstriche aus. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Helge Hommes vor „URWALD SABABURG“. (Foto: H.-J. Rapp)
Pleinairmalerei oder Freilichtmalerei: KünstlerInnen gestalten ein „Stück Natur“ unter freiem Himmel bei natürlichen Licht- und Schattenverhältnissen (nach). (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Wanderroute am Parkplatz Dreckstor – gegenüber vom Urwald Sababurg. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
"DU" von Helge Hommes. (Foto: K. Brämer /
URWALD-Wal (Saxanna) (Foto: K. Brämer / HessenForst)
 

Zapfenpflücker ernten reichlich Fichtenzapfen

Wagemutig, einem Eichhörnchen gleich, klettert Zapfenpflücker Thomas Bellgardt vom Baumkletterteam Roß durch die Fichtenkrone. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Wagemutig, einem Eichhörnchen gleich, klettert Zapfenpflücker Thomas Bellgardt vom Baumkletterteam Roß durch die Fichtenkrone. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Stabilen und klimaangepassten Waldbestand sichern
Die ausgesprochen ergiebige Blüte an der Fichte im vergangenen Jahr ließ einen ertragreichen Zapfenbehang reifen, der jetzt geerntet wurde.

Wagemutig, Wind und Regen trotzend, kletterten fünf Zapfenpflücker vier Tage in den Baumwipfel eines Fichtenwaldes im Revier Wilhelmshausen. Die Männer gehören zum Baumkletterteam von Kristian Roß und pflückten im Auftrag von HessenForst rd. 3,4 Tonnen Fichtenzapfen aus den Bäumen. Die Zapfen stammen aus einem extra angelegten Fichtenwald mit ausgesuchten, qualitativ hochwertigen Fichten.

Schnelle Zapfenernte vor Frühlingsbeginn
Warum die Ernte jetzt erfolgen musste erklärt sich dadurch, dass der Zapfen noch geschlossen ist. Die eingeschlossenen Samenkörner können noch nicht aus dem Zapfen fallen. Sobald die Frühjahrssonne die Zapfen trocknet öffnen sie sich und die Samenkörner fallen heraus. Ausgestattet mit einem Flügel „fliegen“ sie zu Boden.

Ein längs aufgeschnittener Fichtenzapfen. Gut zu erkennen: die mittign angeordneten, braunen Samen im Zapfen. (Foto: M. Lau, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt – Abt. Waldgenressourcen)

Ein längs aufgeschnittener Fichtenzapfen. Gut zu erkennen: die mittig angeordneten, braunen Samen im Zapfen. (Foto: M. Lau, Nordwest-deutsche Forstliche Versuchsanstalt – Abt. Waldgenressourcen)

Abgepackt in Säcke wurden die Zapfen zur von HessenForst betriebenen Forst-Samendarre beim Forstamt Wolfgang-Hanau transportiert. Dort übernehmen eine künstliche Trocknung und Schüttelsiebe die Aufgaben von Sonne und Wind.

Aus der geernteten Zapfenmenge werden ca. 30 kg reiner Fichtensamen erwartet. Aus einem Kilogramm Samen wiederum können 70.000 junge Fichtenbäumchen wachsen. Diese Pflanzenmenge reicht aus, um einen Fichtenwald von 20 Hektar anzupflanzen. Das hochwertige Saatgut kann bis zu 20 Jahre gelagert werden.

Auch wenn die Fichte in der Ausprägung als Monokultur in der Kritik steht, und auch mit Blick auf den Klimawandel zukünftig auf den trockeneren Standorten durch die Douglasie abgelöst werden soll, bleibt sie dennoch eine wichtige Baumart in der Forstwirtschaft. Sie gilt als der Brotbaum der Forstbetriebe, weil das Holz besonders vielseitig verwendbar ist.

Lohn der Ernte: rd. 3,4 Tonnen Fichtenzapfen. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Lohn der Ernte: rd. 3,4 Tonnen Fichtenzapfen. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Zukunfstfähiger Wald
So werden auch die großen Freiflächen durch Sturm und Käferbefall im Reinhards-wald wieder mit Fichten bepflanzt werden. Allerdings zusammen mit anderen Baum-arten und auf geeigneten Waldstandorten, so dass zukünftig ein stabiler und klima-angepasster Waldbestand erwachsen kann.

Hintergrund
Die Zapfenernte erfolgte von Fichtenklonen in einer vor gut 50 Jahren angelegten Samenplantage. Dazu wurden von besonders qualitativ hochwertigen Fichten aus der Region Westerhof am südwestlichen Harzrand Fichtenzweige gewonnen.

Fichtenzapfen ausgebreitet – vor dem Abpacken in Säcke und ihrem Abtransport zur forstlichen Samendarre nach Hanau-Wolfgang. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Fichtenzapfen ausgebreitet – vor dem Ab-packen in Säcke und ihrem Abtransport zur forstlichen Samendarre nach Hanau-Wolfgang. (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Diese Edelreiser wurden, vergleichbar wie bei der Obstbaumveredelung, auf eine beliebige junge Fichte als Unterlage gepfropft. Ist das Edelreis auf der Unterlage im Gewächshaus erfolgreich etabliert werden die Jungfichten in die Natur entlassen. Dort werden sie zur Ausbildung einer möglichst großen Krone in einem weiten Ab-stand gepflanzt. Der weite Baumabstand und die große Krone sollen die Fruktifi-zierung, also das Blühen und die Zapfenbildung, fördern, um einen größtmöglichen Zapfenertrag zu erlangen.
So stehen in dieser Samenplantage nur die Besten der Besten. Es sind über 50 Elite-Fichten, die sich untereinander bestäuben sollen, ausschließlich mit dem Ziel, bestes Saatgut zu erzeugen.

Fernsehen im Reinhardswald

hr-Reporter von "alle Wetter" beim Dreh mit Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

hr-Reporter von "alle Wetter" beim Dreh mit Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Gefragt
Zum Jahrestag der beiden Orkane Friederike (2018) und Kyrill (2007) steht Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler den Medien Rede und Antwort. Hier ist er im Interview mit dem Hessischen Rundfunk, der Sendung „alle wetter“. Er informiert über den aktuellen Stand der Aufarbeitung und über die geplanten, klima-angepass-ten Baumpflanzungen. „Kein Pappenstiel“, so Dr. Ziegeler, „wenn nach nur gut drei Stunden Sturm plötzlich diese riesige Holzmenge anfällt.“

Nach dem Sturm folgte mit dem Jahrhundertsommer eine weitere forstliche Heraus-forderung: eine monatelange Dürreperiode, die den Wald sehr stresste. „Dies hatte unter anderem zur Folge, dass der Borkenkäfer zuschlug und sich vollfraß. Damit hatten wir weitere Schadholzmengen. 2018 fiel die fünffache Jahresmenge an Holz an, die wir normalerweise in einem Jahr nachhaltig ernten.“ Um zu verhindern, dass im nahenden Frühjahr ab April die kommende Population Borkenkäfer zuschlägt, werden derzeit vorgeschädigte Bäume entfernt.

Katastrophenjahr für den Reinhardswald

Nur gut drei Stunden dauerte Sturm Friederike. Die Fichte ist die am meisten betroffene Baumart im Reinhardswald mit 372.000 gefallenen Festmetern, Stand: 31.12.2018. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Nur gut drei Stunden dauerte Sturm Friederike. Die Fichte ist die am meisten betroffene Baum-art im Reinhardswald mit 372.000 gefallenen Festmetern, Stand: 31.12.2018. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Ein Jahr nach „Friederike“ – eine erste Bilanz

Erst kam der Regen, dann der Orkan, anschließend Sonne mit wochenlanger Trockenheit. Für die Försterinnen und Förster war es ein Katastrophenjahr.

Am 18. Januar 2018 brauste der Orkan Friederike über die Mitte Deutschland und traf die Waldgebiete in Nordhessen und Südniedersachsen besonders schwer.
Windgeschwindigkeiten in Böen bis zu 130 km/h und nasser Waldboden gepaart mit Nassschnee in den Baumkronen der höheren Lagen waren die idealen Voraus-setzungen für ein Schadensausmaß in den Waldbeständen, wie es seit dem letztem Orkan „Kyrill“ vor 12 Jahren, nicht mehr aufgetreten war. Es zeichnet sich ab, dass der Schaden an den Waldbeständen ein Ausmaß annimmt, wie es noch nie im Reinhardswald beobachtet wurde.

Forstamtsleiter Dr. Ziegeler informiert am Jahrestag der beiden Stürme Friederike (2018) und Kyrill (2007) über den Stand der Waldschäden im Reinhardswald und die geplanten Baumpflanzungen. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Forstamtsleiter Dr. Ziegeler informiert am Jahrestag der beiden Stürme Friederike (2018) und Kyrill (2007) über den Stand der Wald-schäden im Reinhardswald und die geplanten Baumpflanzungen. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Als wäre der Wald nicht schon genug durch den Orkan in Mitleidenschaft gezogen, wechselte das Wetter nach dem nassen Winter ab Mitte April 2018 in den Sommer-modus über. Sonne satt und für unsere Breiten relativ wenig Regen stressten nun-mehr die lebenden Waldbäume. Insbesondere wieder die Fichte mit relativ flacher Wurzelausbildung litt unter Wassermangel. Weniger Wasser in den Leitungsbahnen bedeutet auch weniger Harzbildung zur Abwehr der Borkenkäfer, die durch die warme Witterung und die gestressten Bäume ideale Lebensbedingungen vorfanden. Die Fichtenbestände wurden zusehend regelrecht vom Borkenkäfer aufgefressen.

Große Freiflächen durch Sturm und Borkenkäfer entstanden und verändern das Waldbild des Reinhardswalds und des hessischen Bramwalds.

Schadholzmengen über alle Besitzarten
Derzeit aufgearbeitet:
ca. 370.000 Festmeter Sturmholz
ca. 92.000 Festmeter Käferholz
Noch aufzuarbeiten:
ca. 110.000 Festmeter Sturmholz
ca. 60.000 Festmeter Käferholz
Schadholzmenge:
ca. 632.000 Festmeter

Nachdem Sturm kamen Hitze und Dürre, die Folge war ein starker Borkenkäferbefall. Diese Bäumen müssen noch gefällt und aufgearbeitet werden, um im Frühjahr der Käfer-Folgepopulation Herr zu werden. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Nachdem Sturm kamen Hitze und Dürre, die Folge war ein starker Borkenkäferbe-fall. Diese Bäumen müssen noch gefällt und aufgearbeitet werden, um im Früh-jahr der Käfer-Folgepopulation Herr zu werden. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Betroffen ist eine Waldfläche von ca. 3.400 Hektar. Die entstandenen Freiflächen und Flächen, auf denen vollständig neue Waldbestände gepflanzt werden müssen, sind noch nicht erhoben. Es werden mehrere hundert Hektar sein.

Vom Schadholz hat die Fichte einen Anteil von ca. 60 Prozent. Der Schadholzanteil von Buche und Eiche beträgt ca. acht Prozent. Der Rest verteilt sich auf Lärche, Douglasie und Kiefer.

Eingesetzte Aufarbeitungssysteme

  • 3 Seilkransysteme für steile Hanglagen und empfindliche Waldböden
  • 1 Traktionsharvester für Hanglagen
  • 15 Harvester
  • 15 Holzrückezüge
  • 4 Unternehmer mit bis zu 15 Forstwirten für die Aufarbeitung mit der Motorsäge
  • 28 Forstwirte des Forstamtes Reinhardshagen
  • 4 Holzrücker aus der Region Nordhessen

Sperrung der Reinhardswaldstraße wegen Forstarbeiten

Wir arbeiten für den Wald, daher diese Sperrung. Leider ist keine Durchfahrt möglich. (Foto: rihaij / pixabay; Montage Grafik: K. Brämer / HessenForst)

Wir arbeiten für den Wald, daher diese Sperrung. Leider ist keine Durchfahrt möglich. (Foto: rihaij / pixabay; Montage Grafik: K. Brämer / HessenForst)

Reinhardswaldstraße vom Parkplatz „Forstscheid“ in Richtung Oberweser bis auf Weiteres gesperrt

Die Reinhardswaldstraße vom Waldparkplatz „Forstscheid“ in Richtung Oberweser steht in beide Richtungen bis auf Weiteres für den öffentlichen Verkehr nicht mehr zur Verfügung.

  • Kommen Sie den Weg von Reinhardshagen ist die Strecke bis zum Friedwald und zum Tierpark Sababurg frei.

  • Aus Richtung Gieselwerder folgen Sie der Landstraße L763 bis Gottsbüren. In der Ortsmitte orientieren Sie sich an der Ausschilderung nach "Sababurg", um den Tierpark Sababurg und den Friedwald zu erreichen.

Kartenausschnitt zeigt gesperrten Streckenabschnitt. Karte: HessenForst))

Trotz Sperrung: Tierpark Sababurg und Friedwald können erreicht werden. (Karte: HessenForst)

Entlang des rund 7 km langen Straßenabschnitts führen wir im großen Umfang Forstarbeiten durch. Wir beseitigen dort Sturmschäden, die der Orkan Friederike angerichtet hat. Gleichzeitig entnehmen wir vom Borkenkäfer geschädigte Fichten.

Die Fahrbahn und die Bankette sind durch die Arbeiten stark verschmutzt. Außerdem wird die Straße durch Forstmaschinen befahren und verstärkt zur Holzabfuhr genutzt. Auf Grund der schmalen Fahrbahnbreite ist bei Begegnungsverkehr ein Ausweichen auf die nicht befestigten Seitenstreifen gefährlich bzw. nicht mehr möglich.

Praktikanten 2019 im Forstamt

Winterliche Waldlandschaft am Staufenberg. (Foto: Dr. M. Ziegeler / HessenForst)

Winterliche Waldlandschaft am Staufenberg. (Foto: Dr. M. Ziegeler / HessenForst)

Jahresauftakt
Im Januar beginnen zwei angehende Förster ihre Praktika in den Forstrevieren des Forstamts Reinhardshagen. Sie absolvieren ihre mehrmonatigen Pflichtpraktika als Forststudenten der Universität Göttingen, Fakultät der Forstwissenschaften und Waldökologie.

In dieser Zeit begleiten sie die beiden Revierleiter bei ihrer täglichen Arbeit und erhalten somit Einblicke in das umfangreiche und interessante Aufgabenspektrum einer Revierförsterin oder eines Revierförsters. Durch aktives Mitarbeiten lernen sie hautnah die Arbeitsbereiche in der Forstwirtschaft und die Zusammenhänge des Waldlebensraums kennen.

xx

Fabian Frank und Christian Darrmann fühlen sich in "ihren" Revieren schon sehr wohl, v. l. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Christian Darrmann beginnt am 3. Januar, er hat bereits seine Bachelorarbeit fertig und ist im 8. Semester.
Es folgt ab 14. Januar Fabian Frank. Er studiert im 7. Semester. Beide unterstützen die Kollegen vor Ort jeweils für drei Monate.

Wir begrüßen

  • Christian Darrmann (bei Götz Schilling, Revier Bad Karlshafen),
  • Fabian Frank (Lukas Burschel, Revier Sababurg).

Wir wünschen ihnen eine angenehme und interessante Zeit im Forstamt Reinhardshagen.

Brennholz-Saison 2019

Brennholzaufarbeitung

Brennholzaufarbeitung kann auch Teamarbeit sein. Hier haben sich Mitstreiter zu einer Gemeinschaft zusammen gefunden, die mit vorgeschriebener Persönlicher Schutzausrüs-tung (PSA) gerücktes Buchenholz aufarbeiten. (Foto: HessenForst)

Ihre Bestellungen ab September 2019

Die Brennholzsaison 2018 ist beendet. Auch in diesem Jahr nehmen wir wieder Ihre Bestellungen von September bis Ende November an. Sie können dann bis zum 30. November d. J. ausschließlich schriftlich bestellen. Die Bestellformulare werden zeitnah ab Anfang September online wieder verfügbar sein.

Wir bieten Ihnen wie in den Vorjahren teilaufgearbeitetes und an feste Forstwege gerücktes Laubholz in 3 bis 6 m langen Stämmen zu Heizzwecken an. Es handelt sich hierbei um Hartlaubholz der Baumarten Buche, Eiche, Esche und Ahorn. Das Kleinschneiden, Spalten und den Transport müssen Sie anschließend selbst erledigen. Die Mindestabnahmemenge beträgt fünf Festmeter, das entspricht ca. acht Raummetern.

Datenschutz

Aufgeschichtetes Buchen-Brennholz, Von der oder dem Brennholzkundin oder -kunden selbst aufgearbeitet aus Kronenrestholz. (Foto: HessenForst)

Hier informieren wir Sie [PDF, 170 KB] über die Verarbeitung Ihrer personen-bezogenen Daten durch das Forstamt Reinhardshagen und die Ihnen nach den datenschutzrechtlichen Regelungen zustehenden Ansprüche und Rechte.
Dazu sind wir gemäß der Europäischen Datenschutzgrundverodnung verpflichtet – beispielsweise auch bei einer Brennholz-Bestellung.

Selbstwerbung ist möglich
Neben der Bereitstellung von teilaufgearbeitetem und gerücktem Holz ist weiterhin die Selbstwerbung von Schlagabraum abseits befestigter Wege in der Fläche möglich. Allerdings müssen Sie dazu einen Motorsägenschein nachweisen. Ein Motorsägenkurs ist die Voraussetzung dafür, dass Sie selbst sägen, aufarbeiten und abtransportieren können: Jede Frau und jeder Mann, die bzw. der mit der Motorsäge im Wald Brennholz aufarbeiten möchte, muss die erfolgreiche Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang nachweisen.

Brennholzaufbereitung von Kronenrestholz. Der Selbstwerber trägt die vorgeschriebene Schutzausrüstung. (Foto: HessenForst)

Brennholzaufbereitung von Kronenrestholz. Der Selbstwerber trägt die vorgeschriebene Schutz-ausrüstung. (Foto: HessenForst)

Darüber hinaus sind Sie als Brennholzkundinnen und -kunden zum eigenen Schutz verpflichtet, beim Einsatz der Motorsäge Schutzkleidung gemäß der Unfallver-hütungsvorschrift zu tragen.

Wir bieten Ihnen zur Schulung kostenpflichtige Lehrgänge an. Darin wird insbesondere die Technik der sicheren Holzaufarbeitung in Theorie und Praxis vermittelt.

Nähere Informationen finden Sie unter:
Telefonisch erhalten Sie unter 05544 / 9510-13 bei Frau Ilse-Kahle oder unter 05544 / 9510-15 bei Frau Benesch Auskünfte.

Datenschutz beim Forstamt Reinhardshagen

Wir sichern Ihre Daten gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung. (Grafik: B. Geyer / pixabay)

Wir sichern Ihre Daten gemäß Europäischer Datenschutz-Grundverordnung. (Grafik: B: Geyer / pixabay)

Unser Umgang mit Ihren Daten und Ihren Rechten

Nachfolgend informieren wir Sie über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch den Landesbetrieb HessenForst nach Art. 13 der Europäischen Daten-schutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Auch weisen wir Sie auf Ihre Ansprüche und Rechte hin, die Ihnen nach den datenschutzrechtlichen Regelungen zustehen. Dies ist unsere Informationspflicht [PDF, 65 KB].

Welche Daten im Einzelnen verarbeitet und in welcher Weise genutzt werden, richtet sich zunächst nach den Rechtsgrundlagen, natürlich auch maßgeblich nach den von Ihnen beantragten bzw. mit Ihnen vereinbarten Verträgen bzw. Dienstleistungen.
Sprechen Sie uns gerne an! Tel.: 05544 9510-0, Fax: 05544 9510-40.

Möchten Sie ein Praktikum im Forstamt Reinhardshagen absolvieren?

Sicherheits-Unterweisung vor Ort.  (Foto: K. Brämer / HessenForst

Ein Praktikum vertieft bereits vorhandene oder noch zu erwerbende Kennt-nisse und Fähigkeiten im Berufsalltag besonders anschaulich, hier bei einer Sicherheitsunterweisung vor Ort im Wald. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Aus der Praxis für die Praxis
Sie möchten einen Einblick in die Arbeit des Forstamtes Reinhardshagen bekommen? Dann richten Sie bitte Ihre Bewerbung per Mail an das ForstamtReinhardshagen.

Zusätzlich zum Anschreiben, Ihrem Lebenslauf und einem aktuellen Leistungsnachweis (z. B. Zeugnis) schicken Sie bitte auch den ausgefüllten Praktikantenbogen [DOCX, 59 KB] mit.

Das beigefügte Merkblatt [PDF, 82 KB] gibt eine kurze Übersicht über Fristen, Vergütung und Beurteilung.

Für Rückfragen steht Ihnen das Forstamt unter der Telefonnummer 05544 / 9510-0 gerne zur Verfügung.

Termine Friedwaldführungen 2019

Winterbild: FriedwaldWald Reinhardswald. Die letzte Ruhestätte unter einem Baum im FriedWald zu wählen – eine mögliche, würdevolle Option. (Foto: HessenForst)

Die letzte Ruhestätte unter einem Baum im FriedWald zu wählen – eine mögliche, würdevolle Option. (Foto: HessenForst)

FriedWald-Führungen finden 2019 an folgenden Terminen statt:

  • 10.03.2019
  • 24.03.2019
  • 14.04.2019
  • 28.04.2019
  • 22.05.2019
  • 26.05.2019
  • 16.06.2019
  • 30.06.2019
  • 14.07.2019
  • 28.07.2019
  • 11.08.2019
  • 25.08.2019
  • 29.09.2019
  • 13.10.2019
  • 27.10.2019
  • 24.11.2019
  • 08.12.2019

Treffpunkt ist jeweils um 14:00 Uhr am FriedWald-Parkplatz.

Zu Terminvereinbarungen können Sie sich telefonisch unter der Telefonnummer 06155 / 848 - 200 melden.
Informationsmaterial erhalten Sie über die telefonische Bestellung unter der Telefonnummer 06155 / 848 - 100.

Gewinnaktion WaldGeschichten

Der Wildapfel wird gemeinschaftlich von Schülerinnen und Schülern mit försterlicher Unterstützung von Alice Rosenthal sowie Jakob Gruber gepflanzt. (Foto: K. Brämer/HessenForst)

Der Wildapfel wird gemeinschaftlich von Schülerinnen und Schülern mit försterlicher Unterstützung von Alice Rosenthal sowie Jakob Gruber gepflanzt. (v. l., Foto: K. Brämer / HessenForst)

Sechstklässler der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen gewinnen bei Kreativ-Wettbewerb tolle Preise

Der Landesbetrieb HessenForst startete in diesem Jahr erstmalig unter dem Motto „WaldGe-schichten“ eine hessenweite Gewinnaktion für Schulklassen und Kindergartengruppen. Im Rahmen der vom Forstamt Reinhardshagen veranstalteten Waldjugendspiele nahmen die daran beteiligten sechsten Klassen der Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen erfolgreich teil.
Alle vier Klassen haben Preise gewonnen. Schulleiter Driton Mazrekaj freute sich anlässlich der Preisverleihung am 3. Dezember sehr über diese Auszeichnungen. „Waldjugendspiele sind eine Bereicherung für jeden Einzelnen und die Schülerschaft als Ganzes. Wenn es dann noch die Möglichkeit gibt, die dort gewonnenen Eindrücke zu Papier zu bringen, dann ist das eine gelungene Verbindung von Aktion, Freude und Nachhaltigkeit“, so Mazrekaj .

Nach dem im Oktober bereits veranstalteten Waldjugendspiel-Tag erhielten die Kinder klassenweise ein Poster zum freien Gestalten. Der Fantasie der Schülerinnen und Schüler war keine Grenzen gesetzt. Nach den Eindrücken und Wahrnehmungen der Kinder über den Wald entstanden durch Malen, Basteln, Kleben künstlerische Baumskizzen, Baumkronen und Blätter.
Als Belohnung für ihre einfallsreichen Waldposter verteilte Alice Rosenthal als Försterin und Waldpädagogin vom Landesbetrieb HessenForst an die Klassen die Gewinne. Zudem begleitete sie die verschiedenen waldpädagogischen Aktionen am Tag. Unterstützung erhielt sie von ihrem Kollegen Jakob Gruber, der sich seit Anfang dieses Jahres auch um die Umweltbildung im Naturpark Reinhardswald kümmert.
„Über die Poster-Ergebnisse freue ich mich besonders. Sie erzählen eure ganz persönlichen WaldGeschichten,“ so Rosenthal. Sie betonte, wie wichtig es sei, die Freude am Wald, an der Natur überhaupt, zu wecken und gemeinsam für ihren Erhalt aktiv zu werden.

Schul-Pflanzaktion

WaldGeschichten – für jeden von uns sind es andere. Hier das Foto des Gewinnerposters der Klasse 6a der Marie-Durand-Schule. (Foto: Marie-Durand-Schule)

WaldGeschichten – für je-den von uns sind es an-dere. Hier das Gewinner-poster der Klasse 6a. (Foto: Marie-Durand-Schule)

Als Hauptpreis erhielt die Klasse 6a drei Bäume zum Pflanzen auf dem Schulgelände und eine waldpädagogische Aktion am Vormittag. Die Kinder pflanzten einen Wildapfel-Baum und zwei Holunder. „Der Wildapfel ist in ganz Deutschland eine sehr seltene Baumart.“, erklärte Försterin Rosenthal. Seine besondere Bedeutung für die Marie-Durand-Schule erhalte er insofern, als er mit einem größeren Vorkommen im Urwald Sababurg in unmittelbarer Nachbarschaft vom Reinhardswald zur Schule vorkomme.

Der Schwarze Holunder ist ein weit verbreiteter heimischer Strauch. Zahlreiche Vogelarten ernähren sich von den Beeren des Hollerbuschs, wie er auch genannt wird. Unzähligen Insekten dienen die Blüten im Frühling als Nahrungsquelle. Rosenthal ermunterte die Schülerinnen und Schüler die beiden Sträucher im Jahresverlauf gut zu beobachten, vor allem wenn sie größer werden: „Die Blüten können in Teig gebacken oder zu einem Sirup verarbeitet werden. Aus den reifen Früchte könnt ihr Marmelade, Gelee oder Saftkonzentrat herstellen“, so Rosenthal weiter.

Zwei Schülerinnen aus der Gewinnerklasse 6a beim brennenden Gestalten ihrer Frühstücksbrettchen mit dem Brennpeter (v. l., Foto: K. Brämer / HessenForst)

Zwei Schülerinnen aus der Gewin-nerklasse 6a beim brennenden Gestalten ihrer Frühstücksbrettchen mit dem Brennpeter (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Von der Buchecker zum Frühstücksbrettchen
Der Höhepunkt an diesem Schultag war die Gestaltung eines eigenen Frühstückbrettchens für Zuhause mit einem Brennstab.
Es hat viel Spaß gemacht und war ganz toll! – so die einhellige Meinung der 24 Schülerinnen und Schüler der 6a zum Abschluss der Gewinnüberreichung und Mitmachaktion.

Die drei anderen Klassen gewannen Vogel-Nistkästen zum selbst Bauen und eine Eich- hörnchen-Futterstation. Zudem erhielten alle vier Klassen eine Urkunde als Erinnerung an diese gelungene WaldGeschichten-Aktion. Alice Rosenthal war voll des Lobes und bedankte sich herzlich für das außerordentliche Engagement – im Wald und im Klassenzimmer, beim Pflanzen und Basteln. „Ich wünsche euch allen weiterhin viele wunderbare Erlebnisse im Wald und in der Natur“, so Rosenthal zum Abschied an die Kinder.

Hintergrund Aktion WaldGeschichten
Zwischen Frühjahr und Herbst waren zahlreiche Kindergartengruppen und Schulklassen im Rahmen der Waldjugendspiele mit den Forstleuten im hessischen Wald unterwegs. Im Anschluss gab es für die Gruppen und Klassen Poster mit verschiedenen stilisierten, ausgesparten Baumskizzen. Deren Baumkronen konnten mit Leben gefüllt werden: Was wurde im Wald erlebt, was gefühlt, was beobachtet? Als Ergebnis entstanden ausnahmslos schöne, kreative und individuelle WaldGeschichten. Von den Postern wurden Fotos an eine Waldpädagogik-Jury zur Auswertung gesendet. Nach den Kriterien Aufwand, Begeisterung und Gesamtwirkung konnten bis maximal 15 Punkte erreicht werden.
86 Gruppen und Schulklassen nahmen daran teil. Hauptpreise sind Wildparkbesuche und einzelne Abenteuertage in den hes-sischen Jugendwaldheimen von HessenForst sowie eine 4-tägige Klassenfahrt ins Waldabenteuer zum Jugendwaldheim Meißner. Nistkästen zum selbst Bauen, Eichhörnchen-Futterstationen, Experimentierkästen oder Insektenhotels sind weitere Preise.

Hessen-Försterin Alice Rosenthal legt mit den Schülerinnen und Schülern letzte Hand an beim Pflanzen des Schwarzen Holunders. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Eine stolze Gewinnerschülerin mit ihrem Buchen-Frühstücks-brettchen, das sie mit dem Brennpeter gestaltet hat. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Ein Schüler aus der Gewinnerklas-se 6a und Förster Jakob Gruber tragen den Wildapfel zur Pflanzstelle. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Mit links gestaltet eine Schülerin aus der Gewinnerklasse 6a ihr Frühstücksbrettchen mit dem Brennpeter. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Beim Pflanzen vom Hollerbusch wird Försterin Alice Rosenthal von Schülerinnen und Schülern der Gewinnerklasse 6a eingerahmt. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Die eingebrannte Pusteblume dieser Schülerin erinnert an den Sommer. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
 

Ehrenamtliche Naturschützer informieren sich

Ehrenamtliche Naturschutzbetreuer und -betreuerinnen besichtigen das Naturschutzgebiet „Ochsenhof“ im Wesertal: 2. v. re.: Förster Wilfried Bettenhausen, 3. v. re. Axel Krügener (obere Naturschutzbehörde). (Foto: K. Kahle /HessenForst)

Ehrenamtliche Naturschutzbetreuer und -betreuerinnen besichtigen das Naturschutzgebiet „Ochsenhof“ im Wesertal: 2. v. re.: Förster Wilfried Bettenhausen, 3. v. re. Axel Krügener (obere Naturschutzbehörde). (Foto: K. Kahle / HessenForst)

Treffen im Forstamt Reinhardshagen
Das Forstamt Reinhardshagen hat die im Ehrenamt tätigen Naturschützerinnen und Naturschützer zu einem informellen Austausch eingeladen.
Die Damen und Herren betreuen im Ehrenamt die im Forstamtsbereich liegenden Naturschutzgebiete. Jeder Betreuerin oder jedem Betreuer ist ein Naturschutzgebiet zugewiesen. Aufgabe ist es, das Schutzgebiet regel-mäßig aufzusuchen und nach dem Rechten zu sehen. Werden besondere Beobachtungen gemacht, z. B. von seltenen Tierarten, Abfallhinterlassen-schaften festgestellt oder die Betreuer haben Vorschläge zur Verbesserung in der Schutzgebietspflege, meldet sich die Betreuerin oder der Betreuer beim Forstamt Reinhardshagen. Dort nimmt Naturschutzförster Wilfried Bettenhausen die Meldungen entgegen und entscheidet, was zu tun ist.
Im Forstamtsbereich sind 16 Frauen und Männer als Schutzgebiets-betreuerinnen und -betreuer unterwegs, neun davon konnten an dem Informationstreffen teilnehmen. Sie alle vereint das Interesse an der Natur. Einige betreiben das Interesse als Hobby sogar soweit, dass sie sich auf bestimmte Tier- oder Pflanzenarten spezialisiert haben.
Wenn Sie Interesse an der ehrenamtlichen Betreuung eines Naturschutzgebietes besteht, wenden Sie sich gern an Herrn Bettenhausen (Tel.: 05544/951028) vom Forstamt Reinhardshagen.

Dank für ehrenamtliches Naturschutz-Engagement
In seiner Begrüßung bedankten sich Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler und Axel Krügener von der oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Unterstützung: „Ihr Engagement hilft uns bei der täglichen Arbeit, die Naturschutzgebiete zu pflegen und zu sichern“, so Krügener.
Vor dem Informationsaustausch im Forstamt besuchten die Naturschützer das Naturschutzgebiet Ochsenhof im Wesertal. Dort sind ehemalige Kiesteiche mit einer angrenzenden großen Grünlandfläche seit 1981 unter Schutz gestellt. Im Fokus des Besuchs stand die 5 Hektar (ha) große Wiese. Sie ist eine der letzten Wiesen im oberen Wesertal mit ausgesprochener artenreicher Grünland-vegetation, weil sie nicht gedüngt werden darf.

Grünlandschäden durch Wildschweine. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Grünlandschäden durch Wildschweine. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Die Naturschützer konnten sich ein Bild vom guten Pflegezustand des Schutzgebiets machen. Allerdings, so die Erläuterungen von Förster Bettenhausen, machen die Wühltätigkeiten der Wildschweine die Wiesenpflege problematisch. Der Landwirt aus der Nähe, mit dem das Forstamt einen Pachtvertrag über die Wiesenpflege und Nutzung abgeschlossen hat, ist zunehmend frustriert. "Wir sind bemüht, intensiver zu jagen, um die Schäden abzumildern", so Bettenhausen.

Hintergrund
Das Forstamt Reinhardshagen betreut im Auftrag der oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel 18 Naturschutzgebiete mit 1.062 ha. Zur Pflege und Entwicklung der Schutzgebiete stehen dem Forstamt jährlich rd. 120.000 Euro zur Verfügung.

Nisthilfe für den Schwarzstorch

Rainer Büchner mit Seilklettertechnik auf dem Weg in die Krone der starken Buche. (Foto: B. Berger)

Rainer Büchner mit Seil-klettertechnik auf dem Weg in die Krone der starken Buche. (Foto: B. Berger)

Forstamt Reinhardshagen errichtet weiteren Kunsthorst
Das Forstamt Reinhardshagen hat einen weiteren Kunsthorst für den Schwarzstorch bauen lassen. Mit Unterstützung der NABU-Ortsgruppe Hofgeismar haben wir an einer versteckten Stelle im Reinhardswald eine geeignete starke Buche gefunden. Dort hinein hat Rainer Büchner als versierter Baumkletterer die einzelnen Bauteile des Nestes zusammengebaut.
Der bei uns für Naturschutz zuständige Förster Wilfried Bettenhausen hat den Standort ausgewählt und den Bau organisiert.

Bereits im Frühjahr hatten wir einen Kunsthorst errichten lassen. Prompt wurde dieser auch vom Schwarzstorch angenommen. Das Storchenpaar hat darauf erfolgreich zwei Junge großgezogen.

Der zweite Kunsthorst liegt weit von dem anderen Horst entfernt. An einer Stelle, wo immer mal wieder die scheuen Vögel bei der Nahrungsaufnahme beobachtet wurden.

Der fertige Kunsthorst vom Waldboden aus. (Foto: B. Berger)

Der fertige Kunsthorst vom Wald-boden aus. (Foto: B. Berger)

Natürlich kann der Schwarzstorch sein Nest auch selbst bauen. „Bei der Auswahl muss aber alles passen“, so Bettenhausen. Denn das große und schwere Nest benötigt den perfekten Baum mit großer Krone und eine Astanordnung, die solch ein Nest tragen kann. Weiterhin muss der Baum so stehen, dass dieser von dem Vogel mit einer Flügelspannweite von rund zwei Metern hindernisfrei angeflogen werden kann. Nicht zuletzt muss auch in der Umgebung ausreichend Nahrung zu finden sein.

Durch den Kunsthorst versuchen wir, diese Idealbedingungen im Nahrungsbiotop künstlich herzustellen. Ob uns dies gelungen ist – es wird sich im nächsten Frühjahr zeigen: Wenn die Störche aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Vielleicht wird dann auch dieser Neubau von einem Schwarzstorchpaar bezogen.

Die Horstplattform hoch oben in der Baumkrone ist mit Ästen ausgepolstert. (Foto: B. Berger)

Die Horstplattform hoch oben in der Baumkrone ist mit Ästen ausge-polstert. (Foto: B. Berger)

Hintergrund
Wir haben eine Artenpatenschaft für den Schwarzstorch (wissenschaftlicher Name: Ciconia nigra – schwarzer Schreitvogel) übernommen. Als sehr störungsempfindliche Art richten wir daher ein besonderes Augenmerk auf den Vogel.

So verzichten wir in der Waldbewirtschaftung im Bereich bekannter Horstbäume auf weitgehende Holznutzung.
Wir legen Nahrungsbiotope an.
Wir wandeln Bachtäler in eine naturnahe Bestockung um.

Klassenzimmer Wald

Die beiden Schüler genießen den wunderschönen Ausblick an der Hessenkanzel an der Waldmärchen-Station. (Foto:  K. Brämer / HessenForst)

Die beiden Schüler genießen den tollen Ausblick an der Hessenkanzel an der Waldmärchen-Station. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Sechstklässler der Marie-Durand-Schule erleben Waldtag im Reinhardswald
Raus in den Wald! hieß es am letzten Tag im Oktober für 85 Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Marie-Durand-Schule aus Bad Karlshafen. Bei schönstem Herbstwetter tauschten sie das Klassenzimmer gegen einen interessanten und aktiven Waldtag im Reinhardswald. Schon zum wiederholten Mal organisieren wir vom Forstamt Reinhardshagen und die Lehr-kräfte der integrierten Gesamtschule einen solchen Tag im Wald.

Der bei uns zuständige Förster und Waldpädagoge Wilfried Bettenhausen hatte mit Unterstützung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Forstamt und Naturpark Reinhardswald einen abwechslungsreichen Stationsparcours aufgebaut. Nach dem Motto „Spielerisch den Wald entdecken“ waren neben Kenntnissen zum Waldlebensraum, zu Waldarbeit und Märchenwelt ebenso auch Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.

Der Brandenberg – ein interessanter, schöner Lernort der Waldpädagogik
Im Revier Bad Karlshafen an der Hessenkanzel wurden die Jugendlichen in sechs Gruppen eingeteilt. Dann ging es im Wald darum, welche Gruppe den als Wettbewerb gestalteten Rundkurs mit der höchsten Punktzahl als erste absolvierte. Anreiz war die vom Forstamt als Wanderpokal gestiftete Hirschgeweihstange.

Eine Schülerin der Gruppe „Eiche" hält die gewonne Abwurfstange von einem Hirsch stolz in ihren Händen. Die Stange wird in der Schulhalle für alle sichtbar aufgehängt. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Eine Schülerin der Gruppe „Eiche" hält die gewonne Abwurfstange von einem Hirsch stolz in ihren Hän-den. Die Stange wird in der Schulhalle für alle sichtbar aufgehängt. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Waldarbeit - abwechslungsreich, interessant, aber auch gefährlich und anstrengend Neben der anschaulichen Vermittlung, dass Waldarbeit eine gefährliche und anstrengende Arbeit ist, bestand die Herausforderung bei dieser Station darin, mit der Handsäge in vorgegebener Zeit möglichst viel Holzstücke abzusägen.
Fast schon Spezialkenntnisse waren gefragt, um den im Wald wachsenden Bäumen das zugehörige Blatt, die Frucht und die richtige Holzscheibe zu zuordnen.
An der Station Märchen und Heimatkunde war unter anderem von den Kindern die Frage zu beantworten, woher der Name Reinhardswald kommt und welche Besonderheiten es im Reinhardswald gibt.
Beim Holzturmbau und Zapfenzielwurf ging es um Geschicklichkeit und Schnelligkeit.

Teamarbeit bei der Waldarbeit ist enorm wichtig: hier Sägen und Nageln auf Zeit. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Gefragt: Teamarbeit bei der Wald-arbeit, hier Sägen und Nageln auf Zeit für die 6. Klassen. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Fazit: Es hat sich gelohnt
Kinder, Lehrkräfte und die Organisationsbeteiligten waren sich am Ende des Waldtages einig: Es war ein toller Tag im Wald. Jubeln durfte die Gruppe „Eichel", die sich die Hirschgeweih-stange in diesem Jahr mit der höchsten Punktzahl an den Stationen sicherte.

Interesse am Lebensraum Wald wecken und aufrecht erhalten
„Allgemein tragen Waldjugendspiele mit dazu bei, das Interesse am Lebensraum Wald zu-nächst spielerisch zu wecken und vielleicht längerfristig zu halten“, so Wilfried Bettenhausen zur waldpädagogischen Zielsetzung solcher Veranstaltungen. „Denn nur das, was ich kenne, bin ich auch bereit zu schützen und mich dafür einzusetzen“, so Bettenhausen weiter. Nicht die schlechteste Idee in Zeiten des Klimawandels, in denen einem intakten Wald eine große Bedeutung zukommt.

Hintergrund Waldjugendspiele (WJS)

14 Waldmärchen mussten die Jugendlichen erraten. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

14 Waldmärchen mussten die Jugendlichen erraten. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Am Anfang war das Waldquiz. Bereits 1970 holte es Dr. Hans-Heinrich Vangerow (deutsche Förster und Historiker‚ *1924) aus der Schule heraus und entwickelte erstmals spielerisch-pädagogische Aktivitäten im Wald in Allersberg (Bayern) als Forstamtsleiter.
Wir richten die WJS aus und beziehen weitere lokale Fachleute, z. B. vom Naturpark Reinhardswald, mit ein.
Der Anspruch der WJS ist lt. Vangerow, die gesamte Umwelt zu erfassen und einzubeziehen. Daher gelten WJS als praxisbezogene Lernorte im Wald, in denen die große Bedeutung des Ökosystems Wald sowie Aspekte der Umweltvorsorge und Ökologie vermittelt werden.
Wir führen jeweils eintägige WJS an mehreren Terminen mit verschiedenen Klassenstufen in unterschiedlichen Rundkursen mit bis zu acht Stationen und an wechselnden Orten durch.
Die Klasse mit den meisten Punkten erhält für ihre guten Leistungen eine Abwurfstange eines kapitalen, etwa 10 bis 12 Jahre alten Hirsches aus dem Revier Waldhaus als Wanderpokal. Er wird im Folgejahr an den nächsten Sieger weitergereicht.
Bei uns im Forstamt Reinhardshagen ist Förster und Waldpädagoge Wilfried Bettenhausen Ansprechpartner, Tel.: 05544 9510-28, Fax: 05544 9510-40.