Fünfkampf der Waldarbeiter

22.08.2019

14. Hessische Waldarbeitsmeisterschaften in Lohfelden-Vollmarshausen


Bei Kettenwechsel, Kombinations- und Präzisionsschnitt, Zielfällung und Entastung sind Präzision, Schnelligkeit, Fingerspitzengefühl, technisches Verständnis und mentale Stärke gefragt. Kein ganz alltäglicher Wettkampf, zu dem sich am 7. und 8. September 2019 eine Frau und 73 Männer in Vollmarshausen treffen: Die Teilnehmerin und Teilnehmer messen sich im Fünfkampf der Waldarbeiter. In vier Wertungsklassen werden jeweils Landes- und Gäste-Meister bei Profis und Junioren ermittelt.

Besonders aufregend wird es für fünf hessische Junioren, ausnahmslos Auszubildende zum Forstwirt, die erstmals in der U24-Wertung um den Sieg zum Hessischen U24-Waldarbeitsmeister wetteifern. Zwei der Auszubildenden haben gerade mit dem zweiten Ausbildungsjahr bei HessenForst im Forstamt Jossgrund begonnen. Die übrigen Drei sind im dritten Lehrjahr und absolvieren ihre Ausbildung in den Forstämtern Hessisch Lichtenau und Kirchhain, sowie bei einem Unternehmer aus Vellmar.

Ausbildung bei HessenForst

„Am 01. August haben 23 Berufsanfängerinnen und -anfänger eine Ausbildung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt bei HessenForst begonnen“, berichtet Rigobert Oberländer-Simanavicius, Personalchef des Landesbetriebes HessenForst und fügt hinzu: „Auch im Sommer 2020 werden wir wieder 25 Ausbildungsplätze in zwölf Forstämtern bereitstellen. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Der schulische Teil findet verteilt über die gesamte Ausbildungszeit bei HessenForst im Forstlichen Bildungszentrum in Weilburg statt, immer in Form von drei- bis vierwöchigen Blockunterrichten.“

Ausbildungsteam im Forstamt Bad Hersfeld (Foto: A. Weber)

Während der Blockunterrichtsphasen üben die Auszubildenden zusammen, dabei unterstützt sie Lukas Schultz, Forsttechniker und selbst erfolgreicher Teilnehmer an Waldarbeitsmeisterschaften. In der übrigen Zeit organisieren sie ihre Trainingseinheiten selbst

Forstwirtazubis trainieren für die Hessische Waldarbeitsmeisterschaft (Foto: L. Schultz)

Üben müssen auch die Profis

Um bei der Meisterschaft im eigenen Bundesland die Säge vorn zu haben, bereiten sich zwölf Männer und eine Frau auf ihren Einsatz vor. Am 7. und 8. September wird sich zeigen, wer neben der richtigen Vorbereitung das nötige Quäntchen Glück hat und am Sonntagnachmittag bei der Siegerehrung den Wanderpokal übernimmt. „Ich wünsche allen Teilnehmenden einen guten Wettkampf. Da der amtierende Hessische Waldarbeitsmeister in diesem Jahr nicht starten wird, darf man gespannt sein, wer sich durchsetzt“, so Oberländer-Simanavicius.

Der alles entscheidende letzte Lauf – beim letzten Durchgang der Entastung entscheidet sich, wer die Meisterschaft gewinnt (Foto: A. Hoff)

HessenForst unterstützt den Hessische Waldarbeitsmeisterschaftsverein ‚Kettensägen-Highspeed‘. Das Team des Forstamtes Melsungen half u.a. bei der Holzbereitstellung und wirkt beim Rahmenprogramm rund um die Wettkämpfe mit.

Mit dabei: Weltmeister aus Deutschland

Neben dem amtierenden Weltmeister Marco Trabert aus Bayern und dem amtierenden Juniorenweltmeister Thomas Schneider aus Baden-Württemberg erwarten die Organisatoren hochkarätige Teilnehmer aus nahezu allen Bundesländern, den Niederlanden und der Tschechischen Republik.

Auf dem ‚Festplatz unter den Eichen‘ in Lohfelden sind an beiden Veranstaltungstagen ab 9:00 Uhr Zuschauerinnen und Zuschauer herzlich willkommen. Sie können sich über die einzelnen Disziplinen und ihrer Verbindung zur Arbeit im Wald informieren und die Teilnehmenden anfeuern. Rigobert Oberländer-Simanavicius betont: „Es ist schon beeindruckend, wenn eine Motorsägenkette in weniger als zehn Sekunden gewechselt, in weniger als 15 Sekunden 30 Äste von einem Stamm abgeschnitten oder ein dünner Pfahl aus 15 Meter Entfernung zielsicher mit einem Baumstamm getroffen wird.“