Übersicht der hessischen Forstämter

Forstamt Wolfhagen  –  Aktuelles

Waldforum Wolfhagen

Die Zukunft des Staatswaldes im Dialog

Waldbauliche Maßnahmen müssen auf Klimaanpassung ausgerichtet werden. (Foto: M. Delpho)

Waldbauliche Maßnahmen müssen auf Klimaanpassung ausgerichtet werden. (Foto: M. Delpho)

Bäume werden gezählt und vermessen – Experten prüfen die Nachhaltigkeit und planen für die Zukunft: Auf 6.500 Hektar Staatswald im Forstamt Wolfhagen erfolgt aktuell die mittelfristige Forstbetriebsplanung. Sie stellt die Weichen für die Entwicklung des Waldes innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Zum Auftakt der mittelfristigen Forstbetriebsplanung informierte HessenForst am 9. Mai alle an der Waldwirtschaft interessierten Gruppen über das Verfahren. Zur Veranstaltung in der Stadthalle Wolfhagen waren örtliche Vertreter insbesondere aus den Bereichen Naturschutz, Sport, Holzverwendung, Tourismus und Jagd eingeladen. Ihnen und den Vertretern der kommunalen und privaten Waldwirtschaft wurde erläutert, was die neue Forstbetriebs-planung für den Staatswald vor ihrer Haustür bedeutet.
Gleichzeitig hatten die eingeladenen Gäste die Möglichkeit, ihre Anliegen an die Staatswald-bewirtschaftung vorzutragen und die Einstellungen anderer Interessengruppen kennenzulernen. Der Dialog zwischen den einzelnen Akteuren sowie mit dem Forstamt Wolfhagen war ein Ziel der Veranstaltung.

Die Hinweise der an der Waldbewirtschaftung interessierten Gruppen sind für das Forstamt Wolfhagen von besonderer Bedeutung, denn HessenForst berücksichtigt bei der Bewirtschaftung des Staatswaldes mehrere Ziele: Holznutzung, Naturschutz, Waldpflege, Erholung und weitere Funktionen sind in Einklang zu bringen.
Hier finden Sie das Protokoll [PDF, 497 KB]:

Durchführung der mittelfristigen Betriebsplanung

Das Forstamt Wolfhagen kennt die Standorte des Frauenschuh und berücksichtigt dessen Ansprüche bewusst bei der Bewirtschaftung. (Foto: L. Karner / HessenForst)

Das Forstamt Wolfhagen kennt die Standorte des Frauenschuh und berücksichtigt dessen Ansprüche bewusst bei der Bewirtschaftung. (Foto: L. Karner / HessenForst)

Die mittelfristige Forstbetriebsplanung wird in allen hessischen Wäldern im Turnus von zehn Jahren durchgeführt. Sie ist im hessischen Waldgesetz und in verschiedenen Verordnungen und Geschäftsanweisungen geregelt. Grundlage des Verfahrens ist die Inventur im Wald: Wichtige Informationen werden erfasst und ausgewertet, um als Grundlage für die anschlie-ßende Planung zu dienen.
Die Spezialisten der Forsteinrichtung in Gießen sind für die Organisation und Koordination aller mittelfristigen Forstbetriebsplanungen im hessischen Staatswald und für den überwie-genden Teil des Kommunalwalds verantwortlich.

Besonderheiten des Staatswaldes im Forstamt Wolfhagen
Neben den 6.500 Hektar Staatswald ist das Forstamt verantwortlich für die Bewirtschaftung von 8.000 Hektar Kommunalwald und 3.600 Hektar Privatwald. Prägende Baumarten der Wälder im Forstamtsbereich sind v. a. die Buche, aber auch die Eiche, der Berg- und Spitz-ahorn, die Fichte sowie die Lärche und die Kiefer. Der Forstbetrieb ist flächendeckend in 12 Revierförstereien organisiert. Zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben engagieren sich 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Neben der Produktion von Holz spielt unter anderem der Naturschutz eine wichtige Rolle: Verschiedene Frauenschuhvorkommen und der besonders geschützten Eremit, auch Juchtenkäfer genannt, sind für das Forstamt Wolfhagen von besonderer Bedeutung. Für den Eremit besteht eine Artenpatenschaft.

Darüber hinaus pflegt das Forstamt Wolfhagen Naturschutzgebiete mit einer Fläche von rd. 1.000 Hektar. Das Forstamt setzt sich auch für Ökosystem- und Prozessschutz ein. Speziell fördert es Quellbäche und Moore. Für das Essigberg-Hochmoor – ein Hoch-moorrelikt –, besteht eine Habitatpatenschaft: Seit Jahren wird es vom Forstamt naturiert und wiedervernässt. Dies führt zu einer Aufwertung dieser ökologischen Besonderheit.

Waldjugendspiele 2018 – erfolgreicher Auftakt

Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler besucht Baunsbergspiele

Station Baumartenbestimmung: Baunatals Vizebürgermeisterin Silke Engler besucht die Waldjugendspiele am Baunsberg. Neben ihr Bernd Enders (NABU) und Pascal Roehler (zukünftiger FÖJler), die ehrenamtlich mitwirkten. (Foto: R. Weishaar /HessenForst)

Station Baumartenbestimmung: Bau-natals Vizebürgermeisterin Silke Engler besucht die WJS am Bauns-berg, daneben Bernd Enders (NABU) und Pascal Roehler, die ehrenamt-lich mitwirkten. (Foto: R. Weishaar / HessenForst)

Der Mai ist gekommen und die Kinder der dritten Klassen aus Stadt und Landkreis Kassel strömen bereits seit Ende April und verstärkt in den kommenden Wochen in die nordhes-sischen Wälder. Im Rahmen der bereits zum 22. Male vom Forstamt Wolfhagen durchge-führten Waldjugendspiele (WJS) fanden Anfang Mai die Baunsbergspiele in Altenbauna bei schönem Maiwetter statt. 2018 organisiert das Forstamt Wolfhagen Jahr für fast 2.000 Schülerinnen und Schüler ortsnah und in der Nähe der jeweiligen Schulen im heimatlichen Wald die WJS.
Die stellvertretende Baunataler Bürgermeisterin, Silke Engler, besuchte die Drittklässler an neun verschiedene Lernstationen im Wald. Sie gratulierte den Schülerinnen und Schülern: „Ich freue mich sehr, dass über 120 Kinder heute einen gelungenen und interessanten Wald-tag hatten und im Lernort Natur besondere Erfahrungen machen konnten.“ Zugleich bedankte sie sich bei den Ehrenamtlichen, die durch ihr Engagement die WJS tatkräftig unterstützten. Bitte weiterlesen...

Vitaler Wald für die Zukunft – Abschluss des KLIMWALD-Projekts

Buchenmischwald mit verschiedenen Altersphasen. (Foto: T. Arend  /HessenForst)

Buchenmischwald mit verschiedenen Altersphasen. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Klimaanpassung in unseren Wäldern
Wie kann das Ökosystem Wald angesichts des Klimawandels so gerüstet werden, dass unsere Wälder zunehmende Extremereignisse wie Trockenheit, Starkregen und Stürme verkraften können? Mit welchen waldbaulichen Maßnahmen kann der Wald auf die zu-nehmenden Belastungen vorbereitet werden? Antworten auf diese Fragen gibt das Projekt KLIMWALD („Erfolgreiche Klimaanpassung im Kommunalwald“). Acht KLIMWALD-Informa-tionsmodule zur erfolgreichen Klimaanpassung im Kommunalwald, die Zusammenfassungen zu den Risiken und den waldbaulichen Grundlagen sowie die Empfehlungen aus der knapp dreijährigen Projektarbeit finden Sie hier als PDFs zum Download:

KLIMWALD – erfolgreiches Projekt, zufriedene Projektpartner
Am Projekt waren das Forstamt Wolfhagen, die Fachgebiete Landschafts- und Vegetationsökologie sowie Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung der Universität Kassel, HessenForst, die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) sowie die Kommunen Calden, Naumburg, Wolfhagen und Zierenberg beteiligt.
Ein Team aus Forstleuten des Forstamts hat in Zusammenarbeit mit der Uni Kassel und unterstützt durch Projektionen der NW-FVA die Herausforderungen, waldbaulichen Maßnahmen der Klimaanpassung und das zum Erfolg nötige Wildtiermanagement konkreti-siert. In die Abstimmung über den Schlüsselfaktor Jagd waren ebenfalls verschiedene Jagdpächter, Hegeringe und Jagdgenossen-schaften eingebunden.
Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gefördert.

Ein Ziel von KLIMWALD ist in einem wissensbasierten Arbeitsprozess zwischen Waldbesitzern, Förstern und Jägern ein einver-nehmliches Jagdmanagement zu erreichen. Damit soll die Polarisierung von Jagd- und Waldinteressen aufgebrochen werden. Zugleich werden die Voraussetzungen für die Maßnahmen der Klimaanpassung im Wald geschaffen.

Forstamtsleiter Uwe Zindel zeigt sich denn auch sehr zufrieden über die erarbeiteten Ergebnisse. „Ich gehe davon aus, dass allen Akteuren bewusst ist, nur gemeinsam die Ziele für klimastabile Wälder erreichen zu können."

Ein kleinflächiges Mosaik der Altersphasen kennzeichnet den Dauerwald. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Ein kleinflächiges Mosaik der Alters-phasen kennzeichnet den Dauer-wald. (Foto: T. Arend / HessenForst)

Vitaler Mischwald: Pflegeschwerpunkte und konsequentes Jagen ab sofort
Der Klimawandel stellt das Ökosystem Wald vor große Herausforderungen. Um die Wälder auf die künftigen Belastungen vorzubereiten empfiehlt das Projektteam Pflegeschwerpunkte, die auf vitalen, arten- und altersgemischten Wald gerichtet sind.
Mit den spezifischen Akzenten in der Waldpflege ist unmittelbar zu beginnen, weil langfristige Anpassungsprozesse eingeleitet werden müssen.
Jedoch laufen die teuren waldbaulichen Bemühungen um den Baumnachwuchs ohne gleich-zeitige und konsequente jagdliche Unterstützung ins Leere. Die jagdliche Konsequenz muss auf Wildlenkung und einen Wildbestand gerichtet sein, der den Erfolg der Klimaanpassung im Wald nicht gefährdet. Dabei wird auch dem Bedürfnis des empfindlichen Rotwilds nach Ruhe und Tagesäsung durch die Abgrenzung von Ruhezonen mit integrierten Äsungsflächen entsprochen.

In den vergangenen 100 Jahren waren sechs Dekaden zu Beginn der Vegetationszeit zu trocken. Berechnung: HessenForst, Quelle: Familie von Starck, Hofgut Laar / Zierenberg – tägliche Erfassung seit 1922.

In den vergangenen 100 Jahren waren sechs Dekaden zu Beginn der Vegetationszeit zu trocken. Berechnung: HessenForst, Quelle: Familie von Starck, Hofgut Laar / Zierenberg – tägliche Erfassung seit 1922.



















Fazit
Zusammengefasst beinhaltet das Leitbild für die klimaangepasste Waldentwicklung (unter Berücksichtigung des Klimawandels) folgende handlungsorientierte Kernpunkte:

  • Vielfältiger Mischwald
  • Widerstandsfähige Bäume mit großen Kronen
  • Nebeneinander von alten und jungen Bäumen
  • Artenreicher und vitaler natürlicher Baumnachwuchs
  • Durchmischung mit klimarobusten Baumarten
  • Konsequentes Wildtiermanagement

Orkan Friederike

Abgeknickte Fichten nach dem Sturmtief "Friederike". (Foto: V. Gerding / HessenForst)

Fichtenwindbruch nach Sturmtief "Friederike". (Foto: V. Gerding / HessenForst)

Waldspaziergang ja – auf den Wegen bleiben
Die Forstleute vom Forstamt Wolfhagen sind derzeit mit Hochdruck dabei, die Folgen von Orkan Friederike in den zwölf Revieren zu beseitigen. Denn es sind durch die Bank weg alle Reviere vom Windwurf betroffen. Daher bittet das Forstamt bei Waldspaziergängen darum, unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Bekanntlich müssen die Sturmfolgen beseitigt werden und nicht immer ist zu erkennen oder zu hören, wo gerade im Wald gearbeitet wird.

Mit bis zu 130 Stundenkilometer brauste Friederike am 18. Januar über Hessen – auf den Tag genau elf Jahre nach Orkan Kyrill. Das Forstamt geht davon aus, dass bei optimalem Arbeitsverlauf die Aufräumarbeiten bis in den Sommer dauern werden.

Zeitaufwendige Aufarbeitung dauert bis in die Sommermonate
In den zurückliegenden Wochen wurden zunächst die Wege freigeräumt, damit zu den eigentlichen Windwurfschäden überhaupt vorgedrungen werden konnte. Charakteristisch sei die sehr zeitaufwendig Aufarbeitung wegen den verstreuten Lagen der Schäden. Zugleich treten sie überwiegend als kleinteiliger Windwurf auf, so dass es länger dauere und zum Teil aufwendig motormanuell ge-arbeitet werden müsse. Auch sei nicht wenig Bruchholz darunter, das ebenfalls einzeln bearbeitet werden müsse.

Das Forstamt bittet um Verständnis, dass es sicherlich bisweilen zwar auch zu Wegeverschmutzungen im Verlaufe der Aufräum-arbeiten komme, die aber nach Beendigung wieder hergestellt werden. Beeilen müsse man sich mit dem Abtransport des Schad-holzes insofern auch, als nach Einsetzen von wärmerem Wetter sonst der Borkenkäfer quasi ein gemachtes Lager vorfände. Dieser Befall würde dann auch auf den gesunden Waldbestand übergreifen, dass unbedingt vermieden werden müsse.

Sicherheit geht vor
Nach einem Windwurf dieser Größe besteht im Wald eine besonderes Gefahrenpotential aus sichtbaren und zunächst unsichtbaren Risiken: Es ist im gesamten Wald mit herabstürzenden Ästen und Bäumen zu rechen, die nicht unmittelbar erkennbar sind. Durch einen nächsten Windstoß können sie plötzlich herabfallen. Umgefallene Stämme sind insofern gefährlich, als sie unter Spannung stehen oder stehen können. Auch einzelne, halb umgefallene Bäume und in den Baumkronen hängende Starkäste können noch eine Gefahr darstellen. Wurzelteller hängen schief und stehen unter Spannung.

Waldbegang mit Vorsicht
Frauen, Männer und Kinder beim Waldbesuch oder sportlichen Aktivitäten im Wald müssen diese besonderen Umstände ebenfalls der eigenen Sicherheit wegen zwingend berücksichtigen. Das Forstamt ruft dazu auf, nur die Waldwege zu benutzen und den Ab-sperrungen zu folgen, auch dann, wenn keine Arbeitskräfte zu sehen und keine Arbeits- oder Maschinengeräusche zu hören sind.

Waldpflege – wichtig für stabiles Ökosystem Wald

Nadel- und Laubholzernte: traditionell im Herbst- und Winterhalbjahr

Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes.

Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes. (Foto: HessenForst / M. Mahrenholz)

Noch stehen die Bäume in den Revieren des Forstamts Wolfhagen eng gedrängt – das kann man sich vorstellen, wie in der S-Bahn kurz nach Feierabend. Die Forstexperten des Forstamts helfen dem Wald, damit er wieder durchatmen und wachsen, Licht und Luft tanken kann. „Wir entwickeln einen stabilen, gemischten Hochwald. Deshalb fördern wir frühzeitig die gesündesten und besten Bäume“, erläutert Theo Arend, Produktionsleiter des Forstamts Wolfhagen und stellvertretender Forstamtsleiter.

Ein stabiler und gemischter Hochwald ist das forstliche Ziel. Dies ist zudem ökologisch und klimatisch sinnvoll und „für den Erholungssuchenden eine Augenweide“, führt der Förster aus. „Unter einem Hochwald ist ein ausgewachsener und vitaler Baumbestand auf einer Fläche zu verstehen. Hier kommen Bäume aller Altersklassen vor“, so Arend.

Unterjährig wird der Wald immer wieder unter die Lupe genommen, denn: Die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe im Wald ist enorm. Damit sich die gesunden Bäume weiterhin gut entwickeln können schaffen die Försterinnen und Förster den nötigen Platz. „Wo eine Lücke im Wald entsteht ist Potential für Nachwuchs und wir gewinnen ein wertvolles, CO2-neutrales Produkt – das Holz“, freut sich Arend. Traditionell läuft die Ernte des Laubholzes im Herbst- und Winterhalbjahr erklärt der versierte Forstmann. Deswegen tut sich was im Wald und an verschiedenen Orten, zeitlich versetzt und parallel, finden Pflegeeinsätze unter zu Hilfenahme von Maschinen, auch wetterabhängig, statt.

Gute Pflege entscheidet
Revierleiterin Dagmar Löffler aus Calden und ihre Kollegen der anderen elf Reviere im Forstamtsbereich Wolfhagen wählen die Bäume nach klaren Kriterien aus: Bäume, die noch lange wachsen und den Wald der Zukunft bilden sollen, müssen gesund sein. Auch sollen sie eine große, gut belaubte Baumkrone haben. Ist dieser Baum dann auch noch gerade gewachsen kann er später einmal wertvolles Holz liefern. „Gute Veranlagung der Bäume ist allerdings nicht alles. Oft hat man mehrere Optionen. Dann muss man sich entscheiden, welche man langfristig nutzen möchte“, macht die Försterin klar. Die professionelle Pflege des Bestandes mache den Unterschied, bestätigt ihr Kollege Arnd Kauffeld vom Revier Wahlershausen. „Ich finde es spannend, dass ich heute ein so genanntes Bild im Kopf habe, wie der Wald in 100 Jahren aussehen soll. Noch viele Jahre werde ich diese Bäume pflegen und begleiten, aber die meisten werden wohl wesentlich älter als ich selbst. Dann pflegt den Wald hier schon die übernächste Förstergeneration.“

Warnschilder im Wald: Besser zur eigenen Sicherheit folgen. Foto: Hessen-Forst M. Mahrenholz
Harverstereinsatz. Foto: HessenForst / M. Mahrenholz
Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen: Professionelle Teamarbeit zum Wohle des Waldes. Foto: HessenForst M. Mahrenholz
Fichtenstamm im Harvesterkopf Foto: Shutterstock1 / Kletr.1
Maschinenpflege gehört zur Waldarbeit dazu. Foto: HessenForst / M. Mahrenholz
Gut gesichert bei der Waldarbeit im Forstamt Wolfhagen ist unabdingbar. Foto: HessenForst / M. Gerlach
 

Nächste Generation in den Startlöchern
Die Waldbäume haben dieses Jahr durch den späten Frost nicht so viele Samen getragen, wie zum Beispiel im vergangenen Jahr. „Jetzt müssen wir besonders darauf achten, dass die kleinen Keimlinge zu einem gemischten und stabilen Wald heranwachsen“, verdeutlicht Arend. Denn die jungen Bäumchen von heute sollen in über hundert Jahren einen vitalen Wald bilden – egal, welchen Klimabedingungen sie später ausgesetzt seien. „Wir Förster müssen gerade bei einheitlichen Naturverjüngungen darauf achten, dass wir ausreichend andere Baumarten dazwischen pflanzen: Zum Beispiel Nadelbäume in großflächige Buchen-Naturverjüngungen“, erläutert er. Auch ist geplant, die Baumarten angesichts des Klimawandels mit vermehrten Trocken- und längeren Hitzephasen stärker zu durchmischen und damit den Wald widerstandsfähiger zu machen.

Waldpflege beginnt – Wege zeitweise gesperrt
Das Forstamt Wolfhagen und seine beschäftigten Förster und Forstwirte sind für den Wald aktiv – das können Waldbesucherinnen und -besucher bei einem Waldspaziergang in nächster Zeit wieder häufiger feststellen. Im Oktober lag der Schwerpunkt der Waldarbeiten im Nadelholz. Besonders werde Borkenkäferholz aufgearbeitet, um den Schädlingen bzw. der Kalamität, wie es im Försterdeutsch für Massenerkrankung von Waldbeständen heißt, Einhalt zu gebieten. Das Laubholz folgt dann ab November. Aufgestapeltes Holz und gesperrte oder verschmutzte Waldwege sind jedoch kein Dauerzustand. Das Forstamt wird bei starken Einschränkungen der Waldwege eine Umleitung einrichten und die Arbeitsspuren nach Abschluss der Arbeiten beseitigen.

Waldarbeit ist gefährlich. Deswegen muss man dabei immer einen Helm tragen.

Eine der gefährlichsten Arbeiten überhaupt, Waldarbeit. (Foto: M. Stadtfeld)

Sicherheit wird groß geschrieben
Dies gilt in doppelter Hinsicht, wie Arend ausführt. Zunächst einmal für die im Wald Arbeitenden. Ihre persönliche Sicherheitsausrüstung ist umfassend und verpflichtend. Sie beinhaltet Arbeitsschutzschuhe und -handschuhe, spezielle Schnittschutzkleidung, den Schutzhelm sowie Augen- und Gehörschutz. „Ohne dies alles darf gar nicht im Wald gearbeitet werden“, klärt der Produktionsleiter auf. Darüber hinaus gelten Arbeitsschutz- und Sicherheitsstandards in der Forstwirtschaft, die jeder dort Tätige einzuhalten hat. Regelmäßige Schulungen zum Umgang mit Werkzeugen und Maschinen, wie beispielsweise auch der Motorsäge, gehörten unabdingbar dazu. „Sicherheit bei der Waldarbeit einerseits und einem Waldbesuch andererseits setzen voraus, dass wir als Verantwortliche auch gut planen und die Gefahrenbereiche sichern“, beleuchtet er die Maßnahmen, um Unfälle zu verhüten. „Dazu stellen wir Warnschilder auf und benutzen Absperrbänder wie bei einer Wanderbaustelle.“ Die Markierungen sollten ernst genommen und den Schildern gefolgt werden, auch wenn zunächst nichts von den Waldarbeiten zu sehen oder zu hören sei. „So tragen wir alle unseren Teil zur Sicherheit bei. Denn: Unfallverhütung ist das wichtigste bei der Waldarbeit – für die Beschäftigen wie für die Waldbesucher“, ist Hessenförsterin Löffler überzeugt.

Freiwilliges Ökologisches Jahr im Forstamt Wolfhagen

Nichts ist so beständig wie der Wandel
Im vergangenen August fand der alljährliche Stabwechsel im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im Forstamt Wolfhagen statt. Das FÖJ wechselte turnusgemäß ihre/n Besitzer/in. Julius Heuckeroth aus Kassel folgt auf Marvin Schaub aus Ahnatal / Weimar.

Forstamtmann Rainer Weishaar, Julius Heuckeroth,  Marvin Schaub und Forstamtsleiter Uwe Zindel (von rechts nach links).

Das Freiwillige Ökologische Jahr im Zentrum: Forstamt-mann Rainer Weishaar mit den FÖJlern Julius Heucke-roth und Marvin Schaub sowie Forstamtsleiter Uwe Zindel (von links). Foto: HessenForst

Forstamtsleiter Uwe Zindel ist von der Einrichtung des FÖJ überzeugt: „Das FÖJ gibt Raum für eine beispielhafte win-win-Beziehung – die jungen Menschen haben im Verlaufe eines Jahres die Möglichkeit, die Waldnatur intensiv zu erfassen, in und mit der Natur zu arbeiten und sich zu orien-tieren.“ Das Forstamt kann Nachwuchs für den Wald begeistern und erhält tatkräftige Unterstützung. „Zwar kommt immer dann der Wechsel, wenn die übertragenen Aufgaben sehr eigenständig wahrgenommen werden können. Aber es wartet ja nach dem FÖJ der nächste Schritt der Ausbildung – viel-leicht zum Forstwirt oder Förster. Und mit jedem Wechsel gibt es für das Forstamtsteam auch neue Impulse und neue Multiplikatoren für die so viel-fältigen Facetten von Wald und Forstwirtschaft“. Bildlich gesprochen bedeu-te dies ein weinendes und ein lachendes Auge – Marvin geht und Julius kommt, aber: „Beide blicken zuversichtlich nach vorn!“, so seine positiven Erfahrungen. Bitte weiterlesen...

Der Waldladen Habichtswald – immer eine gute Adresse

Gutes aus der Region mit erweitertem Angebot: Event- und Partyservice

Die Landfleischerei Döring aus dem Naumburger Stadtteil Altenstädt führt seit 2016 den Waldladen Habichtswald. Das Forstamt Wolfhagen hat diese besondere Verkaufsstelle vor elf Jahren aufgebaut und bis dato in Eigenregie betrieben. Mit der Pacht des Waldladens erweitert die Fleischerei Döring ihren traditionsreichen Filialbetrieb um einen weiteren Standort und um ein breites Angebot an Gaumenfreuden aus der Wildbahn unserer Wälder. Wildfleisch als naturbelassenes Nahrungsmittel aus dem Wald vor unserer Tür den Menschen aus der Region in verlässlicher Weise anzubieten –, das war und ist auch weiterhin die Philosophie, aus der der Waldladen im Jahr 2005 entstanden ist.

Mal ´was anderes: Rotwild an Gemüse-Sesam-Obstbällchen. (Foto: Moerschy / pixabay)

Mal ´was anderes: Rotwild an Gemüse-Sesam-Obstbällchen. (Foto: Moerschy / pixabay)

Das Angebot war bisher vor allem auf bratfertige Stücke von Reh, Wildschwein und Hirsch ausgelegt, ein knapp gehaltenes Sortiment an Wurst und Wildschinken ergänzte das Angebot. Damit hat das Forstamt seine vielen Kunden aus dem Großraum Kassel versorgt. In den vielen Jahren haben sich auch besondere Kundenbeziehungen entwickelt – so gibt es Stammkunden aus der Schweiz, aus Bayern und aus Norddeutschland, die sich jedes Jahr wieder auf den Weg in den Habichtswald zum Waldladen machen, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamts Wolfhagen. Besondere Kundenwünsche wie die Nachfrage nach Wildsteaks oder Schnitzeln zum Kurzbraten konnten zwar ins Programm aufgenommen werden, aber andere Nachfragen, wie zum Beispiel nach einem Event- oder Partyservice, waren nicht zu bedienen.

Köstliches Wildangebot ganzjährig

Unterschiedliches Grillgut, für Fleischliebhaber und Vegetarier, Wildfleisch, Geflügel- und Gemüsespieße. Foto: suju, pixabay

Miteinander Grillen – eine gute Idee und für jeden Geschmack ist etwas dabei. (Foto: suju / pixabay)

Diese Catering-Nachfrage wird nun bedient: Unter der Regie von Mike Döring, dem Chef der bekannten Landmetzgerei aus Altenstädt, mit Unterstützung durch den Seniorchef Rudolf (Rudi) Döring, bietet der Waldladen Habichtswald die hochwertigen Nahrungsmittel weiter in der bekannten Weise an. Darüber hinaus ist das Sortiment erweitert – ganz im Sinne der Kundenwünsche, beispielsweise durch verschiedene Catering-angebote und Grill-Spezialitäten. Denn Wild schmeckt das ganze Jahr – im Sommer als kurzgebratene Filetstücke oder Steaks, Schnitzel oder Gulasch, wohingegen in Herbst und Winter die besondere Zeit für einen Gaumen-schmaus aus Rotkohl, Klößen und schmackhaftem Wildbraten ist.

Weiterer Hintergrund
Für Forstamtsleiter Uwe Zindel ist die verantwortungsbewusst ausgeübte Jagd unverzichtbar – für einen gesunden Mischwald, aber auch für die Fit-ness der Wildtiere: „Wenn man sich mit den Wechselwirkungen von Wald und Wild näher befasst, erkennt man schnell, wie wichtig es ist, den Wildbestand in Grenzen zu halten. Und dann ist es nur folgerichtig, das schmackhafte Wildfleisch auch zu genießen.“

Waldpflege heißt auch verantwortungsvolle Jagdausübung zur Sicherung gesunder Mischwälder, hier aus dem Wolfhager Land. Foto: HessenForst

Waldpflege heißt auch verantwortungsvolle Jagdausübung zur Sicherung gesunder Mischwälder. (Foto: HessenForst)

Kontakt
Waldladen Habichtswald
Pächter: Landfleischerei Döring (Naumburg)
Ehlener Straße 31
34131 Kassel - Bad Wilhelmshöhe (Forsthaus am Golfplatz)
Telefon: 0 56 25 55 93 (Herr Döring) oder 05 61 3 10 23 39 (Frau Herbort)
E-Mail:

Öffnungszeiten und Zeitraum
Di., 15 - 17 Uhr (ganzjährig)
Fr., 15 - 18 Uhr (ganzjährig)
Sa., 9 - 14 Uhr (nur von November - Dezember)

Geocaching am Walderlebnispfad Hessenschanze sehr beliebt

Ein Cache ist ein "moderner" Schatz, der beim Geocaching gesucht und gefunden wird. Foto: Settergren /pixabay

Moderne, elektronische Schatzsuche – GPS-gestütztes Geocaching an der Hessenschanze. Hier ein Cache im Versteck: gesucht, gefunden und neu versteckt. (Foto: Settergren / pixabay)

Der Walderlebnispfad an der Hessenschanze wurde mit Unterstützung von Sponsoren durch den Naturpark Habichtswald und das Forstamt Wolfhagen umgesetzt. Das Thema Nachhaltigkeit im Wald steht hier im Vordergrund.

Der Multi-Cache am Walderlebnispfad gibt mehrere Aufgaben, die schließlich zu einem interessanten Ziel führen.

Die Runde dauert ca. 2 Stunden. Festes Schuhwerk ist von Vorteil. Die Linie 8 der Straßenbahn fährt direkt bis an den Start. Routenplaner über Google-Maps
Und nun viel Spaß beim Suchen und Finden!

Weitere Info auf: www.Geocaching.com