Am 5. Dezember ist Weltbodentag – Die obersten 30 cm des Waldbodens sind die wichtigsten

03.12.2019

Zum „Weltbodentag“, den die Internationale Bodenkundliche Union (IUSS) erstmals in 2002 ausgerufen hat, schenken wir auch dem Rheingauer Waldboden besondere Aufmerksamkeit.

Denn wenn im Durchschnitt in Deutschland ca. 700 mm Niederschlag im Jahr fallen, war das in den letzten beiden Jahren deutlich weniger und besonders im Rheingau liegen wir mit ca. 540 mm Niederschlag regelmäßig unter diesem Wert. Da kommt der obersten Bodenschicht, der Rohhumusauflage und dem humosen Oberboden eine besondere Bedeutung zu. Die Wasseraufnahmekapazität, die Wasserhaltekraft und die Speicherfähigkeit des Bodens sind ausschlaggebend für die nachhaltige und stetige Versorgung der Waldvegetation mit Wasser und für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung, die ihr Wasser in den meisten Fällen aus den Trinkwassergewinnungsanlagen im Wald bezieht. Gut die Hälfte des Niederschlagswassers geht über die Verdunstung aus den Baumkronen und vom Boden wieder in die Atmosphäre zurück. Der restliche Teil bildet neues Grundwasser. Hohlräume im Boden und die (humose) Partikelstruktur besonders des Oberbodens filtern Schadstoffe aus dem Wasser, saugen es wie ein Schwamm auf und geben es dann langsam an das Grundwasser ab. Die oberen 10 cm eines Waldbodens können je qm Waldboden bis zu 50 l Wasser speichern. Etwa 70 % des Trinkwassers in Deutschland kommen aus dem Wald. Der Wald ist damit unser größter Süßwasserspeicher und ein großer Schatz für die Menschen.

Die Bodenfruchtbarkeit erneuert sich ständig durch die stetigen Abbau-Prozesse der im Wald anfallenden Biomasse (besonders des Laubs) durch die verschiedensten Bodenorganismen, für die der Waldboden ein wichtiger Lebensraum ist. In einer Hand voll Waldboden leben mehr Organismen als es Menschen auf der Erde gibt. Es handelt sich dabei um die unterschiedlichsten Arten und die Palette reicht vom bekannten Regenwurm über Spinnentiere, Asseln, Larven aller Arten bis zu Mikroorganismen wie Bakterien, Pilzen und Algen. Aber die abgestorbenen Pflanzenteile bringen nicht nur Nährstoffe, sondern auch CO2 in den Kreislauf zurück, der zum Teil im Waldboden gespeichert wird. Zurzeit sollen das ca. 850 Mio t in deutschen Waldböden sein.

Der Forstbetrieb nimmt daher bei allen Arbeiten im Wald auf den Waldboden besondere Rücksicht. So fahren auf den Rückegassen und Waldwegen heute die Forstmaschinen mit besonders breiten Reifen oder Bändern zur weitgehenden Verringerung des Bodendrucks und sind alle mit biologisch abbaubaren Betriebsstoffen ausgerüstet.

Der humose dunkle Oberboden ist ca. 30 cm dick; Foto Arno Dietz