Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Wolfhagen  –  Aktuelles

O Tannenbaum, o Tannenbaum, du kannst mir sehr gefallen!

Familie sucht beim Förster einen frischen Weihnachtsbaum aus.

Dieser frisch geschlagene Weihnachtsbaum soll´s sein. (Foto: HessenForst / K. Brämer)

Mein Weihnachtsbaum direkt vom Förster
Holen Sie sich ein Stück Natur ins Haus – mit frisch geernteten Weihnachtsbäumen aus der Region. Die ersten beiden Termine stehen schon fest: Am 14. und 15. Dezember 2018 am 3. Adventswochen-ende in Kassel-Kirchditmold an der Hessenschanze. Frischer geht fast nicht mehr, ist doch dann bald schon Heiligabend. Weitere Termine folgen in Kürze.

Kassel, Revier Kirchditmold
Wann: Freitag, 14.12.2018 von 12:00 bis 16:00 Uhr und Samstag, 15.12.2018 von 8:00 bis 16:00 Uhr
Treffpunkt: Kassel-Kirchditmold, Hessenschanze direkt an der Endstation Straßenbahn-Linie 8, Routenplaner über Google-Maps.

Im Angebot sind Nordmanntanne, Blaufichte und Fichte aus der Region. Die Waldjugend netzt Ihren Baum gerne gegen ein geringes Entgelt ein und stellt ihre Aktivitäten vor.

Für das leibliche Wohl mit heißen Getränken und Wildschweinbratwurst aus dem Waldladen Habichts-wald ist wie immer gesorgt. Kleine Last-Minute-Geschenke wie z. B. ein Glas Marmelade oder Quittenprodukter können ebenfalls noch erworben werden.

Waldforum Wolfhagen

Die Zukunft des Staatswaldes im Dialog

Waldbauliche Maßnahmen müssen auf Klimaanpassung ausgerichtet werden. (Foto: M. Delpho)

Waldbauliche Maßnahmen müssen auf Klimaanpassung ausgerichtet werden. (Foto: M. Delpho)

Bäume werden gezählt und vermessen – Experten prüfen die Nachhaltigkeit und planen für die Zukunft: Auf 6.500 Hektar Staatswald im Forstamt Wolfhagen erfolgt aktuell die mittelfristige Forstbetriebsplanung. Sie stellt die Weichen für die Entwicklung des Waldes innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Zum Auftakt der mittelfristigen Forstbetriebsplanung informierte HessenForst am 9. Mai alle an der Waldwirtschaft interessierten Gruppen über das Verfahren. Zur Veranstaltung in der Stadthalle Wolfhagen waren örtliche Vertreter insbesondere aus den Bereichen Naturschutz, Sport, Holzverwendung, Tourismus und Jagd eingeladen. Ihnen und den Vertretern der kommunalen und privaten Waldwirtschaft wurde erläutert, was die neue Forstbetriebs-planung für den Staatswald vor ihrer Haustür bedeutet.
Gleichzeitig hatten die eingeladenen Gäste die Möglichkeit, ihre Anliegen an die Staatswald-bewirtschaftung vorzutragen und die Einstellungen anderer Interessengruppen kennenzulernen. Der Dialog zwischen den einzelnen Akteuren sowie mit dem Forstamt Wolfhagen war ein Ziel der Veranstaltung.

Die Hinweise der an der Waldbewirtschaftung interessierten Gruppen sind für das Forstamt Wolfhagen von besonderer Bedeutung, denn HessenForst berücksichtigt bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes mehrere Ziele: Holznutzung, Naturschutz, Waldpflege, Erholung und weitere Funktionen sind in Einklang zu bringen.
Hier finden Sie das Protokoll [PDF, 497 KB]:

Durchführung der mittelfristigen Betriebsplanung

Das Forstamt Wolfhagen kennt die Standorte des Frauenschuh und berücksichtigt dessen Ansprüche bewusst bei der Bewirtschaftung. (Foto: L. Karner / HessenForst)

Das Forstamt Wolfhagen kennt die Standorte des Frauenschuh und berücksichtigt dessen Ansprüche bewusst bei der Bewirtschaftung. (Foto: L. Karner / HessenForst)

Die mittelfristige Forstbetriebsplanung wird in allen hessischen Wäldern im Turnus von zehn Jahren durchgeführt. Sie ist im hessischen Waldgesetz und in verschiedenen Verordnungen und Geschäftsanweisungen geregelt. Grundlage des Verfahrens ist die Inventur im Wald: Wichtige Informationen werden erfasst und ausgewertet, um als Grundlage für die anschlie-ßende Planung zu dienen.
Die Spezialisten der Forsteinrichtung in Gießen sind für die Organisation und Koordination aller mittelfristigen Forstbetriebsplanungen im hessischen Staatswald und für den überwie-genden Teil des Kommunalwalds verantwortlich.

Besonderheiten des Staatswaldes im Forstamt Wolfhagen
Neben den 6.500 Hektar Staatswald ist das Forstamt verantwortlich für die Bewirtschaftung von 8.000 Hektar Kommunalwald und 3.600 Hektar Privatwald. Prägende Baumarten der Wälder im Forstamtsbereich sind v. a. die Buche, aber auch die Eiche, der Berg- und Spitz-ahorn, die Fichte sowie die Lärche und die Kiefer. Der Forstbetrieb ist flächendeckend in 12 Revierförstereien organisiert. Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben engagieren sich 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neben der Produktion von Holz spielt unter anderem der Naturschutz eine wichtige Rolle: Verschiedene Frauenschuhvorkommen und der besonders geschützten Eremit, auch Juchtenkäfer genannt, sind für das Forstamt Wolfhagen von besonderer Bedeutung. Für den Eremit besteht eine Artenpatenschaft.

Darüber hinaus pflegt das Forstamt Wolfhagen Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rd. 1.000 Hektar. Das Forstamt setzt sich auch für Ökosystem- und Prozessschutz ein. Speziell fördert es Quellbäche und Moore. Für das Essigberg-Hochmoor – ein Hoch-moorrelikt –, besteht eine Habitatpatenschaft: Seit Jahren wird es vom Forstamt naturiert und wiedervernässt. Dies führt zu einer Aufwertung dieser ökologischen Besonderheit.

Waldjugendspiele 2018 – erfolgreicher Auftakt

Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler besucht Baunsbergspiele

Station Baumartenbestimmung: Baunatals Vizebürgermeisterin Silke Engler besucht die Waldjugendspiele am Baunsberg. Neben ihr Bernd Enders (NABU) und Pascal Roehler (zukünftiger FÖJler), die ehrenamtlich mitwirkten. (Foto: R. Weishaar /HessenForst)

Station Baumartenbestimmung: Bau-natals Vizebürgermeisterin Silke Engler besucht die WJS am Bauns-berg, daneben Bernd Enders (NABU) und Pascal Roehler, die ehrenamt-lich mitwirkten. (Foto: R. Weishaar / HessenForst)

Der Mai ist gekommen und die Kinder der dritten Klassen aus Stadt und Landkreis Kassel strömen bereits seit Ende April und verstärkt in den kommenden Wochen in die nordhes-sischen Wälder. Im Rahmen der bereits zum 22. Male vom Forstamt Wolfhagen durchge-führten Waldjugendspiele (WJS) fanden Anfang Mai die Baunsbergspiele in Altenbauna bei schönem Maiwetter statt. 2018 organisiert das Forstamt Wolfhagen Jahr für fast 2.000 Schülerinnen und Schüler ortsnah und in der Nähe der jeweiligen Schulen im heimatlichen Wald die WJS.
Die stellvertretende Baunataler Bürgermeisterin, Silke Engler, besuchte die Drittklässler an neun verschiedene Lernstationen im Wald. Sie gratulierte den Schülerinnen und Schülern: „Ich freue mich sehr, dass über 120 Kinder heute einen gelungenen und interessanten Wald-tag hatten und im Lernort Natur besondere Erfahrungen machen konnten.“ Zugleich bedankte sie sich bei den Ehrenamtlichen, die durch ihr Engagement die WJS tatkräftig unterstützten. Bitte weiterlesen...

Vitaler Wald für die Zukunft – Abschluss des KLIMWALD-Projekts

Buchenmischwald mit verschiedenen Altersphasen. (Foto: T. Arend  /HessenForst)

Buchenmischwald mit verschiedenen Altersphasen. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Klimaanpassung in unseren Wäldern
Wie kann das Ökosystem Wald angesichts des Klimawandels so gerüstet werden, dass unsere Wälder zunehmende Extremereignisse wie Trockenheit, Starkregen und Stürme verkraften können? Mit welchen waldbaulichen Maßnahmen kann der Wald auf die zu-nehmenden Belastungen vorbereitet werden? Antworten auf diese Fragen gibt das Projekt KLIMWALD („Erfolgreiche Klimaanpassung im Kommunalwald“). Acht KLIMWALD-Informa-tionsmodule zur erfolgreichen Klimaanpassung im Kommunalwald, die Zusammenfassungen zu den Risiken und den waldbaulichen Grundlagen sowie die Empfehlungen aus der knapp dreijährigen Projektarbeit finden Sie hier als PDFs zum Download:

KLIMWALD – erfolgreiches Projekt, zufriedene Projektpartner
Am Projekt waren das Forstamt Wolfhagen, die Fachgebiete Landschafts- und Vegetationsökologie sowie Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Kassel, HessenForst, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) sowie die Kommunen Calden, Naumburg, Wolfhagen und Zierenberg beteiligt.
Ein Team aus Forstleuten des Forstamts hat in Zusammenarbeit mit der Uni Kassel und unterstützt durch Projektionen der NW-FVA die Herausforderungen, waldbaulichen Maßnahmen der Klimaanpassung und das zum Erfolg nötige Wildtiermanagement konkreti-siert. In die Abstimmung über den Schlüsselfaktor Jagd waren ebenfalls verschiedene Jagdpächter, Hegeringe und Jagdgenossen-schaften eingebunden.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Ein Ziel von KLIMWALD ist in einem wissensbasierten Arbeitsprozess zwischen Waldbesitzern, Förstern und Jägern ein einver-nehmliches Jagdmanagement zu erreichen. Damit soll die Polarisierung von Jagd- und Waldinteressen aufgebrochen werden. Zugleich werden die Voraussetzungen für die Maßnahmen der Klimaanpassung im Wald geschaffen.

Forstamtsleiter Uwe Zindel zeigt sich denn auch sehr zufrieden über die erarbeiteten Ergebnisse. „Ich gehe davon aus, dass allen Akteuren bewusst ist, nur gemeinsam die Ziele für klimastabile Wälder erreichen zu können."

Ein kleinflächiges Mosaik der Altersphasen kennzeichnet den Dauerwald. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Ein kleinflächiges Mosaik der Alters-phasen kennzeichnet den Dauer-wald. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Vitaler Mischwald: Pflegeschwerpunkte und konsequentes Jagen ab sofort
Der Klimawandel stellt das Ökosystem Wald vor große Herausforderungen. Um die Wälder auf die künftigen Belastungen vorzubereiten empfiehlt das Projektteam Pflegeschwerpunkte, die auf vitalen, arten- und altersgemischten Wald gerichtet sind.
Mit den spezifischen Akzenten in der Waldpflege ist unmittelbar zu beginnen, weil langfristige Anpassungsprozesse eingeleitet werden müssen.
Jedoch laufen die teuren waldbaulichen Bemühungen um den Baumnachwuchs ohne gleich-zeitige und konsequente jagdliche Unterstützung ins Leere. Die jagdliche Konsequenz muss auf Wildlenkung und einen Wildbestand gerichtet sein, der den Erfolg der Klimaanpassung im Wald nicht gefährdet. Dabei wird auch dem Bedürfnis des empfindlichen Rotwilds nach Ruhe und Tagesäsung durch die Abgrenzung von Ruhezonen mit integrierten Äsungsflächen entsprochen.

In den vergangenen 100 Jahren waren sechs Dekaden zu Beginn der Vegetationszeit zu trocken. Berechnung: HessenForst, Quelle: Familie von Starck, Hofgut Laar / Zierenberg – tägliche Erfassung seit 1922.

In den vergangenen 100 Jahren waren sechs Dekaden zu Beginn der Vegetationszeit zu trocken. Berechnung: HessenForst, Quelle: Familie von Starck, Hofgut Laar / Zierenberg – tägliche Erfassung seit 1922.



















Fazit
Zusammengefasst beinhaltet das Leitbild für die klimaangepasste Waldentwicklung (unter Berücksichtigung des Klimawandels) folgende handlungsorientierte Kernpunkte:

  • Vielfältiger Mischwald
  • Widerstandsfähige Bäume mit großen Kronen
  • Nebeneinander von alten und jungen Bäumen
  • Artenreicher und vitaler natürlicher Baumnachwuchs
  • Durchmischung mit klimarobusten Baumarten
  • Konsequentes Wildtiermanagement

Werde Försterin oder Förster

Werde Försterin oder Förster. Standbild aus einem der beiden Filme, in denen jungen Menschen einen Einblick in den Forstberuf und unseren Betrieb ermöglicht wird. Foto: HessenForst

Hinein in den Forst! (Foto: HessenForst)

Wir haben zwei neue Filme veröffentlicht, mit denen wir jungen Menschen einen Einblick in den Forstberuf und unseren Betrieb ermöglichen.

Die Berufsaussichten für Försterinnen und Förster sind aktuell gut. Wer also vor der Frage steht, welcher Beruf der richtige ist, kann sich mit dem Film „Werde FörsterIn“ einen ersten Eindruck verschaffen. Bei Interesse bieten wir via Praktika und FÖJ vielfältige Möglichkeiten an, in den Beruf reinzuschnuppern.

Wer Forstwirtschaft studiert und wissen möchte, ob das HessenForst-Team das richtige ist: Unser zweiter Film „Werde HessenFörsterIn“ gibt auch hier einen Einblick. Wer es genau wissen möchte kann bei uns sein Praxissemester oder ein Praktikum in den Semesterferien absolvieren.
Wer sich erst einmal vom Schreibtisch aus informieren will: Ein Blick auf unsere ausführlichen Informationen zum Arbeiten bei HessenForst und zum Anwärterjahr lohnt sich!

Orkan Friederike

Abgeknickte Fichten nach dem Sturmtief "Friederike". (Foto: V. Gerding / HessenForst)

Fichtenwindbruch nach Sturmtief "Friederike". (Foto: V. Gerding / HessenForst)

Waldspaziergang ja – auf den Wegen bleiben
Die Forstleute vom Forstamt Wolfhagen sind derzeit mit Hochdruck dabei, die Folgen von Orkan Friederike in den zwölf Revieren zu beseitigen. Denn es sind durch die Bank weg alle Reviere vom Windwurf betroffen. Daher bittet das Forstamt bei Waldspaziergängen darum, unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Bekanntlich müssen die Sturmfolgen beseitigt werden und nicht immer ist zu erkennen oder zu hören, wo gerade im Wald gearbeitet wird.

Mit bis zu 130 Stundenkilometer brauste Friederike am 18. Januar über Hessen – auf den Tag genau elf Jahre nach Orkan Kyrill. Das Forstamt geht davon aus, dass bei optimalem Arbeitsverlauf die Aufräumarbeiten bis in den Sommer dauern werden.

Zeitaufwendige Aufarbeitung dauert bis in die Sommermonate
In den zurückliegenden Wochen wurden zunächst die Wege freigeräumt, damit zu den eigentlichen Windwurfschäden überhaupt vorgedrungen werden konnte. Charakteristisch sei die sehr zeitaufwendig Aufarbeitung wegen den verstreuten Lagen der Schäden. Zugleich treten sie überwiegend als kleinteiliger Windwurf auf, so dass es länger dauere und zum Teil aufwendig motormanuell ge-arbeitet werden müsse. Auch sei nicht wenig Bruchholz darunter, das ebenfalls einzeln bearbeitet werden müsse.

Das Forstamt bittet um Verständnis, dass es sicherlich bisweilen zwar auch zu Wegeverschmutzungen im Verlaufe der Aufräum-arbeiten komme, die aber nach Beendigung wieder hergestellt werden. Beeilen müsse man sich mit dem Abtransport des Schad-holzes insofern auch, als nach Einsetzen von wärmerem Wetter sonst der Borkenkäfer quasi ein gemachtes Lager vorfände. Dieser Befall würde dann auch auf den gesunden Waldbestand übergreifen, dass unbedingt vermieden werden müsse.

Sicherheit geht vor
Nach einem Windwurf dieser Größe besteht im Wald eine besonderes Gefahrenpotential aus sichtbaren und zunächst unsichtbaren Risiken: Es ist im gesamten Wald mit herabstürzenden Ästen und Bäumen zu rechen, die nicht unmittelbar erkennbar sind. Durch einen nächsten Windstoß können sie plötzlich herabfallen. Umgefallene Stämme sind insofern gefährlich, als sie unter Spannung stehen oder stehen können. Auch einzelne, halb umgefallene Bäume und in den Baumkronen hängende Starkäste können noch eine Gefahr darstellen. Wurzelteller hängen schief und stehen unter Spannung.

Waldbegang mit Vorsicht
Frauen, Männer und Kinder beim Waldbesuch oder sportlichen Aktivitäten im Wald müssen diese besonderen Umstände ebenfalls der eigenen Sicherheit wegen zwingend berücksichtigen. Das Forstamt ruft dazu auf, nur die Waldwege zu benutzen und den Ab-sperrungen zu folgen, auch dann, wenn keine Arbeitskräfte zu sehen und keine Arbeits- oder Maschinengeräusche zu hören sind.

Wildtier des Jahres 2018: Wildkatze

Jagende Wildkatze am Weidelsberg. Foto: F. Ohlwein / HessenFort

Fotoshooting mit Glück, sind doch Wildkatzen selten zu Gesicht zu bekommen: Jagende Wildkatze am Weidelsberg. (Foto: F. Ohlwein / HessenFort)

Wildkatze – gesichertes Vorkommen im Forstamt Wolfhagen

Die Europäische Wildkatze ist „Wildtier des Jahres 2018“. Dies entschied die Deutsche Wildtier Stiftung. Reinhard Vollmer begrüßt diese Wahl des äußerst scheuen Waldbewohners sehr: „Die Wildkatze ist für unser Waldgebiet bereits seit Winter 2008, 2009 und Frühjahr 2010 in mehreren Untersuchungsprojekten nachgewiesen.“ In dem mittlerweile zehn Jahre andauernden Zeitraum darf es als gesichert gelten, dass sich im gesamten Forstamtsgebiet weitere Wildkatzen angesiedelt haben. Förster Vollmer arbeitet im Bereich Naturschutz / Natura 2000.

Heimkehr der Wild- oder auch Waldkatze (Felis silvestris) ins angestammte Revier
Ausgewählte Berichte zeigen: In zehn von zwölf Revieren im Forstamt Wolfhagen sind vermutlich immer wieder die nachtaktiven Jäger gesichtet worden; wobei dies im Umkehr-schluss nicht heißen muss, dass sich in den beiden verbleibenden Revieren Calden und Zierenberg keine Wildkatzen aufhalten –, sie sind vielleicht nur noch nicht gesehen worden. Die häufigen Sichtungen sind jedenfalls sehr gute Nachrichten. Denn die Wild-katze gilt als Leitart, die an ihren Lebensraum hohe Ansprüche stellt. Stellt sie sich ein, kann davon ausgegangen werden, dass auch viele andere Tierarten gute Lebensbedingungen vorfinden.

  • Förster Uwe Huber (Revier Bad Emstal) hat erst wieder im Sommer 2017 frühmorgens eine Wildkatze in Altendorf beobachten können.
  • In Naumburg konnte sein Kollege Peter Muster sogar zwei Wildkatzen im vergangenen Sommer beobachten: am „Kronberg“ einen Kuder (= männliches Tier von Luchs oder Wildkatze) und im Alten Wald eine Katze, die deutlich kleiner als das andere Wildtier war.
  • Revierleiter Frank Ohlwein aus Ippinghausen hat über die Jahre immer wieder Wildkatzen gesehen, „gut fünfmal im Jahr“, wie er meint, und dabei z. T. auch gefilmt. Er geht von mehreren Tieren aus: Am Weidelsberg hat er im Sommer 2017 einen humpeln-den Kuder gesehen sowie immer wieder Katzen, die an den Wiesen jagen, sowie am Fischteich Freienhagen eine Katze.
  • Für das Revier Wolfhagen attestiert sein Kollege Friedrich Vollbracht flächendeckende Sichtungen an verschiedenen Stellen seit 2010 immer wieder. Er hat zum Beispiel im Stadtwald Wolfhagen sowie zwischen Ippinghausen und Höhenscheid jeweils im Sommer 2017 verschiedene Katzen gesehen.
  • Weibliche Wildkatze am Wuhlhagen Revier Kirchditmold / Kassel.

    Weibliche Wildkatze am Wuhlhagen Revier Kirchditmold / Kassel.

  • Aus Kassels stadtnahem Revier Wahlershausen berichtet Arnd Kauffeld von einem beförsterten Waldbesitzer aus Baunatal, der mehrfach in 2017 am Unterlauf der Bauna einzelne Wildkatzen gesehen und vor die Kamera bekommen hat.
  • Wolfgang Schmidt vom Revier Habichtswald bestätigt viele Beobachtungen seinerseits an unterschiedlichen Stellen über die vergangenen Jahre. 2017 sah er beispielsweise am ehemaligen Truppenübungsplatz Ehlen eine Katze und im Naturschutzgebiet Hirzstein einen Kuder.
  • In Kassels anderem stadtnahen Revier Kirchditmold hat Dieter König immer wieder Wildkatzen zu Gesicht bekommen. Im Sommer 2017 nahm eine Wildkamera ein weibliches Tier am Wuhlhagen auf.
  • Im Revier Liebenau hat Revierleiter Günter Koch in 2016 zwischen Niedermeiser und Hofgeismar spätabends im Sommer während einer Jagd eine Wildkatze zu Gesicht bekommen. Einer seiner Wildpächter hat in Fotofallen 17 eine oder möglicherweise sogar mehrere, verschiedene Wildkatzen abgelichtet.
  • Im Frühjahr 2017 in Breuna am Rhödaer Holz wurde eine Katze gesichtet berichtet Revierleiter Wilfried Bott.
  • Vom Revier Fuldatal berichtet Harald Möller bedauerlicherweise von einem einjährigen Kater, der Opfer eines Verkehrsunfalls bereits 2015 wurde. Ein Wildpächter hatte den Kuder im Bereich Espenau / Schäferberg an der B83 gefunden. Er brachte das Wildtier zur nordhessischen Wildkatzensammelstelle bei Försterin Petra Walter vom Forstamt Reinhardshagen.
    Falls auch Sie eine tote Wildkatze [PDF, 2,6 MB] finden: Petra Walter ist Ihre Ansprechpartnerin für Wolfhagen und Reinhardshagen (Landkreis Kassel). Sie können bei ihr die toten Wildkatzen melden.

injährigen Kater (= Kuder), der Opfer eines Verkehrsunfalls 2015 wurde. Die Wildkatzensammelstelle führt tote Wildkatzen der wichtigen, genetischen Untersuchung zu. Foto: P. Walter / HessenForst

Einjährigen Kater (= Kuder), der Opfer eines Verkehrsunfalls 2015 wurde. Die Wildkatzensammelstelle führt tote Wildkatzen der wichtigen, genetischen Untersuchung zu. (Foto: P. Walter / HessenForst)

Das Frankfurter Forschungsinstitut Senckenberg, Abteilung Wildtiergenetik in Gießen, sichert in der Regel die Unterscheidung Wildkatze oder wildfarbene Katze sowie deren Geschlecht wissenschaftlich ab. Im Einzelfall werden im Zuge von Projekten individualisierte genetische Fingerabdrücke erhoben, weil sie sehr aufwendig und teuer sind. Daraus können verwandt-schaftliche Beziehungsstrukturen abgeleitet werden, um Abwanderungen und Ausbreitungs-tendenzen zu rekonstruieren.

Nur genetische Analyse gibt gesichert Aufschluss
Also lassen sich allein nach äußerlichen bzw. morphologischen Merkmalen (Aussagen nach der Gestalt) wildfarbene Haus- von Wildkatzen nicht immer eindeutig zuordnen. Auch Katze und Kuder in der Natur einzuordnen ist und bleibt schwierig. Die Hoden der männlichen Katzen sind nur schwach ausgeprägt. Selbst bei toten Tieren – in der Regel leider Verkehrs-opfer – lassen sie sich außerhalb der Paarungszeit oft nur schwer ertasten. Ein eventueller Vergleich der verschiedenen Tiergrößen könnte hier Aufschluss geben. Allein durch Beob-achtung ist dies auch schwer einzuordnen, weil die Katze alleine zieht. Hinzu kommt, dass auch die Größe ein individuelles Merk-mal ist und abhängig vom Alter des jeweiligen Tiers, vom Ernährungszustand oder der Jahreszeit. Bloß eine Katze und ihre Jungen sind als Gruppe genau zu definieren. Die Beobachtungen der Kollegen sind insofern wertvoll, für sich genommen jedoch nicht aus-reichend für eine gesicherte Artzuordnung, Alters- oder Geschlechtsbestimmung. Dies kann letztendlich nur durch die genetische Analyse von Gewebeproben geleistet werden, deren gesicherte Ergebnisse in die wissenschaftliche Datenbank einfließen.

Fotofalle zeigt eine Wildkatze 2011 im Gebiet des Forstamts Hess. Lichtenau.

Fotofalle weist Wildkatze 2011 im Forstamt Hess. Lichtenau nach.

Wildkatzen-Nachweise können als Beleg für unsere naturgemäße Waldbewirtschaftung dienen, führt Förster Vollmer aus. Dazu gehören zum Beispiel artenreiches Laubholz und Altbaumbestände zu schützen und zu erhalten. Auch ein abwechslungsreicher Mischwald mit jungen und alten Bäumen diene als gute Lebensgrundlage, um z. B. auch Wildkatzennach-wuchs ungestört groß zu ziehen. Denn Katzen benötigen starkes, stehendes Totholz als Wurfhöhle und Schlaf-platz. Dies ist trocken, sicher und dunkel. Es dient als Schlafplatz bzw. Tagesversteck, denn Wildkatzen sind abends aktiv und gehen auf Jagd, weil ihre Haupt-Beutetiere, Mäuse, nachtaktiv sind.

„Lockenstab“ weist Vorkommen [PDF, 4,1 MB] der Wildkatze nach
Vollmer hat 2008 / 2009 ein Kooperationsprojekt von HessenForst und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seinerzeit vom Forstamt mitbetreut. Es wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Kassel (FG Ökologische Standort- und Vegetationskunde) und dem Institut für Tierökologie und Naturbildung (Gonterskirchen) durchgeführt. Unterstützt wurde das Projekt von der Kasseler Sparkasse.
Lockstöcke wurden mit Baldrian beködert und die gewonnen Haare einer genetischen Analyse unterzogen. Weil Wildkatzen dieser Duft magisch anzieht reiben sie sich an den Stäben und es bleiben Katzenhaare kleben. Bereits wenige Haare reichen aus, um zu einem eindeutigen Ergebnis zu kommen. Denn sie weisen genauso einen individuellen genetischen Fingerabdruck auf wie auch ein menschliches Haar jeweils nur ein und demselben Individuum zugeordnet werden kann. Die Lockstöcke wurden in verschiedenen Waldgebieten Nordhessen aufgestellt. Damit konnte nachvollzogen werden, ob und wenn ja wo, die Wildkatze auf dem potenziellen Korridor Reinhardswald – Habichtswald bereits vorkommt.
Zwölf gewonnene Haarproben wurden genetisch untersucht. Bei neun analysierten Proben wurde die Wildkatze nachgewiesen. Die Proben stammen von fünf verschiedenen Individuen: drei Katzen und zwei Kuder. Bei allen fünf Individuen ergab die Analyse keinen Verdacht auf Vermischung mit Hauskatzen.

Junge Wildkatze. Foto: D. Bräuer / HessenForst

Die Wildkatze ist im Forstamt Wolf-hagen nachgewiesen, hier: junge Wildkatze im Bereich Forstamt Wehretal. (Foto: D. Bräuer / HessenForst)

Wildkatze ist in Kassel angekommen
Dieses Gemeinschaftsprojekt wurde im Winter 2009 / 2010 bis April fortgesetzt von HessenForst, BUND, dem Fachgebiet ökologischer Standort und Vegetationskunde der Uni Kassel sowie dem Institut für Tierökologie und Naturbildung. Das vormalige Ergebnis konnte bestätigt werden: Die Wildkatzen sind gerade im westlichen Landkreis Kassel weiter auf dem Vormarsch – und das, obwohl sie vor Jahrzehnten fast als ausgestorben galten. Dazu wurden in den Bereichen der Forstämter Vöhl, Wolfhagen und Diemelstadt 40 Lockstöcke aufgestellt, kontrolliert und die Haarproben analysiert. Es konnten acht Tiere nachgewiesen werden, so dass die Bemühungen zum Erhalt und Schutz der Wildkatzen erfolgreich gewesen sind. Wildkatzen sind in Wäldern in Hofgeismar bis Fritzlar, vom Wolfhager Hügelland bis ins Waldecker Land in den Wäldern nachgewiesen, ebenso auch im Wald zwischen Escheberg und Breuna, am Großen Bärenberg / Zierenberg, am Hohen Gras und vor allem zwischen Ippinghausen und Freienhagen. Sogar im stadtnahen Habichtswald, im Bereich des Brassels-bergs / Kassel gelang der Nachweis. Die identifizierten Wildkatzen stammen von aus dem Reinhardswald zugewanderten ab, wie die genetischen Untersuchungen bewiesen. Dies sei umso erfreulicher, als die vorhandenen Waldkorridore das Weiterziehen der Waldkatzen ermöglichten. Denn geografische Isolation zu verhindern ist ein wesentlicher Gesichtspunkt der Arterhaltung an sich: Nur wenn genetisch unterschiedliche Partner sich kreuzen entsteht genetische Vielfalt. Sie ist für die Vitalität und Widerstands-fähigkeit einer Population verantwortlich.

Wildkatze. Foto: Pixel-mixer /pixabay

Wildkatzennachweise können Belege naturgemäßer Waldbewirtschaftung sein. (Foto: Pixel-mixer / pixabay)

Wildkatze Zuhause: eine Dekade in den Wäldern des Forstamts Wolfhagen
Auch zukünftig wird durch entsprechende waldbauliche Maßnahmen wie Hecken, Waldstreifen oder Brachen dafür gesorgt, dass die Wildkatze in Mitteleuropa über Wildkatzen-wege weiter durch die Lande ziehen und so überleben kann. Allerdings sind Siedlungsdruck und die Zerschneidung der Landschaft durch Verkehrswege dabei starke Hindernisse. Dennoch bleibt in 2018 Vollmers Fazit durchaus positiv: „Die Wildkatze ist in Kassel angekommen bzw. zu Hause.“

Baum des Jahres 2018: Edelkastanie oder auch Esskastanie

Die Edel- oder Esskastanie. Foto: Andreas Roloff, baum-des-jahres

Die Edel- oder Esskastanie - vielseitige Alternative im Klimawandel? (Foto: Andreas Roloff, baum-jahres)

Edelkastanie ist Baum des Jahres 2018

Die Edelkastanie oder auch Esskastanie (Castanea sativa) genannt ist Baum des Jahres 2018. Dies entschieden die Mitglieder des Kuratoriums „Baum des Jahres“ in Berlin. Forstamtsleiter Uwe Zindel freut sich über diesen 30sten „Baum des Jahres“ in Deutschland, ist die Edelkastanie doch durch seine Früchte ein besonderer Baum für die Menschen. Aber er sieht durchaus auch ihre Einschränkungen im nord-hessischen Waldbau: „Es ist vertretbar, sie vereinzelt im Rahmen eines gesunden Mischwaldes zu pflanzen und so mit zu helfen, die Edelkastanie zu erhalten. In den Schwerpunkten ihrer Verbrei-tung werden Bestände der Esskastanie durch einen aggressiven parasitischen Pilz gefährdet, der Rindenkrebs verursacht.“

Die Edelkastanie ist in Nordhessen keine typische Baumart. In Deutschland hat sie im klimatisch milderen Rhein-Main-Gebiet einen Verbreitungsschwerpunkt. Dort war sie durch den Rindenkrebs im vergangenen Jahrhundert auch verstärkt betroffen. Insofern kann sich Zindel perspektivisch die Edel-kastanie nur als Nischenbaum im Forstamtsgebiet vorstellen. „Als relativ trockenheitstolerante Art ist die Edelkastanie unter den Vorzeichen des Klimawandels aber durchaus interessant“, meint Zindel.
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Leckere geröstete Maronen. Foto: pixabay / makamuki

Leckere geröstete Maronen. (Foto: pixabay / makamuki)

Die Esskastanie gehört zu den Buchengewächsen [PDF, 133 KB]. Sie ist nicht verwandt mit der sehr häufig vorkommenden und bekannteren Rosskastanie, die ein Seifenbaum-gewächs ist. Wahrscheinlich beruht die irrtümlich vermutete Familienzusammengehörigkeit auf der äußerlichen Ähnlichkeit der Kastanienfrüchte. Beide Kastanienbaumarten bringen im Herbst die braunen Kerne in ihrer stacheligen Hülle hervor. Aber die Edelkastanie produziert eine essbare Nuss, die mahagonibraune Marone. Die Früchte der Rosskastanie sind hin-gegen nicht essbar. Sie werden vor allem im Herbst zu den beliebten Kastanienmännchen gebastelt.

Esskastanie: regionale Beispiele
Vor einigen Jahren wurden im Forstamtsbereich 200 Exemplare „pilothaft“ gepflanzt. Ein prächtiger Solitär steht in der Gemarkung Grebenstein: eine gut 100-jährige Edelkastanie als bekanntes Naturdenkmal „Nr. 6.33.278“ ist südwestlich des Ortsrands Schachten im Verbund mit einer Walnuss zu finden. Die Edelkastanie teilt sich in zwei Stämme. Diese scheinbar drei Bäume bilden inmitten eines Ackers eine Feldholzinsel, wobei die beiden Kastanien zwar deutlich kleiner, dafür aber auch wesentlich älter als der Walnussbaum sind.

Edel- bzw. Esskastanie als eindrucksvoller Solitär in einem Park. Foto: Stemmer
Länglich, ledrig-derbe Blätter der Edel- bzw. Esskastanie mit igel-stacheligen Fruchtbechern – deutlicher Unterschied zu den vom Blattstiel abgehenden 5–7 Fiederblätter der Rosskastanie. Foto: pixabay / Fritz_the_cat
Gedicht von Goethe über Maronen, die er sehr gern mochte. Quelle aus: „Suleika“ im „West-Östlichen Divan“
Blätter, Blütenstand und Früchte der Edel- bzw. Ess-kastanie. Foto: Stemmer
Detailaufnahme: Früchte der Edel- bzw. Esskastanie in stacheliger Hülle, sie sind im Oktober reif. Foto: pixabay / suju
Ein leckerer Maronenauflauf – eine gute Alternative für Zöliakie-Patienten, denn Esskastanien sind glutenfrei. Das Mehl kann daher als Getreide-Ersatz verwendet werden. Foto: pixabay / FlyerBine
 

Waldpflege – wichtig für stabiles Ökosystem Wald

Nadel- und Laubholzernte: traditionell im Herbst- und Winterhalbjahr

Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes.

Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes. (Foto: HessenForst / M. Mahrenholz)

Noch stehen die Bäume in den Revieren des Forstamts Wolfhagen eng gedrängt – das kann man sich vorstellen, wie in der S-Bahn kurz nach Feierabend. Die Forstexperten des Forstamts helfen dem Wald, damit er wieder durchatmen und wachsen, Licht und Luft tanken kann. „Wir entwickeln einen stabilen, gemischten Hochwald. Deshalb fördern wir frühzeitig die gesündesten und besten Bäume“, erläutert Theo Arend, Produktionsleiter des Forstamts Wolfhagen und stellvertretender Forstamtsleiter.

Ein stabiler und gemischter Hochwald ist das forstliche Ziel. Dies ist zudem ökologisch und klimatisch sinnvoll und „für den Erholungssuchenden eine Augenweide“, führt der Förster aus. „Unter einem Hochwald ist ein ausgewachsener und vitaler Baumbestand auf einer Fläche zu verstehen. Hier kommen Bäume aller Altersklassen vor“, so Arend.

Unterjährig wird der Wald immer wieder unter die Lupe genommen, denn: Die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im Wald ist enorm. Damit sich die gesunden Bäume weiterhin gut entwickeln können schaffen die Försterinnen und Förster den nötigen Platz. „Wo eine Lücke im Wald entsteht ist Potential für Nachwuchs und wir gewinnen ein wertvolles, CO2-neutrales Produkt – das Holz“, freut sich Arend. Traditionell läuft die Ernte des Laubholzes im Herbst- und Winterhalbjahr erklärt der versierte Forstmann. Deswegen tut sich was im Wald und an verschiedenen Orten, zeitlich versetzt und parallel, finden Pflegeeinsätze unter zu Hilfenahme von Maschinen, auch wetterabhängig, statt.

Gute Pflege entscheidet
Revierleiterin Dagmar Löffler aus Calden und ihre Kollegen der anderen elf Reviere im Forstamtsbereich Wolfhagen wählen die Bäume nach klaren Kriterien aus: Bäume, die noch lange wachsen und den Wald der Zukunft bilden sollen, müssen gesund sein. Auch sollen sie eine große, gut belaubte Baumkrone haben. Ist dieser Baum dann auch noch gerade gewachsen kann er später einmal wertvolles Holz liefern. „Gute Veranlagung der Bäume ist allerdings nicht alles. Oft hat man mehrere Optionen. Dann muss man sich entscheiden, welche man langfristig nutzen möchte“, macht die Försterin klar. Die professionelle Pflege des Bestandes mache den Unterschied, bestätigt ihr Kollege Arnd Kauffeld vom Revier Wahlershausen. „Ich finde es spannend, dass ich heute ein so genanntes Bild im Kopf habe, wie der Wald in 100 Jahren aussehen soll. Noch viele Jahre werde ich diese Bäume pflegen und begleiten, aber die meisten werden wohl wesentlich älter als ich selbst. Dann pflegt den Wald hier schon die übernächste Förstergeneration.“

Warnschilder im Wald: Besser zur eigenen Sicherheit folgen. Foto: Hessen-Forst M. Mahrenholz
Harverstereinsatz. Foto: HessenForst / M. Mahrenholz
Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes. Foto: HessenForst M. Mahrenholz
Fichtenstamm im Harvesterkopf Foto: Shutterstock1 / Kletr.1
Maschinenpflege gehört zur Waldarbeit dazu. Foto: HessenForst / M. Mahrenholz
Gut gesichert bei der Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen ist unabdingbar. Foto: HessenForst / M. Gerlach
 

Nächste Generation in den Startlöchern
Die Waldbäume haben dieses Jahr durch den späten Frost nicht so viele Samen getragen, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr. „Jetzt müssen wir besonders darauf achten, dass die kleinen Keimlinge zu einem gemischten und stabilen Wald heranwachsen“, verdeutlicht Arend. Denn die jungen Bäumchen von heute sollen in über hundert Jahren einen vitalen Wald bilden – egal, welchen Klimabedingungen sie später ausgesetzt seien. „Wir Förster müssen gerade bei einheitlichen Naturverjüngungen darauf achten, dass wir ausreichend andere Baumarten dazwischen pflanzen: Zum Beispiel Nadelbäume in großflächige Buchen-Naturverjüngungen“, erläutert er. Auch ist geplant, die Baumarten angesichts des Klimawandels mit vermehrten Trocken- und längeren Hitzephasen stärker zu durchmischen und damit den Wald widerstandsfähiger zu machen.

Waldpflege beginnt – Wege zeitweise gesperrt
Das Forstamt Wolfhagen und seine beschäftigten Förster und Forstwirte sind für den Wald aktiv – das können Waldbesucherinnen und -besucher bei einem Waldspaziergang in nächster Zeit wieder häufiger feststellen. Im Oktober lag der Schwerpunkt der Waldarbeiten im Nadelholz. Besonders werde Borkenkäferholz aufgearbeitet, um den Schädlingen bzw. der Kalamität, wie es im Försterdeutsch für Massenerkrankung von Waldbeständen heißt, Einhalt zu gebieten. Das Laubholz folgt dann ab November. Aufgestapeltes Holz und gesperrte oder verschmutzte Waldwege sind jedoch kein Dauerzustand. Das Forstamt wird bei starken Einschränkungen der Waldwege eine Umleitung einrichten und die Arbeitsspuren nach Abschluss der Arbeiten beseitigen.

Waldarbeit ist gefährlich. Deswegen muss man dabei immer einen Helm tragen.

Eine der gefährlichsten Arbeiten überhaupt, Waldarbeit. (Foto: M. Stadtfeld)

Sicherheit wird groß geschrieben
Dies gilt in doppelter Hinsicht, wie Arend ausführt. Zunächst einmal für die im Wald Arbeitenden. Ihre persönliche Sicherheitsausrüstung ist umfassend und verpflichtend. Sie beinhaltet Arbeitsschutzschuhe und -handschuhe, spezielle Schnittschutzkleidung, den Schutzhelm sowie Augen- und Gehörschutz. „Ohne dies alles darf gar nicht im Wald gearbeitet werden“, klärt der Produktionsleiter auf. Darüber hinaus gelten Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards in der Forstwirtschaft, die jeder dort Tätige einzuhalten hat. Regelmäßige Schulungen zum Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, wie beispielsweise auch der Motorsäge, gehörten unabdingbar dazu. „Sicherheit bei der Waldarbeit einerseits und einem Waldbesuch andererseits setzen voraus, dass wir als Verantwortliche auch gut planen und die Gefahrenbereiche sichern“, beleuchtet er die Maßnahmen, um Unfälle zu verhüten. „Dazu stellen wir Warnschilder auf und benutzen Absperrbänder wie bei einer Wanderbaustelle.“ Die Markierungen sollten ernst genommen und den Schildern gefolgt werden, auch wenn zunächst nichts von den Waldarbeiten zu sehen oder zu hören sei. „So tragen wir alle unseren Teil zur Sicherheit bei. Denn: Unfallverhütung ist das wichtigste bei der Waldarbeit – für die Beschäftigen wie für die Waldbesucher“, ist Hessenförsterin Löffler überzeugt.

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Forstamt Wolfhagen

Nichts ist so beständig wie der Wandel
Im vergangenen August fand der alljährliche Stabwechsel im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im Forstamt Wolfhagen statt. Das FÖJ wechselte turnusgemäß ihre/n Besitzer/in. Julius Heuckeroth aus Kassel folgt auf Marvin Schaub aus Ahnatal / Weimar.

Forstamtmann Rainer Weishaar, Julius Heuckeroth,  Marvin Schaub und Forstamtsleiter Uwe Zindel (von rechts nach links).

Das Freiwillige Ökologische Jahr im Zentrum: Forstamt-mann Rainer Weishaar mit den FÖJlern Julius Heucke-roth und Marvin Schaub sowie Forstamtsleiter Uwe Zindel (von links). Foto: HessenForst

Forstamtsleiter Uwe Zindel ist von der Einrichtung des FÖJ überzeugt: „Das FÖJ gibt Raum für eine beispielhafte win-win-Beziehung – die jungen Menschen haben im Verlaufe eines Jahres die Möglichkeit, die Waldnatur intensiv zu erfassen, in und mit der Natur zu arbeiten und sich zu orien-tieren.“ Das Forstamt kann Nachwuchs für den Wald begeistern und erhält tatkräftige Unterstützung. „Zwar kommt immer dann der Wechsel, wenn die übertragenen Aufgaben sehr eigenständig wahrgenommen werden können. Aber es wartet ja nach dem FÖJ der nächste Schritt der Ausbildung – viel-leicht zum Forstwirt oder Förster. Und mit jedem Wechsel gibt es für das Forstamtsteam auch neue Impulse und neue Multiplikatoren für die so viel-fältigen Facetten von Wald und Forstwirtschaft“. Bildlich gesprochen bedeu-te dies ein weinendes und ein lachendes Auge – Marvin geht und Julius kommt, aber: „Beide blicken zuversichtlich nach vorn!“, so seine positiven Erfahrungen. Bitte weiterlesen...

Der Waldladen Habichtswald – immer eine gute Adresse

Gutes aus der Region mit erweitertem Angebot: Event- und Partyservice

Die Landfleischerei Döring aus dem Naumburger Stadtteil Altenstädt führt seit 2016 den Waldladen Habichtswald. Das Forstamt Wolfhagen hat diese besondere Verkaufsstelle vor elf Jahren aufgebaut und bis dato in Eigenregie betrieben. Mit der Pacht des Waldladens erweitert die Fleischerei Döring ihren traditionsreichen Filialbetrieb um einen weiteren Standort und um ein breites Angebot an Gaumenfreuden aus der Wildbahn unserer Wälder. Wildfleisch als naturbelassenes Nahrungsmittel aus dem Wald vor unserer Tür den Menschen aus der Region in verlässlicher Weise anzubieten –, das war und ist auch weiterhin die Philosophie, aus der der Waldladen im Jahr 2005 entstanden ist.

Mal ´was anderes: Rotwild an Gemüse-Sesam-Obstbällchen. (Foto: Moerschy / pixabay)

Mal ´was anderes: Rotwild an Gemüse-Sesam-Obstbällchen. (Foto: Moerschy / pixabay)

Das Angebot war bisher vor allem auf bratfertige Stücke von Reh, Wildschwein und Hirsch ausgelegt, ein knapp gehaltenes Sortiment an Wurst und Wildschinken ergänzte das Angebot. Damit hat das Forstamt seine vielen Kunden aus dem Großraum Kassel versorgt. In den vielen Jahren haben sich auch besondere Kundenbeziehungen entwickelt – so gibt es Stammkunden aus der Schweiz, aus Bayern und aus Norddeutschland, die sich jedes Jahr wieder auf den Weg in den Habichtswald zum Waldladen machen, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen. Besondere Kundenwünsche wie die Nachfrage nach Wildsteaks oder Schnitzeln zum Kurzbraten konnten zwar ins Programm aufgenommen werden, aber andere Nachfragen, wie zum Beispiel nach einem Event- oder Partyservice, waren nicht zu bedienen.

Köstliches Wildangebot ganzjährig

Unterschiedliches Grillgut, für Fleischliebhaber und Vegetarier, Wildfleisch, Geflügel- und Gemüsespieße. Foto: suju, pixabay

Miteinander Grillen – eine gute Idee und für jeden Geschmack ist etwas dabei. (Foto: suju / pixabay)

Diese Catering-Nachfrage wird nun bedient: Unter der Regie von Mike Döring, dem Chef der bekannten Landmetzgerei aus Altenstädt, mit Unterstützung durch den Seniorchef Rudolf (Rudi) Döring, bietet der Waldladen Habichtswald die hochwertigen Nahrungsmittel weiter in der bekannten Weise an. Darüber hinaus ist das Sortiment erweitert – ganz im Sinne der Kundenwünsche, beispielsweise durch verschiedene Catering-angebote und Grill-Spezialitäten. Denn Wild schmeckt das ganze Jahr – im Sommer als kurzgebratene Filetstücke oder Steaks, Schnitzel oder Gulasch, wohingegen in Herbst und Winter die besondere Zeit für einen Gaumen-schmaus aus Rotkohl, Klößen und schmackhaftem Wildbraten ist.

Weiterer Hintergrund
Für Forstamtsleiter Uwe Zindel ist die verantwortungsbewusst ausgeübte Jagd unverzichtbar – für einen gesunden Mischwald, aber auch für die Fit-ness der Wildtiere: „Wenn man sich mit den Wechselwirkungen von Wald und Wild näher befasst, erkennt man schnell, wie wichtig es ist, den Wildbestand in Grenzen zu halten. Und dann ist es nur folgerichtig, das schmackhafte Wildfleisch auch zu genießen.“

Waldpflege heißt auch verantwortungsvolle Jagdausübung zur Sicherung gesunder Mischwälder, hier aus dem Wolfhager Land. Foto: HessenForst

Waldpflege heißt auch verantwortungsvolle Jagdausübung zur Sicherung gesunder Mischwälder. (Foto: HessenForst)

Kontakt
Waldladen Habichtswald
Pächter: Landfleischerei Döring (Naumburg)
Ehlener Straße 31
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe (Forsthaus am Golfplatz)
Telefon: 0 56 25 55 93 (Herr Döring) oder 05 61 3 10 23 39 (Frau Herbort)
E-Mail:

Öffnungszeiten und Zeitraum
Di., 15 - 17 Uhr (ganzjährig)
Fr., 15 - 18 Uhr (ganzjährig)
Sa., 9 - 14 Uhr (nur von November - Dezember)

Geocaching am Walderlebnispfad Hessenschanze sehr beliebt

Ein Cache ist ein "moderner" Schatz, der beim Geocaching gesucht und gefunden wird. Foto: Settergren /pixabay

Moderne, elektronische Schatzsuche – GPS-gestütztes Geocaching an der Hessenschanze. Hier ein Cache im Versteck: gesucht, gefunden und neu versteckt. (Foto: Settergren / pixabay)

Der Walderlebnispfad an der Hessenschanze wurde mit Unterstützung von Sponsoren durch den Naturpark Habichtswald und das Forstamt Wolfhagen umgesetzt. Das Thema Nachhaltigkeit im Wald steht hier im Vordergrund.

Der Multi-Cache am Walderlebnispfad gibt mehrere Aufgaben, die schließlich zu einem interessanten Ziel führen.

Die Runde dauert ca. 2 Stunden. Festes Schuhwerk ist von Vorteil. Die Linie 8 der Straßenbahn fährt direkt bis an den Start. Routenplaner über Google-Maps
Und nun viel Spaß beim Suchen und Finden!

Weitere Info auf: www.Geocaching.com