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Das Forstliche Bildungszentrum vor Ort – Prüfung zum europäischen Motorsägenzertifikat der Stufe 4 im Forstamt Lampertheim

„Wir haben heute hervorragende Facharbeit gesehen, zu der ich Ihnen herzlich gratuliere“, so der Prüfungsvorsitzende Volker Gerding vom FBZ Weilburg zu den Teilnehmern der hessenweit ersten Prüfung der Stufe 4 der europäischen Motorsägenzertifikate „Techniken für Windwurf und gebrochenes Holz“.
Der Leiter des Forstamtes Lampertheim, Ralf Schepp, hatte das Forstliche Bildungszentrum darüber informiert, dass durch lokale Windwurfereignisse die Möglichkeiten zur Vor-Ort-Windwurfschulung und –prüfung gegeben sind.

Prüfungssituation zum europäischen Motorsägenzertifikat der Stufe 4

Prüfungssituation zum europäischen Motorsägenzertifikat der Stufe 4



Ständiges Beobachten der Baumbewegungen beim Abtrennen der Fichte vom Wurzelstock

Ständiges Beobachten der Baumbewegungen beim Abtrennen der Fichte vom Wurzelstock

Auch wenn die Windwurfaufarbeitung grundsätzlich durch Harvester erfolgen soll, gibt es immer wieder Situationen, in denen motormanuelle Facharbeit gefragt ist. HessenForst fordert zwingend als Nachweis der Fachkenntnisse für diese gefährliche Arbeit entweder die erfolgreich abgelegte Forstwirtprüfung oder die höchste Stufe der europäischen Motorsägenzertifikate.

Fünf Teilnehmer hatten sich zum eintägigen, obligatorischen Vorbereitungskurs und zur anschließenden Prüfung angemeldet. Forstwirtschaftsmeister Peter Steffan vom Forstamt Lampertheim erläuterte im Theorieteil der Schulung die besonderen Schnitt-techniken, die sichersten Arbeitsverfahren und die Zusammen-arbeit mit dem Maschinenführer in der Windwurfsituation. Für den praktischen Teil der Vorbereitungslehrgangs hatte das Forstamt einen Fichtenwindwurf im Odenwald ausgewählt, der sich sowohl von den Geländeverhältnissen, der Art des Windwurfs und dem hohen Fäulnisanteil der geworfenen Fichten als anspruchsvoll erwies. Alle Prüfungskandidaten verfügten zwar über Erfahrungen in der Windwurfaufarbeitung, aber jeder Teilnehmer konnte an diesem Tag durch die zahlreichen Impulse und Korrekturen von Peter Steffan seine Fähigkeiten verbessern.

Fällung eines abgebrochenen Baumes mit Unterstützung des Seilschleppers im Rahmen der Prüfung

Fällung eines abgebrochenen Baumes mit Unterstützung des Seilschleppers im Rahmen der Prüfung

Die praktische Prüfung, mit den Prüfern Burkhard Pritsch vom Forstamt Lampertheim und dem Verfasser, fand ebenfalls im Odenwald statt. Es handelte sich erneuet um einen Fichtenwindwurf, der zahlreiche schwierig zu bewältigende Situationen aufwies. Hier erwies sich die Windwurferfahrung des Maschinenführes als sehr hilfreich für die sichere Erfüllung der Prüfungsanforderungen. Die Prüfung wurde als Einzelprüfung organisiert, d.h. die Kandidaten mussten einzeln drei Fichten vom Wurzelteller abtrennen und einen abgebrochenen Baum entweder mit oder ohne Unterstützung eines Seilschleppers fällen.

Am Ende des intensiven Prüfungstages konnten alle Teilnehmer ihr Zertifikat der Stufe 4 der europäischen Motorsägenzertifikate in Empfang nehmen. Die Erfahrungen mit der ersten Vor-Ort-Prüfung für dieses Zertifikat sind sehr positiv und es bleibt zu wünschen, dass die immer wieder auftretenden lokalen Sturmereignisse zur Windwurfschulung und –prüfung genutzt werden.


Text und Bilder: Volker Gerding, FBZ Weilburg