Tausend tragische Tode

30.06.2020

Forstamt Langen. Eine weggeworfene Flasche in der freien Landschaft – wer macht sich schon noch die Mühe diese aufzuheben? Fast schon haben wir uns dran gewöhnt, an die alltäglichen Müllberge, die aus Achtlosigkeit und Verantwortungslosigkeit in unserer Umwelt entsorgt werden. Doch schaut man genauer hin, offenbart sich in einer weggeworfenen Plastikflasche im Wald ein grausames Schicksal: offene Flaschen, in denen zuckerhaltige oder alkoholische Getränke enthalten waren, locken durch ihren Geruch Käferarten, wie z.B. den Mistkäfer an. Die Käfer krabbeln durch den Flaschenhals ins Innere und befinden sich plötzlich in einer tödlichen Falle. Die glatten Wände und die kleine Öffnung verhindern, dass die Käfer die Flasche wieder verlassen können. Sie sterben und locken durch ihren Verwesungsgeruch andere Arten ins Flascheninnere, z.B. den Totengräber, eine Käferart, die in der Natur die Rolle eines „Resteverwerters“ übernimmt. Diese Todesspirale dreht sich so lange, bis eine 1,5 Liter PET-Flasche fast vollständig mit Käfern –von denen am Ende die Chitinpanzer übrigbleiben – gefüllt ist! Zu hoffen bleibt, dass vor diesem Hintergrund der ein oder die andere in Zukunft seine Flaschen nicht mehr im Wald, sondern im Mülleimer entsorgt –und so das Sterben wichtiger Insekten verhindert.

Im Wald entsorgte Plastikflasche, die bis oben hin gefüllt war – mit Chitinpanzern von Käfern,  die für das Ökosystem Wald eine wichtige Bedeutung haben.
Verrottete Reste von Waldkäfern: Hier erkennbar die typisch rot-schwarzen Flügeldecken des Totengräbers