Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Weilburg  –  Aktuelles

Das FBZ-Weilburg vor Ort – Windenprüfungstermin im FA Burghaun

Jeder Forstwirt kennt wohl diese Situation bei der Holzernte - die Fällrichtung wird sorgfältig bestimmt, die umstehenden Bäume mit ihren Gefahrenquellen eingehend analysiert, das Fallkerb fachgerecht angelegt, die Sicherheitsfälltechnik vorbildlich ausgeführt und doch bleibt der Baum hängen. Ein kurzer Blick auf die Astgabel, in der sich die Krone verhakt hat, genügt und die Möglichkeit des Herunterdrehens scheidet aus. Im Idealfall steht für diese Fälle die Maschine des Profirückers bereit oder die forstwirteigene Maschine. Mit dem „Merkblatt zum Einsatz und Entschädigung von personaleigenen Schleppern für Arbeiten im Landesbetrieb HessenForst“ vom 01.02.2019 sind die Anforderungen an den Einsatz dieser „UVV-Schlepper“ umfassend beschrieben. Eine unabdingbare Voraussetzung für den Windeneinsatz ist die jährliche Zug- und Bremskraftmessung. Das Forstliche Bildungszentrum Weilburg verfügt über das mobile Forstwindenprüfsystem RIBADE, eine Gemeinschaftsentwicklung der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft Baden-Württemberg und dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik. Mit diesem Messsystem können die Qualität und sichere Funktion von Forstseilwinden vor Ort überprüft werden. „Der professionelle Prüfstand ist mit einem speziell entwickelten Datenerfassungssystem und Sensor mit PC-Anschluss ausgestattet. Die aufgenommenen Messwerte werden in einem anerkannten Messprotokoll erfasst und können ausgedruckt werden“ (P. Harbauer, KWF).

Einfacher Transport des Prüfstandes mit Hilfe einer Palettengabel

Einfacher Transport des Prüfstandes mit Hilfe einer Palettengabel (Foto: V.Gerding)

Eine Anfrage seitens des FBZ Weilburg an das Forstamt Burghaun zur ersten Vor-Ort-Windenprüfung bei HessenForst wurde positiv aufgenommen und die Organisation in die Hände von Forstwirtschaftsmeister Uwe Walther gelegt. Fünf Schlepper, die im Forstamtsbereich zur Unterstützung bei der Holzernte und im Rahmen von verschiedenen Nebenarbeiten eingesetzt werden, sollten geprüft werden. Am Windenprüftag standen die Schlepper beim Eintreffen der Kollegen des FBZ bereit, der Platz (eben, fester Untergrund, Stromanschluss in der Nähe) war bestens geeignet und für die Pause stand sogar der Schulungswagen der mobilen Waldbauernschule zur Verfügung – kurzum, die Organisation war perfekt.
Durch die am Frontlader angebrachte Palettengabel konnte der Windenprüfstand problemlos vom Crafter gehoben und an den vorgesehen Platz transportiert werden.

Einstellen des Windenprüfstandes durch Klaus Oesterling

Einstellen des Windenprüfstandes durch Klaus Oesterling (Bild: V.Gerding)

Der Aufbau des Windenprüfstandes erfolgte zügig, die Installation der Messeinrichtungen mit Verbindung zum Laptop erwies sich ebenfalls sehr praktikabel. Die erste zu prüfenden Winde ist an einem 88 PS starken Same montiert. Laut Typenschild verfügt sie über eine Zugkraft von 5 to. Nachdem das Heckpolterschild zentimetergenau an den Prüfstand positioniert und das Seil bis auf die unterste Lage abgespult ist, erfolgt die Prüfung.

Nach der Sichtprüfung und dem Blick in das Windenprüfbuch wird gemessen. Gespannt verfolgen die Kollegen U. Walther, C. Reuber, H. Manz und Frank Hofmann die Entwicklung der Messkurve auf dem Bildschirm des Laptops.

Auswertung der gemessen Daten

Auswertung der gemessen Daten (Bild: V.Gerding)

Das Messergebnis zeigt eine erhöhte Windenzugkraft sowie eine nicht den Vorgaben entsprechende Bremskraft. Die Seilwindenbremse wird durch Federkraft gehalten. Durch die betriebliche Nutzung der Winde kann die Spannung dieser Federn im Laufe der Zeit nachlassen, wodurch die Bremskraft sinkt. Höhere, als die vom Hersteller angegebene Windenzugkräfte können Hinweise auf betriebsbedingte Veränderungen des Kupplungsbelages oder Fehler in der Kupplungsteuerung sein. Was bedeutet eine Zugkraft, die höher ist, als die vom Hersteller angegebene? Die höheren Werte bedeuten, dass die bei Seilzugarbeiten eingesetzten Einzelkomponenten (Seil, Schäkel, Umlenkrolle, Verlängerungsseil) nicht auf die tatsächliche Windenzugkraft abgestimmt sind. Das heißt, sie können im Extremfall reißen oder brechen. Seilzugarbeiten sind dabei u.a. das Abziehen von Hängern, die seilwindenunterstütze Fällung sowie Vorziehen von Bäumen aus dem Gefahrenbereich abgebrochener Äste im Kronenbereich. Dies sind Arbeiten, bei denen sich Kollegen in der Nähe der arbeitenden Maschine aufhalten und durch reißende oder brechende Teile getroffen werden können. Im Fall der geprüften Winde konnte Forstwirtschaftsmeister Klaus Oesterling diese manuell so einstellen, dass bei der anschließenden Messung sowohl die Zug-, als auch die Bremskraft den Vorgaben entsprachen.

Bei zwei an diesem Tag geprüften Winden konnte durch das manuelle Einstellen keine Verbesserung erzielt werden. In diesen Fällen muss eine Fachwerkstatt eventuell verschlissene Teile erneuern, die Windenprüfung durchführen und den Ausdruck dem Windenprüfbuch beifügen.

Die erstmals durchgeführte Windenprüfung hat gezeigt, dass die Messungen nicht nur erfolgen, um den gesetzlichen Anforderungen genüge zu leisten. Erst durch die professionell durchgeführten Windenprüfungen lassen sich Abweichungen von den angegebenen Zugkräften sowie die Bremskräfte objektiv und nachweisbar feststellen.

Unterschiedliche Aufbauten des Windenprüfstandes in Abhängigkeit

Unterschiedliche Aufbauten des Windenprüfstandes in Abhängigkeit von der zu prüfenden Seilwinde (Bild: V.Gerding)

















Der Einsatz von privateigenen UVV-Schleppern ist ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung des Arbeitsschutzes in der Holzernte, aber nur, wenn durch die Winde keine neuen Gefahren erzeugt werden. Der mobile Windenprüfstand, verbunden mit der Möglichkeit Abweichungen eventuell vor Ort zu beheben, ist eine effiziente Hilfe bei der Reduzierung von Unfallrisiken unter Beibehaltung aller mit einem Schlepper verbundenen Vorteile in der Holzernte. Der Einsatz von privateigenen Schleppern ohne Prüfprotokoll ist nicht mehr zulässig. Die ersten Erfahrungen mit dem mobilen Windenprüfstand bestätigen die Bedeutung dieser konsequenten Haltung.

Starkholzfällung in der überbetrieblichen Ausbildung am 12.12.2018

Respektvoll nähern sich die drei Auszubildenden des 3. Ausbildungsjahres der mächtigen Douglasie und führen die grobe Baum-ansprache durch. „Einen solch dicken Baum habe ich noch nie gefällt“, gesteht Robin Hamer vom Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus. Ausbilder Jürgen Schermuly hat angesichts der über einen Meter starken Bäume gar ein gewisses „Tropenwald-Feeling“. Der Baumstärke und –höhe angemessen erfolgt im Team die genaue Baumansprach mit Festlegung der Fällrichtung und Fälltechnik. Robin Hamer entscheidet sich bei dem gerade stehenden Baum für die Sicherheitsfälltechnik und dem Einsatz des mechanischen Fällkeils. Die Kollegen helfen bei der Anlage der Rückweiche, während Robin Hamer sehr intensiv die Wurzelanläufe beischneidet. Er hat gelernt, dass je sorgfältiger die vorbereitenden Arbeiten durchgeführt werden, umso einfacher und sicherer die Fällung ist.

Links: Sorgfältiges Beschneiden der Wurzelanläufe / Rechts: Professionelle Fallkerbanlage (Fotos: V. Gerding)



Einsetzen des mechanischen Fällkeils (Foto: V.Gerding)

Nachdem der Wurzelanlauf walzenförmig beigeschnitten ist, wird nochmals die vorgesehene Fällrichtung überprüft. Stehen noch Bäume im Fallbereich, die umgedrückt und in Richtung des Fällers zurückgeschleudert werden könnten? Befinden sich wirklich keine abgestorbenen Bäume im Bereich der zu fällenden Douglasie? Als alles überprüft ist, wird das Fallkerb herausgeschnitten.

Bei einem Durchmesser von über einen Meter stellt diese Arbeit hohe Anforderungen an die Fertigkeiten des Auszubildenden – aber er schafft dies mit Bravour. Nach dem Rundumblick und Achtungsruf erfolgt der Fällschnitt. Dank der Sicherheitsfälltechnik hat der Auszubildende Zeit genug, um in Ruhe den mechanischen Fällkeil einzusetzen.


Bei diesen Werten macht das Vermessen Spaß (Foto: V.Gerding)

„Achtung, Baum fällt“, ruft Robin Hamer und nach dem Durchtrennen des Haltebandes neigt sich der gewaltige, über 40 m lange Baum und fällt genau in die vorgesehene Richtung.
Bei der Vermessung und Aufarbeitung hilft auch der Auszubildende Jonas Fritz aus dem Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus und schreibt die beeindruckenden Maße des wertvollen Erdstammstückes auf die Stirnseite des Stammes.

Anschließend werden die aufgearbeiteten Stammteile unter Mithilfe der Auszubildenden von Forstwirtschaftsmeister Klaus Oesterling mit dem Seilschlepper des Forstlichen Bildungszentrums aus dem Bestand gezogen und an den Weg gerückt.

Am Ende des Tages, als das Holz sorgfältig gepoltert am Weg liegt, ist das Fazit der Auszubildenden eindeutig - dieser Praxistag hat Spaß gemacht.

Links: Vorbereiten des Rückens / Rechts: Ein beeindruckendes (Teil-) Ergebnis (Fotos: V.Gerding)

Ein Anfang ist gemacht

Ein Anfang ist gemacht – Übergabe der ersten Dienst-PKW für Forstwirte am Forstlichen Bildungszentrum Weilburg am 28.11.2018

Professioneller Fahrzeugaufbau

Professioneller Fahrzeugaufbau (Foto: V.Gerding)

„Die Transporter machen einen wirklich guten, sehr guten Eindruck“, so die anerkennenden Worte von Forstwirtschaftsmeister Thomas Hugo vom Forstamt Wehretal. Er gehört zu den Kollegen, die heute die ersten VW-Doppelkabiner als Dienstwagen für Forstwirte am Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg in Empfang nehmen. Der Fahrzeugaufbau der Firma Bott ist auf die Bedürfnisse der modernen Waldarbeit zugeschnitten, erfüllt alle Kriterien der Ladungssicherung und die VW-Doppelkabiner gelten als geländegängig mit guter Innenausstattung. Diese Einschätzung teilen auch die Kollegen Peter Heuperman und Bernd Ickler vom Forstamt Bad Hersfeld und Nico Hoffmann vom Forstamt Wehretal.

Auch Ralf Eiffler, als Vertreter des Gesamtpersonalrates, stellt bei der Probebeladung des Doppelkabiners fest, „wir haben lange für dieses Ergebnis verhandelt, aber ich muss sagen, es hat sich gelohnt“.

Links: Alles an seinem Platz / Rechts: Auch an das Schärfen der Motosägenkette ist gedacht (Fotos: V.Gerding)

Links: Auch an das Schärfen der Motosägenkette ist gedacht / Rechts: Alles an seinem Platz (Fotos: V.Gerding)




Mit einem symbolischen Schlüssel übergibt der Leiter des Landesbetriebes Hessen-Forst, Michael Gerst, die Dienstfahrzeuge an die Kollegen, verbunden mit dem Wunsch des unfallfreien Fahrens und allzeit sicheren Arbeitens. Die Voraussetzungen hierfür haben sich, da sind sich die Forstwirte einig, mit den bereitgestellten Betriebsfahrzeugen für Forstwirte weiter verbessert.

Symbolische Schlüsselübergabe an Bernd Ickler vom FA Bad Hersfeld durch den Leiter des Landesbetriebes HessenForst, Michael Gerst (im Hintergrund die Kollegen N. Hoffmann, Th. Hugo und P. Heuperman).

Symbolische Schlüsselübergabe an Bernd Ickler vom FA Bad Hersfeld durch den Leiter des Landesbetriebes HessenForst, Michael Gerst (im Hintergrund die Kollegen N. Hoffmann, Th. Hugo und P. Heuperman). (Foto: V.Gerding)