Sicheres Arbeiten im Wald – Bäume ferngesteuert fällen

13.07.2020

Die Klimaveränderung stellt die moderne Forstwirtschaft ständig vor neue Herausforderungen. Durch die Trockenheit der letzten Jahre vertrocknen vermehrt Buchen und sogar Eichen und sterben letztlich ab. Die abgetrockneten Äste sind sehr brüchig und fallen bereits bei kleineren Erschütterungen ab.

Im Regelfall werden Bäume bei der motormanuellen Holzernte mit Keilen und Spaltaxt händisch gekeilt. Hierbei entstehen Schwingungen, die auf den Stamm und die Äste des Baumes übertragen werden. Sobald der Baum zu fallen beginnt, entfernt sich der keilende Forstwirt schnellst möglich aus dem Gefahrenbereich über die zuvor angelegte Rückweiche (hindernisfreier „Fluchtpfad“).

Im Falle eines durch die Trockenheit abgestorbenen Baumes ist das nicht möglich, da bereits durch die Vibrationen des Keilens Trockenäste abbrechen und dabei den Forstwirt schwer verletzen oder sogar töten können.

Seit Kurzem setzt das Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus für diese gefährliche Keilarbeit einen ferngesteuerten Keil ein. Nachdem der Baum mit der Motorsäge vorbereitet und der Keil angesetzt wurde, treten die Forstwirte in aller Ruhe aus der Gefahrenzone des zu fällenden Baumes zurück (Reduktion Stolperunfälle). Über Funk wird eine Akku betriebene Hydraulikpumpe gesteuert, die den Keil bis zum Fallen des Baumes in den Fällschnitt vorantreibt. Brechen hierbei bereits Äste ab, stehen unsere Forstwirte außerhalb des Gefahrenbereichs.

Einsatz des ferngesteuerten hydraulischen Fällkeils im Forstamt Wiesbaden-Chausseehaus (Video: A. Weis)