Beginn der Drückjagdsaison

06.11.2019

Nicht nur die Holzerntesaison ist in vollem Gange. In der Hauptsaison von Oktober bis Januar wird ein Großteil der Rehe und Wildschweine in der Regiejagd des Forstamtes Kirchhain erlegt.

„Für uns Förster ist jetzt Hauptsaison, gerade auf den Bewegungsjagden im Herbst und Winter können wir in die Wildbestände eingreifen und die Vorgaben des gesetzlichen Abschussplans erfüllen“, so Forstamtsleiter Bernd Wegener. „In vielen Waldbeständen sind die Schalenwildbestände von Reh- und Schwarzwild zu hoch, der Verbiss an der Verjüngung durch Rehwild zu stark. Wollen wir auch in Zukunft einen gesunden und baumartenreichen Mischwald erhalten und unseren Nachkommen hinterlassen, müssen wir effektiv jagen“, fährt Wegener fort.

Hoher Verbiss an der Naturverjüngung und den Forstkulturen, Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen

Gerade an jungen Fichten, Tannen und Edellaubhölzern wie Linde oder Ahorn ist der Verbiss durch Rehwild vielerorts hoch. Viele Forstkulturen müssen aufwendig mit Wuchshüllen und anderen Verbissschutzmitteln in den ersten Standjahren geschützt werden. Dies ist nur mit einem hohen Kostenfaktor zu bewerkstelligen. „Nicht nur der Wald leidet unter den überhöhten Wildbeständen, auch das Wild. Dies ist vielerorts durch geringe Körpergewichte der Tiere zu beobachten. Dies wird maßgeblich durch die Lebensraumqualität und dessen biotische und abiotischen Faktoren beeinflusst“, so Wegener. Auch die seit längerer Zeit ansteigenden Schwarzwildbestände müssen weiterhin bejagt werden, um Schäden auf landwirtschaftlichen Flächen entgegen zu wirken. Auch wird durch die verstärkte Bejagung des Schwarzwildes präventiv der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, welche sich in den östlichen Nachbarstaaten massiv ausbreitet, entgegengewirkt.

Hohe Sicherheitsanforderungen

Bei den Gesellschaftsjagden gelten hohe Sicherheitsanforderungen für alle Beteiligten. Warnkleidung ist für alle Teilnehmer Pflicht, um das Unfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Auch sind die eingesetzten Jagdhunde mit Warnwesten ausgestattet, um diese weithin sichtbar zu machen. Alle Teilnehmer einer Gesellschaftsjagd müssen einen gültigen Schießnachweis vorweisen. Dabei handelt es sich um ein Übungsschießen, bei dem die Teilnehmer nachweisen, dass sie auch auf flüchtiges Wild und in einer Stresssituation sicher treffen können. Der Tierschutz hat oberste Priorität.

Jagdhunde

Maßgeblich beeinflusst wird der Erfolg einer Bewegungsjagd durch den Einsatz von brauchbaren Jagdhunden. Für Bewegungsjagden kommen nur bestimmte Hunderassen zum Einsatz. Dazu gehören Stöberhunde wie der Deutsche Wachtelhund oder Brackarten wie die Brandelbracke, die Steirische Bracke oder die Deutsche Bracke. Für Wild, welches nach dem Schuss nicht direkt gefunden wird, kommen spezielle Schweißhunde, wie der Bayerische Gebirgsschweißhund oder der Hannoversche Schweißhund, zum Einsatz. Während der Jagd bewegen sich die Hunde frei auf der Fläche. Hierbei kann es durchaus vorkommen, dass Hunde auch Straßen überqueren, daher wird an diesen im Vorfeld eine Geschwindigkeitsbeschränkung eingerichtet. Verkehrsteilnehmer werden um erhöhte Rücksicht bei entsprechender Beschilderung gebeten.