Langfristige Perspektive für Forstbaumschulen und Unternehmer

07.05.2021

Der hessische Wald braucht neue Bäume. HessenForst setzt auf die Unterstützung der Baumschulen und Unternehmer und bietet mit Rahmenvereinbarungen langfristige Perspektive.

HessenForst will dieses Jahr wieder rund fünf Millionen Bäume auf die durch Sturm, Borkenkäfer und Dürre entstandenen Freiflächen im hessischen Staatswald pflanzen. „Wir stehen damit noch am Anfang der Wiederbewaldung und der Umfang wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen“ beschreibt Johannes Weidig, bei HessenForst für die Wiederbewaldung zuständig, die Situation. Die Kapazitäten in der eigenen Baumschule im Forstamt Hanau-Wolfgang hat der Landesbetrieb bereits erweitert und private Baumschulen mit der Anzucht weiterer Forstpflanzen
beauftragt. Weidig geht davon aus, dass er dennoch in den künftigen Jahren Forstpflanzen dazu kaufen muss. „Schon aus Klimaschutzgründen und zur CO2-Bindung wollen wir dort, wo sinnvoll und nötig, auf entstandenen Freiflächen schnell neuen Mischwald anpflanzen“, sagt Weidig und ergänzt: „dazu benötigen wir qualitativ hochwertige und herkunftsgesicherte Pflanzen, um damit den Grundstein für zukunftsfähige Wälder zu legen“.

Gesäter Spitzahorn für den Mischwald von Morgen. (Foto: Christine Göbel / HessenForst)

Die Beschaffung der Forstpflanzen wird HessenForst künftig flexibel gestalten und dennoch langfristige Perspektiven bieten. „Wir haben mit der sogenannten Poolbildung von Lieferanten und Dienstleistern bereits in anderen Bereichen gute Erfahrungen gemacht“, sagt Matthias Heiwig, Sachgebietsleiter für Beschaffung bei HessenForst. Er plant, Rahmenvereinbarungen an mehrere geeignete Baumschulen zu vergeben. Die Laufzeit kann dabei bis zu vier Jahre betragen. Angesprochen werden Baumschulen, die Erfahrung in der Anzucht und Lieferung von Forstpflanzen nachweisen können und den überwiegenden Anteil der Pflanzen in eigenen Pflanzbeeten ausschließlich in zertifizierter Qualität (nur FfV/ZüF) produzieren. Steht der Pool der Baumschulen fest, richten sich Angebotsanfragen an die ausgewählten Betrieben mit denen eine Rahmenvereinbarung besteht. Für einen reibungslosen Ablauf richtet HessenForst eine zentrale Kompetenzstelle ein. „Das wird entsprechende Verfahren beschleunigen“, zeigt sich Heiwig zuversichtlich und fügt hinzu, „wir können schon in Kürze entsprechende Rahmenvereinbarungen vergeben und freuen uns auf eine rege Beteiligung der Baumschulen“.

Auch für die Pflanzung will HessenForst künftig Rahmenvereinbarungen abschließen und Unternehmen in Pools zusammenfassen. „Eine fachgerechte und gute Pflanzqualität ist zwingende Voraussetzung dafür, dass sich die Neukulturen optimal entwickeln können“, unterstreicht Weidig den qualitätsbewussten Beschaffungsansatz mit systematischer Erfassung der Ausführungsqualität (Lieferantenbewertung) auf jeder einzelnen Kulturfläche. Unternehmen, die für Pflanzung/Kulturbegründung zertifiziert sind und erfahrene Pflanzkräfte anbieten, können sich für die Rahmenvereinbarung qualifizieren.

Die Rahmenvereinbarungen für die Pflanzenbeschaffung stehen bereits fest. Für die Pflanzung werden noch Details abgestimmt und die Ausschreibung etwa einen Monat später erfolgen. Die Verfahren zur Vergabe der Rahmenvereinbarungen gibt der Landesbetrieb ausschließlich auf den Plattformen www.had.de, www.vergabe.hessen.de und www.hessen-forst.de/ausschreibungen bekannt. Unter dem Link www.hessen-forst.de/eVergabe finden Interessierte eine Videoanleitung zu dem vollständig elektronischen Vergabeprozess.