Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Weilburg  –  Naturschutz

Naturschutz

Wildkatze

Wildkatze

Der heimische Wald liefert uns einen wertvollen umweltfreundlichen Rohstoff, das Holz. Der Wald ist gleichzeitig der artenreichste Lebensraum in Hessen. Nirgendwo sonst finden sich so viele, oft auch seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemals in Hessen ausgestorbene Arten sind in unsere Wälder zurückgekehrt: Schwarzstorch, Kolkrabe, Uhu, Wildkatze, Biber, Fischotter und Luchs fühlen sich jetzt wieder heimisch. Wir wissen, dass Hessens Wälder für viele Arten ein wertvoller Lebensraum sind. Für beide wichtigen Funktionen des Waldes - die Nutzung und den Artenschutz - übernehmen wir die Verantwortung und berücksichtigen sie in unserer täglichen Arbeit.

Der FSC (Forest Stewardship Council) ist eine nichtstaatliche und gemeinnützige Organisation. FSC setzt sich für umweltgerechte, sozialverträgliche und ökonomisch tragfähige Nutzung der Wälder ein. Durch Standards wird festgelegt, was alles bei der Waldbewirtschaftung eingehalten werden muss. Jährlich überprüfen unabhängige Zertifizierer die Einhaltung dieser Standards. Erst nach bestandener Prüfung kann ein Eigentümer Holz mit dem FSC-Label kennzeichnen und entsprechend vermarkten.

Einige der einzuhaltenden Standards sind zum Beispiel:

  • Kein Gift im Wald: es werden keinerlei Herbizide oder Insektizide in den Wald eingebracht.
  • Der Anbau fremdländischer Baumarten ist sehr stark eingeschränkt: Die Wälder entsprechen der natürlichen Waldgesellschaft und haben einen hohen Anteil an Laubholzbaumarten.
  • Biotopbäume: sind insbesondere Bäume mit Spechthöhlen, überstarke Bäume oder Bäume mit tiefen Rissen, zum Beispiel durch Blitzeinschlag. Langfristig sollen 10 Biotopbäume je Hektar dauerhaft im Wald verbleiben und ihrer natürlichen Alterung überlassen werden.
  • Referenzflächen: 5% des Waldes werden nicht bewirtschaftet, sondern dienen als Lern- und Vergleichsflächen über eine ungestörte Waldentwicklung. Die Einzelflächen sind mindestens 10 Hektar groß.
  • Gesetzlich geschützte Arten: Im Rahmen der Waldbewirtschaftung ist auf diese Arten besondere Rücksicht zu nehmen. Könnte eine gesetzlich geschützte Art gefährdetet werden, so ist die Methode der Waldbewirtschaftung entsprechend anzupassen.

1. Europäisches Naturschutzgebietsnetz

Wir vom Forstamt Weilburg erarbeiten als Partner der Oberen Naturschutzbehörde Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete. Diese umfassen im Staatswald des Forstamt die Flora- und Fauna-Habitate und die Vogelschutzgebiete (1.650 Hektar), dies entspricht 45,8 %.

Die durch die obere Naturschutzbehörde veröffentlichten Managementpläne können im Natureg-Viewer* des Landes Hessen eingesehen werden.

Das Forstamt betreut außerdem 18 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 648,48 Hektar - davon befinden sich rund 136 Hektar im Staatswald (4 % Staatswaldfläche).

2. Naturschutzleitlinie

Wir bewirtschaften den Staatswald nach den Grundsätzen des naturgemäßen Waldbaus. Dadurch sind wir in der Lage, Naturschutzanliegen sehr gut in unsere tägliche Arbeit zu integrieren.

Eine wichtige zusätzliche Grundlage für den Naturschutz im Forstamt ist die Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald.

Diese enthält die folgenden vier Säulen:

Säule 1: Naturschutzkodex

Säule 2: Habitatbäume

Säule 3: Kernflächen

Säule 4: Arten- und Habitatpatenschaften

3. Totholz

Viele und oft auch seltene Arten im Wald wie holzzersetzende Pilze, Käfer und andere meist unscheinbare Kleinstlebewesen finden ihren Lebensraum im Totholz. Totholz ist daher ein weiterer wichtiger Stützpfeiler der Biodiversität.
Studien, wie die Bundeswaldinventur, zeigen eine deutliche Erhöhung der Totholzmenge innerhalb der letzten Jahrzehnte. In nahezu allen Beständen ist daher gegenwärtig Totholz in den unterschiedlichsten Dimensionen vorhanden.
Der Schwerpunkt der weiteren Totholzanreicherung im Forstamt wird aber zukünftig in den Habitatbäumen und Kernflächen sowie schwer zugänglichen Bereichen wie den Steillagen liegen.

4. Weitere Naturschutz-Pflegeflächen im Forstamt

Neben den Kernflächen und ausgewiesen Naturschutzgebieten gibt es bei uns im Staatswald Biotope, die wir aus Naturschutzgründen beständig pflegen und nur eingeschränkt bewirtschaften. Dazu gehören:

Waldränder
Waldränder bieten vielen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien einen abwechslungsreichen, oft sonnigen oder feuchten Lebensraum. Im Idealfall sollen Waldränder stufig aufgebaut und von verschiedenen Strauch- und Baumarten durchsetzt sein, um einer Vielzahl von Arten einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Deshalb bedürfen sie einer besonderen Pflege. Dazu werden sie gezielt durchforstet oder aber auch aktiv mit selteneren Gehölzarten angereichert. Zusätzlich befinden sich noch 68 km gewässerbegleitende Waldzonen im Forstamtsbereich.

Waldwiesen
Waldwiesen sind wertvolle Biotope für vielerlei Pflanzenarten wie Orchideen oder seltene Gräser. Insbesondere innerhalb großer Waldgebiete sind es gerade die eingestreuten Waldwiesen, die den Waldtieren einen wichtigen Nahrungsraum bieten. Weil diese Waldwiesen aber aus landwirtschaftlicher Sicht kaum Beachtung finden, da sie meist wenig ertragreich sind und oft auch schlecht zu bewirtschaften und ebenso schlecht zu erreichen sind, müssen sie durch den Forstbetrieb oft mit besonderem finanziellem Aufwand aktiv offengehalten werden und somit vor dem Zuwachsen bewahrt werden.

Summe der Naturschutzflächen im Staatswald des Forstamtes Weilburg

NaturschutzeinschränkungNaturschutzkategorieHektar
Nicht forstlich genutze FlächeKernfläche Naturschutz105
Habitatbaumflächen291
Naturwaldreservat49
Wald außer regelmäßigen Betrieb69
Naturschutzpflegeflächen innerhalb und außerhalb von NaturschutzgebietenNaturschutzgbiete im Staatswald136
Natura-2000-Schutzgebietsflächen1.650
Weitere Naturschutz-Pflegeflächen im Staatswald (Waldbiotope, Sonderstandorte)48

Für Rückfragen steht Ihnen unser Forstamtsteam gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner für Naturschutzangelegenheiten ist:

Hr. Michael Schales
Telefon: 06471-62934-22
E-Mail