Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Rüdesheim  –  Naturschutz

Naturschutz

Der heimische Wald liefert uns einen wertvollen umweltfreundlichen Rohstoff, das Holz. Der Wald ist gleichzeitig der artenreichste Lebensraum in Hessen. Nirgendwo sonst finden sich so viele, oft auch seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemals in Hessen ausgestorbene Arten sind in unsere Wälder zurückgekehrt: Schwarzstorch, Kolkrabe, Uhu, Wildkatze, Biber, Fischotter und Luchs fühlen sich jetzt wieder heimisch. Wir wissen, dass Hessens Wälder für viele Arten ein wertvoller Lebensraum sind. Für beide wichtigen Funktionen des Waldes – die Nutzung und den Artenschutz- übernehmen wir die Verantwortung und berücksichtigen es in unserer täglichen Arbeit.

1. Europäisches Schutzgebietsnetz

Wir vom Forstamt Rüdesheim erarbeiten als Partner der Oberen Naturschutzbehörde Ma-nagementpläne für die Natura-2000-Gebiete. Diese umfassen im Forstamt mit den Flora-Fauna-Habitaten (1900 Hektar) und den Vogelschutzgebieten (50 Hektar) rund 65 Prozent der Staatswaldfläche.
Die durch die obere Naturschutzbehörde veröffentlichten Managementpläne können im Natureg-Viewer des Landes Hessen eingesehen werden.

Das Forstamt betreut außerdem 21 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 900 Hektar - davon befinden sich rund 160 Hektar im Staatswald (5 Prozent der Staatswaldfläche).

2. Naturschutzleitlinie

Wir bewirtschaften den Staatswald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus. Dadurch sind wir in der Lage, Naturschutzanliegen sehr gut in unsere tägliche Arbeit zu integrieren.

Eine wichtige zusätzliche Grundlage für den Naturschutz im Forstamt ist die Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald. Diese enthält vier Säulen:

Säule 1: Naturschutzkodex

Säule 2: Habitatbäume

Säule 3: Kernflächen

Säule 4: Arten- und Habitatpatenschaften

3. Totholz

Viele, oft auch seltene Waldarten, wie holzzersetzende Pilze, Käfer und andere meist un-scheinbare Kleinstlebewesen finden ihren Lebensraum im Totholz. Totholz ist daher ein weiterer wichtiger Stützpfeiler der Biodiversität.
Studien, wie die Bundeswaldinventur, zeigen eine deutliche Erhöhung der Totholzmenge innerhalb der letzten Jahrzehnte. In nahezu allen Beständen ist daher gegenwärtig Totholz in den unterschiedlichsten Dimensionen vorhanden.
Der Schwerpunkt der weiteren Totholzanreicherung im Forstamt wird aber zukünftig in den Habitatbaumgruppen und Kernflächen, sowie schwer zugänglichen Bereichen, wie den Steillagen liegen.
Die Flächen für die Totholzmehrung haben im Forstamt einen Umfang von ca. 1100 Hektar mit einem Potential der Totholzanreicherung von insgesamt 3300 Festmeter pro Jahr.

4. Weitere Naturschutz-Pflegeflächen im Forstamt

Neben den Kernflächen und ausgewiesen Naturschutzgebieten gibt es bei uns im Staatswald Biotope, die wir aus Naturschutzgründen beständig pflegen und nur eingeschränkt be-wirtschaften.

Waldränder
Waldränder bieten vielen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien einen abwechslungsreichen, oft sonnigen oder feuchten Lebensraum. Im Idealfall sollen Waldränder stufig aufgebaut und von verschiedenen Strauch- und Baumarten durchsetzt sein, um einer Vielzahl von Arten einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Deshalb bedürfen sie einer besonderen Pflege. Dazu werden sie gezielt durchforstet oder aber auch aktiv mit selteneren Gehölzarten angereichert.

Waldwiesen
Waldwiesen sind wertvolle Biotope für vielerlei Pflanzenarten wie Orchideen oder seltene Gräser. Insbesondere innerhalb großer Waldgebiete sind es gerade die eingestreuten Waldwiesen, die den Waldtieren einen wichtigen Nahrungsraum bieten. Weil diese Waldwiesen aber aus landwirtschaftlicher Sicht oft wenig Beachtung finden, da sie meist wenig ertragreich sind und oft auch schlecht zu bewirtschaften und ebenso schlecht zu erreichen sind, müssen sie durch den Forstbetrieb oft mit besonderem finanziellem Aufwand aktiv offengehalten werden und somit vor dem Zuwachsen bewahrt werden. An ihren Rändern finden zudem Schmetterlinge und Waldameisen einen günstigen Lebensraum.

Im Staatswald des Forstamtes findet man 50 Hektar Waldwiesen ganz unterschiedlicher Flächengröße und Form.

5. Summe der Naturschutzflächen im Staatswald des Forstamtes Rüdesheim

NutzungseinschränkungNaturschutzkategorieHektar
Nicht forstlich genutzte FlächenKernflächen Naturschutz
Habitatbaumflächen
1020
50
Naturschutzpflegeflächen innerhalb und außerhalb von NaturschutzgebietenNaturschutzgebiete im Staatswald
Natura-2000-Schutzgebietsflächen
160
1900
Gesamtsumme in Hektar2300
in % der Waldfläche im Staatswald75

Für Rückfragen steht Ihnen unser Forstamtsteam gerne zur Verfügung.
Ihr direkter Ansprechpartner für Naturschutzangelegenheiten ist:
Herr Martin Schlimmermann
Tel.: 06722 - 94 27 - 22
E-Mail: Martin Schlimmermann