Sponsoring-Projekt Wiederbewaldung im Forstamt Hessisch Lichtenau

29.11.2019

Wald in Gefahr

Der Orkansturm `Friederike´ und insbesondere die trockene und heiße Extremwitterung in den Jahren 2018 und 2019 haben den Wäldern in Hessen so zugesetzt, dass viele Bäume dieser Belastung nicht standgehalten haben. Sturm- und dürregeschädigte Fichtenbestände wurden zusätzlich von rindenbrütenden Borkenkäfern befallen, die sich explosionsartig ausgebreitet haben. Die Larven der Käfer zerstören in wenigen Wochen die sogenannten Leitungsbahnen unter der Rinde, wodurch der Nährstofftransport unterbrochen wird und die Fichten absterben. Diese Borkenkäferkalamität hat in unserer Region ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht und stellt daher eine ernste Bedrohung der Wälder dar.

Im Kaufunger Wald hat sich die Massenvermehrung des Borkenkäfers vom Frühjahr 2018 bis Herbst 2019 laufend gesteigert. Trotz einer ausgeklügelten Waldschutzstrategie und intensiver Entnahme von frisch befallenen Fichten konnte das Forstamt Hessisch Lichtenau die Ausbreitung des Borkenkäfers noch nicht stoppen. Die Folge sind viele entwaldete Flächen, die sich im Staatswald des Forstamtes Hessisch Lichtenau schon auf über 500 Hektar addieren.

Der Kaufunger Wald

Der hessische Teil des Kaufunger Waldes umfasst 50 Quadratkilometer und gehört damit zu den größten unzerschnittenen Waldflächen Hessens. Der Kaufunger Wald hat auch in den zurückliegenden Jahrhunderten viel zu ertragen gehabt. Bis ca. 1860 hat sich eine Übernutzung fortgesetzt. In der frühen Neuzeit war die Ursache dafür der hohe Holzverbrauch von Glashütten und Köhlereien, in späterer Zeit die Waldweide. Erst durch die geregelte Forstwirtschaft konnte ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wieder ein geschlossener Wald entwickelt werden. Diese großflächige Wiederbewaldung konnte damals nur mit der Fichte bewältigt werden. Dies erklärt auch, warum der Kaufunger Wald noch heute in weiten Teilen von der Fichte geprägt ist.

Stürme der letzten 30 Jahre haben schon zu großflächigen Wiederaufforstungen im Kaufunger Wald geführt. Dabei wurden überwiegend Laub- und Mischwälder angelegt, wodurch der Laubholzanteil auch im Kaufunger Wald bereits erheblich gesteigert werden konnte.
Aus den Erfahrung mit immer häufigeren Extremwetterereignissen in Verbindung mit Klimaprognosen wird heute bei Wiederbewaldungen ganz auf „klimarobusten“ Wald gesetzt.

Wiederbewaldungsfläche `Am Steinbach´

Die Wiederbewaldungsfläche `Am Steinbach´ liegt nur wenige 100 m südlich von Nieste am Steinbach und ist vom Wanderparkplatz Tannenhütte/Königsalm zu Fuß in ca. ½ Stunde zu bequem zu erreichen. Mit dem Fahrrad sind es sogar nur wenige Minuten. Die Fläche ist 14.000 m² groß und direkt am Kasselweg gelegen.
Im Frühjahr 2019 war hier noch ein geschlossener, ca. 60jähriger Fichtenwald vorhanden. Auch hier war es der Borkenkäfer, der die Fichten zum Absterben gebracht hat.

Wiederbewaldung konkret

Auf der Fläche soll sich künftig ein Eichenwald entwickeln. Dafür müssen ca. 10.000 kleine Eichen gepflanzt werden. Als Beimischung kommen dazu noch ca. 2.500 Hainbuchen. Entlang des steilen Steinbaches werden Erlen gepflanzt und am Kasseler Weg wird gestufter Innenwaldrand mit Vogelbeere, Wildäpfeln und Sträuchern gestaltet. Die Pflanzung wird -wie auch heute im Wald noch üblich – mit speziellen Pflanzspaten händisch ausgeführt. Um die Jungpflanzen vor Verbiss durch Rehe und Hirsche zu schützen wird die Fläche durch einen Holzlattenzaun, ein sogenanntes Hordengatter, geschützt.

Ihre Hilfe

Für die Wiederbewaldung können wir Ihre Unterstützung brauchen. Helfen Sie mit, den Wald in Ihrer Region zu erhalten und klimastabil zu gestalten. Mit einer Spende leisten Sie einen wichtigen Beitrag, damit auch nachfolgende Generationen unsere vom Wald geprägte Landschaft erleben können. Wiederbewaldung und Walderhaltung sichern in unserer Region auch eine wesentliche Stabilisierung des Naturhaushaltes und der Biodiversität.