Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus  –  Naturschutz

Naturschutz

Der heimische Wald liefert uns einen wertvollen umweltfreundlichen Rohstoff, das Holz. Der Wald ist gleichzeitig der artenreichste Lebensraum in Hessen. Nirgendwo sonst finden sich so viele, oft auch seltene und empfindliche Tier- und Pflanzenarten. Viele ehemals in Hessen ausgestorbene Arten sind in unsere Wälder zurückgekehrt: Schwarzstorch, Wanderfalke, Kolkrabe, Uhu, Wildkatze, Biber und Luchs fühlen sich jetzt wieder heimisch. Wir wissen, dass Hessens Wälder für viele Arten ein wertvoller Lebensraum sind. Für beide wichtigen Funktionen des Waldes - die Nutzung und den Artenschutz - übernehmen wir die Verantwortung und berücksichtigen es in unserer täglichen Arbeit.

1. Europäisches Schutzgebietsnetz

Wir vom Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus erarbeiten als Partner der Oberen Naturschutzbehörde Managementpläne für die Natura-2000-Gebiete. Diese umfassen im Forstamt mit den Flora-Fauna-Habitaten auf 5114 Hektar und einem Vogelschutzgebiet auf 72 Hektar auch rund 1670 Hektar der Staatswaldfläche.
Die durch die obere Naturschutzbehörde veröffentlichten Managementpläne können im Natureg-Viewer des Landes Hessen eingesehen werden.

Das Forstamt betreut außerdem 7 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von ca. 278 Hektar (teilweise in den FFH-Gebieten enthalten) - davon befinden sich rund 61 Hektar im Staatswald.

2. Naturschutzleitlinie

Wir bewirtschaften den Staatswald nach den Grundsätzen des naturnahen Waldbaus. Dadurch sind wir in der Lage, Naturschutzanliegen sehr gut in unsere tägliche Arbeit zu integrieren.

Eine wichtige zusätzliche Grundlage für den Naturschutz im Forstamt ist die Naturschutzleitlinie für den hessischen Staatswald. Diese enthält die folgenden vier Säulen:

Säule 1: Naturschutzkodex

Säule 2: Habitatbäume

Säule 3: Kernflächen

Säule 4: Arten- und Habitatpatenschaften

3. Totholz

Toter Baumstamm im Buchenbestand liegend

Totholz im Buchenbestand (Foto: Hemmer; Jörg/piclease)

Viele, oft auch seltene Waldarten, wie holzzersetzende Pilze, Käfer und andere meist unscheinbare Kleinstlebewesen finden ihren Lebensraum im Totholz. Totholz ist daher ein weiterer wichtiger Stützpfeiler der Biodiversität.
Studien, wie die Bundeswaldinventur, zeigen eine deutliche Erhöhung der Totholzmenge innerhalb der letzten Jahrzehnte. In nahezu allen Beständen ist daher gegenwärtig Totholz in den unterschiedlichsten Dimensionen vorhanden.
Der Schwerpunkt der weiteren Totholzanreicherung im Forstamt wird aber zukünftig in den Habitatbaumgruppen und Kernflächen, sowie schwer zugänglichen Bereichen, wie den Steillagen liegen.

Die Flächen für die Totholzmehrung haben im Forstamt einen Umfang von ca. 1850 Hektar mit einem Potential der Totholzanreicherung von insgesamt 5 Festmeter pro Jahr.

4. Weitere Naturschutz-Pflegeflächen im Forstamt

Neben den Kernflächen und ausgewiesen Naturschutzgebieten gibt es bei uns im Staatswald Biotope, die wir aus Naturschutzgründen beständig pflegen und nur eingeschränkt bewirtschaften.

Waldränder
Waldränder bieten vielen Säugetieren, Vögeln, Insekten, Reptilien und Amphibien einen abwechslungsreichen, oft sonnigen oder feuchten Lebensraum. Im Idealfall sollen Waldränder stufig aufgebaut und von verschiedenen Strauch- und Baumarten durchsetzt sein, um einer Vielzahl von Arten einen geeigneten Lebensraum zu bieten. Deshalb bedürfen sie einer besonderen Pflege. Dazu werden sie gezielt durchforstet oder aber auch aktiv mit selteneren Gehölzarten angereichert. Im Staatswald des Forstamts sind ca. 32 Kilometer Waldränder kartiert.

Waldwiesen
Waldwiesen sind wertvolle Biotope für vielerlei Pflanzenarten wie Orchideen oder seltene Gräser. Insbesondere innerhalb großer Waldgebiete sind es gerade die eingestreuten Waldwiesen, die den Waldtieren einen wichtigen Nahrungsraum bieten. Weil diese Waldwiesen aber aus landwirtschaftlicher Sicht oft wenig Beachtung finden, da sie meist wenig ertragreich sind und oft auch schlecht zu bewirtschaften und ebenso schlecht zu erreichen sind, müssen sie durch den Forstbetrieb oft mit besonderem finanziellem Aufwand aktiv offengehalten werden und somit vor dem Zuwachsen bewahrt werden.
Im Staatswald des Forstamtes findet man 35 Hektar Waldwiesen ganz unterschiedlicher Flächengröße und Form.

Eine Besonderheit im Bereich des Forstamtes Wiesbaden-Chausseehaus sind die ausgedehnten Wasserschutzgebiete der Stadt Wiesbaden mit großflächigen Zone-I-Bereichen auf 36 Hektar, die nur mit vorsorgenden Schutzmaßnahmen restriktiv bewirtschaftet werden können.

Summe der Naturschutzflächen im Staatswald des Forstamtes Wiesbaden-Chausseehaus

NutzungseinschränkungNaturschutzkategorieHektar
Nicht forstlich genutzte FlächenKernflächen Naturschutz367
Naturschutzpflegeflächen innerhalb und außerhalb von NaturschutzgebietenNaturschutzgebiete im Staatswald63
Naturschutzpflegeflächen innerhalb und außerhalb von NaturschutzflächenNatura-2000-Schutzgebietsflächen1670
Gesamtsumme in Hektar2100
in % der Waldfläche im Staatwald58

Für Rückfragen steht Ihnen unser Forstamtsteam gerne zur Verfügung. Ihr Ansprechpartner für Naturschutzangelegenheiten ist:

Reinhold Worch, Telefon: 0611 5328024, Mobil 0175 5724518,