Naturschutz

Nutznießer naturnaher Waldpflege

Schwarzstorch (Foto: U. Krug)

Naturschutz – Wer profitiert?

Viele wichtige Arten des Ökosystems Wald wären ohne unsere naturnahe Pflege nicht vorhanden. Deshalb liegt es uns am Herzen, sowohl Bäume der Alters- und Zerfallsphase gezielt zu erhalten – als auch Waldpartien im Zuge von Pflegemaßnahmen kleinflächig aufzulichten. Klar, dass dazu auch der Schutz wertvoller Habitatbäume gehört.

Folgende Waldbewohner freuen sich hierüber besonders:

Vögel: Schwarzstorch, Schwarzspecht, Mittelspecht, Rauhfußkauz

Sie alle finden im Wald einen Lebensraum. Daher steht es außer Frage, dass wir bewohnte Bäume markieren, erhalten und zusätzlich Schonfristen und Schonbereiche einführen. Sind die Vögel am Brüten, halten wir uns aus den sensiblen Bereichen zurück und schaffen so die Voraussetzungen für eine störungsfreie, erfolgreiche Brut.

Fledermäuse: 22 Fledermausarten sind in hessischen Wäldern zu Hause. Viele davon, besonders die Bechsteinfledermaus und die Mopsfledermaus profitieren von Quartieren in Habitatbäumen.

Säugetiere: Eine stille Bewohnerin des hessischen Staatswaldes ist die Wildkatze. Sie findet im reichlich vorhandenen Totholz, z.B. an Wurzeltellern, Verstecke und Unterschlupf.

Auch kleine Bilche wie der Siebenschläfer bewohnen Baumhöhlen. Die Haselmaus hingegen bevorzugt gut strukturierte Waldränder. Um hier für sie und weitere Arten ein attraktives Habitat zu entwickeln, pflegen wir ganz gezielt die Waldränder.

Amphibien: Ganz und gar kein Vorbote des Unglücks: der Feuersalamander. Der schwarz-gelbe Lurch findet Verstecke im Wurzelbereich alter Waldbäume. In unseren Kernflächen kann er sich ungestört, ohne Zerschneidung seines Lebensraumes bewegen.

Reptilien: Die Kreuzotter und die Äskulapnatter lieben warme, sonnige Fleckchen im Wald. Damit die schönen Reptilien Sonne tanken können, sorgen wir für offene, reich struckturierte Waldränder in ihrem Lebensraum. Diese Leitstrukturen im Wald dienen auch der Vernetzung von Wald- und Offenland-Biotopen.

Insekten: Großkäfer wie Eremit und Hirschkäfer profitieren von reichlich Totholz, welches im hessischen Staatswald zu finden ist. In alten und starken Bäumen findet der seltene Eremit einen Lebensraum. Wir lichten kleine Bereiche im Wald auf, sodass sich der Waldboden erwärmen kann. So schaffen wir günstige Bedingungen für die Entwicklung seltener Insektenarten.

Holzbewohnende Pilze fühlen sich im Staatswald ausgesprochen wohl: Gut so, schließlich zersetzen sie Holz und übernehmen damit eine wichtige Aufgabe im Stoffkreislauf des Waldes. Eine andere Pilzgruppe, die sogenannten Mykorrhizapilze, gehen über die Wurzeln Symbiosen mit den Bäumen ein und sorgen dafür, dass unsere Waldbäume besser wachsen können.

Pflanzen: Manche mögen‘s warm – z.B. Elsbeere und Eibe. Die beiden seltenen Waldbäume profitieren von Licht und Wärme. Bei der Waldpflege schaffen wir dem entsprechende Strukturen.
Auch ein paar richtige Schätze des Waldes sonnen sich gerne in den Strahlen, die auf den Boden fallen: Orchideenarten wie der Frauenschuh sowie das Rote und Weiße Waldvöglein oder auch die Lanzettliche Glockenblume.