Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Vöhl  –  Aktuelles

Gestürzter Baumriese wird zum Ausflugsziel

1)	Die Forstwirte der Stadt Waldeck vor dem Stumpf des Baumriesen, v.l.n.r.: Thomas Brüne, Dominic Steingräber, Andreas Emde

Die Forstwirte der Stadt Waldeck vor dem Stumpf des Baumriesen, v.l.n.r.: Thomas Brüne, Dominic Steingräber, Andreas Emde

Freienhagener „Dicke Fichte“ wurde zum Opfer von „Friederike“

180 Jahre lang stand die riesige Fichte wie ein Fels, dann stürzte sie „Friederike“. „Die Fichte hat in ihrer Kindheit schon die Revolution von 1848, die staatsrechtliche Vereinigung von Waldeck und Pyrmont 1849 und Emma von Waldeck und Pyrmont miterlebt“ weiß Revierleiter Siegfried Havel vom Forstamt Vöhl zu berichten. In ihrer 180-jährigen Lebenszeit sind schon viele Stürme über sie hinweggezogen. Auch den I. und den II. Weltkrieg hat sie überstanden. Nun ist sie aber im Alter im Kern faul geworden und konnte trotz ihrer Mächtigkeit dem Sturm Friederike nicht mehr standhalten.

Über 30 m hoch und mit einem Derbholzanteil von fast 30 m³ war der Baum schon stehend ein imposanter Anlaufpunkt für Kenner. Jetzt, liegend, überspannt er das kleine Tälchen, das traditionell Waldeck und Hessen trennte. Ein großer, kunstvoll behauener Grenzstein aus dem 18. Jahrhundert mit Waldecker Stern auf der einen und Hessenlöwen auf der anderen Seite zeugt davon. Er wurde beim Fall der Fichte zum Glück knapp verschont.

2)	Bürgermeister Jörg Feldmann und Revierleiter Siegfried Havel am historischen Grenzstein Waldeck-Hessen

Bürgermeister Jörg Feldmann und Revierleiter Siegfried Havel am historischen Grenzstein Waldeck-Hessen

„Diese imposante Baumleiche wird nicht an die Holzindustrie verkauft! Sie soll unseren Bürgern als Anschauungsobjekt und Wanderziel dienen.“ entschied Bürgermeister Jörg Feldmann, da der Stumpf des Baumes im Stadtwald Waldeck steht und er somit Eigentum der Stadt ist. Es soll eine Hinweistafel angebracht werden, um über ein paar wichtige Fakten zu informieren. Weiterhin wurde mit dem Hessisch-Waldeckischen Gebirgsverein gesprochen, der den Methusalem-Baum in die Route Ippinghausen-Freienhagen durch das Elbetal einbeziehen und markieren will. Auf diese Weise werden Baum und Grenzstein als Wanderziel erschlossen. Auch der Kassel-Edersee-Radweg durch das Elbetal ist nicht weit entfernt.

Wer den Baum sucht, wandert von der Hasenmühle bei Ippinghausen durch das Elbetal bis er kurz hinter dem ersten kleinen Teich zu einer scharfen Linkskurve des Hauptwegs kommt. Dort verlässt er diesen, der gleichzeitig der Radweg Kassel-Edersee ist, und folgt einem Nebenweg rechts entlang eines Bächleins, das die alte Grenze zwischen Waldeck und Kurhessen bildet, heute Landkreisgrenze.
Dort, wo dieser Weg wiederum eine starke Linkskurve beschreibt und das Bächlein überquert, liegt unser Baum, die „Dicke Fichte“ direkt neben dem bemerkenswerten historischen Grenzstein.
Folgt man dem Weg weiter, verlässt dieser wieder den Wald an einer Jagdhütte und man kann über Wiesen und Felder schon den Ortsrand von Freienhagen erkennen.