Umgang mit geschädigten Buchen

10.09.2019

Am 4.9.2019 führte das Forstamt Wetzlar im Solmser Stadtwald eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Spezialfällung von Buchenkalamitätsholz“ durch. Eingeladen waren alle staatlichen und kommunalen Waldarbeiter und Förster des Forstamtes. Nach einer theoretischen Unterweisung im Forstamt wurde im Anschluss ein Probebaum im Stadtwald Solms gefällt und begutachtet.

Notwendig wurde diese Fortbildung, weil es im Wald enorme Waldschäden durch Trockenheit und Borkenkäferbefall gibt. Mittlerweile sind nicht nur Nadelbäume betroffen, sondern auch Laubbäume wie Eiche und Buche. Die Borkenkäfer bei den Nadelbäumen sind in der Bevölkerung bereits bekannt. Neu sind die durch Pilze hervorgerufenen Schäden an den Laubbäumen. Häufig sind Buchen mit teilweise vertrockneten Kronen zu finden, welche dunkle Flecken auf der Rinde ausgebildet haben. Forstleute bezeichnen diese Flecken als Schleimfluss. Durch die Trockenheit werden die Laubbäume extrem gestresst, so dass Pilze sehr leicht aktiv werden können. Die Zersetzung des Holzes durch die Pilze geht dabei so schnell vor sich, dass befallene Bäume schon nach einigen Monaten komplett absterben können. Das Holz dieser Bäume ist nur noch wenig tragfähig und kann unkontrolliert (vergleichbar mit Glas) brechen. Das stellt für den Straßenverkehr oder für Waldbesucher eine lebensbedrohliche Gefahr dar, wenn sich diese Bäume entlang von Verkehrsflächen und Wegen befinden. Diese Bäume müssen also entfernt werden.
Damit die beauftragten Waldarbeiter bei dieser Arbeit nicht ihr Leben verlieren wurde diese Fortbildung angeboten. Während der Veranstaltung wurde gezeigt, wie kranke Bäume absolut erschütterungsfrei gefällt werden können, damit die Gefahr von plötzlich abbrechenden Ästen für die Waldarbeiter minimiert ist.

Nachdem der Probebaum gefällt war ging es an die Begutachtung der Schäden am Stamm der Buche. Ein Trennschnitt diente der Beurteilung der Qualität des Holzes und der Einschätzung seiner Verkaufsfähigkeit. Deutlich waren Pilzkörper am Stamm erkennbar. Im Holz zeichneten sich dunkle Streifen von der Außenseite des Stammes ab, die ein Frühstadium der pilzlichen Zersetzung anzeigen. Nach Einschätzung der anwesenden Fachleute war dieser Stamm lediglich noch für die Brennholzaufarbeitung zu gebrauchen. Für andere Verwendungen wir Furnier- oder Sägeholz war das Holz schon zu stark geschädigt. Deutlich waren die stumpfen Holzbrüche erkennbar – ein Zeichen, dass das Holz keine Tragfähigkeit mehr besitzt und ohne Vorwarnung brechen kann.

Alle Anwesenden waren sich nach der Veranstaltung einig, dass durch die absterbenden oder bereits toten Bäume eine extreme Gefahr ausgeht.
Waldbesuchern wird dringend geraten auch immer ein Auge in die Kronen der Bäume zu richten. Halb vertrocknete oder tote Bäume sollten unbedingt gemieden werden.