Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Reinhardshagen  –  Aktuelles

Nisthilfe für den Schwarzstorch

Rainer Büchner mit Seilklettertechnik auf dem Weg in die Krone der starken Buche. (Foto: B. Berger)

Rainer Büchner mit Seil-klettertechnik auf dem Weg in die Krone der starken Buche. (Foto: B. Berger)

Forstamt Reinhardshagen errichtet weiteren Kunsthorst
Das Forstamt Reinhardshagen hat einen weiteren Kunsthorst für den Schwarzstorch bauen lassen. Mit Unterstützung der NABU-Ortsgruppe Hofgeismar haben wir an einer versteckten Stelle im Reinhardswald eine geeignete starke Buche gefunden. Dort hinein hat Rainer Büchner als versierter Baumkletterer die einzelnen Bauteile des Nestes zusammengebaut.
Der bei uns für Naturschutz zuständige Förster Wilfried Bettenhausen hat den Standort ausgewählt und den Bau organisiert.

Bereits im Frühjahr hatten wir einen Kunsthorst errichten lassen. Prompt wurde dieser auch vom Schwarzstorch angenommen. Das Storchenpaar hat darauf erfolgreich zwei Junge großgezogen.

Der zweite Kunsthorst liegt weit von dem anderen Horst entfernt. An einer Stelle, wo immer mal wieder die scheuen Vögel bei der Nahrungsaufnahme beobachtet wurden.

Der fertige Kunsthorst vom Waldboden aus. (Foto: B. Berger)

Der fertige Kunsthorst vom Wald-boden aus. (Foto: B. Berger)

Natürlich kann der Schwarzstorch sein Nest auch selbst bauen. „Bei der Auswahl muss aber alles passen“, so Bettenhausen. Denn das große und schwere Nest benötigt den perfekten Baum mit großer Krone und eine Astanordnung, die solch ein Nest tragen kann. Weiterhin muss der Baum so stehen, dass dieser von dem Vogel mit einer Flügelspannweite von rund zwei Metern hindernisfrei angeflogen werden kann. Nicht zuletzt muss auch in der Umgebung ausreichend Nahrung zu finden sein.

Durch den Kunsthorst versuchen wir, diese Idealbedingungen im Nahrungsbiotop künstlich herzustellen. Ob uns dies gelungen ist – es wird sich im nächsten Frühjahr zeigen: Wenn die Störche aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Vielleicht wird dann auch dieser Neubau von einem Schwarzstorchpaar bezogen.

Die Horstplattform hoch oben in der Baumkrone ist mit Ästen ausgepolstert. (Foto: B. Berger)

Die Horstplattform hoch oben in der Baumkrone ist mit Ästen ausge-polstert. (Foto: B. Berger)

Hintergrund
Wir haben eine Artenpatenschaft für den Schwarzstorch (wissenschaftlicher Name: Ciconia nigra – schwarzer Schreitvogel) übernommen. Als sehr störungsempfindliche Art richten wir daher ein besonderes Augenmerk auf den Vogel.

So verzichten wir in der Waldbewirtschaftung im Bereich bekannter Horstbäume auf weitgehende Holznutzung.
Wir legen Nahrungsbiotope an.
Wir wandeln Bachtäler in eine naturnahe Bestockung um.

Klassenzimmer Wald

Treffpunkt an der Sägestation und Vorfreude auf den Tag – Förster Wilfried Bettenhausen begrüßt den 6. Jahrgang der Bad Karlshafener Marie-Durand-Schule. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Treffpunkt an der Sägestation und Vorfreude auf den Tag – Förster Wilfried Bettenhausen begrüßt den 6. Jahrgang der Bad Karlshafener Marie-Durand-Schule. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Sechstklässler der Marie-Durand-Schule erleben Waldtag im Reinhardswald
Raus in den Wald! hieß es am letzten Tag im Oktober für 85 Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse der Marie-Durand-Schule aus Bad Karlshafen. Bei schönstem Herbstwetter tauschten sie das Klassenzimmer gegen einen interessanten und aktiven Waldtag im Reinhardswald. Schon zum wiederholten Mal organisieren wir vom Forstamt Reinhardshagen und die Lehr-kräfte der integrierten Gesamtschule einen solchen Tag im Wald.

Der bei uns zuständige Förster und Waldpädagoge Wilfried Bettenhausen hatte mit Unterstützung weiterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Forstamt und Naturpark Reinhardswald einen abwechslungsreichen Stationsparcours aufgebaut. Nach dem Motto „Spielerisch den Wald entdecken“ waren neben Kenntnissen zum Waldlebensraum, zu Waldarbeit und Märchenwelt ebenso auch Schnelligkeit und Geschicklichkeit gefragt.

Der Brandenberg – ein interessanter, schöner Lernort der Waldpädagogik
Im Revier Bad Karlshafen an der Hessenkanzel wurden die Jugendlichen in sechs Gruppen eingeteilt. Dann ging es im Wald darum, welche Gruppe den als Wettbewerb gestalteten Rundkurs mit der höchsten Punktzahl als erste absolvierte. Anreiz war die vom Forstamt als Wanderpokal gestiftete Hirschgeweihstange.

Die Schülerinnen und Schüler der Gruppe „Eiche" mit der gewonnen Abwurfstange von einem Hirsch. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Die Schülerinnen und Schüler der Gruppe „Eiche" mit der gewonnen Abwurfstange von einem Hirsch. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Waldarbeit - abwechslungsreich, interessant, aber auch gefährlich und anstrengend Neben der anschaulichen Vermittlung, dass Waldarbeit eine gefährliche und anstrengende Arbeit ist, bestand die Herausforderung bei dieser Station darin, mit der Handsäge in vorgegebener Zeit möglichst viel Holzstücke abzusägen.
Fast schon Spezialkenntnisse waren gefragt, um den im Wald wachsenden Bäumen das zugehörige Blatt, die Frucht und die richtige Holzscheibe zu zuordnen.
An der Station Märchen und Heimatkunde war unter anderem von den Kindern die Frage zu beantworten, woher der Name Reinhardswald kommt und welche Besonderheiten es im Reinhardswald gibt.
Beim Holzturmbau und Zapfenzielwurf ging es um Geschicklichkeit und Schnelligkeit.

Teamarbeit bei der Waldarbeit ist enorm wichtig: hier Sägen und Nageln auf Zeit. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Gefragt: Teamarbeit bei der Walda-rbeit, hier Sägen und Nageln auf Zeit für die 6. Klassen. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Fazit: Es hat sich gelohnt
Kinder, Lehrkräfte und die Organisationsbeteiligten waren sich am Ende des Waldtages einig: Es war ein toller Tag im Wald. Jubeln durfte die Gruppe „Eichel", die sich die Hirschgeweih-stange in diesem Jahr mit der höchsten Punktzahl an den Stationen sicherte.

Interesse am Lebensraum Wald wecken und aufrecht erhalten
„Allgemein tragen Waldjugendspiele mit dazu bei, das Interesse am Lebensraum Wald zu-nächst spielerisch zu wecken und vielleicht längerfristig zu halten“, so Wilfried Bettenhausen zur waldpädagogischen Zielsetzung solcher Veranstaltungen. „Denn nur das, was ich kenne, bin ich auch bereit zu schützen und mich dafür einzusetzen“, so Bettenhausen weiter. Nicht die schlechteste Idee in Zeiten des Klimawandels, in denen einem intakten Wald eine große Bedeutung zukommt.

Hintergrund Waldjugendspiele (WJS)

14 Waldmärchen mussten die Jugendlichen erraten. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

14 Waldmärchen mussten die Jugendlichen erraten. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Am Anfang war das Waldquiz. Bereits 1970 holte es Dr. Hans-Heinrich Vangerow (deutsche Förster und Historiker‚ *1924) aus der Schule heraus und entwickelte erstmals spielerisch-pädagogische Aktivitäten im Wald in Allersberg (Bayern) als Forstamtsleiter.
Wir richten die WJS aus und beziehen weitere lokale Fachleute, z. B. vom Naturpark Reinhardswald, mit ein.
Der Anspruch der WJS ist lt. Vangerow, die gesamte Umwelt zu erfassen und einzubeziehen. Daher gelten WJS als praxisbezogene Lernorte im Wald, in denen die große Bedeutung des Ökosystems Wald sowie Aspekte der Umweltvorsorge und Ökologie vermittelt werden.
Wir führen jeweils eintägige WJS an mehreren Terminen mit verschiedenen Klassenstufen in verschiedenen Rundkursen mit bis zu acht Stationen und an unterschiedlichen Orten durch.
Die Klasse mit den meisten Punkten erhält für ihre guten Leistungen eine Abwurfstange eines kapitalen, etwa 10 bis 12 Jahre alten Hirsches aus dem Revier Waldhaus als Wanderpokal. Er wird im Folgejahr an den nächsten Sieger weitergereicht.
Bei uns im Forstamt Reinhardshagen ist Förster und Waldpädagoge Wilfried Bettenhausen Ansprechpartner, Tel.: 05544 9510-28, Fax: 05544 9510-40.

Datenschutz beim Forstamt Reinhardshagen

Wir sichern Ihre Daten gemäß der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung. (Grafik: B. Geyer / pixabay)

Wir sichern Ihre Daten gemäß Europäischer Datenschutz-Grundverordnung. (Grafik: B: Geyer / pixabay)

Unser Umgang mit Ihren Daten und Ihren Rechten

Nachfolgend informieren wir Sie über die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten durch den Landesbetrieb HessenForst nach Art. 13 der Europäischen Daten-schutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Auch weisen wir Sie auf Ihre Ansprüche und Rechte hin, die Ihnen nach den datenschutzrechtlichen Regelungen zustehen. Dies ist unsere Informationspflicht [PDF, 65 KB].

Welche Daten im Einzelnen verarbeitet und in welcher Weise genutzt werden, richtet sich zunächst nach den Rechtsgrundlagen, natürlich auch maßgeblich nach den von Ihnen beantragten bzw. mit Ihnen vereinbarten Verträgen bzw. Dienstleistungen.
Sprechen Sie uns gerne an! Tel.: 05544 9510-0, Fax: 05544 9510-40.

Geschichte lebt im Reinhardswald

Geballter Forstsachverstand – 10 Jahre Forstlicher Geschichtsverein Forstamt Reinhardshagen (v. l.): Dr. Markus Ziegeler (Forstamtsleiter Reinhardshagen), Dr. Wolfgang Dertz, (Ministerialdirigent a. D.) Martin Menke (Revierleiter Ziegelhütte), Dr. Ingrid Beitzen-Heineke (Tochter von Prof. Dr. Alfred Bonnemann, Forstwissenschaftler und Hochschullehrer der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen in Hann. Münden und ehemaliger Forstamtsleiter Gahrenberg), Dr. Wilfried Dietze (ehemaliger Forstamtsleiter Gahrenberg), Hubertus Fröhlich (ehemaliger Forstamtsleiter Hofgeismar und später Karlshafen), Dr. Norbert Teuwsen (ehemaliger Forstamtsleiter Reinhardshagen), Werner Eckel (ehemaliger Revierleiter Holzhausen), Wolfgang Leisten (ehemaliger Revierleiter Reinhardshagen), Fritz Mewes und Eberhard Albrecht (beide ehemalige Bereichsleiter Dienstleistung und Hoheit beim Forstamt Reinhardshagen. Es fehlt Wilfried Weber. (Foto: M. Meyer / HessenForst)

Geballter Forstsachverstand – 10 Jahre Forstlicher Geschichtsverein Forstamt Rein-hardshagen (v. l.): Dr. Markus Ziegeler, Dr. Wolfgang Dertz, Martin Menke, Dr. Ingrid Beitzen-Heineke, Dr. Wilfried Dietze, Hubertus Fröhlich, Dr. Norbert Teuwsen, Werner Eckel, Wolfgang Leisten, Fritz Mewes und Eberhard Albrecht. Es fehlt Wilfried Weber. (Foto: M. Meyer / HessenForst)

10 Jahre forstlicher Geschichtskreis Forstamt Reinhardshagen
Bereits am 5. Oktober trafen sich aktive und ehemalige Förster und eine Försterin – um zu feiern und um die Zukunft des forstlichen Geschichtskreises des Forstamts Reinhardshagen zu sichern. Fast auf den Tag genau vor zehn Jahren gründete sich der Geschichtskreis für das Gebiet des Reinhardswalds und den gleichnamigen Forstgutsbezirk.

Historische Schätze des Reinhardswalds für die Nachwelt bewahren
Revierleiter Martin Menke hatte seinerzeit die überzeugende Idee, forst- und verwaltungshistorisch sowie wald- und kulturgeschichtlich wertvolles Material und Artefakte vor dem Verfall oder Verlust zu sichern. Durch die großen Forstreformen 1973 und 2005 wurde aus den ehemals sieben nördlichsten hessischen Forstämtern im Reinhardswald das heutige Forstamt Reinhardshagen, 39 Revierförstereien wurden zu nunmehr 13. Nach Auflösung der Ämter und z. T. Aufgabe der Häuser fielen sehr viele, zeitgeschichtlich wertvolle Unterlagen an. Sie sind vor dem Alt-papiercontainer durch den forstlichen Geschichtskreis gerettet und der forstge-schichtlichen Laien- und Fachwelt erhalten geblieben. „Ich bin sehr froh, dass wir im Forstamt Reinhardshagen diese Möglichkeit genutzt haben. Wir haben mit viel Herz-blut und Sachverstand in vielen Treffen diese Schätze gerettet, katalogisiert und archiviert“, zeigt sich Martin Menke überzeugt. Dies ist umso bemerkenswerter vor dem Hintergrund, als der Reinhardswald schon immer ein besonderer Wald war: als landesherr-schaftlicher Wald mit Wildschutzgebiet, Tierpark, Hutewäldern und Urwald und als größtes geschlossenes Waldgebiet mit einer einzigartigen Bedeutung auch über Hessen hinaus.

Geschichte lebt

Die „Erneuerte Forst-und Holtz-Ordnung des Fürstenthums Hessen Casselischen Theils“, Cassel, Gedruckt bey Salomon Kürßner / Fürstlichen Hessische bestellten Buchdruckern, Anno 1683, beinhaltet auch einen Erlass vom 30. Juni 1763 zu den Forstbediensteten – erlassen „Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Landgraf zu Hessen, Fürst zu Herßfeld, Graff zu Laßenelnbogen, Dieß, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg und Hanau, u. u. Ritter des Königl. Groß=Britannischen Ordens vom blauen Hofenband, 2c. 2c., 1763.“. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Die „Erneuerte Forst-und Holtz-Ordnung des Fürstenthums Hessen Casselischen Theils“, Cassel, Gedruckt bey Salomon Kürßner / Fürst-lichen Hessische bestellten Buchdruckern, Anno 1683, beinhaltet auch einen Erlass vom 30. Juni 1763 zu den Forstbediensteten – erlassen „Von Gottes Gnaden Wir Friedrich Landgraf zu Hessen, Fürst zu Herßfeld, Graff zu Laßenelnbogen, Dieß, Ziegenhain, Nidda, Schaumburg und Hanau, u. u. Ritter des Königl. Groß=Britannischen Ordens vom blauen Hofenband, 2c. 2c., 1763.“. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Mittlerweile sind Forstamtsbibliothek und Forstarchiv unter dem Forstamtsdach sinnhaft ergänzt und gut katalogisiert untergebracht. Bei der internen Feierstunde mit dem ehemaligen hessischen Landesforstchef, Ministerialdirigent a. D. Dr. Wolfgang Dertz, dem amtierenden Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler und seinen drei Vor-gängern im Amte Dr. Norbert Teuwsen (Reinhardshagen), Dr. Wilfried Dietze (Gahrenberg) und Hubertus Fröhlich (Karlshafen), den beiden pensionierten Revier-leitern Werner Eckel (Holzhausen) und Wolfgang Leisten (Reinhardshagen) waren ebenfalls Fritz Mewes und Eberhard Albrecht anwesend, beides ehemalige Bereichs-leiter für Dienstleistung und Hoheit im Forstamt Reinhardshagen, sowie Martin Menke. Last but not least war mit Dr. Ingrid Beitzen-Heineke (pensionierte Holzver-käuferin der Niedersächsischen Staatsforsten Süd/Bergland) auch noch die kompe-tente ideelle Sachwalterin eines großen Schatzes mit im sprichwörtlichen Boot. Als Tochter von Professor Dr. Alfred Bonnemann, einem sehr versierten und beliebten, bereits 1979 verstorbenen Forstwissenschaftler und Hochschullehrer der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen in Hann. Münden, ist sie ist die Verbindungsper-son zu vielen Geschichten, Personen und Ereignissen im Reinhardswald. Als gleich-zeitiger Leiter des damaligen Forstamts Gahrenberg benannte Bonnemann seiner-zeit die „Ingridstraße“ am Gahrenberg anlässlich der Geburt seiner Tochter nach ihr.

Standardwerk „Der Reinhardswald“: kompakt und wissenswert
Auch verfasste Bonnemann das bekannte Standard-Werk „Der Reinhardswald“. Es ist der Klassiker über dieses Waldgebiet – verständlich geschrieben und gefüllt mit wertvollen forstfachlichen sowie wald- und kulturgeschichtlichen Informationen. Wie Dr. Dertz anmerkte, „dass zu den meisten Bereichen (des Reinhardswalds) in dem Bonnemann-Buch alles geschrieben ist, das von Interesse ist.“ Bonnemann legte großen Wert auf die Darstellung der Waldentwicklung und des Waldwachstums und deren ökolo-gische Voraussetzung – über lange Zeiträume hinweg. Beispielsweise beschreibt er die Territorialgeschichte des nordhessisch-niedersächsisch-westfälischen Raumes und der darin wirkenden politischen Kräfte. Er stellt auch deren Einflussnahme auf die Wald- und Forstwirtschaft dar; angesichts der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Diskussionen im Reinhardswald z. B. zu Windkraft und Salzlaugen-Auffangbecken eine bestechend aktuelle Betrachtungsweise.

Wertvolle Sammlung: wald-, forst- und kulturgeschichtliche Juwelen
Der Reinhardshagener Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler erinnerte an die Anfänge des Geschichtskreises und vor allem an den unermüdlichen Einsatz des Forstwirts-Kollegen Wilfried Weber. „Ohne sein tatkräftiges Engagement beim geordneten Aufbau in den Anfängen hätte dieses umfangreiche Material nicht katalogisiert werden können.“ Er erwähnte ebenfalls die wertvollen Beiträge Eberhard Albrechts, die dieser als Autor zahlreicher Artikel der Jahrbücher des Landkreises Kassel zum Fundus beisteuerte. Ziegeler hielt fest, „dass sich das Engagement und der lange Atem von allen Beteiligten gelohnt hat. Ich bin sehr zufrieden, dass wir diese wertvolle Sammlung an geschichtlichen Zeugnissen unser Eigen nennen können“, resümierte der amtierende Hausherr zu-frieden. In seinem Ausblick hielt er zudem fest, dass einzelne, kulturhistorisch sehr wertvolle Werke aus Gründen der professionel-leren Lagerung an das Hessische Landesarchiv nach Marburg überführt werden sollen. „Nicht zuletzt werden sie dadurch überhaupt für einen größeren Kreis an Forschenden nutzbar.“ Denn damit werden sie in den bibliografischen Bestand der dortigen Bibliothek integriert und der Öffentlichkeit mit der nötigen konservatorischen Sorgfalt zugänglich, führte der forstgeschichtlich versierte Amts-leiter aus.

Das Buch "Der Reinhardswald" liest sich gut und enthält viele wertvolle Informationen. (Foto: HessenForst)

Der Buchklassiker: "Der Reinhards-wald". (Foto: HessenForst)

Buchklassiker "Der Reinhardswald"
Wer kompakt, unterhaltsam und informativ zum und über den Reinhardswald lesen will, kann das 2016 in 2. Auflage erschienene Reinhardswald-Buch beim Herausgeber Forstgutsbezirk Reinhardswald im Forstamt Reinhardshagen bestellen: 18,- € bei Abholung, 21,- € bei Ver-sand (zuzgl. Porto). Forstamt Reinhardshagen, Obere Kasseler Straße 27, 34359 Reinhards-hagen, Tel.: 05544 9510-0, Fax: 05544 9510-40, E-Mail:.

Hintergrund forstlicher Geschichtskreis Forstamt Reinhardshagen
Der forstliche Geschichtskreis besteht zurzeit aus 10 Mitgliedern. Die Sammlung aus alten, z. T. handgemalten Forstkarten, forstfachlichen Büchern, Fotos und verwaltungsfachlichen Schriften sowie hoheitlichen Anweisungen, Haupt-Merkbüchern, Schriften, Gesetzen sowie Erlassen u. v. m. stammt aus vormals sieben aufgelösten Forstämtern. Immer wieder konnten ergänzend aus Nachlässen wertvolle Werke erstanden werden und ergänzten den Bestand. Jüngst steuerte Dr. Beitzen-Heineke aus dem Nachlass ihres Vaters drei vergriffene Werke aus dem historischen Fundus bei. Damit sind die Geschichte des Reinhardswalds, der Forst-partie und die sozioökonomischen Verhältnissen über die Jahrhunderte gut dokumentiert und archiviert.

Der Bestand ist aufgeteilt in:

  • 1. Forsthistorie (Forsteinrichtung, Karten, Versuchsflächen, Hutewald, Hutesteine);
  • 2. Jagdhistorie (Gesetze, Erlasse, Strecken, Wildschutzgebiet; Bilddokumente);
  • 3. Organisation und Personal (Verwaltungsstrukturen, Personal, Persönlichkeiten);
  • 4. Wirtschaftsbetrieb und Waldbau;
  • 5. Wald und Wasser, Glashütten (Eisenhütten, Hügelgräber, Wüstungen, Zechenbetrieb);
  • 6. Sitten und Gebräuche
  • 7. Historische Forstorte (Historische Karten, Ortsnahmen, Denkmale, etc.);
  • 8. Aufarbeitung von Fotomaterial und Bildern.

Ansprechpartner für Recherchen oder Überlassungen von forstfachlich oder waldhistorisch interessanten Werken: Revierleiter Martin Menke, Telefon: 0160 / 4707752, E-Mail:

Brennholz-Saison 2018

Brennholzaufarbeitung

Brennholzaufarbeitung kann auch Teamarbeit sein. Hier haben sich Mitstreiter zu einer Gemeinschaft zusammen gefunden, die mit vorgeschriebener Persönlicher Schutzausrüs-tung (PSA) gerücktes Buchenholz aufarbeiten. (Foto: HessenForst)

Forstamt nimmt Bestellungen bis Ende November entgegen

Wir bieten Ihnen wie in den Vorjahren teilaufgearbeitetes und an feste Forstwege gerücktes Laubholz in 3 bis 6 m langen Stämmen zu Heizzwecken an. Es handelt sich hierbei um Hartlaubholz der Baumarten Buche, Eiche, Esche und Ahorn. Das Kleinschneiden, Spalten und den Transport müssen Sie anschließend selbst erledigen. Die Mindestabnahmemenge beträgt fünf Festmeter, das entspricht ca. acht Raummetern.

Mengenrabatt ab 15 Festmeter möglich
„Die Preise werden gegenüber dem Vorjahr leicht angehoben“, so Dr. Stefan Reccius, stellvertretender Forstamtsleiter in Reinhardshagen. Der Preis für an den Weg gerücktes Holz liegt bei 61,00 Euro je Festmeter – gegenüber 59,00 Euro im vergangenen Jahr.

Bei Abnahme von mindestens 15 Festmeter greift zudem ein Mengenrabatt. Der Preis reduziert sich dann auf 59,00 Euro je Festmeter. „Kunden, denen diese Menge zu viel ist“, so Dr. Reccius weiter, „empfehle ich, sich mit anderen Brennholzinteressenten zusammen zu tun und eine gemeinsame Bestellung abzugeben.“

Selbstwerbung ist möglich

Brennholzaufbereitung von Kronenrestholz. Der Selbstwerber trägt die vorgeschriebene Schutzausrüstung. (Foto: HessenForst)

Brennholzaufbereitung von Kronenrestholz. Der Selbstwerber trägt die vorgeschriebene Schutz-ausrüstung. (Foto: HessenForst)

Neben der Bereitstellung von teilaufgearbeitetem und gerücktem Holz ist weiterhin die Selbstwerbung von Schlagabraum abseits befestigter Wege in der Fläche möglich. Der Brutto-Preis je Raummeter Hartlaubholz beträgt 26,00 Euro. Das entspricht 37,00 Euro je Festmeter. Liegt der Schlagabraum bereits am Weg bzw. wurde er im Einzelfall an den Weg vorgeliefert, dann fallen 33,00 Euro je Raummeter oder 47,00 Euro je Festmeter an.

Brennholzbestellungen nur schriftlich
Brennholzbestellungen werden beim Forstamt nur noch schriftlich bis zum 30. November d. J. entgegengenommen. Später eingehende Bestellungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Hier finden Sie entweder das [bweitere Formular [XLSX, 14 KB] als Excelldatei, das Sie ausfüllen und als Anhang per Mail zurück-senden können, oder Sie speichern sich die Datei als PDF-Ausdruck [PDF, 212 KB] zum Ausdrucken, handschriftlichen Ausfüllen und Versenden per Fax oder Post an das Forstamt Reinhardshagen. Das Forstamt bestätigt den Eingang Ihrer Bestellung.
Nähere Informationen finden Sie unter:
Telefonisch erhalten Sie unter 05544 / 9510-13 bei Frau Ilse-Kahle oder unter 05544 / 9510-15 bei Frau Benesch Auskünfte.

Sturmholz und Käferbefall verlängern Fahrtwege

Der Lohn der Arbeit, aufgeschichtetes Buchen-Brennholz. Von der oder dem Brennholzkundin/ -kunden selbstaufgearbeitet aus Kronenrest-holz. (Foto: HessenForst)

Auf Grund der besonderen Arbeitssituation durch die Aufarbeitung von Windwurf- und Borkenkäferholz in diesem Jahr kann es zu Verzögerungen beim Bereitstellen von Brennholz bis Mitte des nächsten Jahres kommen. Sie sollten sich unter Umständen außerdem darauf einstellen, dass Sie längere Fahrwege bis zu Ihrem Brennholz in Kauf nehmen müssen, weil es leider nicht in jedem Forstrevier möglich ist, Holz bereitzustellen.

Auf Grund des situationsbedingten Massenanfalls an Fichtenholz freuen wir uns über jeden Brennholzkunden, der uns unterstützt und diese Holzart kauft. Fragen Sie bitte Sonderpreise bei uns an.

Wohlig-warmes Kaminfeuer. Foto: M. Mahrenholz / HessenForst

Der Lohn nach der Brennholzaufbereitung aus dem heimischen Wald: ein prasselndes, wärmendes Kaminfeuer. (Foto: M. Mahrenholz / HessenForst)

Motorsägenkurse sind Voraussetzung
Jede Frau und jeder Mann, die bzw. der mit der Motorsäge im Wald Brennholz aufarbeiten möchte, muss die erfolgreiche Teilnahme an einem Motorsägenlehrgang nachweisen.

Wir bieten Ihnen zur Schulung kostenpflichtige Lehrgänge an. Darin wird insbesondere die Technik der sicheren Holzaufarbeitung in Theorie und Praxis vermittelt.

Sie als Brennholzkundinnen und -kunden sind verpflichtet, beim Einsatz der Motorsäge Schutzkleidung gemäß der Unfallverhütungsvorschrift zu tragen.

Gedenkstunde im Reinhardswald

Belgisches Militär errichtet gemeinsam mit Forstamt Reinhardshagen Holzkreuz zu Ehren acht verunglückter Soldaten

Belgischer Reservist Kris van Bulck und die Mitarbeiter vom Forstamt Reinhardshagen Rainer Stucke, Michael Heyer und Dr. Markus Ziegeler gemeinsam am Gedenkkreuz für die verunglückten belgischen Soldaten (v. l.). (Foto: K. Brämer / Hessen-Forst)

Belgischer Reservist Kris van Bulck und die Mitarbeiter vom Forstamt Reinhardshagen Rainer Stucke, Michael Heyer und Dr. Markus Ziegeler gemeinsam am Gedenkkreuz für die verunglückten belgischen Soldaten (v. l.). (Foto: K. Brämer / Hessen-Forst)

Es war eine würdige Gedenkveranstaltung, bei der Vertreter der belgischen Streit-kräfte zusammen mit dem Forstamt Reinhardshagen am 25. September ein Holz-kreuz im Reinhardswald aufstellten. Sie gedachten dabei zusammen mit Familien-angehörigen der Opfer des Absturzes eines belgischen Militärflugzeugs vor 53 Jahren. Im Rahmen eines gemeinsamen NATO-Manövers war der Transportflieger vom Typ C 119 in der Nacht zum 22. Oktober 1965 im Reinhardswald abgestürzt. Alle acht Insassen der Maschine kamen dabei ums Leben.

Erinnerung entreißt dem Vergessen
Im Beisein von 50 Soldaten und Reservisten der belgischen Streitkräfte, den Familienangehörigen der Absturzopfer sowie der Reservistenkameradschaft, der Gemeinde und des Forstamts Reinhardshagen wurde das Erinnerungskreuz feierlich enthüllt. Der oberste belgische Militärgeistliche, General Johan van den Eeckhout, segnete das von einem belgischen Offizier gestaltete Holzkreuz und erinnerte an die Opfer. Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler erwies ihnen seinen Respekt und Dank: „Sie haben an der Zukunft Europas mitgearbeitet.“ Die gemeinsamen Werte Frieden, Freiheit, Recht und Demokratie seien in der NATO gemeinsam getragen „und wären auch notfalls gemeinsam verteidigt worden“, so Ziegeler. Mit einem Verweis auf das Zitat „Tot ist nur, wer vergessen wird“ zeigte sich Ziegeler überzeugt, dass das Kreuz dazu beitrage, dass die belgischen Soldaten und die mit dem damaligen Manöver verbunden Ziele des Friedens und der Freiheit in Europa in Erinnerung bleiben.

Hintergrund
Eine Militärmaschine vom Typ C 119 war am 22. Oktober 1965 im Reinhardswald abgestürzt. Die Gedenkveranstaltung wurde initiiert vom Verein der Traditionsgemeinschaft KTSA („Keep The Spirit Alive“). Sein Zweck ist das Aufrechterhalten der Erinnerung an verstorbene Kameraden, u. a. an die acht verunglückten belgischen Soldaten im Reinhardswald

Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler erinnert an die acht verun-glückten belgischen Soldaten, im Hintergrund deren Konterfeis. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
General Johan van den Eeckhout (oberster belgischer Militärgeistlicher) segnet das von einem belgischen Offizier gestaltete Holzkreuz; im Hintergrund Fotos der acht verunglückten Belgier. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Belgische Veteranen: Flieger- und Fallschirmspringer-Staffel beim Salut an ihre verunglückten Kameraden. (Foto: K. Brämer)
Gemeinsames Gedenken von Belgiern und Deutschen – erinnern und im Bewusstsein halten. Einweihung des Holz-Gedenkkreuzes am Absturzort im Reinhardswald. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Benennen und dem Vergessen entreißen – die tödlich verunglückten Belgier dienten in Einheiten der Luftwaffe und der Fallschirmspringer. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
Ein Ort der Erinnerung im Reinhardswald. (Foto: K. Brämer / HessenForst)
 

Nachwuchs im Forstamt Reinhardshagen: Aktuelle Praktikantinnen und Praktikanten

Aktiv auszubilden als Zukunftsinvestition

Aktuelle Praktikantinnen und Praktikanten: Jule Ehlers, Martje Meyer, Lukas Hüller, Christopf Germeroth, Lukas Teyke-Saathoff und  Annika Licht, von links.

Aktuelle Praktikantinnen und Praktikanten: Jule Ehlers, Martje Meyer, Lukas Hüller, Christopf Germeroth, Lukas Teyke-Saathoff und Annika Licht, v. l. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Im September und Oktober beginnen sieben junge Menschen ihr Praktikum in den Forst-revieren des Forstamtes Reinhardshagen. Die jungen Frauen und Männer kommen aus unterschiedlichen Ausbildungsebenen. Sie absolvieren ihre mehrmonatigen Pflichtpraktika als Forststudentin bzw. -student der Universität Göttingen, Fakultät der Forstwissenschaften und Waldökologie, sowie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising, Fakultät Wald und Forstwirtschaft. Auch ist ein Schüler darunter, der sein zwei-wöchiges Schülerpraktikum der Hofgeismarer Schule ableistet – vielleicht auch er einmal ein angehender Förster?

Sie begleiten in dieser Zeit die Revierleitungen bei ihrer täglichen Arbeit und erhalten somit Einblicke in das umfangreiche und interessante Aufgabenspektrum der Revierförsterin und des Revierförsters. Durch aktives Mitarbeiten lernen sie hautnah die Arbeitsbereiche in der Forstwirtschaft und die Zusammenhänge des Waldlebensraums kennen.

Wir begrüßen

  • Lukas Teyke-Saathoff (bei Hans-Gerrit Lüdicke, Revier Hofgeismar)
  • Annika Licht und Ole Köhling (bei Michael Heyer, Revier Waldhaus)
  • Martje Meyer (bei Martin Menke, Revier Ziegelhütte)
  • Christopf Germeroth (bei Phillip Tassius, Revier Mariendorf)
  • Jule Ehlers und Lukas Hüller (bei Götz Schilling, Revier Karlshafen)

Wir wünschen ihnen eine angenehme und interessante Zeit im Forstamt Reinhardshagen.

Möchten Sie ein Praktikum im Forstamt Reinhardshagen absolvieren?

Sicherheits-Unterweisung vor Ort.  (Foto: K. Brämer / HessenForst

Ein Praktikum vertieft bereits vorhandene oder noch zu erwerbende Kennt-nisse und Fähigkeiten im Berufsalltag besonders anschaulich, hier bei einer Sicherheitsunterweisung vor Ort im Wald. (Foto: K. Brämer / HessenForst)

Aus der Praxis für die Praxis
Sie möchten einen Einblick in die Arbeit des Forstamtes Reinhardshagen bekommen? Dann richten Sie bitte Ihre Bewerbung per Mail an das ForstamtReinhardshagen.

Zusätzlich zum Anschreiben, Ihrem Lebenslauf und einem aktuellen Leistungsnachweis (z. B. Zeugnis) schicken Sie bitte auch den ausgefüllten Praktikantenbogen [DOCX, 59 KB] mit.

Das beigefügte Merkblatt [PDF, 82 KB] gibt eine kurze Übersicht über Fristen, Vergütung und Beurteilung.

Für Rückfragen steht Ihnen das Forstamt unter der Telefonnummer 05544 / 9510-0 gerne zur Verfügung.

Termine Friedwaldführungen 2018

Winterbild: FriedwaldWald Reinhardswald. Die letzte Ruhestätte unter einem Baum im FriedWald zu wählen – eine mögliche, würdevolle Option. (Foto: HessenForst)

Die letzte Ruhestätte unter einem Baum im FriedWald zu wählen – eine mögliche, würdevolle Option. (Foto: HessenForst)

FriedWald-Führungen finden 2018 an folgenden Terminen statt:

  • 25.11.
  • 09.12.

Treffpunkt ist jeweils um 14:00 Uhr am FriedWald-Parkplatz.

Zu Terminvereinbarungen können Sie sich telefonisch unter der Telefonnummer 06155 / 848 - 200 melden.
Informationsmaterial erhalten Sie über die telefonische Bestellung unter der Telefonnummer 06155 / 848 - 100.