Schwammspinnerbefall im Rheintal – der Schmetterling mit der farbenfrohen Raupe frisst den wärmeliebenden Eichenwald zwischen Rüdesheim und Lorch kahl

01.07.2019
Schwammspinnerraupe Foto Arno Dietz

In Abständen von 15 bis 25 Jahren vermehrt sich der Schwammspinner (Lymatria dispar) so stark, dass es an sehr warmen Hängen zu Kahlfraß der Bäume durch die Raupen kommt. Der Schwammspinner selbst ist ein heller mittelgroßer Schmetterling, der uns an eine größere Motte erinnert. Seine Raupe dagegen ist ein interessantes Tier mit langen Haaren, einer auffallenden Gesichtsfärbung und farbigen Punkten auf dem Rücken. Die Raupe schlüpft, fast schwarz und sehr klein, etwa im April bis Mai. Sie klettert dann in die Baumkronen und beginnt zu fressen. In der Regel ist sie reif für die Verpuppung, kurz bevor die Bäume mit dem Johannistrieb ein zweites Mal im Jahr austreiben. Damit werden die Bäume zwar geschwächt, werden aber auch noch im gleichen Jahr wieder grün. Nur in Jahren mit einer extremen Massenvermehrung müsste man Maßnahmen gegen dieses Insekt ergreifen, um eine Totalschädigung der Bäume zu verhindern. Die Gelege des Schwammspinners sind klein, meist rundlich, an der Unterseite von Ästen, an Baumstämmen oder auch unter Steinen. Sie sind mit hellbraunen Haaren bedeckt, die allergische Reaktionen hervorrufen können.