Das Waldbild in Hessen im Wandel

06.08.2020

Warum wir immer öfter tote Fichten stehen lassen

Unserem Wald geht es schlecht. Trockenheit und Hitze, in Kombination mit einer Vielzahl von Schadorganismen haben den Wäldern in Hessen in den vergangenen drei Jahre stark zugesetzt. Insbesondere die in Hessen am stärksten vertretenen Baumarten Buche und Fichte leiden unter der aktuellen Situation.

Während gesunde Fichten den Angriff der Borkenkäfer ohne große Mühen durch gezielten Einsatz von Harz vereiteln können, ist dieser natürliche Verteidigungsmechanismus aktuell in Folge der vergangenen Trockenjahre stark herabgesetzt. Hitzerekorde und Niederschlagsdefiziten haben die Fichten geschwächt und machen sie damit zur leichten Beute. Während die warmen Temperaturen den Fichten schaden, profitieren die Borkenkäfer in weiten Landesteilen davon. Sie finden ideale Bedingungen um sich rasant zu vermehren.

Trockene Fichten Foto: U.Brandes

Wir von HessenForst versuchen die Schäden so gering wie möglich zu halten und kämpfen daher für den hessischen Wald. Die Vielzahl aktuell anstehender „Brandherde“ macht es uns jedoch nahezu unmöglich, überall gleichzeitig zu sein. Um die schwierige Lage zu entschärfen, konzentrieren wir uns auf die noch zu rettenden „grünen“ Fichten und lassen die trockenen „roten“ Fichten, aus denen der Käfer bereits ausgeflogen ist, zunächst stehen. Die „roten“ abgestorbenen Fichten stellen keine Gefahr mehr für die Waldgesundheit dar. Sie werden nur aus Gründen der Verkehrssicherung dort entnommen, wo sie eine Gefahr darstellen. Das auf den ersten Blick durch abgestorbene Bäume geprägte ungewohnte Waldbild birgt jedoch auch Chancen und Möglichkeiten. Das auf der Fläche verbleibende Totholz liefert. einen Beitrag für das Waldökosystem. So nutzen beispielsweise Spechte, Fledermäuse und zahlreiche Insekten das Totholz als Nahrungs- und Lebensraum. Darüber hinaus fungieren die abgestorbenen Bäume u.a. als Schattenspender und Windbrecher für den Mischwald von morgen, z. B. für Buche, Weißtanne , Küstentanne oder Douglasie, während Freiflächen mit fehlender Verjüngung bevorzugt mit Berg- und Spitzahorn, Roteiche, Douglasie, Küstentanne, Lärche aufgeforstet werden, die die künftig zu erwartenden Klimaschwankungen besser meistern sollen.

Zum Schutz der Waldbesucher ist uns die Aufarbeitung zur Wiederherstellung der Sicherheit an Waldwegen besonders wichtig. Foto: HessenForst/IMG2222

Soweit es sich um Risikobereiche für Anlieger und erholungssuchende handelt, bemühen wir uns, schnellstmöglich um Abhilfe. Daher bitten wir um Ihr Verständnis, wenn Wege vorübergehend gesperrt oder infolge der Holzerntearbeiten vorübergehend schlecht  bzw. eingeschränkt nutzbar sein sollten.