Naturschutz

Klarstellung Besenmoos

Besenmoosvorkommen im FFH-Gebiet „Laubacher Wald“:

HessenForst fördert das seltene Grüne Besenmoos

Besenmoos (Foto: Dr. U. Drehwald)

Besenmoos (Foto: Dr. U. Drehwald)



Das Grüne Besenmoos (Dicranum viride) ist eine Art, deren Anwesenheit auf wenigen Quadratzentimetern im Wald nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Es kann leicht mit anderen Moosarten verwechselt werden – nur wenige Moos-Spezialisten sind überhaupt in der Lage, die Art eindeutig zu bestimmen.‎

Das Besenmoosvorkommen im Laubacher Wald war lange Zeit unbekannt – weder den Moos-Spezialisten noch den Forstleuten.‎ Es entwickelte sich dort, während der Wald bewirtschaftet und genutzt wurde.
Ein Monitoring des Regierungspräsidiums Giessen bestätigte in 2009 das Vorkommen des Besenmooses im Laubacher Wald.
Nachdem die zuständigen Forstleute über das Besenmoosvorkommen in 2012 informiert waren, wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt: Alle bekannten Bäume mit Vorkommen des Besenmooses sind seither mit Plaketten markiert. Um die wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktische Maßnahmen zu überführen, schulte HessenForst seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Forstämtern mit Besenmoosvorkommen. Die Försterinnen und Förster sind sensibilisiert. Sie berücksichtigen bei Waldpflegemaßnahmen die Bedürfnisse des Mooses zum Schutz der vorhandenen Population.

Auch Waldflächen mit Besenmoosvorkommen können damit künftig fachgerecht behandelt werden: Je nach Situation bleiben Bereiche unberührt oder das Besenmoos wird gezielt gefördert – z.B. indem wir den Aufwuchs nahe der besiedelten Stämme beseitigen, um dem Moos ausreichend Feuchtigkeit und Lichtgenuss zu sichern.
Aber: Selbst in speziell naturschutzfachlich behandeltem Wald kann das Moos erlöschen. Vermutlich sind geänderte Umweltbedingungen hier die Ursache.